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Der Zusammenhang von ökonomischer Situation, Herkunft und Familie in seiner Bedeutung für eine transkulturelle Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund

Titel: Der Zusammenhang von ökonomischer Situation, Herkunft und Familie in seiner Bedeutung für eine transkulturelle Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund

Examensarbeit , 2003 , 111 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martina Szonn (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Konzept der „interkulturellen Erziehung" steht seit den 70er Jahren besonders im erziehungswissenschaftlichen Interesse und hat sich insoweit durchgesetzt, dass speziell im schulischen Bereich beachtliche Fortschritte geleistet wurden. Aber aufgrund der zunehmenden Globalisierung und der daraus entstehenden ethnischen Vielfalt, scheint der Begriff der „interkulturellen Erziehung“ den gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen nicht mehr standzuhalten. Wolfgang Welsch hat sich 1995 dieser Problematik angenommen und untersucht, ob der traditionelle Kulturbegriff sich insoweit verändert hat, dass er der heutigen Gesellschaft nicht mehr gerecht wird. Das gab ihm Anlass, das Konzept der Transkulturalität auszuarbeiten (vgl. Welsch, 1997, Absatz 1). Aus dieser Thematik heraus startete an der Universität Hannover, im Fachbereich Erziehungswissenschaften im Jahre 2002 ein Projekt, welches in der Zielsetzung eine transkulturelle Identitätsbildung bei Multiplikatoren und Multiplikatorinnen in pädagogischen Handlungsfeldern in ihrer Bedeutung für pädagogisches Denken und Handeln verfolgt. Aus diesem Projekt heraus ergab sich für mich die Fragestellung, ob Studierende mit Migrationshintergrund eine transkulturelle Identität bilden und inwieweit mögliche Kontexte förderlich bzw. hinderlich sind.

In der im Anschluss folgenden Examensarbeit soll vorerst durch den allmählichen Aufbau der theoretischen Grundlagen ein Wissensgerüst entstehen, welches die Basis für die weitere Arbeit darstellt. In diesem Abschnitt soll vorwiegend die Entstehungsgeschichte der Migration und deren Begriffsbildung dargelegt werden. Anschließend soll das jeweilige Kulturverständnis und die dazu gehörende Problematik der Begriffsfindung geklärt werden. Eine stufenweise Entwicklung und sukzessive Heranführung an die Thematik soll dem Leser eine Hilfestellung sein, die Fülle der Grundbausteine dieser Arbeit nachzuvollziehen. In weiteren Punkten der Examensarbeit werden Begriffe wie Heimat und Herkunft geklärt, folgend von Familie und deren ökonomischen Situation. In einem Resümee wird der Zusammenhang von Herkunft, Familie, ökonomischer Situation und Transkulturalität dargestellt. Dem theoretischen Konstrukt folgt eine empirische Erhebung zur transkulturellen Identitätsbildung von Studenten und Studentinnen mit Migrationshintergrund.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der Migration zum transkulturellen Verständnis

2. 1 Migration

2. 1. 1 Internationale Migration

2. 1. 2 Arbeitsmigration in Europa

2. 1. 3 Arbeitsmigration in Deutschland

2. 2 Kulturverständnis

2. 2. 1 Kultur

2. 2. 2 Multikultur und Interkultur

2. 2. 3 Von der Ausländerpädagogik zum interkulturellen Lernen

2. 2. 4 Transkulturalität

2. 2. 5 Die Begriffe im zusammenhängenden Kontext

2. 3 Heimat und Herkunft

2. 4 Familie

2. 5 ökonomische Situation

2. 6 Der Zusammenhang von Herkunft, Familie, ökonomischer Situation und Transkulturalität

3. Eine empirische Erhebung zur transkulturellen Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund

3. 1 Einführung in das Projekt

3. 2 Vorbereitung des Projekts

3. 3 Methodenauswahl und Auswertungsschritte

3. 4 Durchführung des Projekts

3. 5 Datenerhebung, Datenaufbereitung und Datenauswertung

3. 6 Statisches Datenprofil

3. 7 Beschreibung, Auswertung und Interpretation der Ergebnisse

3. 8 Darstellung der Interviews und leitende Forschungsfragen

3. 8. 1 Herkunft und Heimat

3. 8. 1. 1 Deskriptive Auswertung von Herkunft

3. 8. 1. 2 Interpretierende Kommentare zur Herkunft

3. 8. 1. 3 Deskriptive Auswertung von Heimat

3. 8. 1. 4 Interpretierende Kommentare zur Heimat

3. 8. 2 Familie

3. 8. 2. 1 Deskriptive Auswertung von Familie

3. 8. 2. 2 Interpretierende Kommentare zur Familie

3. 8. 3 ökonomische Situation

3. 8. 3. 1 Deskriptive Auswertung der ökonomischen Situation

3. 8. 3. 2 Interpretierende Kommentare zur ökonomischen Situation

3. 8. 4 Kulturverständnis und kulturelle Identität

3. 8. 4. 1 Deskriptive Auswertung von Kulturverständnis

3. 8. 4. 2 Interpretierende Kommentare zum Kulturverständnis

3. 8. 4. 3 Deskriptive Auswertung von kultureller Identität

3. 8. 4. 4 Interpretierende Kommentare zur kulturellen Identität

4. Der Zusammenhang von ökonomischer Situation, Herkunft und Familie in seiner Bedeutung für transkulturelle Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund

5. Ausblick

Zielsetzung und Forschungsfragen

Die Arbeit untersucht die transkulturelle Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund im Rahmen eines Projekts an der Universität Hannover. Ziel ist es, den Einfluss biographischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Faktoren auf die Identitätsentwicklung zu analysieren und zu klären, welche Kontexte dabei förderlich oder hinderlich sind.

  • Analyse des Einflusses von Herkunft, Familie und ökonomischer Situation auf die Identität.
  • Untersuchung der Bedeutung der „transkulturellen Identität“ für pädagogisches Denken und Handeln.
  • Ermittlung förderlicher und hinderlicher Kontexte für eine erfolgreiche transkulturelle Identitätsbildung.
  • Empirische Erhebung durch problemzentrierte Interviews mit Studierenden.
  • Diskussion des Zusammenhangs von Identität und verschiedenen Lebenskontexten bei Studierenden.

Auszug aus dem Buch

2. 2. 1 Kultur

Hergeleitet ist der Begriff Kultur aus dem Lateinischen, von cultra, was sinngemäß soviel wie Bearbeitung, Pflege, Bebauung oder Anbau bedeutet. Die Verwendung von cultra fand daher eher im landwirtschaftlichen Zusammenhang, nämlich als agri cultura, dem Ackerbau, statt. Im Lateinischen existiert jedoch auch das Verständnis von animi cultra, was übersetzt in die entgegengesetzte Richtung zielt; nämlich in Sinn von Ausbildung bzw. Veredelung. Diese Begriffsfindung ist für diese Arbeit von größerer Bedeutung, denn diese steht im engeren Zusammenhang mit der Bildung bzw. der Veredelung des Menschen. Damit sind jene Prozesse gemeint, die im Allgemeinen als Kultivierung bezeichnet werden. Essentiell für das antike Kulturverständnis ist jedoch nicht

„das Wissen um die Umstände außerhalb des Einflussbereiches des Menschen, sondern erst das Wissen um den Unterschied zwischen den Umständen, auf die er Einfluss hat, und den Umständen, auf die er keinen Einfluss hat. Kultur ist in diesem Sinne und seither ein Differenzwissen, ein Wissen um Unterschiede, die die Lage des Menschen bestimmen und die bewusst zu halten sind, wenn sich der Mensch seiner Lage vergewissern will“ (Meyers großes Taschenexikon, Band 12, Seite 232 ff.).

Der heutige Kulturbegriff hat sich in Gegensatz zu dem Vorgenannten verändert, so dass dieser vermutlich erst in der Moderne entstanden ist. Aufgrund dessen kann Kultur durch

„die Veränderung der Natur durch den Gebrauch von Werkzeugen und die Gesamtheit der Lebensformen einer menschlichen Gruppe....“ erklärt werden. „...In der Vorgeschichte werden die einzelnen Perioden nach Material und Form der Werkzeuge als verschiedene Kulturen oder Kulturkreise unterschieden. Mit der Entwicklung der Hochkulturen verschiebt sich der Sinn des Kulturbegriffs und dehnt sich auf das Ganze der sozialen Einrichtungen, Gebräuche und Lebensordnungen aus“ (Grosses Handlexikon, 1979, Seite 609).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Konzept der interkulturellen Erziehung und Transkulturalität ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur transkulturellen Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund.

2. Von der Migration zum transkulturellen Verständnis: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Migration, den Kulturbegriff sowie die Unterschiede zwischen Multikulturalität, Interkulturalität und Transkulturalität.

3. Eine empirische Erhebung zur transkulturellen Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Durchführung und die detaillierte Auswertung der problemzentrierten Interviews zur Identitätsbildung.

4. Der Zusammenhang von ökonomischer Situation, Herkunft und Familie in seiner Bedeutung für transkulturelle Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund: Das Kapitel verknüpft die Ergebnisse der empirischen Untersuchung und diskutiert die gefundenen Kontexte im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Identitätsbildung.

5. Ausblick: Der Ausblick reflektiert die zukünftige Bedeutung transkultureller Überzeugungen für pädagogische Handlungsfelder und Multiplikatoren.

Schlüsselwörter

Migration, Transkulturalität, Interkulturalität, Multikulturalität, Identitätsbildung, Migrationshintergrund, Erziehungswissenschaft, problemzentriertes Interview, Sozialisation, Herkunft, Heimat, Familie, ökonomische Situation, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der transkulturellen Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund und untersucht, wie verschiedene Lebenskontexte diese beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Migration, verschiedene Kulturverständnisse (Multikultur, Interkultur, Transkultur), der Einfluss der Herkunftsfamilie, ökonomische Bedingungen und der Prozess der Identitätsbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es herauszufinden, ob Studierende mit Migrationshintergrund eine transkulturelle Identität bilden und inwieweit bestimmte Kontexte wie Herkunft, Familie und ökonomische Situation dabei förderlich oder hinderlich wirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde ein qualitatives Vorgehen gewählt, basierend auf dem „problemzentrierten Interview“ nach Andreas Witzel, um subjektive Orientierungs- und Handlungsmuster zu erfassen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe und eine empirische Erhebung, in der die Interviews ausgewertet und in Kategorien wie Herkunft, Heimat, Familie und ökonomische Situation systematisiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind Transkulturalität, Identitätsbildung, Migrationshintergrund, Interkulturelle Erziehung und qualitative Sozialforschung.

Wie definiert die Autorin den Begriff „Heimat“ in Bezug auf die Befragten?

Heimat wird oft als individuelles Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und Vertrautheit definiert, das unabhängig von einem festen geographischen Ort ist und stark mit Bezugspersonen wie Familie und Freunden verknüpft wird.

Welche Rolle spielt die Familie bei der Identitätsbildung laut den Befragten?

Die Familie hat einen sehr starken Einfluss, der oft als positiv wahrgenommen wird, aber bei traditionell geprägten Familienstrukturen auch als einschränkend oder bevormundend erlebt werden kann, was wiederum den Prozess der autonomen Identitätsbildung beeinflusst.

Ende der Leseprobe aus 111 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Zusammenhang von ökonomischer Situation, Herkunft und Familie in seiner Bedeutung für eine transkulturelle Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Insitut für Didaktik der Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Migration (interkulturell, multikulturell, transkulturell)
Note
1,0
Autor
Martina Szonn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
111
Katalognummer
V23864
ISBN (eBook)
9783638268882
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zusammenhang Situation Herkunft Familie Bedeutung Identitätsbildung Studierenden Migrationshintergrund Migration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martina Szonn (Autor:in), 2003, Der Zusammenhang von ökonomischer Situation, Herkunft und Familie in seiner Bedeutung für eine transkulturelle Identitätsbildung bei Studierenden mit Migrationshintergrund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23864
Blick ins Buch
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