Gliederung
1. Kurzbeschreibung des TSD-Z 2
2. Was ist Kreativität? 2
3. Theoretische Grundüberlegung 3
3.1. Notwendigkeit und Nutzen von Kreativität 3
3.2. Diagnostischer Ansatz und Konzept 3
4. Anwendungsbereiche 4
5. Testdurchführung 5
6. Testauswertung 5
6.1. Die 14 Bewertungskategorien 5
6.2. Die Gesamtpunkte 7
6.3. Verlaufsbeobachtung und inhaltlich-quantitative Auswertung 7
7. Die Testform B 7
8. Vergleich Einordnung der Testergebnisse - 8
Norm - Vergleichswerte
9. Empirischer Teil 10
9.1. Die erste Studie 10
9.2. Normierungsuntersuchungen 10
9.3. Weitere Studien mit dem TSD-Z 12
10. Literaturverzeichnis 14
1. Kurzbeschreibung des TSD-Z
Der TSD-Z dient als Screening-Instrument. Er soll eine erste grobe Einschätzung des kreativen Potenzials des Probanden liefern. Also eine besonders ausgeprägte oder eine unterdurchschnittliche Veranlagung aufzeigen.
Ein entscheidendes Kriterium bei Tests ist dessen Ökonomie. Es war für Urban & Jellen sehr wichtig, dass der Test einfach durchzuführen ist und ebenso leicht auszuwerten. Die Durchführungsökonomie ist durch eine relativ geringe Durchführungszeit von 15 Minuten gewährleistet. Ebenso sollte er bei einem breiten Spektrum angewendet werden können. Ein weiterer wichtiger Vorteil dieses Testes ist, dass die Kulturfairness durch zeichnerische Produktion gewährleiste ist, was bei vielen verbalen Kreativitätstesten nicht gegeben ist. Ebenso trägt die zeichnerische Produktion dazu bei, dass er auch schon bei kleinen Kindern angewendet werden kann.
Der Hauptunterschied zu anderen ähnlichen Tests besteht darin, dass er nicht ausschließlich quantitativ misst, sondern auch auf qualitative Merkmale eingeht. Das bedeutet, dass nicht nur die Flüssigkeit der Ideen, die sog. fluency berücksichtigt wird. Außerdem spricht auch für den Test, dass er sowohl als Einzel- wie auch als Gruppentest eingesetzt werden kann.
Das zeichnerische Ergebnis wird am Ende anhand von 14 vorgegebenen Kategorien ausgewertet.
2. Was ist Kreativität?
Das Wort kommt aus dem Lateinischen von creare = schaffen, erschaffen und existiert in dieser Form schon sehr lange im deutschen Sprachgebrauch z.B. Schöpfertum. Heute hat der Begriff Kreativität eine etwas andere Bedeutung, die er von der Übertragung der englischen Wortes „creativty“ erhält. Er kennzeichnet die neuen Denkströme und Forschungsarbeiten in vielen Bereichen. Die neue Kreativitätsforschung entstand auch, weil man mit den Ergebnissen der damaligen Intelligenzforschung unzufrieden war. Sie entstand also aus einem aktuellen und ökonomischen Interesse heraus.
Kreativität ist grundsätzlich eine Fähigkeit, die als etwas positives angesehen wird. In der Literatur gibt es verschiedene kreativitätstheoretische Konzepte, die alle deutlich machen, dass Kreativität nicht nur einseitig unter dem kognitiven Aspekt gesehen werden darf. Sie muss ebenfalls unter dem persönlichkeitstheoretischen Aspekt betrachtet werden.
3. Theoretische Grundüberlegung
3.1. Notwendigkeit und Nutzen von Kreativität
Kreativität ist eine positive Fähigkeit und sollte daher auch gefördert werden. Sie hat nicht nur einen Nutzen für das einzelne Individuum zu Selbstwerdung, sondern sie hilft dem Einzelnen auch seine personelle und soziale Identität in der Gesellschaft zu finden. Außerdem hat Kreativität als Forschrittpotential auch eine allgemeingesellschaftliche Relevanz. Durch diese Funktionen von Kreativität, lassen sich einige Erziehungsvorstellungen ableiten, um Kreativität entsprechend zu fördern. Das sind z.B. die Spielfreude bzw. Neugierverhalten, Spontaneität, Risikobereitschaft, Bereitschaft sich mit seiner Umwelt auseinander zusetzen und offen zu sein für neue Erfahrungen, Nonkonformismus, Emotionale Stabilität und die Fähigkeit mit Frustration und Konflikten umzugehen.
3.2. Diagnostischer Ansatz und Konzept
Erste Ansätze kamen durch den Zusatztest zur Kreativität im Heidelberger Intelligenztest (HIT 1-2; Kratzmeier 1977), der aus zwei Teilen bestand. Dieser war jedoch sehr unzulänglich, da der Anwendungsbereich sehr eingeschränkt war. Wichtige Aspekte bei der Entwicklung des TSD-Z:
Da auch die Flexibilität ein Teil der Kreativität ist, werden bei dem TSD-Z bewusst nur wenige Fragmente vorgegeben und diese auch nur unvollständig und ungeordnet, damit ein Höchstmaß an Flexibilität gewährleistet wird.
Außerdem wurden Fragmente gewählt, die einen möglichst geringen prägformierenden Einfluss haben. Dem Probanden sollte eine möglichst freie Interpretation gewährleistet werden. Andererseits sollen die Vorgaben, bei Probanden, die weniger kreativ sind auch Stereotypen provozieren.
Ebenso wichtig, ist, dass der Test ausnahmslos Spaß macht und an Erwachsene auch noch ein ziemliche hohes Aufforderungspotential stellt.
Es werden die unterschiedlichsten geometrischen und auch nicht geometrische Fragmente kombiniert, z.B. Schlangenlinien, gerade Linien, unterbrochene Linien etc. Ein zusätzliches und äußerst wichtiges Element des Verfahrens stellt der quadratische Rahmen dar. Diese Begrenzung dient vor allem dazu, Informationen zu erhalten, in wie weit der Proband dazu bereit ist Risiko einzugehen und das erfolgt in der Begrenzungs- überschreitung.
4. Anwendungsbereiche
Der TSD-Z hat einen ziemlich breiten Einsatzbereich und er kann flächendeckend als Screening angewendet werden.
Er kann bereits ab der Vorschule eingesetzt werden. Allerdings sind niedrige Testergebnisse noch nicht so aussagekräftig, da die zeichnerische Produktion in diesem Alter noch stark von dem Kontext abhängt.
Ab dem ersten Schuljahr wird der Test in diesem Bereich aussagekräftiger und er wird angewendet um Förderungsmaßnahmen aufzuzeigen.
Auch zu Ermittlung und Überprüfung von Übungseffekten im kreativen Bereich kann der TSD-Z eingesetzt werden.
Im pädagogischen und psychologischen Bereich können mit seiner Hilfe schulische Schwierigkeiten erklärt werden.
Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich findet sich auch in Sonderschulen, denn da dient er zur Aufdeckung besonderer Potentiale, die sonst unter Umständen nie entdeckt würden. Auch im beruflichen Bereich wird er eingesetzt, zum Beispiel bei der Berufsberatung oder als Selektionsmittel bei Berufen mit besonders kreativen Ansprüchen.
Vereinzelt kann er auch in der klinisch-therapeutischen Praxis bei der Diagnostik hilfreich sein. In diesem Fall wird der Prozess des Zeichnens beobachtet und das Ergebnis von seinem inhaltlichen Aspekt her interpretiert.
Auch in der Forschung wird der Test eingesetzt (kindliche Entwicklung, differentielle und klinische Psychologie, Arbeits- und Pädagogische Psychologie).
Arbeit zitieren:
Sarah Masa, 2001, Der TSDZ zur Messung der Kreativität bei Kindern und Erwachsenen, München, GRIN Verlag GmbH
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