Gliederung
1. Einleitung 3
2. Die ersten Jahre der Volkswagen-Werke (1937-1940) 3
3. Die Einsätze von Zwangsarbeitern (1941-1943) 5
4. Die Untertageverlegung (1943-1944) 7
5. Das KZ-Kommando Laagberg und deren Lebensbedingungen (1944-1945) 8
6. Die Lebensbedingungen anderer Zwangsarbeiter (1944-1945) 9
7. Das Massensterben neugeborener Kinder von Zwangsarbeiterinnen
aus Polen und der Sowjetunion (1942-1945) 11
8. Das Ende der Rüstungsproduktion (1945) 12
9. Die Entwicklung der Belegschaft im VW-Werk 1939-1944 12
10. Fazit 12
11.Literaturverzeichnis_____________________________________________ 13
2
1. Einleitung
Während des 2. Weltkrieges wandte sich das Volkswagen-Werk von der zivilen Automobilproduktion ab. Stattdessen wurde das Unternehmen in die Rüstungsproduktion eingegliedert. Im folgenden wird die Entwicklung der Volkswagen-Werke von 1937 bis 1945 dargestellt. Darin inbegriffen ist die Problematik des Einsatzes von Zwangsarbeitern, die für die Volkswagen-Werke arbeiteten. Während des 2. Weltkrieges wurden insgesamt ca. zehn Millionen Zwangsarbeiter aus 26 Ländern deportiert und in Deutschland beschäftigt. 1 Eines von 12.000 Unternehmen zu deren Belegschaft Zwangsarbeiter zählten, waren die Volkswagen-Werke. Das Unterne hmen gehörte zu den Firmen mit einem sehr hohem Anteil an Zwangsarbeitern. Im Laufe des 2. Weltkrieges brauchten die Volkswagen-Werke immer mehr Arbeitskräfte, um die Rüstungsproduktion ausweiten zu können. Da es an deutschen Arbeitskräften mangelte, wurden stattdessen Zwangsarbeiter beschäftigt. Der Höhepunkt wurde im Jahr 1944 erreicht. Zu dieser Zeit waren insgesamt 11334 Zwangsarbeiter in den Volkswagen-Werken beschäftigt. Das entsprach rund zwei Drittel der gesamten Belegschaft (siehe auch 9.). Aufgrund der dünnen Quellenlage und des geringen Umfangs können in dieser Arbeit einige Aspekte, wenn überhaupt, nur oberflächlich dargestellt werden.
2. Die ersten Jahre der Volkswagen-Werke (1937-1940)
Die Nazis waren vom amerikanischen Gedanken der Massenmotorisierung begeistert. Hitler schwebte vor, einen Wagen bauen zu lassen, der günstig und damit für das Volk erschwinglich ist. Den Auftrag zum Bau der Volkswagen Werke am Mitte l-landkanal konnte 1937 die Deutsche Arbeitsfront (DAF) an sich ziehen. Mit dem Bau wurde offiziell am 26. Mai 1938 begonnen.
Das Unternehmen Volkswagen-Werk wurde gegründet. Der Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzende hieß Ferdinand Porsche. Er war Auto-Konstrukteur und kooperierte in den Folgejahren eng mit Hitler um den Volkswagen zu bauen - das Auto, das nach Hitlers Vorstellungen für alle Deutschen bezahlbar sein sollte. Deswegen wurde die Spar-Aktion „Kraft durch Freude“ (KdF) ins Leben gerufen. Am 1. Juli 1938 wurde die „Stadt des KdF-Wagens“ gegründet, das heutige Wolfsburg. Diese Stadt sollte nach Plänen von Peter Koller und Albert Speer den Leitgedanken der DAF verwirklichen:
1 Vgl. Kunstreich
3
Eine mustergültige Stadtsiedlung gegenüber dem Volkswagen Werk zu bauen, in der nur die Arbeiter und Angestellten der Volkswagen Werke leben und kurze Wege zur Arbeit haben. Den Vorstellungen der DAF zu Folge sollte durch das Bauprojekt die größte Automobilfabrik der Welt entstehen. Zudem war das Volkswagenwerk als sozialpolitischer Vorzeigebetrieb gedacht.
Bereits der Baubeginn brachte eine Menge Probleme mit sich und steht sinnbildlich für die damalige Zeit: Idee und Wirklichkeit klafften weit auseinander. Die Nazis bereiteten bereits den Krieg vor, so dass der DAF nicht genügend deutsche Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Deshalb wurden 3000 italienische Bauarbeiter angewo rben. Als die ersten Produktionsstätten fertiggestellt waren, gab es ebenfalls zu wenig Produktionsarbeiter, so dass wieder Ausländer - diesmal vornehmlich Niederländer, Belgier, Dänen und auch Italiener - beschäftigt wurden. Im Gegensatz zu den darauffolgenden Jahren wurde aber sowohl die Bauarbeiter als auch die Produktionsarbeiter genauso behandelt, versorgt und bezahlt wie die deutschen Arbeiter.
Zu Kriegsbeginn im September 1939 waren zwar schon Teile des Volkswagen Werkes fertiggestellt, der Bau der „Stadt des KdF-Wagens“ war aber bisher nur schleppend vorangekommen und kam nun fast vollständig zum Erliegen. Die VW-Unternehmensleitung sah nun das Bauprojekt, das ursprünglich als integrales Werks- und Stadtkonzept geplant worden war, in Gefahr. Zudem besaß das VW-Werk noch keine Stammbelegschaft. Nach Vorstellungen der VW-Unternehmensleitung (Ferdina nd Porsche, Otto Dyckhoff und Bodo Lafferentz) sollte das Volkswagen-Werk sofort nach Kriegsende bestens im Markt positioniert sein und die fabrikationsstärkste Automobilfabrik Europas werden. Dazu war eine gute Infrastruktur sowie vorbildliche Sozialeinrichtungen und Wohnungen die Voraussetzung. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten die besser qualifizierten deutschen Arbeitskräfte höhere Positionen im Unternehmen bekleiden. Deren freiwerdende Arbeitsplätze sollten mit Zwangsarbeitern, vorwiegend aus dem Osten und Süden, besetzen we rden. Vor diesem Hintergrund wurden die Vorbehalte gegenüber einer Zwangsbeschäftigung von Ausländern ve rdrängt 2 . Ebenfalls verdrängt wurden die möglichen Auswirkungen auf das Ansehen des VW-Projektes in der Bevölkerung.
2 Vgl. Budraß, S. 96 ff.
4
Arbeit zitieren:
Sebastian Gemüngt, 2002, Die Entwicklung des Volkswagen-Werkes 1937-1945, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Hitler, Porsche und der Volkswagen
Ein prekäres wechselseitiges E...
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Untersuchungen der deutschen Mediendebatten um den möglichen EU-Beitri...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Forschungsarbeit, 55 Seiten
Arbeiter im Volkswagenwerk im Dritten Reich - Ein Vergleich der Lebens...
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Seminararbeit, 18 Seiten
Comparing Euroscepticism in Poland and the Czech Republic
Politik - Internationale Politik - Region: Osteuropa
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Das Priming-Konzept in 'Agenda-Building, Agenda-Setting, Priming, ...
Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
Hausarbeit, 16 Seiten
Kurden in der Türkei - Kann Völkerrecht zum Frieden führen?
Politik - Internationale Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
Magisterarbeit, 55 Seiten
Semiotische Codes in der Werbung - Plakative Zeichen in der Werbung
Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Als erstes stirbt die Wahrheit - Krisenberichterstattung der deutsch...
Hausarbeit, 16 Seiten
Konfrontation der anthropologischen Grundannahmen von Aristoteles mit ...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 35 Seiten
Die systematisch-quantitative Inhaltsanalyse
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 21 Seiten
Die Demokratieförderung der EU im Libanon im Rahmen der Euro-Mediterra...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Bachelorarbeit, 34 Seiten
Russland und der Energiechartavertrag. Positionen, Probleme und Perspe...
Politik - Internationale Politik - Region: Russland, Länder der ehemal. Sowjetunion
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Wozu braucht Europa eine Öffentlichkeit?
Politik - Internationale Politik - Allgemeines und Theorien
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Zur Kritik der neoklassischen Theorie - Die Kritik von Leibenstein: X-...
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Neorealismus in der Theorie internationaler Politik
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Skript, 27 Seiten
Sebastian Gemüngt's Text Die Entwicklung des Volkswagen-Werkes 1937-1945 ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sebastian Gemüngt hat den Text Die Entwicklung des Volkswagen-Werkes 1937-1945 veröffentlicht
Sebastian Gemüngt hat einen neuen Text hochgeladen
Die Entwicklung der Krankenpflege zur staatlich anerkannten Tätigkeit ...
Das Zusammenwirken von Moderni...
Christoph Schweikardt
Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins
Leben und Arbeiten in Schleswi...
Thomas Riis
Die Wirtschafts- und Sozialordnung der Bundesrepublik Deutschland im R...
Albrecht Bossert, Heinz Lampert
0 Kommentare