1. Einführung 3
2. Die Firma „Speedy“ 4
2.1 Vorstellung der Firma. 4
2.2 Typischer Auftrag der Speedy. 4
2.3 Grobablauf der speditionellen Bearbeitung 5
2.3.1 Auftragsannahme und Disposition. 5
2.3.2 Erstellung der Ladungspapiere und Durchführung des Transports 6
2.3.3 Anlieferung und Abrechnung 6
3. Mobile Computing am Beispiel des genannten Transports. 7
3.1 Definition: Was heißt überhaupt Mobile Computing (bzw. Telematik)? 7
3.2 Voraussetzungen für den Einsatz von „Mobile Computing“ im
Straßengüterverkehr 8
3.2.1 Anbieter von Systemen (Systemlösungen) 8
3.2.2 technische Anforderungen. 9
3.2.2.1 Fahrzeug 9
3.2.2.2 Büro. 12
3.2.2.3 Wissen. 12
3.2.2.4 Kompatibilität 12
3.3 Disposition 13
3.4 Durchführung des Transportes 19
3.4.1 Klassische Durchführung des Transportes. 20
3.4.2 Durchführung unter Nutzung der Möglichkeiten des „Mobile Computing“ 21
3.5 Anlieferung - Abrechnung. 26
4. Kosten - Nutzen Analyse 29
5. weiterführende Betrachtungen. 32
5.1 Analysemöglichkeiten 32
5.2 Probleme und Chancen innerhalb der Spedition. 33
5.3 Digitale Abrechnung der Mautgebühren für LKW auf Autobahnen 35
5.4 Automatisches Notrufsystem 36
5.5 Zukunftsperspektive : 38
5.6 Die Zukunft. 39
7. Literaturverzeichnis 41
2
1. Einführung
Das Problem der neuen Technik
Die totale Überwachung des Menschen, seit George Orwells Roman „1984“ eine Horrorvision.
„Big Brother is watching you“ 1 , 1948 ausgesprochen, ist in den neunziger Jahren fast unbemerkt Realität geworden.
Die totale Überwachung im Straßengüterverkehr - eine Horrorvision? Um die Angst vor der großen Technik etwas zu nehmen, wird nachfolgend ein konventionelles Speditionsunternehmen betrachtet, das sich über Technik und Einsatzmöglichkeiten des Mobile Computing informieren möchte. In diesem Rahmen wird ein kompletter speditioneller Ablauf in Einzelabläufe heruntergebrochen und jeweils konventionell und zukunftsorientiert betrachtet.
Natürlich lässt sich niemand gern überwachen, kein Mensch möchte gläsern sein, schon gar nicht der LKW-Fahrer, der in seiner Kabine noch von der großen Freiheit träumt... auf überfüllten Autobahnen und ständigem Termindruck. „Nicht selten wird so aus „Just in time“ „Just im Stau“ 2 . Aber genau hier könnte die Überzeugungsarbeit beginnen. Denn Mobile Computing ermöglicht vor allem im Straßenverkehr:
- „Verkehrsinformationen (Staumeldungen, Straßenzustand, Wetter, etc.)
- Verkehrsleitsysteme (Tempohinweise, individuelle Zielführung, etc.)
- Personenruf
- Flottenmanagement
- Navigation und Ortung mit GPS (Global Positioning System )
- Hilfs- und Sicherheitsdienste
- Automatische Gebührenerfassung (Ökopunkte, Maut)
- Auskunftsdienste“ 3
1 Orwell, George, 1984, S.5
2 Lorenz:“Leitfaden für den Spediteur in Ausbildung und Beruf“, Teil 2, S.325
3 vgl. Lorenz „Leitfaden für den Spediteur in Ausbildung und Beruf“, Teil 1, S. 34
3
2. Die Firma „Speedy“
2.1 Vorstellung der Firma
Wie bereits eingangs erwähnt, soll ein konventionelles Speditionsunternehmen betrachtet werden, das sich über Technik und Einsatzmöglichkeiten des Mobile Computing informieren möchte.
Dazu ist zunächst erforderlich den Begriff der Spedition näher zu erläutern. „Eine Spedition besorgt alle Arbeiten, die mit der Güterbeförderung, mit der Lagerung und dem Güterumschlag zusammenhängen. Das Aufgabengebiet umfasst den Abschluss, die Abwicklung und Überwachung von Frachtverträgen und anderen Verträgen, den Empfang und die Weiterleitung von Gütern sowie eine unüberschaubare Zahl von damit verbundenen Dienstleistungen.“ 4
Das hier gewählte fiktive Beispiel eines Speditionsunternehmen trägt den Namen „Speedy GmbH“, hat ca. 45 Mitarbeiter und 20 Sattelzugmaschinen. Es handelt sich bei dem ausgewählten Fall also um eine mittelständische Spedition, wie sie überall in Deutschland vertreten sein könnte. Um das Beispiel auch hinreichend konkret zu gestalten, werden noch zusätzliche Angaben gemacht:
Die Firma „ Speedy GmbH“ mit Sitz in Duisburg fährt täglich für ihren Großkunden „VIPwagen AG“ Stahlcoils 5 von der„Stahl AG“ Duisburg zum VIPWagenwerk nach Wolfsburg.
Natürlich hat das Speditionsunternehmen noch weitere Kunden, für die sie sowohl Komplett- als auch Teilladungen organisiert.
Um Feiertage, Anlieferverzögerungen und ähnliche Zwischenfälle überbrücken zu können, unterhält „Speedy“ außerdem noch ein kleines Umschlagslager.
2.2 Typischer Auftrag der Speedy
Transportauftrag: Stahlcoils von Duisburg nach Wolfsburg Ein typischer Auftrag der „Speedy GmbH“ läuft folgendermaßen ab (Grobdarstellung) :
4 Oelfke, Wolfgang, Speditionsbetriebslehre und Logistik, S.6
5 aufgerollter Stahl, vgl. Küchenrolle
4
2.3 Grobablauf der speditionellen Bearbeitung
2.3.1 Auftragsannahme und Disposition
Als erste Voraussetzung muss natürlich ein Transportauftrag der Firma „Stahl“ vorliegen.
Üblicherweise bekommt die Firma „Speedy GmbH“ einen Anruf, dass folgende Ladung zur Auslieferung bereitsteht: Ladung:
Relation: Ladedatum: Ladenummer: Anlieferdatum: Nimmt der Disponent die Ladung an, ist spätestens jetzt zu prüfen, ob er den richtigen LKW, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstellen kann. Das heißt insbesondere, das der LKW in diesem Fall mit Coilmulde 6 und den richtigen Ladehilfsmitteln (funktionstüchtige Spanngurte, etc.) ausgestattet sein muss. Um an diese Informationen zu gelangen, bedarf es, neben dem Blick in den Dispositionsplan, einiger (vieler) Telefonate.
Zum Beispiel mit den in Frage kommenden LKW-Fahrern, für die diese Ladung zu vergeben wäre.
Da LKW-Fahrer zwar betriebswirtschaftlich gesehen „nur“ Mittel zum Zweck, glücklicherweise aber keine Maschinen sind, sind Lenk- und Ruhezeiten genauso zu berücksichtigen wie die Pflege sozialer Kontakte. So kann es schon mal passieren, das man den „günstigsten“ LKW nicht erreicht, weil der Fahrer gerade schläft, oder aufgrund ungeklärter Ursachen das Telefon nicht abnimmt. Andererseits sind auch Telefonate mit dem Empfänger von Bedeutung, wenn sich bereits im Vorfeld abzeichnet, das man den vorgegebenen Termin auf gar keinen Fall einhalten kann.
Sind alle notwendigen Informationen eingeholt und alle Voraussetzungen erfüllt nimmt man den Auftrag der Stahl AG telefonisch an und bittet um schriftliche Bestätigung (per E-Mail oder Fax).
6 spez. Ladevorrichtung
5
2.3.2 Erstellung der Ladungspapiere und Durchführung des Transports
Die Ladungspapiere, d.h. Frachtbrief, Lieferschein, etc. werden üblicherweise mittels der Speditionssoftware in der Firma erstellt, sodass der Fahrer nur noch km-Stand, etc. einzutragen hat.
Vor allem im Fernverkehr passiert es allerdings oft, dass der geplante LKW (unter anderem auch wegen seines günstigen Standortes) sofort zur Ladestelle fährt. In diesen Fällen ist es unumgänglich, das der Fahrer selbst die Begleitpapiere schreibt.
Und wieder kommt das Telefon zum Einsatz. Es müssen alle erforderlichen Daten telefonisch übermittelt werden. Dabei entstehen nicht selten Verständigungsschwierigkeiten, auf die später noch eingegangen wird. An der Ladestelle angekommen sind Standzeiten zu notieren und Übernahmequittungen auszustellen.
Erst jetzt beginnt der eigentliche Transport, die Fahrt von Duisburg nach Wolfsburg, die, unschwer zu erkennen, einige Überraschungen bereithalten kann (Stau, Schnee, geplatzter Reifen).
Vor Ankunft in Wolfsburg ist vom Disponenten noch ein Zeitfenster für die Anlieferung zu besorgen. Auch dieses wird dem Fahrer telefonisch durchgegeben (Nummer und Uhrzeit).
Da kann man nur hoffen, das der Fahrer entweder ein sehr gutes Gedächtnis hat oder bei jedem Anruf des Disponenten gerade nicht fährt, um alle Informationen gewissenhaft notieren zu können.
Oft passiert es, das der Fahrer während der Fahrt die Daten auf das nächstgelegene Stück Papier schreibt (nicht selten die Quittung der vorhergehenden Ladung!)
2.3.3 Anlieferung und Abrechnung
Die Anlieferung in Wolfsburg erfolgt im Rahmen des Zeitfensters, der Fahrer verlangt eine schriftliche Anlieferbestätigung (Stempel und Unterschrift im richtigen Feld), notiert sich wieder Standzeiten und Unregelmäßigkeiten. Mit dieser Quittung wird die ordentliche Erfüllung des Frachtvertrages belegt. Eine Quittung ist somit zwingende Voraussetzung für die Abrechnung. Ohne Quittung keine Zahlung.
Aus diesem Grund ist es von enormer Bedeutung, das sich die Quittung in einem sauberen Zustand befindet (keine Kaffeeflecken, Daten anderer Ladestellen, etc.) Hinzu kommt noch dass viele Kunden besondere Farben von Quittungen bevorzugen. Bei VIPwagen ist es beispielsweise wichtig, die gelbe Quittung einzuschicken.
6
Wird die Unterschrift auf diesem Durchschlag vergessen, oder ist die Quittung unbrauchbar, muss notfalls eine nachträgliche Quittung erstellt werden (Telefonate notwendig, erneutes Einfahren auf das Werksgelände), was einen hohen Zeitaufwand darstellt.
Das Schreiben der Rechung geschieht mit Hilfe des Speditionssoftware, die Aufnahme des Auftrags in die Konten der Buchhaltung ebenfalls. Der dargestellte Ablauf ist eine Grobdarstellung.
Natürlich gibt es zumeist mehrstufige Transportabläufe/ Transportketten auf die (aus Gründen der Übersichtlichkeit) nicht näher eingegangen werden soll. So sind beispielsweise im Sammelgutverkehr noch weitere Speditionen eingeschaltet.
„Speedy“ könnte sich auch eines externen Frachtführers zur Transportdurchführung (z.B. aufgrund mangelnder Kapazität) bedienen.
Daraus wird ersichtlich, das es „dringend notwendig ist die Informationen nicht transportbegleitend, sondern transportvorauseilend den Transportkettenmitgliedern zu übermitteln.“ 7
3. Mobile Computing am Beispiel des genannten
Transports
3.1 Definition: Was heißt überhaupt Mobile Computing (bzw. Telematik)?
„Telematik ist ein Sammelbegriff für alle Formen der Telekommunikation und Information zwischen und/oder Geräten mit Hilfe nachrichtentechnischer Übertragungsverfahren.“ 8
Die Schwerpunkte von „Mobile Computing“ sind heute die Grundelemente der Telematik:
- Rundfunksender
- GSM-Systeme
- Handy´s
- Notebook
- Handheld PC
- GPS-Ortung etc.
Somit bilden Mobile Computing und Telematik heute zwei nicht mehr voneinander zu trennende Begriffe!
Ist in der nachfolgenden Ausarbeitung also von Mobile Computing die Rede, so meint dies gleichermaßen die Aspekte des Problemkreises Telematik.
7 Speditionsbetriebslehre, Stam-Verlag S. 257
8 Lorenz, Leitfaden für den Spediteur, Teil 1, S. 33
7
3.2 Voraussetzungen für den Einsatz von „Mobile Computing“ im
Straßengüterverkehr
Um die Möglichkeiten des Mobile Computing nutzen zu können müssen einige Vorraussetzungen erfüllt sein.
3.2.1 Anbieter von Systemen (Systemlösungen)
Hier einen umfassenden Überblick zu geben, ist momentan nicht möglich, da sich eine solche Vielzahl von Anbieter herausgebildet hat.
Hier gibt es nahezu jede denkbare Alternative, vom kleinen Nischenanbietern bis zu den „Global Playern“ wie DaimlerChrysler Nutzfahrzeuge (mit Fahrzeugmarken wie DB, Setra, Western, Freightliner usw.).
Auch der Umfang der einzelnen angebotenen Systeme ist enorm groß. Es gibt Systeme die modular zusammengestellt werden können. So kann man sich nur auf eine Fahrzeugortung beschränken oder beispielsweise nur den Kontakt zum Fahrer über Textnachrichten herstellen. Aber auch als Komplettlösung, die von der Disposition über die Abrechnung bis zur Flotten- und Fahreranalyse alle Bereiche bedienen, können geordert werden.
Hier nur eine kleine Aufstellung von Anbietern, die alle auch über weitergehende Informationen innerhalb ihrer Internetpräsenzen bieten.
Auch jeder andere Nutzfahrzeughersteller weltweit hat bereits Systeme im Angebot oder in der Vorbereitung.
8
Diese Liste stellt nur eine Auswahl dar, die sich geradezu beliebig erweitern lässt.
3.2.2 technische Anforderungen
Was ist nun an Technik wirklich erforderlich um am Mobile Computing Prozess teilzunehmen?
Nun, nach der Anzahl der Anbieter lässt sich schon erahnen, dass auch hier nur ein unzureichend genaues Bild zu geben ist, aber es gibt einige Geräte, Mittel und Verfahren die jeder Anbieter nutzt.
So ist in jedem Fall eine Einrichtung am Fahrzeug und in der Leitstelle der Fahrzeuge erforderlich:
3.2.2.1 Fahrzeug
Kommunikation
Um mit dem Fahrzeug kommunizieren zu können ist erst einmal eine Kommunikationsplattform zu schaffen.
Da heute in nahezu jedem LKW auch ein Telefon vorhanden ist, nutzen die meisten Anbieter deshalb den Weg der Datenübertragung via GSM-Standard, wie er in der Mobilkommunikation heute üblich ist (bzw. die Erweiterung auf den kommenden UMTS-Standard).
Aber auch andere technische Mittel werden angeboten. Als Beispiele sind hier zu nennen: Datenfunk, Bündelfunk, Satelittenkommunikation.
9
Arbeit zitieren:
Ailine Roland, Markus Haveresch, 2002, Mobile Computing im Straßengüterverkehr, München, GRIN Verlag GmbH
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