Entwicklungsl änder: Wachstum, Krisen und Reformen I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Die Konvergenztheorie 1
3. Entwicklungs- und Schwellenländer 1
3.1. Strukturelle Merkmale dieser Länder. 1
3.2. Kapitalzufluss an Entwicklungs- und Schwellenländer. 2
3.3. Rückzahlungsschwierigkeiten der EWL. 3
4. Lateinamerika: Von Krisen zu ungleichen Reformen. 3
4.1. Inflation und Schuldenkrise 1980 in Lateinamerika 4
4.1.1. Bekämpfung der Inflation: Das Tablitas der 70er 4
4.1.2. Die Schuldenkrise in den 80ern 5
4.1.3. Reformen, Kapitalzuflüsse und Rückkehr der Krisen (90er) 6
4.1.4. Argentinien vor der Einführung des Currency Boards. 6
4.2. Das Currency Board 7
4.2.1. Stabilitätsmechanismus 9
4.2.2. Internal Drain 10
4.2.3. External Drain 11
4.2.4. Bonitätsverlust. 12
4.2.5. Argentinien während des Currency Boards (1991-2001) 12
4.3. Chile, das Vorbild Lateinamerikas 13
4.4. Argentiniens Krise 2001-2002 13
5. Erklärung der Krisen anhand des DD-AA-Modells 14
5.1. Krisenerklärung anhand des DD-AA-Modells in Ursprungsform. 14
Erkl ärung der Krisen anhand eines Modells von Krugman. 17
5.2.
6. Krise in Asien. 19
6.1. Vor der Krise 19
6.2. Anfang der Krise 21
6.3. Auswirkungen für einzelne asiatische Länder 23
6.4. Auswirkungen auf Europa. 24
6.5. Weitere Auswirkungen 24
Entwicklungsl änder: Wachstum, Krisen und Reformen II
7. Russlandkrise 25
8. Erklärungen der Asienkrise 25
9. Gründe für die Asienkrise 27
9.1. Diagnose und Rezeptur des IWF. 27
9.2. Kritik am IWF 28
9.3. Entwicklung durch Kapitalimport 29
9.4. Folgen der Verschuldungsstrategie 30
10. Die Folgen für die Entwicklungsländer 30
11. Fazit: 31
Literaturverzeichnis V
Entwicklungsl änder: Wachstum, Krisen und Reformen
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Funktion des Crawling Pegs
Abbildung 2: Stabilitätsmechanismus beim Currency Board
Abbildung 3: Erklärung der Krisen I.
Abbildung 4: Erklärung der Krisen II
Abbildung 5: Investitionsfunktion nach Krugman.
Abbildung 6: DD-Gleichgewicht mit AA-Kurve nach Krugman.
Abbildung 7: Politik-Trilemma
Entwicklungsländer: Wachstum, Krisen und Reformen IV
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzung Bezeichnung AA Gütermarkt-Gleichgewicht DD Geld- und Devisenmarkt-Gleichgewicht BSP Brutto Sozial Produkt EWL Entwicklungsland/ Entwicklungsland IL Industrieland/ Industrieländer GGW Gleichgewicht IS Gütermarkt-Gleichgewicht: Investieren = Sparen LM Geldmarkt-Gleichgewicht: Liquiditätsnachfrage = Geldangebot IWF Internationaler Währungs-Fond NIC Newly industrialized Countries WTO World Trade Organisation
Variablen Bedeutung CA Leistungsbilanz (current account) E Wechselkurs E e Erwarteter Wechselkurs K Kapital L(R,Y) Reale Geldnachfrage M Geldmenge M S Geldangebot (supply) NX Nettoexporte P Preis niveau im eigenen Land P* Preisniveau im Ausland R Zinsatz R* Fixer Zins Y Output δ Abschreibungsrate
Entwicklungsländer: Wachstum, Krisen und Reformen 1
1. Einleitung
Das Kapitel 22 des Buches „International Macroeconomic Policy“ von Krugman und Obstfeld befasst sich mit den Entwicklungs- und Schwellenländern (EWL), während in den vorherigen Kapiteln größtenteils Industrieländer (IL), also wirtschaftlich und politisch stabile Länder, analysiert wurden. Als erstes werden die Unterschiede der Entwicklungsländer zu den Industrieländern dargestellt. Danach wird die zeitliche Entwicklung und das Wachstum der EWL untersucht, bevor aufgetretene Krisen der EWL und deren Situation aufgezeigt und erklärt werden. Diese Analyse wird anhand von den Beispielen Lateinamerika und Asien verdeutlicht, bevor am Ende Lehren aus den Krisen gezogen und Ausblicke in die Zukunft gegeben werden. Zur Einordnung der Länder biete sich das Schema der Weltbank an. Die Weltbank hat 4 verschiedene Kategorien für die Pro-Kopf-Einkommen-Level: 1. Länder mit low-income (Indien, Pakistan, die Sahara-Staaten, etc.) 2. Länder mit lower middle-income (China, kleinere Südamerikastaaten, etc.) 3. Länder mit upper middle-income (grosse Südamerikastaaten, Malaysia, etc.) 4. Länder mit high-income (Industriestaaten)
2. Die Konvergenztheorie
Die Konvergenztheorie besagte, dass sich durch weitestgehend freien Handel das Pro-Kopf Einkommen aller Länder angleichen (konvergieren) müsste, da Kapital in die Länder bewegt werden kann, die den höchsten Ertrag bieten und außerdem auch Wissen an sich über politische Grenzen transferierbar ist. Allerdings gilt diese Theorie nur für Ausnahmen, wie z.B. Kanada. Der Grund dafür liegt vor allem in den unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Merkmalen dieser Länder.
3. Entwicklungs- und Schwellenländer
Entwicklungs- und Schwellenländer haben generell etwas andere Schwierigkeiten als Industrie länder, vor allem die Effekte unterscheiden sich durch die Divergenzen sowohl auf politischer als auch wirtschaftlicher Ebene.
3.1. Strukturelle Merkmale dieser Länder
Grundsätzlich werden 8 verschiedene Merkmale unterschieden, die teilweise die einzelnen EWL charakterisieren. Der Erfolg dieser Merkmale ist determiniert in schnellem Wachstum, geringer Inflation, geringer Arbeitslosigkeit und finanzieller Stabilität.
Entwicklungsländer: Wachstum, Krisen und Reformen 2
Durch verschiedene Maßnahmen haben die EWL versucht, sich den Strukturen der IL anzupassen, jedoch bleibt dieser Prozess unvollständig, da EWL durch zumindest einige der folgenden Faktoren beschrieben werden können:
Die Wirtschaft der EWL wurde stark von der Regierung kontrolliert (durch Handels- - barrieren,Großfirmenbesitz der Regierung, hohe Staatsausgaben). Viele EWL hatten eine Geschichte mit hoher Inflation. - DieÖffnung der Finanzmärkte führte zur Zunahme schwacher Kreditinstit utionen. - Investitionenin Firmen in EWL sind viel riskanter, da meistens die Kontrolle der - Geldverwendungin den Firmen unübersichtlich ist. Die Wechselkurse waren oft fix oder stark von der Regierung beeinflusst. - Rohstoffeund Landwirtschaft machen für viele EWL den Großteil der Exporte aus. - DieVersuche Vorschriften und Steuern der Regierung zu umgehen, führten zu Kor- - ruption(Bestechungen und Erpressungen).
Die Sicherung ausländischer Geldreserven und die Aufrechterhaltung von Produktion - undArbeit wollten die Regierungen durch Preiskontrolle, striktere Kontrolle der Finanzmärkte und Nationalisierung der Schlüsselindustrien und Handelsbeschränkungen (bis zum 2. Weltkrieg) erreichen.
3.2. Kapitalzufluss an Entwicklungs- und Schwellenländer
Viele EWL haben extensiv Kapitalzufluss von den IL erhalten und haben nun hohe Schulden bei Ausländern. Da stellt sich die Frage: Wie kam es zu der großen Anzahl an Kapitalzuflüssen?
Mit den nationalen Ersparnissen S, den Investitionen im Haushalt I und dem GGW in der Leistungsbilanz CA ergibt sich: S - I = CA. Wenn die nationalen Ersparnisse geringer sind als die Investitionen (S 1 + i*NFA 2 , der später noch interessant wird. 3 Da EWL arm an Kapital sind, bieten sich die Möglichkeiten der Einführung neuer Methoden und Werkzeuge, etc.; allerdings ist gerade hier viel Kapital erforderlich. Durch Schuldenaufnahme im Ausland kann trotz eines Leistungsbilanzdefizits importiert werden. Diese hohe Anzahl an Kreditnahmen der EWL könnte durch den intertemporalen Handel erklärbar sein. Low- income Länder behalten selbst zu geringe Ersparnisse, um all
1 NX = Trade Balance
2 NFA= Net Factor Income from Abroad
3 Roubini, Nouriel; Backus, David (1998), S.1
Entwicklungsländer: Wachstum, Krisen und Reformen 3
ihre gewinnbringenden Investitionsmöglichkeiten voll auszuschöpfen; daher können IL durch die Verleihung von Geld für Investitionen an die EWL Gewinne erzielen. Kapitalgeber erhalten höhere Renditen als im eigenen Land und Kreditnehmer können ihren Kapitalstock erhöhen, obwohl die nationalen Ersparnisse gering sind.
3.3. Rückzahlungsschwierigkeiten der EWL
Scharfe Einschnitte bei einer Krise in Output und Arbeit können durch die Leistungsbilanzgleichung S-I = CA erklärt werden. Hat ein Land ein Leistungsbilanzdefizit (durch Geldleihen im Ausland) von 5% des Bruttosozialprodukts und Kreditgeber aus dem Ausland bekommen Angst vor der Nichteinhaltung der Rückza hlung, so dass sie keine Kredite mehr geben, führt dass dazu, dass sofort die Investitionen um 5% sinken oder die Ersparnisse um 5% zunehmen müssten, damit das Leistungsbilanzsaldo > 0 ist. Der benötigte scharfe Rückgang der aggregierten Nachfrage führt zu einem dramatischen Rückgang des Outputs. Die Angst der ausländischen Kreditgeber führt aber nicht nur zu keiner neuen Geldgabe sondern auch dazu, dass alle Geber ihr Geld so schnell wie möglich aus dem Land schaffen wo llen, sofern möglich (kurze Laufzeiten). Je mehr Kredite mit kurzer Laufzeit aufgenommen wurden, desto größer muss der Anstieg der nationalen Ersparnis oder der Rückgang der Investitionen sein, um Rückzahlungsschwierigkeiten zu verhindern. Hieraus wird deutlich, dass auch die Schuldenkrisen einem selbsterfüllenden Mechanismus unterliegen. Der Verlust der Reserven führt dazu, dass die Regierung den Wechselkurs nicht mehr fixieren kann. Zur gleichen Zeit geraten die Banken in Probleme, weil ausländische und inländische Anleger eine Währungsentwertung und die Konsequenzen der Rückza hlungsschwierigkeiten befürchten und somit Geld zurücknehmen und ausländische Reserven kaufen, in der Hoffnung, Auslandwährungsschulden zurückzuzahlen oder Gewinne ins Aus-land zu schaffen. Da die Banken zunächst oft zu schwach waren, brachten die hohen Raten an Rücknahmen diese an den Rand des Bankrotts. Alle Krisen „ergänzen“ sich gegenseitig, so dass sie in der Summe weitreichende Folgen für die Wirtschaft haben. Gründe für solche Wirtschaftkollapse können in der Zahlungsbilanz, dem ausländischen Währungsmarkt oder im Bankensystem liegen. Dies ist abhängig von dem jeweiligen Land.
4. Lateinamerika: Von Krisen zu ungleichen Reformen
Im Folgenden werden die Entwicklung und die Vergangenheit Lateinamerikas ab 1970, auch anhand von Beispielländern wie Argent inien und Chile, analysiert.
Arbeit zitieren:
Philipp Kötter, Fabian Qednau, 2003, Entwicklungsländer: Wachstum, Krisen und Reformen, München, GRIN Verlag GmbH
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