Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS 1
EINLEITUNG 2
1. ROM GEHT ZUR SEE (264 - 260) 3
2. DIE ABLÖSUNG DER KARTHAGER ALS BEHERRSCHENDE
KRAFT IM WESTLICHEN MITTELMEER DURCH ROM (260 - 256) 5
2.1 ERSTE ERFOLGE: DIE „KRÄHEN“ VERHELFEN ROM ZUM ERSTEN
SEESIEG BEI MYLAI (260) 5
2.2 VERNICHTUNG DER KARTHAGISCHEN STREITKRÄFTE BEI EKNOMOS
(256) 6
3. DIE RÖMISCHE FLOTTE ERLEIDET RÜCKSCHLÄGE (255 - 249)
7
3.1 SEEKATASTROPHEN DEMORALISIEREN ROM (255 - 253) 7
3.2 KARTHAGO SCHLÄGT ROM BEI DREPANON (249) 8
3.3 ROM VERLIERT AUCH DEN REST SEINER FLOTTE (249) 9
4. SIEG BEI DEN ÄGÄDISCHEN INSELN (241) 10
SCHLUSS. 11
QUELLENVERZEICHNIS. 12
LITERATURVERZEICHNIS 13
Seite 1
Einleitung
Noch zur Mitte des zweiten Jahrhunderts vor der Geburt Christi war das spätere Weltreich Rom eine regional begrenzte Macht. Bis dahin stand der Stadtstaat zwar bereits für eine expansive Politik. Diese war jedoch auf die italienische Halbinsel begrenzt. 1 264 v. Chr. sollte sich dieser Umstand durch den Konflikt mit den Karthagern auf Sizilien, der schließlich in den Ersten Punischen Krieg mündete, grundlegend ändern. Der griechisch-römische Geschichtsschreiber Polybios nennt die Intervention Roms auf der Mittelmeerinsel den „ersten Übergang mit Heeresmacht“. 2
Die afrikanische Hafenstadt Karthago war zu jener Zeit die beherrschende Macht des westlichen Mittelmeeres, während Rom über keinerlei Kapazitäten oder gar auch nur Erfahrungen zur See verfügte. So stellten die Römer erstmalig in ihrer Geschichte eine eigene Flotte auf, um ihre zu diesem Zeitpunkt noch übermächtigen Gegner im Laufe der kommenden 23 Jahre zu schlagen. 3
Zum ersten Mal bewegt sich das Militär Roms nicht nur auf dem europäischen Festland, sondern durchkreuzt das ganze Mittelmeer. Der Autor des Buches „The First Punic War“, J.F. Lazenby, bewertet diese Entscheidung als „one of the most momentous decisions in their [die der Römer, Anm. d. Autors] history“. 4
Diese Arbeit stellt die Schritte zum Aufbau der großen Flotte sowie die Ursachen hierfür dar. Im Anschluss analysiert sie die wichtigsten Ereignisse zur See, die den Römern im Laufe des Ersten Punischen Krieges widerfahren sind. Hierzu zählen nicht nur Seeschlachten zwischen den Flottenverbänden Rom und Karthagos, sondern auch Sturmkatastrophen.
Im Abschluss bewertet die Arbeit die Aktivitäten der Streitkräfte zur See und ihre Bedeutung für die folgenden Epochen römischer Geschichte.
1 Jochen Bleicken, Geschichte der Römischen Republik, München 1992, S. 1 - 39
2 Polyb. 1,12
3 Werner Huss, Geschichte der Karthager, München 1985, S. 228f
4 J.F. Lazenby, The First Punic War, London 1996, S. 62
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1. Rom geht zur See (264 - 260)
Hauptstreit- und Ausgangspunkt des Ersten Punischen Krieges war die Mittelmeerinsel Sizilien, an der Rom bis dahin kein Interesse gezeigt hatte. 264 jedoch erhielt der Stadtstaat einen Hilferuf der Mamertiner, einer oscischen Söldnergruppe. Die Söldner hatten sich in der Stadt Messana, im Nordosten Siziliens gelegen, verschanzt. Dort erwehrten sie sich der Angriffe König Hierons II. von Syrakus. Bevor sie sich an Rom wandten, hatten sie bereits Karthago um Hilfe gebeten. Die afrikanische Stadt kam dem Wunsch nach und besetzte noch vor dem Eintreffen der Römer Messana. 5 Als diese ebenfalls Sizilien erreichten, vertrieben sie die karthagischen Truppen, die daraufhin mit einem Ultimatum antworteten. Sollte Rom nicht Messana und im Anschluss ganz Sizilien räumen, befände es sich ab sofort mit Karthago im Kriegszustand: Der Erste Punische Krieg begann. 6 Nach den ersten geschlagenen Landschlachten auf Sizilien, die für Rom sehr erfolgreich ausgegangen waren, besann man sich - vermutlich zwischen 261 und 260 v. Chr. - auf eine neue Strategie. 7 Vor allem bedingt durch karthagische Seeoffensiven in den Jahren 262 und 261, entschloss sich der Senat zum Bau einer eigenen Flotte. 8 Dies stellte eine absolute Neuerung in der römischen Kriegsführung dar. Nicht nur, dass Rom mit dem Krieg auf Sizilien an den ersten Kampfhandlungen seiner Geschichte außerhalb des italienischen Fest-landes teilnahm. 9 Nun beschloss man sogar, gegen die zu jener Zeit führende Seemacht ein Gegengewicht zu bilden und Karthago mit seiner eigenen Waffe zu schlagen: einer Flotte. Bisher verfügte Rom in der militärischen Seefahrt nur über marginale Erfahrung. Während der Binnenkriege in Italien waren keine Schiffe notwendig gewesen, zudem bot die Lage der Stadt gegen einen Flottenüberfall hinreichend Sicherheit. Erste Versuche mit der Seekriegsführung um 300 v. Chr. brachten nicht den gewünschten Erfolg. So
5 Winfried Ellinger, Karthago: Stadt der Punier, Römer, Christen, Stuttgart 1990, S.
110; vgl. auch Huss, Geschichte der Karthager, S. 217 sowie Polyb. 1,10 bis 1,11
6 Huss, Geschichte der Karthager, S. 223
7 Polyb. 1,20; vgl. auch Lazenby, The First Punic War, S. 60 - 63
8 Herbert Heftner, Der Aufstieg Roms, Regensburg 1997, S. 122
9 Vgl. hier Einleitung dieser Arbeit bzw. Polyb. 1,12
Seite 3
verließ man sich für sporadische Einsätze der Marine ganz auf die maritimen Kontingente der Bundesgenossen. 10
Ein Sieg gegen Karthago ließ sich aber nur jenseits des Meeres in Afrika oder auf dem Meer erreichen. Daher erbauten die Römer nach den Angaben von Polybios 100 Penteren und 20 Trieren. 11 Penteren waren die am häufigsten eingesetzten Schlachtschiffe, deren Ruderreihen mit jeweils fünf Seeleuten besetzt waren. Trieren verfügten zwar über eine höhere Wendigkeit, waren jedoch kleiner, schlechter geschützt und wurden pro Ruderreihe von nur drei Menschen bedient. 12 Zu Beginn verfügte Rom mangels Erfahrung nicht einmal über die Baupläne für Penteren. Polybios weiß zu berichten, dass sie die Konstruktion von einem erbeuteten Schiff der Karthager, das zufällig auf Grund gelaufen war, abgeschaut hätten. 13 Ihre zukünftigen Ruderer trainierten die Römer zunächst an Land, bevor sie zum Einsatz auf den Schiffen kamen. 14
Selbst wenn den römischen Penteren wirklich ein karthagisches Schiff als Vorbild gedient hatte, so erreichte die Qualität der Flotte der Römer zu Beginn nicht die der Karthager. Die Schiffe waren schwerfällig und konnten, besonders wenn sie in Bedrängnis gerieten, ihren Gegnern nur schlecht ausweichen. 15
Und so waren die ersten Operationen mit der neuen Flotte wenig viel versprechend. Der römische Konsul des Jahres 260 v. Chr., dem der Oberbefehl für die Schiffe übertragen worden war, wurde prompt mit 17 Schiffen von Karthagern bei der Stadt Lipara eingeschlossen. Eine Flucht über das Meer war ausgeschlossen, darum gingen die meisten Römer an Land. 16
Die römische Flotte hatte ihre Bewährungsprobe nicht bestanden. De-moralisierte Truppen waren die Folge. 17
10 Heftner, Der Aufstieg Roms, S. 122
11 Polyb. 1,20
12 Lucien Basch, The Punic Ship and the Punic Quinquereme, in: Mariners Mirrow,
Vol. 73, 1987, S. 417
13 Jürgen Hausen, Schiffbau in der Antike, Herford 1979, S. 153
14 Lazenby, The First Punic War, S. 63
15 Gilbert u. Colette Charles-Picard, Karthago, Leben und Kultur, Stuttgart 1983, S.
199; vgl. auch Heftner, Der Aufstieg Roms, S. 123
16 Huss, Geschichte der Karthager, S. 229
17 Heftner, Der Aufstieg Roms, S. 124
Seite 4
Arbeit zitieren:
Christian Pfeiffer, 2004, Roms Aufstieg zur Seemacht im Ersten Punischen Krieg, München, GRIN Verlag GmbH
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