Inhaltsverzeichnis
1. Vorraussetzungen für die Theory of mind S 3
1.1 Das Verstehen des Säuglings seiner Selbst S 3
1.2 Das Verstehen des Säuglings anderer Personen S 4
a) Protokonversation S 4
b) Nachahmung von Gestik und Mimik S 5
1.3 Das Verstehen des Säuglings von Dingen S 5
1.4 Das Selbst wird intentional S 6
1.5 Das Lernen selbstbezogener Dinge S 7
1.5.1 Experiment S 7
2. Bildung der Theory of mind S 8
2.1 Definition S 8
2.2 Der False-Beliefe- Test S 9
2.3 Entwicklungsbefunde der Theory of mind S 10
3. Exkurs S 11
3.1 Hat ein Schimpanse eine Theory of mind S 11
4. Literaturverzeichnis S 14
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1. Vorraussetzungen für die Entwicklung der Theory of mind
In vielen Versuchen und Vergleichen zwischen menschlichen und nicht menschlichen Primaten kamen verschiedene Wissenschaftler immer wieder zu dem Ergebnis, dass Affen sich durch Emulationslerne n (sie schauen nicht wie etwas gemacht wird, sondern nur nach dem Ergebnis) weiterentwickeln, wogegen beim Menschen das Imitationslernen vorherrscht. Zudem ist es eine spezifische menschliche kognitive Fähigkeit, die Artgenossen als intentionale Wesen zu s ehen. Diese kognitive Kompetenz besitzt der Mensch jedoch nicht von Geburt an, sondern entwickelt sich erst und tritt im Alter von etwa neun Monaten erstmals auf. Richtig zum Ausdruck bringen können sie dies jedoch erst, wenn sie vor allem die Sprache aktiv gebrauchen können.
Beginnen wir jedoch von vorn:
Da Säuglinge nahezu hilflose Wesen sind, ging bereits William James 1890 davon aus,
„dass die Erfahrungswelt des Säuglings ein Wirbelndes
brausendes Durcheinander sei.“ 1
In den letzten drei Jahrzehnten wurden an Säuglingen jedoch kognitive Kompetenzen festgestellt, die sehr wohl vorhanden sind, wenn sie auch noch nicht zum Ausdruck gebracht werden können:
• Das Verstehen des Säuglings seiner selbst
• Das Verstehen des Säuglings anderer Personen
• Das Verstehen des Säuglings von Dingen
1 Tomasello S.72
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1.1 Das Verstehen des Säuglings seiner selbst
Es gibt leider nur sehr wenige Untersuchungen, die sich mit dem Verständnis des Säuglings als sozialer Akteur beschäftigen, was wohl daran liegen mag, dass man sich über das soziale Selbst im Säuglingsalter nicht im Klaren ist.
Trotzdem fand man heraus, dass Säuglinge viel über ihre Möglichkeiten und Einschränkungen in bestimmten Situationen erfahren, wenn sie mit ihrer Umwelt agieren, z.B. wie weit kann ich mich vorbeugen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren? Ebenso wird ihr Wahrnehmungshorizont erweitert, wenn Kleinkinder ihren eigenen Körper erkunden, da diese keinen bisher gemachten Erfahrungen gleicht.
1.2 Das Verstehen des Säuglings anderer Personen
Nicht viel mehr Untersuchungen gibt es zum Verstehen des Säuglings anderer Personen. Doch so fand z.B. Fantz 1963 heraus, dass Babys schon extrem früh sehr soziale Wesen sind, so können sie bereits nach wenigen Lebensstunden Zeichnungen menschlicher Gesichter von anderen Mustern unterscheiden. Legerstee machte 1991 die Erfahrung, dass Säuglinge in der Lage sind, Menschen von Gegenständen zu unterscheiden, auch wenn sich die Person nicht bewegt und sie kennen die Stimme der Mutter bereits als Ungeborene.
Soweit entspricht das dem allgemeinen Primatenmuster; zwei soziale Verhaltensweisen jedoch unterscheiden den Menschen von den restlichen Primaten.
a.) Protokonversation Recht bald nach ihrer Geburt nehmen Säuglinge an Protokonversation mit ihren Bezugspersonen teil, Trevarthen deutlich machte. Protokonversationen sind soziale Interaktionen, bei denen das Kind und ein Elternteil ihre Aufmerksamkeit aufeinander richten; oft, indem sie sich einander anschauen und berühren. (z.B. Stillen)
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Allerdings gehen hier die Meinungen der Wissenschaftler auseinander, so behauptet Trevarthen, dass diese Interaktionen intersubjektiver natur seien. Dies kann jedoch nicht sein, da ein Kleinkind erst im Alter von annähernd neun Monaten andere als Subjekte von Erfahrungen verstehen, so Tomasello’s Meinung.
b.) Nachahmung von Gestik und Mimik Die zweite soziale Verhaltensweise ist das Nachahmen hauptsächlich bestimmter Kopf- und Mundbewegungen (z.B. das Herausstrecken der Zunge). Säuglinge wissen bereits, wie man diese Bewegung macht, die Häufigkeit hängt jedoch vom gegebenen Reiz ab. Metzloff und Moore gehen sogar soweit zu sagen, dass der Säugling diese Bewegung nicht nur imitiert, sondern sich sogar mit seinen Artgenossen „identifizieren“ 2 möchte.
1.3 Das Verstehen des Säuglings von Dingen
Mit diesem dritten Teil beschäftigte sich Piaget sehr intensiv und legte folgende Theorie der Kognition des Kleinkindes vor:
- mit etwa vier Monaten greifen Babys nach Gegenständen
- mit etwa acht Monaten suchen sie nach verschwundenen Gegenständen und räumen Hindernisse aus dem Weg, um ihr Ziel zu erreichen
- mit 12-18 Monaten können sie sichtbare und unsichtbare Ortsveränderungen von Gegenständen folgen und z.T. räumliche, kausale und zeitliche Beziehungen zwischen den Dingen verstehen.
2 Tomasello
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Arbeit zitieren:
Heike Doll, 2004, Theory of mind, München, GRIN Verlag GmbH
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