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Gewerkschaften und Verbände in der Globalisierung

Title: Gewerkschaften und Verbände in der Globalisierung

Seminar Paper , 2003 , 14 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Benjamin Siegert (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Es ist offensichtlich, dass sich Gewerkschaften und Verbände in der Bundesrepublik Deutschland aktuell in großen Schwierigkeiten befinden. Die Krise dieser intermediären Instanzen wird in den Medien nahezu täglich ausgerufen. Als Gründe lassen sich gravierende Strukturprobleme identifizieren. Betrachtet man die Entwicklung der Mitgliederzahlen in der Vergangenheit, wird deutlich, dass es keineswegs übertrieben ist, von einer Strukturkrise zu sprechen. Arbeitgeber- wie Arbeitnehmerverbände sind davon gleichermaßen betroffen. Beide Seiten haben bei ihren Mitgliedern zunehmend an Akzeptanz und damit auch an Einfluss verloren. Wenn man Einschätzungen von Verbands- und Gewerkschaftsfunktionären hört, wird meist ein sehr negatives Bild der derzeitigen Lage gezeichnet. Bei der Analyse der Probleme werden häufig monokausale Erklärungsversuche zu Rate gezogen. Erklärungen verstecken sich oftmals hinter dem schwer fassbaren Stichwort Globalisierung.

In der vorliegenden Arbeit sollen die Auswirkungen der Globalisierungsprozesse auf Gewerkschaften und Verbände differenziert betrachtet werden. Das heißt, es wird einerseits der Frage nachgegangen, inwieweit sich die Globalisierung für die beschriebene Strukturkrise verantwortlich zeigt, auf der anderen Seite wird auch analysiert werden, welche intern generierten Problemfaktoren zur heutigen Situation beigetragen haben. Sind also eher die externen Umwälzungsprozesse für die Krise verantwortlich oder sind die Probleme durch Fehler in der Binnenstruktur der Organisationen entstanden? Wie bedingen sie einander?

Im ersten Teil der Arbeit findet die Auseinandersetzung mit den exogenen Faktoren statt, während im zweiten auf die endogenen Faktoren eingegangen wird. Da man bereits vorwegnehmen kann, dass beide Dimensionen für die negative Entwicklung des Verbandswesens mit verantwortlich gemacht werden können, also eine alleinige Verantwortung der Globalisierungsprozesse eindeutig negiert werden kann, wird in diesem Zusammenhang auch die Frage Eingang finden, welche positiven Effekte und Chancen sich im Zuge der Globalisierung für die einzelnen Organisationen ergeben können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Exogene Faktoren der Verbandssystemkrise

2.1. Die Fragmentierung der Gewerkschaften und Verbände

2.2. Die Auflösung institutioneller Arrangements

2.3. Die Denationalisierung

3. Endogene Faktoren der Verbandssystemkrise

3.1. Positive/ negative Globalisten

3.2. Industrieverbände

3.3. Arbeitgeberverbände

3.4. Gewerkschaften

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Strukturkrise intermediärer Instanzen wie Gewerkschaften und Verbände in der Bundesrepublik Deutschland unter dem Einfluss der Globalisierung. Dabei wird analysiert, inwiefern externe Globalisierungsprozesse sowie intern generierte Faktoren zu dieser Krise beigetragen haben und ob sich daraus auch Chancen für eine notwendige Neuorientierung ergeben.

  • Analyse der Strukturkrise von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden
  • Untersuchung exogener Faktoren wie wirtschaftlicher Fragmentierung und Denationalisierung
  • Bewertung endogener Faktoren durch die Einteilung in positive und negative Globalisten
  • Vergleich der Reaktionsmuster von Industrieverbänden, Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften
  • Diskussion über die Handlungsfähigkeit intermediärer Instanzen im europäischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.1. Positive/ negative Globalisten

In diesem Teil der Arbeit geht es um die Analyse der Binnenstruktur des Verbandssystems. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Gewerkschaften und Verbände auf den fortschreitenden Globalisierungsprozess reagieren.

Welche Handlungsmuster sind erkennbar?

Welche Konsequenzen ziehen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände aus den unterschiedlichen Deutungen der Globalisierung?

Bei einer oberflächlichen Beantwortung dieser Fragen steht fest, dass sich die Globalisierung für eine Vielzahl der binnenverbandlichen Strukturprobleme verantwortlich zeigt. Es sind allerdings nicht nur die externen Umwälzungsprozesse selbst, die die Probleme verursachen, sondern auch die verschiedenen Deutungsmuster der Globalisierung und die daraus abgeleiteten Anpassungsreaktionen, welche hier ursächlich zum Tragen kommen. Die einzelnen Organisationen des Verbandswesens haben sich in zwei Lager gespalten, in ´positive-´ und ´negative Globalisten´, das heißt solche, die die Globalisierung als Chance- und jene, die sie als Bedrohung begreifen. Ausgehend von dieser Verortung entwickelten die Vertreter der jeweiligen Positionen ihre eigenen Konzepte und Strategien, wie auf die fortschreitende Globalisierung zu reagieren sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die wahrgenommene Strukturkrise deutscher Verbände und Gewerkschaften und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss externer Globalisierungsprozesse gegenüber internen Strukturproblemen.

2. Exogene Faktoren der Verbandssystemkrise: Dieses Kapitel analysiert äußere Einflüsse, insbesondere die sinkenden Mitgliederzahlen, die Auflösung etablierter institutioneller Kooperationen und die Herausforderungen durch die supranationale Verlagerung politischer Kompetenzen.

3. Endogene Faktoren der Verbandssystemkrise: Der Fokus liegt auf der Binnenstruktur der Verbände, wobei die Organisationen basierend auf ihren Deutungsmustern der Globalisierung als positive oder negative Globalisten charakterisiert werden.

4. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass die Strukturkrise ein Zusammenspiel exogener und endogener Faktoren ist und betont die weiterhin wichtige, aber anpassungsbedürftige Rolle der intermediären Instanzen im politischen System.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Strukturkrise, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Verbände, Intermediäre Instanzen, Bundesrepublik Deutschland, Industrieverbände, Interessensvertretung, Standortwettbewerb, Positive Globalisten, Negative Globalisten, Europäischer Gewerkschaftsbund, Interessenvermittlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die aktuelle Strukturkrise der intermediären Instanzen, also der Gewerkschaften und Verbände, in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund der Globalisierung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören der Mitgliederschwund, die Erosion institutioneller Arrangements, die Rolle global agierender Unternehmen sowie die unterschiedlichen Strategien von Verbänden gegenüber dem Globalisierungsprozess.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob die Krise hauptsächlich durch externe Globalisierungsprozesse oder durch interne strukturelle Fehlentwicklungen bedingt ist und wie sich beide Dimensionen gegenseitig beeinflussen.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Es erfolgt eine differenzierte Analyse der exogenen Faktoren der Krise gefolgt von einer Untersuchung der Binnenstruktur der Verbände, inklusive einer Kategorisierung der Akteure in positive und negative Globalisten.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der exogenen Faktoren, wie Fragmentierung und Denationalisierung, sowie der endogenen Faktoren, wie die unterschiedliche inhaltliche Deutung der Globalisierung durch Industrieverbände, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Globalisierung, Strukturkrise, intermediäre Instanzen, Interessenvermittlung sowie die Unterscheidung zwischen positiven und negativen Globalisten innerhalb der Verbändelandschaft.

Wie bewerten die Industrieverbände die Globalisierung?

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zählt sich zu den positiven Globalisten, die Liberalisierung und Deregulierung fordern, um die Standortattraktivität Deutschlands zu erhöhen und Chancen auf Wachstum zu nutzen.

Was ist die spezifische Position der Gewerkschaften?

Gewerkschaften stehen der Globalisierung skeptisch gegenüber, da sie Einkommens- und Arbeitsplatzverluste fürchten. Sie fordern daher Mindestlöhne und staatlich regulierte Lohn- und Arbeitszeitrichtlinien als Gegenmaßnahmen.

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Details

Title
Gewerkschaften und Verbände in der Globalisierung
College
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
2,5
Author
Benjamin Siegert (Author)
Publication Year
2003
Pages
14
Catalog Number
V24194
ISBN (eBook)
9783638271202
Language
German
Tags
Gewerkschaften Verbände Globalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Siegert (Author), 2003, Gewerkschaften und Verbände in der Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24194
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