Inhalt
1. Deckblatt 1
2. Gliederung 2
3. Einleitung 3
4. Geschichtlicher Abriss der Frauenbewegung:
bürgerliche und proletarische Frauenbewegung 3
5. Die Entwicklung nach 1945
5.1. Allgemein 5
5.2. Die Verankerung der Gleichberechtigung im Grundgesetz 6
6. Die autonome Frauenbewegung
6.1. Die Entstehung der autonomen Frauenbewegung aus der 68 Revolte 7
6.2. Der Kampf gegen den § 218 9
6.3. Frauengruppen 10
7. Die weitere Entwicklung 11
8. Fazit 12
9. Literaturliste 13
2
3. Einleitung:
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frauenbewegung in Deutschland. Speziell die Ereignisse, die nach 1968 dazu geführt haben, dass sich immer mehr Frauen in der Bundesrepublik in der autonomen Frauenbewegung engagiert haben, stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Da die Frauenbewegung zu diesem Zeitpunkt auf eine über hundertjährige Geschichte verfügte, skizziert die Arbeit im ersten Teil (4) zunächst die Anfänge. Im zweiten Teil (5) soll die Situation nach 1945 beleuchtet werden, um die Vorraussetzungen zu verstehen, die zur Bildung einer neuen Frauenbewegung geführt haben. Da sich diese auf Westdeutschland beschränkte, wird die Entwicklung in der
DDR nicht berücksichtigt.
Im dritten Teil (6) soll es darum gehen, zu klären, welche Bedeutung der Kampf gegen den Paragraph 218 bei der Bildung der neuen Frauenbewegung hatte und warum sich Frauen in autonomen Frauengruppen organisierten.
4. Die Frauenbewegung seit ihren Anfängen bis 1945
Den Beginn der Frauenbewegung in Deutschland markierte die Juli-Revolution von 1830 in Frankreich und die bürgerliche Revolution 1848 in Deutschland. Inspiriert durch die Ideen der Aufklärung und dem Klima des Wandels forderten Frauen die politische, rechtliche und soziale Gleichstellung mit dem Mann.
Sie forderten das Recht zur Selbstständigkeit und Mündigkeit im Staat, gleiche Bildungschancen, gleiches Wahlrecht für Männer und Frauen und das Recht auf Selbstbestimmung.
In der ersten Auflage 1832 der Zeitung „La femme libre“ begann der erste Artikel mit den Worten: „In einer Zeit, da alle Völker sich im Namen der Freiheit auflehnen und der Proletarier seine Befreiung fordert sollen wir Frauen da etwa passiv bleiben angesichts der grossen sozialen Emanzipationsbewegung, die vor unseren Augen abläuft? Ist unser Schicksal so glücklich, dass wir nichts zu fordern hätten? Bis jetzt wurde die Frau ausgebeutet und tyrannisiert. Diese Tyrannei, diese Ausbeutung muss aufhören. Wir werden frei geboren wie der Mann, und die eine Hälfte des Menschengeschlechts darf
1
nicht ungerechterweise der anderen unterworfen sein.“ Mit Gewalt und mit Hilfe von Gesetzen und Konventionen wurde die Frau auf ihre 2 nun wollte zunächst ein kleiner Kreis von
häusliche Rolle und Unterordnung hin erzogen Frauen einen Bruch mit traditioneller Fügsamkeit und traditioneller Frauenrolle vollziehen.
Trotz grösster Widerstände einer patriachalen Gesellschaft kam es im Laufe des 19. Jahrhunderts zu immer mehr Vereinsgründungen. Das Spektrum reichte von radikalen über gemässigte bis zu konservativen Gruppen. Alle strebten zwar eine Verbesserung der Lebensbedingungen für Frauen an, unterschieden sich aber in der Art des Kampfes und der konkreten Zielsetzungen. Von Anfang an entwickelten sich zwei Hauptrichtungen.
Die bürgerliche Frauenbewegung setzte ihren Akzent auf die rechtliche Gleichstellung 3 . 1865 wurde der „allgemeine deutsche Frauenverein“ von bürgerlichen Frauen
der Frau
1 zitiert in Ute Gerhard „Unerhört“ S. 26
2 Ute Gerhard „Unerhört“ S. 57 3 Autonome Frauen S.297
3
gegründet. Dies war der erste Verein überhaupt der sich für die Rechte der Frau einsetzte.
Die proletarische (später sozialistische) Frauenbewegung betrachtete d ie Einbeziehung der Frauen in den Prozess der gesellschaftlichen Produktion als 4 . Ihren organisatorischen Background fand
Vorraussetzung für die Befreiung der Frau sie in der sozialdemokratischen Bewegung. Sie verknüpfte den Kampf für die Frau auch immer mit dem Kampf für eine sozialistische Gesellschaftsalternative, in diesem Punkt unterschied sie sich fundamental von der bürgerlichen Frauenbewegung. Die ersten Erfolge erzielten die Frauen um die Jahrhundertwende. Aufgrund eines neuen Vereinsgesetzes wurde Frauen erstmals 1908 gestattet, in Parteien und Gewerkschaften politisch aktiv zu werden. Bis dahin lag es im Ermessen der örtlichen Polizei, politische Vereine und Versammlungen, an denen Frauen beteiligt waren, zu verbieten.
Mit der Weimarer Verfassung (1918) wurde allen Frauen in Deutschland das Wahlrecht gewährt und damit der wichtigste Schritt zu einer formalen politischen Gleichstellung vollzogen. Frauen konnten nun erstmals selbst im Parlament für ihre Rechte kämpfen und taten dies auch vermehrt. Die Wahlbeteiligung an der ersten freien Wahl in Deutschland lag bei 90% und war bei den Frauen besonders hoch. Dabei wurden 41 weibliche Abgeordnete gewählt. Dies entsprach 9,6% der Mitglieder der Nationalversammlung, ein Wert der erst wieder in der Bundesrepublik erreicht werden
5
sollte, 1983.
Grossen Widerstand gegen eine selbstbestimmte Rolle der Frau gab es besonders bei den konservativ-nationalen Parteien. Mit der vollständigen Machtergreifung Hitlers 1933 erfolgte die Verdrängung der Frauen aus dem öffentlichen Leben und die NSDAP legte die Rolle der Frau wieder ausschliesslich auf Mutterschaft und Hausfrau fest. Dazu Joseph Goebbels: „Der Führer entwickelt ganz neue Gedanken über unsere Stellung zur Frau. [...] Der Mann ist Organisator des Lebens, die Frau seine Hilfe und sein Ausführungsorgan. [...]... dass Dinge die dem Mann gehören, dem Mann auch
6
verbleiben müssen und dazu gehört die Politik und die Wehrhaftigkeit des Volkes.“ Die politisch forcierte Selbstauflösung des Bundes deutscher Frauenvereine, der als Dachverband fungierte, bedeutete zunächst das Ende einer eigenständigen 7 Frauen verloren das passive Wahlrecht, die
Frauenbewegung in Deutschland.
Zulassung zur Habilitation, zum Amt als Richterin und zur Rechtsanwältin. In den NS- Frauenorganisationen ging es um Hauswirtschaft, Kinderpflege und Ernährung. Während des 2. Weltkrieges wurden Frauen vermehrt in die Produktion gedrängt. Diese Entwicklung beruhte allerdings nicht auf einem Wandel des Frauenbildes, sondern auf dem Fehlen von männlichen Arbeitskräften.
4 Autonome Frauen S.297
5 Ute Gerhard „Unerhört“ S.333 6 zitiert in Rosemarie Nave- Herz, ,,Die Geschichte...", S. 52 7 Rosemarie Nave- Herz, ,,Die Geschichte...", S. 52 8 Www.frauennews.de/themen/bewegung.html
4
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Alexander Meyer, 2003, Autonome Frauenbewegung in Deutschland, Munich, GRIN Publishing GmbH
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on Wednesday, November 03, 2004-