INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis I I
TabellenNNNNNNN und Abbildungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Die öffentliche Aufgabe der Presse 2
3. Konzentrationsmessung 4
3.1. Begriffe 4
3.2. Methoden und Instrumente 5
3.2.1. Konzentrationsraten 6
3.2.2. Konzentrationskurve 6
3.2.3. Lorenzkurve 7
3.2.4. Konzentrations-Indizes 7
3.3. Datenlage 8
4. Stand der Konzentration in Deutschland und den USA 10
4.1. Vorgehensweise 10
4.2. Publizistische Konzentration 11
4.2.1. Absolute publizistische Konzentration 11
4.2.2. Relative publizistische Konzentration 13
4.2.3. Lokalmonopole 17
4.3. Ökonomische Konzentration 19
4.3.1. Absolute ökonomische Konzentration 19
4.3.2. Relative ökonomische Konzentration 20
5. Konzentrationsursachen 24
5.1. Leserinteressen 24
5.2. Wünsche der Anzeigenkunden 25
5.3. Ökonomische Aspekte 26
5.3.1. Interdependenz von Anzeigen- und Lesermarkt 26
5.3.2. Hohe Fixkosten 27
5.3.3. Kostendruck 27
5.3.4. Zeitungsverlage als Wirtschaftsunternehmen 28
5.4. Steuerliche Gründe 29
6. Zusammenfassung 30
Quellenverzeichnis III
I
TABELLEN- UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Tabellen
Tab. 2: Tab. 3: Tab. 4: Tab. 5: stärksten Zeitungen abgedeckt wird 16 Tab. 6: Anzahl/Anteil der auflagenstärksten Zeitungen, die/der einen best. Prozentsatz der Gesamtauflage abdeckt 17 Tab. 7:
Tab. 8: Tab. 9: Tab. 10: Konzentrationsraten, Zeitungsgruppen als Merkmalsträger 23 Abbildungen
Abb. 1: Konzentrationskurven, Zeitungen als Merkmalsträger
Abb. 2: Konzentrationskurven, Zeitungsgruppen als Merkmals-Träger 22 Abb. 3: Konzentrationskurven, Zeitungsgruppen als Merkmals-
1. EINLEITUNG
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist ein Vergleich zwischen Deutschland und den USA hinsichtlich der Konzentration der Tagespresse.
Zunächst wird dabei kurz auf die öffentliche Aufgabe der Presse eingegangen, die das spezielle Interesse an Konzentrationsvorgängen im Bereich der Medien, insbesondere der Presse, begründet. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit grundsätzlichen Fragen der Konzentrationsmessung. Im Einzelnen geht es um die Begriffe, die bei einer Auseinandersetzung mit dem Thema Pressekonzentration zu unterscheiden sind; um die für Messungen zur Verfügung stehenden Methoden und Instrumente sowie um das in beiden Ländern über die Pressekonzentration verfügbare Datenmaterial. Anschließend erfolgt der eigentliche Vergleich zwischen deutschem und amerikanischem Zeitungsmarkt. Das fünfte Kapitel, das den Ursachen der Pressekonzentration gewidmet ist, schließt diese Arbeit ab.
Konzentrationsentwicklungen treten nicht nur im Bereich der Tagespresse auf, sondern sie sind kennzeichnend für die gesamte Medienindustrie. Die nationalen Märkte werden häufig dominiert von einer Hand voll großer Medienkonzerne, die typischerweise parallel in mehreren Medienbereichen und auch in medienfremden Branchen aktiv sind. In zunehmendem Maße sind diese Medienkonzerne auch international ausgerichtet.
Eine Untersuchung zur Konzentration im Bereich der Tagespresse kann nur einen sehr begrenzten Ausschnitt aus diesem Gesamtbild betrachten. Im Rahmen dieser Seminararbeit war jedoch die Fokussierung auf einen Teilbereich der Konzentrationsproblematik unumgänglich.
1
2. DIE ÖFFENTLICHE AUFGABE DER PRESSE
Der besonderen Bedeutung der Medien, insbesondere der Presse, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Deutschland wird im Grundgesetz durch die in Artikel 5,1 gewährten Garantien Rechnung getragen:
„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die P ressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. (Deutscher Bundestag 1991: 13)
Ähnliche Vorgaben enthält auch die amerikanische Verfassung in ihrem First Amendment:
“Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people peaceably to assemble, and to petition the government for a redress of grievances.” (Legal Information Institute, Cornell Law School 1993)
Beide Länder bekennen sich also in ihrer wichtigsten gesetzlichen Grundlage, auf der alle weiteren Gesetze beruhen, zur Meinungs- und Pressefreiheit.
Dabei ist nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichtes die Meinungsfreiheit das wichtigste Recht, das der deutsche Staat seinen Bürgern im Rahmen des Artikel 5, Grundgesetz einräumt. In dem von Noelle-Neumann, Schulz und Wilke herausgegebenen Nachschlagewerk „Publizistik. Massenkommunikation“ heißt es dazu, die Meinungsfreiheit sei eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt. Indem sie die für die Funktionsfähigkeit einer Demokratie lebensnotwendige freie Auseinandersetzung der Ideen und Interessen gewährleiste, sei die Meinungsfreiheit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung schlechthin konstituierend. (Noelle-Neumann/ Schulz/Wilke 1993: 171)
2
Die Pressefreiheit bzw. die Freiheit der Massenmedien kann als Ausfluss der Meinungsfreiheit betrachtet werden, denn bei ihrer Realisierung kommt den Medien, vor allem der Presse, eine zentrale Rolle zu:
„Wegen des in der Demokratie notwendigen Prozesses der Willensbildung vom Volk her zu den Staatsorganen und nicht in umgekehrter Richtung (BVerfG 20,
56) fällt der Presse die essentielle Aufgabe zu, als Motor die öffentliche Diskussion in Gang zu halten wie auch als Sprachrohr zu fungieren, durch das sich die öffentliche Meinung äußert.“ (Noelle-Neumann/Schulz/Wilke 1993:
172)
Hierin besteht demnach die öffentliche Aufgabe der Presse, die sie im Wesentlichen auf dreifache Weise erfüllt:
„Sie setzt zunächst den öffentlichen Kommunikations- und Meinungsbildungsprozeß in Gang, indem sie einen allgemeinen Meinungsmarkt herstellt. Die Presse leistet weiterhin einen Bildungsbeitrag im weitesten Sinn, der dem Leser die freie eigene Meinungsbildung durch Zustimmung oder Ablehnung erleichtert. Die Konstitution eines politischen Forums durch die Presse ermöglicht schließlich die Vorformung politischer Aussagen und die Kommunikation zwischen der Bevölkerung und ihren Repräsentanten.“(Noelle-Neumann/Schulz/Wilke 1993: 172)
Aus diesen wichtigen Funktionen der Presse lässt sich die Forderung nach publizistischer Vielfalt, nach einer Existenz von mehreren unterschiedlichen Nachrichten- und Meinungsträgern in einem Markt, ableiten. Dabei wird unterstellt, dass eine Vielzahl von miteinander im Wettbewerb stehenden Nachrichten- und Meinungsträgern auch eine Vielfalt von Nachrichten und Meinungen in der Presse und in der Bevölkerung sicherstellt. Auf diese Weise werde das Gebot der Meinungsfreiheit des Artikel 5, Grundgesetz erfüllt. Märkte, die durch hohe Konzentration oder Monopole gekennzeichnet sind, werden andererseits nicht für geeignet gehalten, um eine Meinungsfreiheit der Bevölkerung in ausreichendem Maße zu gewährleisten. Man geht davon aus, dass auf solchen Märkten kaum oder kein Wettbewerb von Nachrichten-und Meinungsträgern und somit auch von Nachrichten und Meinungen stattfindet. (Klaue/Knoche/Zerdick 1980: 99)
3
Die in diesem Abschnitt beschriebenen Zusammenhänge zwischen publizistischer Vielfalt und dem Recht auf Meinungsfreiheit gelten ebenso auch für die USA. Sie sind Ursache für das besondere Interesse von Wissenschaft, Politik, Medienwirtschaft und auch der Öffentlichkeit an Konzentrationsentwicklungen im Bereich der Presse.
3. KONZENTRATIONSMESSUNG
3.1. Begriffe
Eine Messung der Konzentration in einem Markt ist nicht möglich ohne vorher die inhaltliche Bedeutung des Begriffes festzulegen. Daher soll zunächst der Konzentrationsbegriff definiert werden.
Ganz allgemein wird unter Konzentration die „Ballung eines Merkmals in Bezug auf eine Gruppe von Merkmalsträgern“ (Paschen 1969, zit. nach Diederichs 1973: 13) verstanden. Diese Definition erlaubt es, Konzentration nicht nur als Zustand, sondern auch als Prozess zu betrachten.
Eine Zunahme der Konzentration von Märkten kann auf zweierlei Art und Weise erfolgen. Eine Möglichkeit besteht in der „Verringerung der Zahl der konkurrierenden Einheiten“ (Flögel 1971, zit. nach Diederichs 1973: 13). Dieses Ausscheiden von Unternehmen wird als absolute Konzentration bezeichnet. Demgegenüber steht die relative Konzentration, worunter die „Entstehung dominanter Strukturen für eine Gruppe durch Positionsverschiebungen“ (Flögel 1971, zit. nach Diederichs 1973: 13) verstanden wird. Absolute und relative Konzentration können sowohl gleichzeitig als auch unabhängig voneinander auftreten.
Bezogen auf den in dieser Arbeit interessierenden Bereich der Presse lassen sich darüber hinaus die Begriffe publizistische und ökonomische Konzentration unterscheiden. Ökonomische Konzentration bezieht sich dabei auf die Gesamtheit der wirtschaftlich eigenständigen Einheiten eines Marktes. Bei der
4
publizistischen Konzentration steht dagegen die redaktionelle Eigenständigkeit der Presseorgane im Vordergrund. Aufgrund der besonderen gesellschaftlichen Funktion, die die Presse erfüllt (siehe Abschnitt 2.), ist in der Diskussion um die fortschreitende Pressekonzentration vor allem die publizistische Konzentration von Interesse. Ihre Betrachtung allein reicht jedoch für die Beurteilung des Konzentrationszustandes eines Marktes nicht aus. Die Analyse der ökonomischen Konzentration ist dafür ebenso wichtig.
Insgesamt sind also im Bereich der Pressekonzentration vier Teilaspekte zu differenzieren, die durch jeweils unterschiedliche Kriterien bewertet werden. Für die Beurteilung der absoluten publizistischen Konzentration eines Marktes ist die Zahl der publizistisch eigenständigen Redaktionen entscheidend. (Knoche 1979: 291f.) Analog dazu wird die absolute ökonomische Konzentration mit der „...Zahl der am Markt vorhandenen rechtlich und/oder wirtschaftlich selbständigen Verlagsunternehmen...“ (Knoche 1979: 291) gemessen. Die relative publizistische bzw. ökonomische Konzentration ist dagegen anhand der Verteilung der Gesamtauflage, des Gesamtumsatzes etc. auf die im Markt befindlichen selbständigen Redaktionen bzw. Verlagsunternehmen zu beurteilen. (Knoche 1979: 291f.)
3.2. Methoden und Instrumente
In der Literatur zur Pressekonzentration finden sich verschiedene Methoden und Instrumente zur Konzentrationsmessung, die mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen behaftet sind. Einige dieser Möglichkeiten sollen in diesem Abschnitt kurz dargestellt werden. Für alle hier beschriebenen Instrumente gilt gleichermaßen, dass sie nur eine begrenzte Aussagekraft haben, sofern man sie isoliert anwendet. Erst ein Vergleich von Messwerten mindestens zweier relevanter Märkte und/oder Zeitpunkte lässt Aussagen über den Konzen-trationszustand eines Marktes zu.
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Quote paper:
Eva Siebert, 2003, Die Konzentration der Tagespresse in Deutschland und den USA: Ein Vergleich, Munich, GRIN Publishing GmbH
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