Einleitung 4
1. Medien und Nachrichtenauswahl 5
1.1 Die Medienlandschaft in der Bundesrepublik Deutschland 5
1.2 Journalistische Arbeit 6
1.3 Die Nachrichtenauswahl der Presse 7
2. Berichterstattung über Ausländer 9
2.1 Redaktionen und Ressorts 9
2.2 Ausländerberichterstattung: Themen und ihre Ausarbeitung 9
2.3 Sprachgebrauch und Wortwahl 12
3. Entstehung von Meinungsbildern und ihre Auswirkungen 12
3.1 Meinungsbildung 12
3.2 Meinungsbilder über Ausländer 14
3.3 Auswirkungen der Meinungsbilder 15
4. Zusammenfassung Fazit Ausblick 16
Anhang ..................................................................................................................................... 19 19
Literaturverzeichnis 21
3 NA
Einleitung
Obwohl es zu der zurzeit herrschenden Globalisierung dazugehört, dass sich ethnisch homo- gene Gesellschaften zu multi-ethnischen Gesellschaften wandeln, sind Migranten vielen Men- schen nach wie vor ein Dorn im Auge. Dabei spielen die Massenmedien eine entsche idende Rolle. Sie sind Vermittler sozialer Wirklichkeit und haben damit einen Einfluss auf die Mei- nungsbildung.
Der folgende Aufsatz versucht, die Leistung der Medien innerha lb der Meinungsbildung an- hand der Darstellung von Migranten in der Presse herauszustellen. Eine wichtige Rolle spie- len dabei die Arbeitsweisen von Journalisten und Redaktionen, sowie die Methoden der Nachrichtenauswahl.
Zunächst erfolgt eine Einführung in das Pressewesen und in die Kriterien der Nachrichten- auswahl. Anhand von verschiedenen Untersuchungen und wissenschaftlichen Arbeiten wird anschließend nicht nur die Darstellung des Migranten in der Presse aufgezeigt, sondern es werden auch die Auswirkungen dieser Darstellungen beleuchtet. Außerdem wird die Frage beantwortet, wie Meinungen entstehen und in welchem Zusammenhang Presse und Meinung bzw. Nachrichtenauswahl und Meinung stehen.
Zu Beginn der Arbeit müssen einige Eingrenzungen vorgenommen werden, was die Verwen- dung des Wortes Migrant(en) bzw. Ausländer in dem folgenden Aufsatz betrifft, denn nicht jeder Nichtdeutsche wird gleichermaßen von der Presse in ein negatives Licht gerückt. Die Migranten, die in meiner Arbeit behandelt werden gehören zu der Gruppe „die langfristig hier sind, hier wohnen und arbeiten (wollen), die nur zur Verrichtung unangenehmer (verachteter) Arbeit bestellt worden sind oder die ungefragt, gleichsam ganz ohne Einladung kom- men: Die sogenannten >>Gastarbeiter<< oder Asylbewerber“ (Merten1987:71) und zu der Gruppe „Ausländer als Arbeitsnehmer“ (Merten 1987:71). Damit sind also ausländische Gäs- te, die kurzfristig auf Einladung nach Deutschland kommen, sowie Künstler und Sportler, ausgeschlossen, denn sie werden überwiegend positiv bewertet (vgl. Merten 1987:70f). Ebenso wird auf eine Differenzierung nach Nationalitäten verzichtet. Auch in diesem Bereich gibt es Unterschiede in der Berichterstattung. So werden europäische Ausländer meist positi- ver „bewertet“, als asiatische oder afrikanische. Darauf näher einzugehen würde aber den Rahmen dieser Arbeit sprengen.
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1. Medien und Nachrichtenauswahl
1.1 Die Medienlandschaft in der Bundesrepublik Deutschland
Grundsätzlich unterscheidet man nach Eigenschaften und Charakter vier verschiedene Me- dienebenen:
1. primäre Medien : Gespräch von Mensch zu Mensch
2. sekundäre Medien : ein Gerät wird gebraucht (Buchdruck)
3. tertiäre Medien : ein elektronisches Gerät wird gebraucht (Rundfunk, Fernsehen)
4. quartiäre Medien : computerbasierende Medien
Jedes Medium hat eine spezielle Art und Weise, Informationen zu verbreiten und erzeugt ei- gene gesellschaftliche Auswirkungen. Das Fernsehen hat z.B. das gesamte kulturelle Leben verändert.
Bei der Presse handelt es sich um ein sekundäres Medium, das Lesefähigkeit und -willigkeit voraussetzt.
Zeitungen und Zeitschriften werden unterteilt in:
- Regionalzeitungen liefern Informationen über das Geschehen am Wohnort und werden von einem gemischten Publikum gelesen ohne Rücksicht auf Bildungsunterschiede; z.B. Aache- ner Nachrichten;
- Überregionale oder nationale Tageszeitungen werden von einem formal höher gebildeten, besser verdienenden Publikum gelesen; vertre- ten häufig eine politische Richtung; z.B. Süddeutsche Zeitung;
- Anzeigenblätter werden kostenlos an alle Haushalte verteilt;
- Wochenzeitungen z.B. Die Zeit, Bild am Sonntag;
- Boulevardblätter Kaufzeitungen, bei denen ein Abonnement nicht möglich ist; Käufer sind Menschen aller Bevölkerungsschichten; z.B. Bild;
- Zeitschriften
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erscheinen meist wöchentlich, vierzehntägig oder monatlich; hierunter fallen alle Publi- kumszeitschriften, z.B. die aktuellen Illustrierten und die Regenbogenpresse; z.B. Neue Re- vue und die Wochen- oder Nachrichtenmagazine; z.B. Der Spiegel (vgl. Meyn 1996:94).
Printmedien machen als sekundäre Medien der Allgemeinheit Informationen zugänglich und sorgen für deren großflächige Verbreitung. Zusätzlich ermöglichen sie eine externe Speiche- rung von Informationen. Aus wahl und vielfältige differenzierte Nutzung stehen dabei im Zu- sammenhang mit dem Bildungsniveau des Individuums.
1.2 Journalistische Arbeit
Medien operieren nicht im luftleeren Raum. Ihre Arbeit ist beeinflusst vom politischen und öffentlichen Klima und auch der eigenen Betroffenheit. Massenmedien orientieren sich an den Wünschen des Publikums, es herrschen ökonomische Zwänge. Dies schlägt sich z.B. in der Boulevardpresse bei Wahl und Formulierung der Schlagzeilen zum Zweck des Kaufanreizes nieder.
Journalisten haben eine Sorgfaltspflicht, d.h. sie sollten Inhalt, Herkunft und Wahrheit einer Meldung prüfen (vgl. § des Landespressegesetz NRW). Außerdem tragen sie die Verantwo r- tung für die Informationen über Zusammenhänge und Hintergründe. Dafür verlassen sie sich häufig auf ihre Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse. Nachricht und Meinung lassen sich da- bei nicht immer klar trennen. Journalisten sind auch Menschen.
In einem 1983 auf einer Journalistentagung gehaltenen Referat wirft Herbert Leuninger der Presse beispielsweise vor, die vom BKA veröffentlichten Kriminalitätsstatistiken nicht sorg- fältig journalistisch aufgearbeitet zu haben. Hätte man die vorhandenen Zahlen in korrekten Zusammenhängen dargestellt, wäre nicht der Eindruck einer überproportionalen Ausländer- kriminalität entstanden, sondern es hätte sich eine Gleichheit von Deutschen und Ausländern ergeben (vgl. Leuninger 1984: 103ff).
Außerdem bestimmen soziale, ökonomische und politische Interessen die Informationssuche und Informationsschaffung von Journalisten.
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1.3 Die Nachrichtenauswahl der Presse
Massenmedien filtern wichtige Informationen. Entscheidend dabei ist der Nachrichtenwert. Täglich geht eine Vielzahl von Informationen bei den Presseorganen ein, die potenziell zu abgedruckten Nachrichten werden können. Das führt dazu, dass sich Pressejournalisten auf- grund von Kapazitätsbeschränkungen folgende Frage stellen müssen: Welche Themen ne h- men wir auf unsere Seiten? Zur Beantwortung dieser Frage nutzen Journalisten Selektionskri- terien. Nachrichten, die eine oder mehrere dieser Kriterien erfüllen, haben dabei eine größere Chance in der Presse abgedruckt zu werden.
Wenn also ein Thema in die Presse gelangen soll, muss es den Selektionskriterien der Journa- listen entsprechen.
Die Forschung hat seit einigen Jahren eine Reihe dieser Kriterien benannt, die die Aufmerk- samkeit von Journalisten und Journalistinnen für eine Nachricht steuern (z.B. Galtung / Ruge 1965 1 , Schulz 1976 2 ). Die Einteilung der Auswahlkriterien, ihre Zahl und ihre Detaillierthe it sind von Untersuchung zu Untersuchung unterschiedlich. Verena Hruska fasst dies folgen- dermaßen zusammen: „Interessant ist, was die Leser betrifft oder betroffen macht oder ihre Neugier und Unterhaltungslust befriedigt“ (Hruska 1995:20). Sie nennt im Einzelnen sieben Kriterien:
Unmittelbare Betroffenheit: materiell (z.B. steigende Ölpreise), körperlich (hohe Ozonwer- te), oder immateriell (ein Flughafen in einer bislang ruhigen Gegend beeinträchtigt die Le- bensqualität der Anwohner).
Mittelbare Betroffenhe it: Terror gegen Ausländerunterkünfte verweist darauf, dass sich ein politisches Klima, in dem dies toleriert wird, nicht durchsetzen darf.
Geographische Nähe : Der Absturz eines Sportflugzeugs ohne Personenschaden in der Nähe von Aachen ist ein Aufmacher in der dortigen Lokalzeitung, aber nur eine größere Meldung in Hamburg oder Leipzig. Ein solches Unglück in Indien ist in allen drei Städten ebenfalls eine kurze Meldung, wenn es Tote gab.
Kulturelle Nähe : Eine verunglückte Reisegruppe in Nepal wird zur Nachricht, wenn ein Deutscher unter den Verunglückten ist.
1 Galtung, Johan und Ruge, Mari Holmboe1965: The Structure of Foreign News. The Presentation of Congo, Cuba, and Cyprus Crises in Four Norwegian Newspapers. In: Journal of Peace Research, vol. 2, 1965. 2 Schulz, Winfried 1976: Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien. Analyse der aktuellen Berichterstattung. Freiburg/ München.
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Quote paper:
Katharina Hartenstein, 2003, Das Bild des Ausländers in der deutschen Presse, Munich, GRIN Publishing GmbH
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