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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Welche Differenzen führten zur Schlacht? 4
3. Der Weg zur Schlacht 6
3.1. Der Blockadekrieg des Octavian 6
3.2. Übertritte 7
3.3. Der Kriegsrat tagt 7
4. Die Seeschlacht bei Actium 9
5. Die geplante Flucht? 12
6. Fazit 13
7. Quellen- und Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
In meiner Hausarbeit werde ich versuchen darzulegen, wie eine, laut Ronald Syme, „schäbige Affäre“ 1 ein Weltreich völlig verändern kann. Mit der „schäbigen Affäre“ ist natürlich die Seeschlacht bei Actium gemeint - die Entscheidungsschlacht um die Nachfolge Caesars zwischen Octavian und Antonius. Dabei muss natürlich als erstes geklärt werden, welche Differenzen der beiden zu einer solchen Schlacht führten. Hierzu werde ich einen kurzen Abriss über die Zeit der beiden nach Caesars Ermordung 44 v. Chr. geben. Hiernach komme ich zum eigentlich Hauptteil meiner Arbeit, der den Blockadekrieg Octavians und die sich daran anschließenden Übertritte vieler Offiziere Antonius’ ins feindliche Lager zum Thema hat. Als Folge dessen tagt der Kriegsrat des Antonius, der die Schlacht unausweichlich macht. Diese werde ich im folgenden Kapitel darstellen. Danach wird kurz thematisiert, ob die Flucht von Antonius und Kleopatra tatsächlich von langer Hand geplant war, oder ob es sich um eine spontane Entscheidung handelte. Abschließen möchte ich mit einem Fazit, in dem kurz dargelegt werden soll, wie sich die Schlacht auf das römische Weltreich auswirkte.
Ich stütze mich bei meinen Aussagen hauptsächlich auf die Bücher von Hermann Bengtson, Francois Chamoux und Hans Volkmann.
1 zit. in: Christ, Karl: Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis Konstantin. München 1988, S.
79.
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2. Welche Differenzen führten zur Schlacht?
Nach der Ermordung Caesars im Jahre 44 v. Chr. durch Brutus, Cassius und ca. 20 Gefolgsleute, begann die spannendste Zeit des Römischen Weltreiches, wie viele meinen. Nicht die von den Caesarmördern erhoffte Oligarchie trat wieder in Kraft 2 ; Folge war der Konflikt um die politische Nachfolge Caesars. Die beiden Hauptdarsteller waren hierbei Antonius und Octavian. Antonius war zu diesem Zeitpunkt als Konsul einer der wichtigsten Personen in Rom. Octavian hingegen war mit seinen gerade einmal 19 Jahren noch relativ unerfahren und unbekannt. Dies änderte sich mit der Verkündung des Testamentes Caesars, in dem Octavian zum Adoptivsohn Caesars erhoben wurde. Obwohl sowohl Antonius als auch Octavian Caesaranhänger waren, war für beide kein Platz. Es konnte nur einen neuen starken Mann im Reich geben. Der Aufstieg des Einen konnte nur zu Lasten des Anderen erfolgen.
Zuerst musste man sich jedoch um die Caesarmörder kümmern. Diese waren vorsichtshalber aus Rom geflohen und beherrschten mit ihren Heeren nun fast den kompletten Ostteil des Reiches. Von Tag zu Tag erhielten sie mehr Zulauf an Soldaten, da sie Ihnen übermäßig viel Lohn versprachen. Antonius und Octavian erkannten, dass nur ein geeintes Westreich eine Chance gegen sie hat. Deshalb beschlossen sie zusammen mit Lepidus im November 43 v.Chr. in Bononia die Bildung des Zweiten Triumvirats, mit dem Ziel der Niederschlagung der Caesarmörder. Mittels einer Proskriptionsliste wurden die dafür notwendigen Ausgaben finanziert und mögliche Gegner im vorhinein ausgeschaltet, unter ihnen Cicero.
Das Triumvirat hatte vollen Erfolg: In den Schlachten von Philippi 42 v.Chr. wurden die Landheere Brutus’ und Cassius’ besiegt. 3 Da Antonius sich in der Schlacht besonders hervortat, wurde er fortan zur dominierenden Person. Aus politischen und kulturellen Gründen wählte er sich den Ostteil als neues Herrschaftsgebiet. Zu diesem Zeitpunkt kommt Kleopatra ins Spiel. Da sie von Caesar als Königin eingesetzt wurde, musste sie sich nach dessen Tod an den neuen starken Mann in Rom wenden, um ihre Macht zu sichern.
2 vgl. Christ, Karl: Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis Konstantin. München 1988, S. 48.
3 vgl. Augustus: Meine Taten. Gottanka, Dr. F. (Hrsg.). München 1944, (2).
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Antonius lässt sich von ihr vollends vereinnahmen und bestätigt ihre Herrschaft. Aber nicht nur das, es baut sich sogar eine Liebesbeziehung zwischen den beiden auf, die man wohl auch als Zweckgemeinschaft bezeichnen kann.
Im Westen hingegen eskalierte die Auseinandersetzung weiter, nachdem der Bruder und die Frau des Antonius die Stimmung gegen Octavian zu schüren versuchte. Man wollte dem entgegenwirken, indem man sich ihm diplomatisch näherte und im Vertrag von Brundisium 40 v.Chr. klare Machtverteilungen aufstellte. Octavian sollte den Westen erhalten, der eher unbedeutende und bald ausgeschaltete Lepidus Nordafrika und Antonius den Osten. Um dies zu manifestieren verheiratete man die Schwester Octavians, Octavia, mit Antonius.
Im Jahre 33 v. Chr. verschlechterten sich die Beziehungen der beiden wieder zusehendes. Es entflammte eine wahre Propagandaschlacht, in der ein jeder mit allen Mitteln versuchte den Gegner herabzusetzen. Octavian kritisierte hierbei vor allem die enge Anbind ung Antonius’ an Kleopatra und den Orient, so dass sich eine Dynastie bildete, die sich immer weiter von allen römischen Traditionen entfernte. 4 Dadurch müsse das Volk bluten, da seine gesamten Steuern in das alexandrinische Reich und nicht in die Heimat gingen. Der Konflikt eskalierte im Jahr 32 v.Chr. nachdem Antonius sich von Octavia scheiden ließ. Eine friedliche Lösung schien nicht mehr möglich. Aus diesem Grund wurde die Rüstung auf beiden Seiten auf Hochtouren betrieben. Die Leidtragenden waren wieder einmal die einfachen Bürger. Sie mussten etwa ein Viertel Ihres Einkommens abliefern. Freilich war aus diesem Grund der sicher bevorstehende Krieg beim Volk nicht gerade populär. Um dies zu ändern und um „noch deutlicher zu zeigen, dass Antonius von der Lebensweise eines römischen Bürgers abgekommen war, sorgte [Octavian] dafür, dass sein Testament, das er in Rom hinterlegt hatte, [...] geöffnet [...] wurde.“ 5 Als er vor dem Senat und der Volksversammlung verlas, dass dieser nach seinem Tod wünsche in Ägypten begraben zu werden, und seinen Kindern, die er mit Kleopatra hatte, riesige Schätze vererben werde, war für die Römer klar, dass Antonius „längst zum Alexandriner und zum Hörigen an der Seite Kleopatras geworden war.“ 6 Antonius wurde als Triumvir und Konsul abgesetzt. Der Krieg selbst wurde dann im November 32 v.Chr. an Kleopatra statt an Antonius erklärt.
4 vgl. Christ, Karl: Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis Konstantin. München 1988, S. 75.
5 Sueton: Kaiserbiographien. Otto Wittstock (Hrsg.). Berlin 1993, Buch II (17).
6 Christ, Karl: Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis Konstantin. München 1988, S. 77.
Arbeit zitieren:
Mathias Dittrich, 2003, Die Seeschlacht bei Actium, München, GRIN Verlag GmbH
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