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Theorien der Kriminalität

Titre: Theorien der Kriminalität

Dossier / Travail de Séminaire , 2002 , 30 Pages , Note: 2

Autor:in: Juliane Polenthon (Auteur)

Sociologie - Droit et Délinquance
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Bei Kriminalität handelt es sich um einen Bereich, der eine Spannweite von Ladendiebstahl bis zu Massenmord umfaßt und daher nicht in eine Erklärung gegossen werden kann. Jede Theorie versucht also nur, bestimmte Arten von Devianz zu erklären, und keine vermag selbst das ohne Widersprüche. Kriminelles bzw. delinquentes Verhalten ist jenes abweichende Verhalten, das gegen Gesetze verstößt und mit strafrechtlicher Verfolgung bedroht ist - nicht mehr und nicht weniger. Das verbindet die verschiedenen Arten von Kriminalität und das relativiert sie wiederum, da bestimmte Verhaltensweisen in verschiedenen Gesellschaften, Kulturen und Epochen unterschiedlich bewertet werden (hier als abweichend, dort als normal). Es ist also eine Frage der Zuschreibung, was als delinquent qualifiziert wird und nicht abhängig von einer höheren Moral, Gut und Böse usw. .

Ich möchte in meiner Arbeit einige Theorien herausgreifen, die helfen, das Entstehen von Kriminalität zu erklären. Diese Theorien sind vorwiegend soziologische, obwohl es eine Reihe von biologischen, die hier ausgeklammert werden sollen, und psychologischen Erklärungsansätzen gibt, die, um die Thematik abzurunden, am Anfang der Arbeit besprochen werden. Jene Theorien neigen dazu, kriminelles Verhalten eines Täters als konstante, umweltunabhängige und genetische Merkmale seiner Persönlichkeit zu deuten und fragen nicht oder zu wenig nach den Umweltbedingungen und gesellschaftlichen Einflüssen, denen der einzelne ausgesetzt ist. Sie sind natürlich unerläßlich, z.B. Verhaltensweisen geistig abnormer Rechtsbrecher zu erklären, jedoch interessieren uns weniger einzelne "pathologische" Persönlichkeiten, vielmehr wollen wir das Entstehen von Delinquenz aufgrund gesellschaftlicher Faktoren wie Sozialisation, Schichtzugehörigkeit oder Geschlecht untersuchen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Begriff der Theorie

III. Psychologische Theorien

1. Die Psychoanalyse

1.1 Sigmund Freund (um 1900)

1.2 Alexander und Staub

2. Kontrolltheorien (auch Halt- und Bindungstheorien genannt)

2.1 Theorie

2.2 Kritik

IV. Soziologische Theorien zur Erklärung von Kriminalität

1. Anomie

1.1 Theorie

1.2 Kritik

2. Lerntheorien

2.1 Theorie der differentiellen Assoziation

2.2 Theorie der differentiellen Identifikation

2.3 Gelegenheit und Kriminalität

2.4 Eysencks Kriminalitätstheorie

3. Aggressionstheorien

3.1 Sündenbocktheorie

2.4. Der labeling approach

V. Empirische Wirklichkeit und Anwendbarkeit

1. Bedeutung von Kriminalitätsstatistiken und deren Verzerrung durch Selektionsprozesse

2. Geschlecht und Kriminalität

VI. Integrationsmodell der Kriminalitätstheorien

1. Diskussionsstand

1.1 Theorienmodell mittlerer Reichweite

2. Einzelne Integrationskonzepte

2.1 Albert K. Cohen

2.2 Richard Quinney

2.3 Edwin M. Schur

2.4 Werner Rüther

2.5 Theorie der unterschiedlichen Sozialisation

VII. Wertung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen fundierten Überblick über soziologische und psychologische Kriminalitätstheorien zu geben, deren Aussagen kritisch zu hinterfragen und die Möglichkeiten sowie Grenzen einer theoretischen Integration dieser Ansätze zu analysieren.

  • Analyse psychologischer Ansätze wie Psychoanalyse und Kontrolltheorien.
  • Untersuchung soziologischer Theorien einschließlich Anomie, Lerntheorien und Etikettierungsansätzen.
  • Diskussion der empirischen Validität durch Kriminalitätsstatistiken und geschlechtsspezifische Unterschiede.
  • Kritische Bewertung von Versuchen, ein umfassendes Integrationsmodell der Kriminalitätstheorien zu schaffen.

Auszug aus dem Buch

2.4 Der labeling approach

Dieser Ansatz, den man im Deutschen Etikettierungstheorie nennt, steht als Überbegriff für eine Reihe von Theorien, die eines gemeinsam haben. Sie gehen davon aus, daß soziale Kontrolle Devianz verursacht und nicht umgekehrt. Es wird davon ausgegangen, daß Devianz erst definiert werden muß, und es wird gefragt, wer die Macht hat dies zu tun, also wer die Definitionsmacht darstellt.

Ausgangspunkt der Etikettierungstheorie sind die Ausführungen von Tannenbaum. Er erläutert, daß der Prozeß des Kriminalisierens ein solcher des Kategorisierens, Definierens, Identifizierens, Trennens, Beschreibens, Betonens, Bewußtmachens und Selbstbewußtwerdens ist. Die Person wird also zu dem Gegenstand, als welcher sie beschrieben ist, sie bekommt ein Etikett. (Kürzinger, 1996:128 aE ) Nicht die Tatsache, daß gegen eine von Normen verbotene Handlung verstoßen wurde, ist entscheidend für Abweichung und Kriminalität des Einzelnen, sondern es ist gerade die Reaktion der Gesellschaft, die bestimmt, ob etwas kriminell ist, oder nicht. (Kürzinger, 1996:131) Devianz ist demnach kein Verhalten, sondern ein Interaktionsprozeß zwischen Devianten und Nicht Devianten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Fokuswechsel der Arbeit hin zu einer Auswahl theoretischer Ansätze und betont die Unmöglichkeit einer vollständigen Abdeckung der komplexen Thematik.

II. Begriff der Theorie: Dieses Kapitel definiert den wissenschaftlichen Begriff der Theorie als Erklärungssystem und grenzt das Verständnis von Kriminalitätstheorien innerhalb der Kriminologie ab.

III. Psychologische Theorien: Es werden psychologische Erklärungsmodelle wie die Psychoanalyse und die Kontrolltheorien dargestellt, die kriminelles Verhalten primär als Ausdruck individueller oder entwicklungsbedingter Defizite interpretieren.

IV. Soziologische Theorien zur Erklärung von Kriminalität: Dieses Kapitel umfasst zentrale soziologische Strömungen wie die Anomie-Theorie, Lerntheorien und Aggressionstheorien, die gesellschaftliche Faktoren in den Mittelpunkt der Delinquenzursachen stellen.

V. Empirische Wirklichkeit und Anwendbarkeit: Ein Exkurs, der die Verzerrungen durch Kriminalitätsstatistiken aufzeigt und den Einfluss geschlechtsspezifischer Sozialisation auf Delinquenzraten und deren Wahrnehmung diskutiert.

VI. Integrationsmodell der Kriminalitätstheorien: Hier werden Versuche diskutiert, ätiologische und definitorische Ansätze durch verschiedene Konzepte (z. B. Cohen, Quinney) in ein umfassendes, theoretisches Gesamtmodell zu überführen.

VII. Wertung: Abschließend wird kritisch reflektiert, dass eine vollständige theoretische Integration aufgrund des Ausschließlichkeitsanspruchs der Einzeltheorien und der Komplexität der Wirklichkeit derzeit kaum realisierbar ist.

Schlüsselwörter

Kriminalität, Kriminalitätstheorien, Soziologie, Psychologie, Psychoanalyse, Kontrolltheorien, Anomie, Lerntheorien, Labeling Approach, Etikettierungstheorie, Delinquenz, soziale Kontrolle, Kriminalstatistik, Integration, Sozialisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht verschiedene soziologische und psychologische Theorien, die das Entstehen von Kriminalität erklären sollen, und setzt sich mit der Frage auseinander, wie diese Theorien zueinander stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt sowohl psychologische Erklärungsmodelle (Psychoanalyse, Kontrolltheorien) als auch soziologische Perspektiven (Anomie, Lerntheorien, Etikettierungstheorie) ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand der Kriminalitätstheorien zu bieten und kritisch zu prüfen, ob und wie diese Theorien zu einem integrativen Gesamtmodell verbunden werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der bestehende kriminologische Theorien und deren kritische Fachdiskussionen zusammengeführt und bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung der psychologischen und soziologischen Ansätze sowie deren kritische Auseinandersetzung und einen anschließenden Abschnitt über Integrationsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kriminalitätstheorien, Etikettierungstheorie (Labeling Approach), Anomie, soziale Kontrolle und die theoretische Integration der Kriminologie.

Inwiefern beeinflussen soziale Strukturen laut Merton die Kriminalität?

Merton argumentiert, dass eine Diskrepanz zwischen kulturell vorgegebenen Zielen und dem Zugang zu legitimen Mitteln in Industriegesellschaften einen Druck zur Abweichung erzeugt, der besonders auf niedrigeren Schichten lastet.

Warum schätzt die Autorin eine vollständige Integration als schwierig ein?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der starke Ausschließlichkeitsanspruch der verschiedenen Theorien und deren unterschiedliche fachliche Perspektiven eine widerspruchsfreie Zusammenführung erschweren.

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Résumé des informations

Titre
Theorien der Kriminalität
Université
University of Bonn  (Soziologisches Seminar)
Cours
Hauptseminar: 'Soziologische Theorien'
Note
2
Auteur
Juliane Polenthon (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
30
N° de catalogue
V23867
ISBN (ebook)
9783638268912
Langue
allemand
mots-clé
Theorien Kriminalität Hauptseminar Theorien“
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Citation du texte
Juliane Polenthon (Auteur), 2002, Theorien der Kriminalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23867
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Extrait de  30  pages
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