Inhalt
Einf ührung und Forschungsfrage. 4
Forschungsstand 5
Die gesetzlichen Grundlagen der Parteien- und
Wahlkampffinanzierung 6
Spendenlimits und Spendenverbote 6
Soft Money und independent Expenditures in den USA 7
Öffentliche Finanzierung und Ausgabenbeschränkung 7
Indirekte öffentliche Subventionen und Steuervergünstigungen 9
Veröffentlichungspflicht 9
Empirische Befunde. 10
Die Wahlkampfbudgets in den USA. 10
Einnahmestrukturen der Kongresswahlen 2002. 11
Einnahmestrukturen der amerikanischen Präsidentschaftswahlen
2000 12
Einnahmestruktur der deutschen Parteien 14
Bewertung und Fazit. 16
Tabellenverzeichnis 21
Abbildungsverzeichnis 21
Literaturverzeichnis 21
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Einführung und Forschungsfrage
Dieser Kommentar zum Ausscheiden Paul Tsongas aus dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 1992 erscheint angesichts der heutigen Kosten demokratischer Wahlen durchaus nachvollziehbar: Im Jahr 2000 kostete dieser Wahlkampf über 3 Milliarden Dollar, für Kongresswahlen wurden schätzungsweise 1,7 Milliarden Do llar ausgegeben. Die Wahl des Deutschen Bundestages erforderte 330 Millionen DM. In Anbetracht solcher enormen Summen drängt sich die Frage auf, wer diese Kosten trägt. Woher stammen die finanziellen Mittel für immer teurer werdende Wahlkämpfe? Wird persönlicher Reichtum zum neuen Auswahlkriterium für die Kandidaten? Benötigt ein Amtsanwärter finanzkräftige Freunde? Wird er von reichen Spendern und deren Interessen abhängig?
In den Vereinigten Staaten sorgten solche Abhängigkeiten in regelmäßigen Abständen für Skandale. Im pluralistischen Finanzierungssystem kommt es trotz strenger Regulierungen immer wieder zu Verflechtungen von wirtschaftlichen und politischen Interessen. Ein amerikanischer Wahlkampf ohne Spenden wäre undenkbar, da die staatliche Wahlkampffinanzierung nur einen Bruchteil der anfallenden Kosten abdeckt und zudem noch auf die Präsidentschaftswahlen beschränkt ist. Für Kongresswahlen hingegen werden keine öffentlichen Mittel ausgeschüttet, sodass die Kandidaten ihre Wahlkampfgelder selbst aufbringen oder eintreiben müssen. Ausgabenlimits existieren ebenfalls nur für Präsidentschaftskandidaten, allen anderen stehen unbegrenzte Möglichkeiten offen - vorausgesetzt sie verfügen über einträgliche Geldquellen. In Deutschland dagegen findet man eines der großzügigsten Finanzierungssysteme der Welt. Im Gegensatz zur kandidatenzentrierten Wahlkampffinanzierung der USA muss hier von Parteienfinanzierung gesprochen werden. Niedrige Anspruchshürden, hohe Pauschalbeträge und Zuschüsse sichern den Parteien berechenbare, hohe Einkünfte, die einen beträchtlichen Teil ihrer Kosten decken. Doch auch eine solche staatliche Parteienfinanzierung, die zudem wegen der zu großen Abhä ngigkeit der Parteien vom Staat kritisiert wird, konnte bislang auch keine Spendenskandale wie das „System Kohl“ verhindern.
Die beiden unterschiedlichen Systeme vereint damit ein gemeinsames Problem, das trotz zahlreicher Reformen nicht beseitigt werden konnte: Korruption, Bestechung, schmutzige Gelder und schwarze Kassen. Diesseits und jenseits des Atlantiks wurden
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verschiedene Lösungen ausprobiert: In den USA sollten strenge Regulierungen Abhilfe schaffen, in Deutschland die staatliche Unterstützung. Auf bahnbrechende Erfolge wartet man in beiden Ländern vergeblich. Offenbar liefern ihre Strategien für sich allein gestellt keine Erfolge. Damit stellt sich die Frage, die dieser Arbeit zu Grunde liegt: Was können beide System voneinander lernen? Wo liegen die jeweiligen Stärken und Schwächen? Können le tztere durch „Erfolgsrezepte“ der Gegenseite ausgeglichen werden?
Um diese Fragen zu beantworten, werden zunächst aus institutioneller Sicht die Parteifinanzierungssysteme der beiden Länder beschrieben. Diesem rein deskriptiven Teil folgen empirische Befunde zur tatsächlichen Relevanz der einzelnen Komponenten. Die Zusammensetzung der amerikanischen Wahlkampfbudgets und die Einnahmequellen der deutschen Parteien werden analysiert, um dann abschließend Vor- und Nachteile, Ergänzungs- und Verbesserungsmöglichkeiten der beiden Modelle zu erörtern.
Diese Untersuchung beschränkt sich dabei auf amerikanische Bundeswahlen der letzten Wahlperiode. Die Wahlen innerhalb einzelner Bundesstaaten werden vernachlässigt, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Ebenso werden keine Ausgabenstrukturen, Wahlkampfüberschüsse/-defizite und Vermögensentwicklungen betrachtet, sondern lediglich die Einnahmenseite untersucht. Auf deutscher Seite wird die Parteienfinanzierung von 1998 durchleuchtet, da bislang noch keine Daten zum letzten Wahljahr verfügbar sind.
Forschungsstand
Die Forschung zur Parteien- und Wahlkampffinanzierung ist im Vergleich mit Bereichen wie Parteiensystemen, Wahlrecht u.a. sicherlich noch ein relativ neues Forschungsgebiet. Trotz lückenhafter Datenlage existieren allerdings bereits eine Reihe von Studien zu diesem Thema. Angefangen mit Alexander Heard(„The Costs of Democracy”), über Herbert E. Alexander, Paul S. Herrnson bis hin zu Karl-Heinz Nassmacher oder Christine Landfried seien hier nur einige Namen zu nennen. Unterschieden werden muss bei ihren Arbeiten in erster Linie zwischen einzelnen Länderstudien und vergleichenden Analysen sowie zwischen rechtswissenschaftlich-deskriptiven und empirisch-vergleichenden Darstellungen. Letztere sind in der Regel eher unterrepräsentiert, was sich wohl zum Teil auch mit der unvollständigen Datenlage begründen lässt. Auf eine Darlegung einzelner Ergebnisse dieser Untersuchungen möchte ich an dieser Stelle verzichten. Stattdessen werden im empirischen Teil dieser Ar-
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beit immer wieder Übereinstimmungen mit bzw. Widersprüche zu releva nten Studien aufgezeigt.
Die gesetzlichen Grundlagen der Parteien- und Wahlkampffinanzierung
Spendenlimits und Spendenverbote
Das Reglement in den USA beinhaltet sowohl qualitative(wer darf spenden) als auch quantitative(wie viel darf gespendet werden) Beschränkungen. In qualitativer Hinsicht sind Spenden von Unternehmen, Gewerkschaften, Nationalbanken, Ausländern ohne dauerhaften Wohnsitz in den USA(ohne Greencard) sowie Barspenden über $100 verboten. Zugelassene Spender unterliegen je nach Adressat unterschiedlichen Spendenlimitierungen. Diese sind in nachfolgender Tabelle dargestellt.
has been registered for at least 6 months and, with the exception of state party committees,
has made contributions to 5 or more candidates for federal office”(FEC).
In Deutschland sind laut § 25 des Parteiengesetzes keine Spenden von politischen Stiftungen, gemeinnützigen Organisationen, keine anonymen(über 500 €) oder über Berufsverbände kanalisierte Spenden zugelassen. Ebenso sind Zuwendungen verboten, die erkennbar in Erwartung eines wirtschaftlichen/politischen Vo rteils gegeben werden. Quantitative Spendenbegrenzungen hingegen fanden bislang keine Anwendung. Zugelassene Spender dürfen daher den Parteien oder Kandidaten Gelder in unbegrenzter Höhe zukommen lassen.
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Soft Money und independent Expenditures in den USA
Soft Money sind “funds raised and/or spent outside the limitations and prohibitions of the [FECA] that may be permissible under various state laws”(FEC 1999: 20). Diese “non-federal funds” sind von Parteikomitees einzelner Bundesstaaten erhaltene Mittel, die damit den Regulierungen des jeweiligen Staates unterliegen. Sie dürfen nicht in Verbindung mit Bundeswahlen verwendet werden. Solange die Parteien ihre Aktionen nicht mit dem jeweiligen Kandidaten bzw. seinem Komitee koordinieren sind sie an keinerlei Ausgabenbeschränkungen gebunden. Zudem dürfen Gruppen oder Einzelpersonen im Zusammenhang mit Bundeswahlen unbeschränkte „independent expenditures“ tätigen.
„An independent expenditure is an expenditure for a communication which ex-
pressly advocates the election or defeat of a clearly identified candidate but which
is made independently of any candidate's campaign.”(FEC)
Diese Ausgaben sind laut FEC unabhängig, wenn sie ohne Absprache, Zustimmung und nicht auf Vorschlag oder Bitte des Kandidaten stattfindet. Damit bieten sich für PACs, Unternehmer etc. unzählige Unterstützungsmöglichkeiten, welche im Grunde einer Spende gleichkommen. „For example, the views of a candidate could be attacked, but one could not explicitly say ‚vote against X’“(Nassmacher 2001: 37)
Öffentliche Finanzierung und Ausgabenbeschränkung
Die öffentliche Wahlkampffinanzierung der Vereinigten Staaten verbindet Unterstützung durch Mittel des öffentlichen Haushalts mit obligatorischen Ausgabenbegrenzungen für die unterstützten Kandidaten
Die Primary Matching Funds fördern eine breite Spend enbasis der Präsidentschafts-kandidaten: Wer in 20 Bundesstaaten jeweils mindestens $ 5.000 bestehend aus Einzelspenden kleiner als $ 250 einwirbt, erhält vom Staat die ersten $ 250 jeder Spende als Bonus. Außerdem müssen die Kandidaten einer bundesweiten Ausgabenbegrenzung, begrenzter Verwendung von eigenen Mitteln (max. $50.000) sowie Beschränkungen in den einzelnen Bundesstaaten(ein Sockelbetrag von $200.000 plus Zuschläge für die Anzahl der wahlberechtigten Bevölkerung) zustimmen. PAC-, Bar- und Sachspenden werden nicht vergütet
Die beiden Parteien erhalten außerdem Gelder zur Finanzierung der Presidential Nominating Convention. Demokraten und Republikaner erhielten 2000 jeweils $13,512 Mio. Unterstützende Dienstleistungen durch den jeweiligen Staat oder die
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Arbeit zitieren:
Isabella Holz, 2003, Parteienfinanzierung Deutschland / USA, München, GRIN Verlag GmbH
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