INHALTSVERZEICHNIS
1. Die Glückseligkeit als Lebensform 4
2. Glückskonzeption. 5
2.1 Ziele menschlicher Handlungen 5
2.1 Autarkie des vollkommenen Guten. 6
2.3 Lebensformen des Menschen 7
2.4 Eigentümliche Leistungen des Menschen 8
3. Seelen und Tugendlehre des Menschen. 9
3.1 Tugend der Seele 9
3.2 Ethische Tugenden. 10
3.3 Dianoetische Tugenden 13
4. Leben in Glückseligkeit 15
4.1 Zusammenfassung nach Aristoteles 15
4.2 Persönliche Stellungnahme und Fazit. 16
LITERATURVERZEICHNIS 18
3
1. Die Glückseligkeit als Lebensform
Alle Menschen streben nach Glück. Deshalb kann das Glück als oberstes Ziel des Menschen angenommen werden. Was bedeutet jedoch eigentlich Glück? Das Glück ist eine Lebensweise, die im Besten Fall einen dauerhaften Zustand darstellt. In diesem Sinn ist Glück bestimmt als ein Leben in körperlicher Lust. Diese Art Lust gehört gewiss zum Menschen, zu seinen Begierden und seinen Gelüsten, sie allein kann jedoch den menschlichen Möglichkeiten nicht gerecht werden. Der Mensch hat höhere Bedürfnisse, als nur allein seinen Körper zu befriedigen. Ein solches höheres Bedürfnis wäre beispielsweise das Leben nach moralischen Grundsätze n oder anderen geistigen Prinzipien wie es der griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v. Chr.) in der Nikomachischen Ethik ausführt. Auf welche Art und Weise Aristoteles das Streben des Menschen nach einem glückseligem Leben als das oberste Ziel allen menschlichen Handelns definiert und welche Charaktereigenschaften und Lebensformen er dem Menschen dabei zuordnet, werde ich in meiner folgenden Arbeit im Bezug auf seine Ausführungen in der Nikomachischen Ethik erörtern und genauer beschreiben.
4
2. Glückskonzeption
2.1 Ziele menschlicher Handlungen
Jede Erkenntnis und jeder Entschluss eines Menschen scheint nach irgendeinem Gut zu streben. Demnach wird verständlicherweise das Gute als dasjenige bezeichnet, nach dem alles strebt.
„Jede Kunst und jede Lehre, ebenso jede Handlung und jeder Entschluß scheint irgendein Gut zu erstreben.“ 1
Das Ziel einer jeden Handlung ist also ein vermeintliches Gut. Die Güter müssen allerdings in zwei Klassen unterteilt werden.
Auf der einen Seite gibt es Güter, welche um ihrer selbst willen erstrebt werden, das heißt Güter, die mit Abschluss der jeweiligen Handlung erreicht werden und auf der anderen Seite gibt es Güter, die selbst nur angestrebt werden, weil sie Mittel zum Zweck sind oder sein könne n um ein anderes, höheres Gut zu erreichen.
„Wenn es aber ein Ziel des Handelns gibt, das wir um seiner selbst willen wollen und das andere um seinetwillen; wenn wir also nicht alles um eines anderen willen erstreben, dann ist es klar, daß jenes das Gute und das Beste ist.“ 2 Diese Theorie wiederum legt nahe, dass es ein menschlich erreichbares Gut geben muss, nach dem kein weiteres, höheres Gut folgen kann, sozusagen ein Endziel aller menschlicher Handlungen. Dieses höchste Gut bezeichnet Aristoteles mit dem Begriff der Eudaimonia oder auch Glückseligkeit.
Da der Mensch ja von Natur aus ein zu gleichen Teilen vernunftbegabtes und politisches Lebewesen ist, beschäftigt sich vor allem die Politische Wissenschaft mit der Grundfrage, woraus das vollendete Ziel allen menschlichen Handelns, beziehungsweise die vollkommene Glückseligkeit besteht.
1 NE, I. Buch, 1094a1, S. 105
2 ebenda
5
„Die Grundfrage der Politikwissenschaft ist also die Frage, worin die Glückseligkeit für den Menschen als zugleich politisches und vernunftbegabtes Lebewesen besteht.“ 3
Die Meinungen darüber sind vielfältig, kommen jedoch in der Hinsicht, dass die Glückseligkeit eine „Einheit von gutem Leben und gutem Handeln“ sein muss, zum selben Konsens. 4
2.1 Autarkie des vollkommenen Guten
Das vollkommene Gute scheint wie oben ausgeführt in sich selbstgenügsam zu sein. Diese Selbstgenügsamkeit geschieht allerdings nicht einfach für den Einzelnen, der für sich alleine lebt, sondern auch für seine Eltern, Kinder, Frau, seine Freunde und Mitbürger, da jeder Mensch in der Gemeinschaft, der Polis lebt.
„Die Wissenschaft davon aber, was menschliche Glückseligkeit ist, kann nur die Politikwissenschaft sein, weil die Ordnung der Polis die umfassendste menschliche Gemeinschaft ist, die den Einzelmenschen ebenso umspannt wie die kleineren Gemeinschaften, aus denen sie sich zusammensetzt. Ob das Gute für den Menschen nun das gleiche ist wie das Gute für die Polis oder nicht, es erscheint besser und vollkommener, es für die Polis zu erreichen und zu erhalten; denn erfreulich ist es schon, dies für einen einzelnen zu tun, edler und göttlicher aber für ein Volk oder eine Polis“. 5
Lebt ein Lebewesen nicht in der Polis, so ist es laut Aristoteles entweder ein Tier oder ein Gott. Somit hat bei Aristoteles jeder Mensch eine Mitverantwortung für die Gemeinschaft und kann nicht nur für sich als Einzelner entscheiden und handeln. Was ferner bedeutet, dass das Individuum auf seinem Weg zur vollendeten Glückseligkeit auch auf die Bedürfnisse der Gemeinschaft eingehen und diese in seine Handlungen miteinbeziehen muss.
Zur Glückseligkeit an sich kann kein weiteres Gut addiert werden, aus welchem sich ein noch höheres, erstrebenswerteres Gut ergeben würde. Demnach wird die Glückseligkeit als
3 Weber-Schäfer, Aristoteles, S. 35
4 ebenda, S.36
5 ebenda
6
Arbeit zitieren:
M.A. Claudia Haslauer, 2003, Aristoteles - Glückseligkeit als Lebensform, München, GRIN Verlag GmbH
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