-I-
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
1. Einleitung. 1
2. Das Chain-Store Paradoxon von Selten. 2
2.1 Begrenzte Anzahl von pote ntiellen Konkurrenten. 2
2.2 Unendliche Anzahl pote ntieller Wettbewerber 5
2.3 Zusammenfassung und Beurteilung des Chain-Store Paradoxons 6
3. Asymmetrische Information als Begründung für Reputationseffekte 6
3.1 Die Grundidee 6
3.2 Darstellung des Modells und seiner Annahmen. 9
3.3 Herleitung und Beweis der gleichgewichtigen Strategien. 12
3.4 Erweiterung und Zusammenfassung der Ergebnisse. 16
4. Ausblick 20
Literaturverzeichnis 23
-II-
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: einstufiges Chain-Store Spiel in Extensivform
Abbildung 2: Das einstufige Reputationsspiel
Abbildung 3: Entwicklung der Unsicherheit entlang des Gleichgewichtpfads, wenn
der Monopolist immer mit Preiskampf antworten würde
erwarteter Gewinn des Monopolisten, wenn er in der ) ( . I A Eπ
1 Markt ersten Runde kooperiert
erwarteter Gewinn des Monopolisten, wenn er in der ) ( . I P Eπ
1 Markt ersten Runde Preiskampf betreibt
( )
Wahrscheinlichkeit, mit der der zweite Konkurrent in den kämpfen ritt E p int
Markt eintritt, wenn er Preiskampf in der Vorrunde beobachtet hat
( ) q
≡ Wahrscheinlichkeit, dass der Monopolist kämpft, wenn er schwach kämpfen p
schwach ist
( )
Wahrscheinlichkeit, dass der Monopolist kämpft, wenn er starkämpfen p
stark ist
( )
Wahrscheinlichkeit, dass der Monopolist stark ist bedingt kämpfen stark p
darauf, dass er in der Vorrunde gekämpft hat (=bedingte Wahrscheinlichkeit)
( )
Wahrscheinlichkeit, dass der Monopolist schwach ist schwach p ( ) p ≡ Wahrscheinlichkeit, dass der Monopolist stark ist stark p i Zinssatz
Gewinn des Konkurrenten, wenn er in den Markt eintritt ) ( A π
E
und der Monopolist den Eintritt akzeptiert bzw. kooperiert Gewinn des Konkurrenten, wenn er in den Markt eintritt ) (P π
E
und der Monopolist mit Preiskampf reagiert Gewinn des Monopolisten, wenn der Konkurrent in den ) ( A π
I
Markt eintritt und der Monopolist den Eintritt akzeptiert bzw. kooperiert
Gewinn des Monopolisten, wenn der Konkurrent aus ) (M π
I
dem Markt draußen bleibt (= Monopolgewinn) Gewinn des Monopolisten, wenn der Konkurrent in den ) (P π
I
Markt eintritt und der Monopolist mit Preiskampf reagiert
Behinderungsmissbrauch beschreibt den Versuch durch Wahl bestimmter Strategien, insbesondere durch Anwendung des sogenannten „Predatory Pricing“, Wettbewerber aus einem Markt zu verdrängen bzw. Markteintritte von potentiellen Konkurrenten zu verhindern. Dabei bezeichnet „Predatory Pricing“ das Setzen von sogenannten Kampf- bzw. Verdrängungspreisen. Eine dominante Firma setzt dabei temporär aggressive, besonders niedrige Preise mit dem ausschließlichen Ziel, Marktanteile zu gewinnen. 1
Die Vertreter der sogenannten Chicago School, hier insbesondere McGee 2 , vertreten jedoch die Ansicht, dass derartige Verdrängungspreispraktiken irrationale Strategien darstellen, um eine Monopolposition zu erlangen oder zu behaupten. McGees Hauptargumente hierfür sind, dass Verdrängungspreiswettbewerb inkonsistent ist mit kurzfristiger Gewinnmaximierung, es günstigere Strategien wie beispielsweise Fusionen oder Unternehmenskäufe zur Erzielung einer Monopolstellung gibt, die dominante Firma selbst größere Verluste erleidet als ihr Gegner, die potentiellen Wettbewerber die Drohung von Verdrängungspreiswettbewerb nicht als glaubwürdig empfinden und Preiskampf seitens der dominanten Firma gegenüber bereits bestehenden Firmen keine zukünftigen Markteintritte verhindert. 3 Nach dieser Ansicht sind folglich Verdrängungspreispraktiken irrational und werden in der Praxis nicht angewendet, sie stellen eine Illusion dar.
Gegen diese Meinung kam schnell Kritik auf. McGees Argument, dass Verdrängungspreiswettbewerb generell unprofitabel sei, gründet darauf, dass sich die dominante Firma nur einem einzelnen Wettbewerber gegenübersieht. Wenn jedoch Firmen in mehreren räumlich abgegrenzten Märkten sequentiell oder simultan agieren oder wenn es sich um ein Mehrproduktunternehmen handelt, kann die Firma durchaus Verdrängungspreistechniken in einem Markt anwenden, um andere Wettbewerber abzuschrecken. Dies erscheint intuitiv logisch: Die Firma erwirbt sich einen Ruf, eine Reputation für aggressives Verhalten bei Markteintritt und hält dadurch andere Konkurrenten, aus Angst, die gleiche Reaktion der dominanten Firma zu erfahren, von ihren Eintrittsversuchen ab. Jedoch wurde von Selten in seinem „Chain-Store Paradoxon“ gezeigt, dass dieser Reputationseffekt,
1 vgl. Milgrom/Roberts (1990), S. 112.
2 vgl. McGee (1980), S. 289 ff.
3 vgl. West/von Hohenbalken (1986), S. 160 f.
-2-der Einfluss von Strategien in einem Markt auf Verhaltensweisen der Marktteilnehmer in anderen Märkten, gerade nicht existiert. 4 Erneut fehlte die Basis für die rationale Anwendung von Verdrängungspreisstrategien. Im Jahr 1982 gelang es jedoch Kreps und Wilson 5 sowie Milgrom und Roberts 6 anhand eines formalen Modells doch die Existenz von Reputationseffekten aufzuzeigen. Sie lieferten damit die Begründung, dass Verdrängungspreis-techniken durchaus in der Praxis angewendet werden, da sie nicht, wie ursprünglich angenommen, irrationale Praktiken darstellen, sondern unter bestimmten Bedingungen als rationale, gewinnmaximierende Strategien erscheinen.
Die Modelle, die die Existenz von Reputationseffekten im Zusammenhang mit „Predatory Pricing“ aufzeigen, bauen in der Regel auf dem sogenannten Chain-Store Paradoxon des Nobelpreisträgers Selten auf. Selten untersucht anhand dieses Modells die Frage, ob und in welchem Ausmaß die Drohung eines aggressiven Preissetzungsverhaltens zum Erfolg führt im Hinblick darauf, Markteintritte von Konkurrenten zu verhindern. 7
In diesem Chain-Store Paradoxon besitzt ein Monopolist eine Ladenkette. Er hat dabei in N räumlich abgegrenzten Märkten jeweils eine Filiale angesiedelt. In jedem Markt wird der Monopolist dabei durch den Eintritt genau eines Konkurrenten bedroht, also insgesamt durch N Konkurrenten. Die Entscheidungen der Wettbewerber, ob sie in den Markt eintreten oder draußen bleiben, werden dabei sequentiell getroffen, so dass in jeder Periode nur jeweils ein potentieller Konkurrent seine Entscheidung treffen muss. Auf eine Eintrittsentscheidung kann der Monopolist in zweierlei Hinsicht reagieren: Entweder er beginnt einen Preiskampf, der für den Konkurrenten mit Sicherheit zu Verlusten führt, oder er kooperiert mit dem Wettbewerber, indem er den Eintritt akzeptiert und sich beispielsweise auf Cournot-Wettbewerb einlässt. 8 Das Spiel und die Gewinne auf
4 vgl. Kreps/Wilson (1980), S. 1 f.
5 vgl. Kreps/Wilson (1982), S. 253 ff.
6 vgl. Milgrom/Roberts (1982), S. 280 ff.
7 vgl. Rosenthal (1981), S. 98.
8 vgl. Ordover/Saloner (1989), S. 551.
-3-einer Stufe, also entsprechend der Entscheidung des Monopolisten und eines Konkurrenten, lassen sich in folgender Abbildung darstellen:
Demnach sind drei Ergebnisse möglich:
(1) Der Konkurrent tritt nicht ein und erhält 0, der Monopolist erhält den Monopolgewinn . ) (M π
I
(2) Der Konkurrent tritt ein und der Monopolist kooperiert, was beiden positive Gewinne von jeweils und beschert. ) ( A π ) ( A π
I E
(3) Der Konkurrent tritt ein und der Monopolist bekämpft den Eintritt. Der
Nun wird unterstellt, dass die Gewinne für den Monopolisten entsprechend > >0> und für den Konkurrenten entsprechend ) (M π ) ( A π ) (P π
I I I >0> angeordnet werden können. Das bedeutet, dass der Monopolist ) ( A π ) (P π
E E
das Monopol gegenüber der Kooperation und die Kooperation wiederum gegenüber dem Preiskampf vorzieht. Der Verdrängungspreiswettbewerb ist also kostspielig. 10 Der Konkurrent hingegen bevorzugt nur dann den Eintritt, wenn er nach dieser Entscheidung nicht mit Preiskampf konfrontiert wird. 11 Des Weiteren wird angenommen, dass die Wettbewerber vollständige und vollkommene Informationen besitzen, d.h. sie kennen die Spielzüge der Vorgänger sowie alle Auszahlungen in Abhängigkeit von der gewählten Strategienkombination.
9 vgl. Church/Ware (2000), S. 650.
10 vgl. Milgrom/Roberts (1982), S. 282.
11 vgl. Ordover/Saloner (1989), S. 551.
Arbeit zitieren:
Thomas Grohmann, 2004, Reputationsmodelle im Rahmen des predatory pricing (Behinderungsmissbrauch, Kampfpreise, Verdrängungspreise), München, GRIN Verlag GmbH
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