Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: „Der aktuelle Sozialmarkt“ 3
Leitfrage : „Wirtschaftlich denken - sozial handeln.
Lohnt sich der Weg in die Selbständigkeit ?“
2. Existenzgründung:
2.1 allgemeine Voraussetzungen. 4
2.2 Idee - Konzeption - Businessplan. 5
2.3 Rechtsformen. 7
2.4 Marktorientierung - Felder der Selbständigkeit. 9
2.5 Kapitaleinsatz - Finanzierung - Fördermittel. 11
2.6 Versicherungen. 14
3. Klient, der Kunde sozialer Dienstleistungen
3.1 Bedürfnisse - Nachfrage - Qualität der Leistung. 14
3.2 Marketing. 16
4. Leistungsgerechte Entgelte, Verdienstmöglichkeiten. 16
5. Schlußbetrachtung. 18
6. Literaturverzeichnis. 20
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1. Einleitung: „Der aktuelle Sozialmarkt“
Wie nie zuvor steht die Soziale Politik und die Soziale Arbeit heute vor erheblichen Umbrüchen und Einschränkungen. Immer drastischer werden die traditionellen Felder sozialer Arbeit, wie z.B. Jugendhilfe, Sozialhilfe, Gesundheitshilfe, von Leistungseinschränkungen, dem Abbau von sozialen Dienstleistungen und der Flexibilisierung von Arbeitsverhältnissen betroffen. Deutlich wird auch, dass mit dieser Entwicklung eine wachsende Nachfrage nach personenbezogenen Dienstleistungen, Individualisierung und der Formulierung von ökologischen und sozialen Leitlinien einhergeht. Wie weit und wie tiefgreifend dieser Umstrukturierungsprozesses Veränderungen herbeiführt, kann derzeit allerdings nur Ansatzweise nachvollzogen werden, da wir erst am Anfang dieses neuen Zeitabschnittes stehen. Für Sozialarbeiter / - innen und Sozialpädagogen / - innen, bedeutet die Entwicklung jedoch schon jetzt eine grundlegende Herausforderung, auf die sich ändernden Bedingungen innovativ zu reagieren, denn es sind gerade die Schlüsselberufe der Sozialen Arbeit, denen als Bindeglied zwischen Gesellschaft und Menschen in Problemlagen eine besondere Bedeutung zukommt. So erschließt zum Einen die wachsende Nachfrage nach personenorientierten und klientenzentrieten Humandienstleistungen Sozialpädagogen /- innen und Sozialarbeiter / - innen durchaus erweiterte und neue Handlungsfelder, denn die sozialen Defizite der Gesellschaft sind zugleich auch die Handlungsgrundlagen der Sozialarbeit. Zum Anderen wachsen durch die zunehmende Arbeitslosigkeit und demographischer Entwicklungen auch die staatlichen Ausgaben für soziale und gesundheitliche Leistungen (Arbeitslosengeld / hilfe, Sozialhilfe, Rentenleistungen, Krankenkassenleistungen), obwohl der Staat bemüht ist die Allgemeinkosten zu senken, um die Konkurrenzfähigkeit im Zeichen der Globalisierung zu erhalten.
Die Folge ist: Der einzelne Mensch erhält weniger staatliche Hilfen, die Gesellschaft spaltet sich weiter auf, Armut nimmt zu, während die Soziale Arbeit immer weniger materielle Hilfen vermitteln kann und ihre Aufgaben verändert. Es entstehen einerseits neue Arbeitsfelder im personenbezogenen Dienstleistungsbereich, anderseits entwickelt sich die öffentlich finanzierte Soziale Arbeit zunehmend zum symbolischen Einsatz. Materielle Hilfen werden geringer, Arbeitsplätze bleiben aus und die in der Sozialen Arbeit Beschäftigten sind in ihrer Rolle ähnlich betroffen wie ihr Klientel.
In diesem Kontext gibt Dr. Willi Oberlander, vom Institut für Freie Berufe an der Universität Erlangen- Nürnberg zu bedenken, dass abhängige beschäftigte Sozialarbeiter / - innen und Sozialpädagogen / - innen mit fortschreitend - wachsenden Problemen und Arbeitsdruck, bei anhaltend unangemessener Entlohnung und unsicherer Beschäftigungssituation, zu kämpfen haben. Desweiteren zeigten Arbeitsmarktdaten eine Abnahme von Stellenangeboten für Sozialarbeiter / - innen, weshalb eine wachsende Selbständigkeit im Feld der Soziale n Arbeit zu beobachten sei. Eine extakte Bestimmung der Zahl selbständiger professioneller Sozialarbeiter / - innen sei derzeit jedoch nicht möglich. Auch wären geschätzte 5 Prozent an Selbständigen im Vergleich zur Gesamtheit der Berufsausübenden nicht sehr groß, trotzdem würden hohe Zuwachsraten mit derzeit 1000 Sozialarbeiter / - innen pro Jahr auf diesem Sektor festgestellt. > vgl. Willi Oberlander, Sozialextra, Info Nr.06/2001, IFB Nürnberg <
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Interessant auch Oberlanders Veröffentlichung im Social Management Juni 1999, wonach auf dem Arbeitsmarkt für Akademiker, insbesondere in Sozial- und Erziehungswissenschaften noch in der Mitte der 80er Jahre rund 90 Prozent der Absolventen den Weg in den öffentlichen Dienst nahmen. Bereits im Jahr 1997 konnten dagegen nur noch 12 Prozent der Berufszugänger aufgenommen werden. So sind in den letzten Jahren zu den traditionellen Tätigkeitsfeldern vor allem Gebiete der außerinstitutionellen Sozialen Arbeit, wie z. B. Migrationssozialarbeit, Selbsthilfegruppen, allgemeine Aufgaben der psychosozialen Versorgung u.a., hinzugewachsen. > vgl. Willi Oberlander, Social Management 6/99, Neue Wege gesucht, IFB Nürnberg < Erkennbar ist, dass das ständige Drehen an der Kostenschraube des Sozialstaates durchaus einen politökonomischen Inhalt und Zweck involviert, dessen Auswirkungen letztendlich unter dem Begriff „Sozialmarkt“ subsumiert werden können. Doch was sind die Kennzeichen des Sozialmarktes ?
Eine Frage, die mit herkömmlichem Denken über einen Markt nicht beantwortet werden kann, denn die wesentlichen Punkte die einen Markt normalerweise kennzeichnen, sind im Sozialbereich nicht gegeben. Kunden sind nicht gleichzusetzen mit Klienten, denn bei den Klienten fehlt meistens die Kaufkraft. Weshalb für Existenzgründer / - innen im Bereich der Sozialen Arbeit als Kunden, wohl hauptsächlich die herkömmlichen öffentlichen Träger in Frage kommen. Somit kann natürlich keine echte Kundenorientierung im Sinne der Einheit von Zahler und Nutzer hergestellt werden.
Trotzdem ist marktwirtschaftliches Denken notwendig, um als selbständiger Dienstleistungsanbieter auf dem Sozialmarkt an Aufträge öffentlicher Träger zu kommen. Die Überlegungen, bin ich flexibel genug in der Übernahme von sozialen Dienstleistungen, kann ich mein Angebot so strukturieren, dass es durch seine Wirtschaftlichkeit überzeugt und auf dem Sozialmarkt nachgefragt wird, werden zum Gebot der Stunde.
Vor diesem Hintergrund wird immer öfter, die sich durchsetzende „Marktorientierung“ in der Sozialen Arbeit spürbar, welche die Bedeutung der Selbständigkeit für Professionelle zusehends stärkt und zu der Überlegung führt:
> vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, 17. überarbeitete Auflage, April 2002 <
Dass der Gründungswillige auch fachliche Voraussetzungen erfüllen muß, liegt auf der Hand. Zu klären ist, welche Abschlüsse, Zeugnisse oder sonstige Nachweise sind für die Ausübung der geplanten Tätigkeit erforderlich. Wenn schon bei Beginn der Gründung festgestellt wird, dass Weiterbildungsbedarf besteht, sollte die Vorbereitungsphase für entsprechende Maßnahmen genutzt werden. Auch sind Branchenerfahrung, mehrjährige Führungserfahrung, sowie fundierte kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse Garanten für eine erfolgreiche Gründung. > vgl. Rothfischer Oberlander, (2000, S.78) <
Ein schlüssiges, aussagefähiges Konzept ist die Basis für jedes erfolgreiche Unternehmen. Hier wird festgelegt, wie die Idee erfolgreich in die Tat umgesetzt werden kann. Grund-
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sätzlich gilt: Je durchdachter und detaillierter das Konzept, desto größer die Chance, dass das Vorhaben zum gewünschten Erfolg führt. Welche Überzeugungskraft von der Konzeption des Gründungswilligen ausgeht, wird spätestens dann deutlich, wenn es zur Einsicht und Bewertung zwecks Kreditgewährung bei der Bank oder bei der Beantragung Fördermitteln vorgelegt wird. Weiterhin ist das Unternehmenskonzept auch ein wesentlicher Bestandteil in puncto Existenzgründungsberatung und sollte sich an den nachfolgend, aufgeführten Inhalten orientieren, die für eine Bewertung des Gründungsvorhabens unerlässlich sind. > vgl. Rothfischer Oberlander, (2000, S.81,82,89) <
Arbeit zitieren:
Frank Kotterer, 2002, Selbständigkeit / Existenzgründung als Sozialpädagoge, München, GRIN Verlag GmbH
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