Inhaltsverzeichnis
I Einleitung. 3
II Der Jangste im chinesischen Raum: die Ost-West Achse Chinas
1) Der Fluss. 4
2) Das Becken. 5
III Das Drei-Schluchten-Projekt
1) Vorgeschichte. 5
2) Das Für- und Wider. 5
3) Die Entscheidung. 6
4) Daten (Veranschaulischungen) 7
IV Hochwasserschutz
1) Die regelmäβigen Überschwemmungen. 9
2) Prinzip des Hochwasserschutzes. 10
3) Bestrittene Wirksamkeit. 11
4) Die Raumordnun in betroffenen Räumen. 11
V Energiegewinnung
1) Wachstum und Energie in China: ein „Engpass“ der Witschaft. 12
2) Ungenügende Stromerzeugung Chinas. 13
3) Erwartete Stromerzeugung des Drei-Schluchten-Dammes. 14
VI Die Umsiedlung in der Planung
1) Vergangene Erfahrung. 15
2) Die „entwicklungsorientierte Politik“ 16
3) Die Tragweite der Aufgabe. 17
4) Strategien der Umsiedlung. 18
5) Rechtliche und finanzielle Hintergründe. 19
VII Tatsächliche Umsiedlungen und Umwälzung des Raumes
1) Die Korruption. 20
2) Der Wiederaufbau der Städte. 21
3) Die Bauer und die La nd-für-Land Politik. 22
4) Die städtische Umsiedlung für die ländliche Bevölkerung. 23
5) Fernumsiedlung. 24
6) Falluntersuchung: Der Kaixian Distrikte. 25
Abschluss. 27
Literaturverzeichnis. 28
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis. 29
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I) Einleitung:
Bedeutung des Wassers und Wasserkraftprojekte in China : China ist das Land des Wassers.
Zuerst, weil das wichtigste und symbolische Nährungsmittel Chinas, der Reis am Besten in Bewässerungsfeldern angebaut wird, und also eine Menge Wasser braucht. Deshalb haben die Chinesen komplexe Bewässerungssysteme entwickelt und die humiden Reisfelder herrschen in unserer Vorstellung Chinas.
Zweitens, weil China einigen von den größten Flüssen der Welt besitzt (In Länge sowie in Größe), insbesondere der Jangtse (6300 Km) und der Gelbe Fluss. Wir werden sehen, dass der Raum des bewohnten Landes häufig um die Becken der großen Flüsse herumorganisiert und das Alltagsleben nach dem Rhythmus der Hoch- und Niedrigwasser gerichtet wird. China profitiert nämlich von den saisonalen Monsunregen, die das Süd und Südostland im Sommer bewässern. Wasser wird dann nach Osten geführt, wobei es die oft 5000 Meter hohen Gebirge herabkommt.
Diese Gefälle (5000m) geben China eine gigantische potenzielle Wasserkraft, einfach die stärkste der Welt, vielleicht 660 000 MW. Davon wären 380 000 ökonomisch benutzbar. China besitzt mehr als 22 000 große Dämme (Höher als 15 M oder breiter als 500 m). Die Meisten wurden in den 50er und 60er aufgebaut aber heute hat China einen enormen Drang nach Energie. Deshalb werden neue Wasserkraftprojekte durchgeführt. Diese haben aber beträchtliche Auswirkungen auf die Flüsse, auf die Umwelt und auf die Raumordnung im Allgemeinen.
Unter diesen Projekten zieht eines die ganze Aufmerksamkeit auf sich: Das Drei-Schluchten-Projekt. Alle Frage, die ein riesiger Staudamm in China aufwerfen kann, sind nämlich da konzentriert: Energiegewinnung, Disparitäten des chinesischen Raumes (insbesondere zwischen der südöstlichen Küste und dem übrigen), Schutz gegen Überschwemmungen und die Organisation der Umsiedlung von mindestens 1.2 Mio. Personen! Am Beispiel des Drei-Schluchten-Projektes wird man die Implikationen für die Raumordnung der großen Dämme in China untersuchen.
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II Der Jangtse im chinesischen Raum: Die Ost-West-Achse Chinas
Abbildung 1: Einzugsgebiet des Jangtses. (Sauer, 2003, 148)
1) Der Fluss
Die Chinesen nenne ihn Chang Jiang. „Langer Fluss“
Er ist 6300 km lang. Er besteht aus zwei verschiedenen Abschnitten. Das Quellgebiet ist 5400m hoch gelegen. Der erste Abschnitt ist also ein Gebirgsfluss mit rascher Strömung. So verläuft er über 4500 Km. Nach Chonquing zwängt er sich auf 200 Km durch die beeindruckenden Drei-Schluchten („Sanxia“ auf Chinesisch, enge und bis 1000 Meter hohe Felswände). An deren Ende ist der Staudamm vorgesehen. Dann erreicht der Jangtse das Tiefland bei Yichang. Das Gefälle bis zur Mündung auf dem letzten Abschnitt (1800 Km lang) beträgt nur 50 Meter, was natürlich große Probleme mit Hochwasser einbringt! Denn der Durchfluss ist saisonal sehr unregelmäßig. Während er im Winter bei bis zu 3500 m³/s in den Drei-Schluchten liegt, kann er leicht im Sommer 50 000 m³/s wegen der Monsunregen erreichen, und mehr als 60 000m³/s in den regenreichsten Jahren. 75 % der jährlichen Wassermenge fallen von Juni bis Oktober. Mit einem Einzugsgebiet von 1,8 Mio. Km² fließt im Jangtse ein Drittel der gesamten Wassermenge Chinas, also ungefähr 1000 Mrd. m³ jährlich, darunter nur 450 oberhalb der Drei-Schluchten. 1 (Sauer, 2003, S.148-149)
1 Zum Vergleich: der Rhein hat einen Jahresabfluss von 70 Mrd. m³ und bei Normalwasserstand im Köln einen Durchfluss von 2250 m³/s.
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2) Das Becken
Im Einzugsgebiet des Jangtses wohnen ein Drittel der chinesischen Bevölkerung (400 Mio. Menschen und es nimmt ein Fünftel des chinesischen Raumes ein. Außerdem ist dieses Fünftel das reichste Chinas, denn es produziert 40% des Bruttosozialproduktes (es schließt insbesondere die dynamischste Region Chinas um die ökonomische Hauptstadt Shanghai ein) und besitzt 25 Mio. ha landwirtschaftliche Nutzfläche (25 % Chinas). In diesem Raum ist der Jangtse eine lebenswichtige Achse für die Verbindungen und den Verkehr. Auf ihm können Schiffe von einigen Tausenden Tonnen (mit dem zukünftigen Damm: 10 000 Tonnen) bis zum Chonquing, sprich 2500 Km ins Innere des Landes fahren. (Sauer, 2000, 149-150).
Der Jangtse ist also mehr als ein riesiger Fluss. Manchmal ist er ein Hindernis, wenn er das Land überschwemmt aber meiste Zeit ist er die Wirbelsäule eines großen Teils des chinesischen Raumes, den er strukturiert. Auc h in der Mentalität und in der chinesischen Kultur hat er einen besonderen Platz.
III Das Drei-Schluchten-Projekt
1) Vorgeschichte
Die Idee eines Dammes in den Drei-Schluchten wird schon 1919 formuliert. Alle Regierungen untersuchen danach die Machbarkeit des Projekts, insbesondere nach jeder Überschwemmung. (Die von 1954 fordert 30000 Tote und unterbricht für 3 Monate die Nord-Süd Verbindungen). Die Umstände sind damals für riesige Damme günstig, so beginnen 1960 die Arbeiten für den Assuandamm. Mao verzichtet trotzdem aus militärischen Gründen auf den Bau.
2) Argumenten
In der fast hundertjährigen Debatte sind Nachteile, mögliche Risiken und Vorteile gut bestimmt. Wie alle Projekte dieser Großordnung hat das Drei-Schluchten-Projekt heftige Auseinandersetzungen innerhalb und außerhalb Chinas hervorgerufen. (Tabelle 1)
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wegen ungenügender Landschaft und
Pufferkapazität zu Verkehrs bis Verlust zahlreicher
schützen. archäologischer, Chonquing (Tonnen,
• Schlammablagerungen Zeit, Ölverbrauch) geschichtlicher,
kultureller und • Bessere Verteilung der , die zur Auffüllung des
Stausees führen könnten religiöser Orten. Entwicklung zwischen
• Sicherheit der Mauer der Küste und dem
Inland dank besserer (gegen Erdbeben, gegen
Verbindungen und den einen Krieg…)
• Umweltverschmutzung vom Staudamm
hervorgerufenen wegen ungereinigte
Abwässer Investitionen.
Davon werden wir vor allem die Probleme untersuchen, die auf die Raumordnung Auswirkungen haben.
3) Die Entscheidung
Wie die Entscheidung getroffen wird, ist aufschlussreich für die Verwaltung der Raumplanung in China in den 80er und 90er Jahren, als die Reformzeit mit Deng Xiaoping beginnt (1978). Der Entscheidungsprozeß bleibt ein Vorrecht des zentralen Staates, der noch immer große Projekte braucht, um die Bevölkerung zu mobilisieren und um zu beweisen, dass der chinesische Kommunismus und deren Führungskraft noch ehrgeizig und fähig sind, sich Denkmale zu errichten. So ist der Damm für viele Leute mehr ein „Prestigeobjekt“ als ein wirksames Instrument der Raumordnung. Ein Argument, das heutzutage gegen das Projekt verwandt wird, ist, dass die Durchführung des Projektes in einer Demokratie nicht möglich gewesen wäre 2 . In der Volksrepublik Chinas werden die Bürger den hohen Interessen des Staates unterworfen. Es lässt also keinen Platz für Diskussionen in der Öffentlichkeit. Die Bevölkerung wurde niemals unmittelbar befragt. Um Demokratie handelt es sich fraglos nicht. Es ist jedoch falsch zu sagen, dass es keine Debatte im Staat selber gab. Zahlreichen, Techniker, G ouverneure der betroffenen
2 Die höchste Vertreterin dieser Meinung ist die Journalistin Dai Quing, ( The River Dragon has come! The
Three Gorges Dam and the Fate of China´s Yangtze River and its people. New York 1998)
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Provinzen (Sichuan, Hubei,…) und Ministerien wurden gehört. Ein Ausdruck der Skepsis war1992 der Nationalen Volkskongress, wo von 2633 Delegierten 177 gegen das Projekt stimmten und sich 664 der Stimme enthielten (etwas kaum vorgesehen). So eine Entscheidung ist sowieso nach der Abwiegung des Für und Wider vor allem politisch. Vielleicht war das ausschlaggebendste, dass „die Entscheidung nicht länger aufgeschoben werden konnte, sonst hätten Bevölkerungszunahme und wachsender Wohlstand die Kompensationszahlungen bald in unbezahlbare Höhen getrieben“ (Sauer, 2000, S. 155).
Die heutigen Probleme der chinesischen Behörden sind also, die mehr oder weniger gut geplanten Entscheidungen der vorkommenden Generationen zu übernehmen.
2008: Letzte Umsiedlung
Das Projekt hat also eine lange Geschichte. Bisher war das Projekt in seinem Prinzip umstritten. Es war eine Schlacht der verschiedenen Druckgruppen, aber heutzutage ist das Projekt in der Mitte seines Ablaufs, also muss man anfangen, sich konkret die Auswirkungen des Projekts auf die Raumplanung vorzustellen. Er wird prinzipiell drei haben: 1) Die bessere Sicherheit für die Bevölkerung, die unterhalb des Dammes leben, was das Hauptargument für den Aufbau war. 2) Eine neue Energiequelle, was für ganz China Auswirkungen hat. 3) Die Umsiedlung von mindestens 1,2 Mio. Menschen, was fraglos die größte Herausforderung für die ganze chinesische Verwaltung darstellt.
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Arbeit zitieren:
MA Johan Thienard, 2004, Regionalentwicklung um den Drei-Schluchten-Damm (Three Gorges Project) in der V.R. China, München, GRIN Verlag GmbH
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Chinas Flüsse: Der Changjiang und das Sanxia-Staudammprojekt
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