Die puritanischen Glaubensvorstellungen spielen in Werken von Defoe eine große Rolle. Somit liegt es nahe seine Werke im Lichte dieser Vorstellungen zu betrachten. Was sagt aber nun die puritanische Lehre? Kurz gefasst, dass der Mensch von je her auserwählt ist, oder nicht, und er an diesem Zustand nichts ändern kann. Alles was ihm bleibt ist herauszufinden wie es um seine Erwähltheit bestellt ist. Dabei spielen Zufälle eine große Rolle, den sie gelten, zumindest indirekt, als Zeichen Gottes, und sagen somit etwas über den Status eines Menschen aus. Gerade in einer Extremsituation wie sie der Ausbruch der Pest in London darstellt, in dessen Mitte sich die zentrale Figur in Defoe’s „A yournal of a plague year“ befindet, bietet viele Situationen um nach Zeichen der Erwähltheit dieser Person zu suchen.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Providence und Heilsfrage im Puritanismus
a) Was ist Vorsehung?
b) Wie wirkt sich diese Vorstellung der Vorsehung auf die Heilsfrage aus?
III Providenz in a Journal of the Plague Year, gehört H.F. zu den Auserwählten?
a) Seite 10 - 15
b) Seite 60 - 68
c) Seite 100/101
d) Seite 103 - 106
e) Seite 186/187
IV Schlussbetrachtung
V Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Protagonisten H.F. aus Daniel Defoes „A Journal of the Plague Year“ im Kontext der puritanischen Providenz-Konzeption, um zu klären, ob er als einer der „Auserwählten“ im Sinne dieser religiösen Lehre gelten kann.
- Analyse der puritanischen Providenz-Lehre nach Wolfgang Mackiewicz.
- Untersuchung der Bedeutung von Vorsehung für den individuellen Heilsstatus.
- Identifikation und Auswertung von „special providences“ im Romanverlauf.
- Bewertung des Konversionserlebnisses und der Haltung zur Pest als göttliche Strafe.
Auszug aus dem Buch
a) Seite 10 - 15
Auf den Seiten 10 - 15 beschäftigt H.F. sich mit der Frage, ob er in London bleiben oder die Stadt verlassen soll. Die Diskussion mit seinem Bruder spiegelt dabei auch den inneren Kampf wider, den er ausfechten muss um zu einer Entscheidung zu gelangen. Er führt als Grund zu bleiben, sein Geschäft an, und als Grund zu gehen, die Erhaltung seines Lebens. Bei dieser Frage steht H.F. vor einem Problem. Er kann entweder die ihm zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um sich selber zu helfen, oder er kann sich dem Willen Gottes ergeben und ihm vertrauen. Nach dem Gespräch mit seinem Bruder beschließt er, London zu verlassen. Doch dann bekommt er kein Pferd und sein Diener der ihn begleiten sollte läuft davon. Somit wird sein Entschluss zu fliehen immer durch die eine oder andere Fügung durchkreuzt. „...I always found that to appoint to go was always cross’d by some Accident or other....“ H.F. interpretiert diese Fügungen als Zeichen der Vorsehung, in London zu bleiben.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, H.F.s Heilsstatus anhand der puritanischen Providenz-Konzeption von Wolfgang Mackiewicz zu prüfen.
II Providence und Heilsfrage im Puritanismus: Dieses Kapitel erläutert die puritanischen Konzepte der Vorsehung sowie die Bedeutung von Zeichen der Auserwähltheit für die individuelle Heilsgewissheit.
III Providenz in a Journal of the Plague Year, gehört H.F. zu den Auserwählten?: Der Hauptteil untersucht anhand ausgewählter Textstellen, wie H.F. Ereignisse als Zeichen göttlicher Vorsehung interpretiert.
IV Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert, dass die Anhäufung der von H.F. gedeuteten Zeichen es wahrscheinlich macht, dass er sich als Auserwählter betrachten darf.
V Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Forschungsliteratur und der Primärquelle.
Schlüsselwörter
Vorsehung, Providenz, Puritanismus, Auserwähltheit, Heilsstatus, Daniel Defoe, A Journal of the Plague Year, special providences, Konversion, H.F., Protestantismus, Heilsgewissheit, religiöse Deutung, pest.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der religiösen Einordnung der Hauptfigur H.F. aus Defoes Roman „A Journal of the Plague Year“ vor dem Hintergrund puritanischer Glaubensvorstellungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die puritanische Providenz-Lehre, das Konzept der Auserwähltheit und wie der Mensch im Alltag Anzeichen für Gottes Lenkung erkennt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu bewerten, ob das Verhalten und die Deutungsmuster von H.F. während der Pestepidemie als Beleg für seinen Status als „Auserwählter“ gewertet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine textanalytische Untersuchung durchgeführt, die Kriterien aus der Fachliteratur (insb. Mackiewicz) auf die Romanhandlung anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Romanpassagen, in denen H.F. mit Entscheidungen, Unfällen oder Begegnungen konfrontiert wird, und verknüpft diese mit dem Begriff der „special providences“.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Providenz, Heilsgewissheit, Auserwähltheit, „first“ und „second causes“ sowie die Interpretation von Zufällen als göttliche Fügung.
Wie geht H.F. mit der Pest als moralischem Dilemma um?
H.F. deutet die Pest als Strafe Gottes, sieht aber das eigene Überleben als Zeichen dafür, dass er zu den Bewahrten gehört, was sein puritanisches Weltbild stützt.
Warum ist die Begegnung mit dem Mann auf Seite 103-106 so wichtig?
Diese Begegnung fungiert als eine Art Konversionserlebnis, das H.F. die Oberflächlichkeit seines bisherigen Glaubens vor Augen führt und ihn zur Demut bewegt.
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- Iris Heuse (Author), 2004, Der Protagonist in Daniel Defoe’s 'A Journal of the Plague Year' und Providence, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24403