I
1 Definitionen 2
Inhaltsverzeichnis
1 DEFINITIONEN 3
2 EINLEITUNG 3
3 BEOBACHTUNGEN 6
4 FAZIT UND AUSBLICK 10
5 LITERATURVERZEICHNIS 11
1 Definitionen
Um das Verhalten von Betrachtern eines Ortes außerhalb aller Orte beschreiben und deuten zu können, scheint es sinnvoll, zunächst eine Definition des Ortes zu geben. Ort
Im Bertelsmann Lexikon steht zu lesen, daß ein Ort, geographisch gesehen, ein „durch geogr. Koordinaten in seiner Lage bestimmter Punkt auf der Erdoberfläche“ ist. Weiterhin wird dort als astronomischer Ort der „scheinbare Ort“ und der „wahre Ort“ differenziert. Letztgenannter beinhaltet die „Unterschiede der Örter nach Lage des Beobachters auf der Erde“. (o.V. 1996B:7332)
Im Weiteren Verlauf werde ich auf die Aussagen Foucaults im Rahmen seiner Arbeit „Andere Räume“ (Foucault, Michel 1990) eingehen, und daher auch die definitorische Bedeutung der Heterotopie darlegen. Heterotopie
Auch zur Heterotopie gibt das Bertelsmann Lexikon eine Definition: „[griech.], Med.: Gewebe, das sich an einer Stelle befindet, an der es normalerweise nicht vorkommt, z.B. Knorpelgewebe im Hoden.“ (o.V. 1995B:4266)
2 Einleitung
Beide Definitionen beschreiben das Verhältnis eines außerhalb des Ortes liegenden Betrachters zum eigentlichen Ort. Die eher realitätsbezogene, physikalisch mathematische Definition des Ortes ist insoweit für die Analyse des Ortes außerhalb aller Orte relevant, da sich der von mir betrachtete Ort, die „Gebärmutter im Universum Bremen“, geographisch beschreiben läßt.
Die zweite Wahrnehmung des Ortes „Gebärmutter im Universum Bremen“ wird besser durch die Definition der Heterotopie beschrieben. Schließlich befindet sich keine reale Gebärmutter als Ausstellungsgegenstand im Universum, sondern deren Nachbildung; es ist somit ein Ort außerhalb aller Orte. Dies unterstreicht auch die Aussage Foucaults, wonach Orte außerhalb aller Orte „ganz andere sind, als alle Plätze, die sie reflektieren oder von denen sie sprechen“ (Foucault, Michel 1990:39). Die abstrakte und dennoch
2 Einleitung 2
begreifbare Installation der Gebärmutter stellt diese als eine Art Kulisse eines Theaterstücks nach, vor und in der die Besucher als Schauspieler agieren.
Das Universum in Bremen, in dem die Gebärmutter im Rahmen der Expedition Mensch ausgestellt ist, beschäftigt sich weiterhin mit den „Expedition“ genannten Erlebniswelten „Erde“ und „Kosmos“. Die Gebärmutter am Anfang der Expedition „Mensch“ symbolisiert und beschreibt die Entstehung des menschlichen Lebens. Es ist sehr beeindruckend, daß man so einen virtuellen Raum geschaffen hat um die Entstehungsgeschichte des Menschen der Bevölkerung näher zu bringen. Besonders für Kinder ist dieser Raum gut und übersichtlich gestaltet. Für die Menschen ist es oft schwer, sich abstrakte Dinge vorzustellen. In diesem Raum fühlt man die Entstehungsgeschichte des Menschen ganz und gar mit.
Abbildung 2-1: Mutter mit Säugling in der Gebärmutter des Universum sitzend
2 Einleitung 2
Das Bild zeigt den Eingang zur Expedition „Mensch“. Die Gebärmutter ist im Gegensatz zum realen Vorbild gänzlich offen. Nach dem fünften Grundsatz Foucaults sind Heterotopien „nicht ohne weiteres Zugänglich“. Diese Eigenschaft erfüllt die reale Gebärmutter auch, ist sie doch durch ein „System von Öffnungen und Schließungen (...) gleichzeitig isoliert und durchdringlich“ gemacht. (Foucault, Michel 1990:44). Im Inneren der Gebärmutter wird der Weg vom Beginn der Verschmelzung von Samen und Eizelle bis hin zur Geburt des Kindes beschrieben. Die einzelnen Entwicklungsschritte werden auf in die Wände eingelassenen Monitoren gezeigt. (Veit-Köhler, Dr. Gritta o.A.:9).
Durch den Geburtskanal verläßt man durch die Scheide die Gebärmutter und ist „geboren“, um die weitere Expedition „Mensch“ zu betrachten, die an dieser Stelle nicht weiter beschrieben wird.
Statt dessen werden nun Eindrücke der von mir beobachteten Menschen aufgezeigt.
Arbeit zitieren:
Jessica Scheffold, 2003, Feldforschung „Andere Räume“: Universum Bremen - Expedition Mensch - Die Gebärmutter, München, GRIN Verlag GmbH
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