II
INHALTSVERZEICHNIS
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGS UND TABELLENVERZEICHNIS IV
1. Einleitung 1
2. Nachhaltigkeit 2
2.1. Definition und Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung 2
2.2. Das Konzept der Nachhaltigkeit 2
3. Nachhaltige Energienutzung in Deutschland 4
3.1. Definition der nachhaltigen Energienutzung 4
3.2. Heutige Energienutzung in Deutschla nd 4
3.3. Auswirkungen der Energienutzung auf die Umwelt 6
3.4. Erneuerbare Energien Einstieg in die Zukunft 7
4. Windenergie 10
4.1. Aktueller Stand der Windenergienutzung in Deutschland 10
4.2. Erne uerbare-Energien Gesetz (EEG) 12
4.2.1.Ziel des Gesetzes 13
4.2.2.Abnahme- und Vergütungspflicht 13
4.2.3.Vergütungssystem 13
4.2.4.Stromgestehungskosten erneuerbarer Energien 14
4.2.5.Ist das EEG eine Beihilfe 15
4.3. Windenergie und Umweltschutz 17
4.3.1.Landschaftsbild 17
4.3.2.Belastung der Bevölkerung 18
4.3.3.Beeinträchtigung der Vogelwelt 19
4.4. Kosten der Windenergienutzung 20
4.5. Prognose der Windenergienutzung 21
4.5.1.Prognose bis 2010 für Deutschland 21
4.5.2.Prognose bis 2030 für Deutschland 23
4.5.3.Prognose der Windenergienutzung weltweit 25
LITERATURVERZEICHNIS
ANHANG
III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
ca. cirka
CO 2 Kohlendioxid
EEG Erneuerbare-Energien-Gesetz
ERP Europäisches Wiederaufbauprogramm = European Recovery Program
GJ Gigajoule
kWh Kilowattstunde
m Meter
Mio. Million
Mrd. Milliarde
MW Megawatt
Petajoule (1PJ = 10 15 )
PJ
parts per million (1 Milligramm pro Liter oder 1 Gramm pro m 3 )
ppm
StrEG Stromeinspeisungsgesetz
t Tonne
TWh Tera Wattstunde
IV
ABBILDUNGS UND TABELLENVERZEICHNIS
Abbildungen
Abbildung 1: Entwicklung der Leistung von Windkraftanlagen 10
Abbildung 2: Regionale Verteilung der Windenergienutzung in Deutschland 11
Abbildung 3: Prognostizierte CO 2 Einsparung im Jahre 2010 22
Abbildung 4: Prognose des jährlichen Zuwachses an Windenergie in Deutschland 23
Abbildung 5: Kumulierte Entwicklung der Windenergie in Deutschland bis 2030 24
Abbildung 6: Prognostizierte CO 2 Einsparung im Jahre 2030 25
Abbildung 7: Prognose für die Entwicklung Windenergie-Installationen 26
Tabellen
Tabelle 1: Anteil des potentiellen Jahresenergieertrages aus Windenergieanlagen am
Nettostromverbrauch der Bundesländer und Deutschlands 29
1
1. Einleitung
Der Klimawandel ist eines der größten Umweltprobleme, dem die Menschheit heute gegenübersteht. Die Aktivitäten der Menschen haben Größenordnungen erreicht, die das Klima nicht nur lokal, sondern auch global drastisch und möglicherweise irreversibel beeinflussen. Hauptursache für die Klimaveränderungen i st die Zunahme des CO 2 -Gehaltes der Atmosphäre durch die Verfeuerung von Kohle, Öl und Gas. In vielen Teilen der Erde sind extreme und ungewöhnliche Wetterphänomene zu beobachten, die auch in Deutschland im Juni 2003 erstmals spürbar waren. Jüngste Meldungen über Tornados, die in der Eifel ganze Dörfer zerstört haben , zeigen, wie ernst die Situation ist.
Dennoch ist das Problem des Klimawandels kein unabwendbares Schicksal. Der Mensch besitzt die Steuerungsmöglichkeiten, die zukünftige gewünschte Richtung mitzubestimmen.
Der beschleunigte Ausbau der Nutung der erneuerbaren Energien ist eine notwendige Voraussetzung für eine nachhaltige Energiezukunft. Die Bundesrepublik Deutschland misst dem Ausbau der erneuerbaren Energien eine zentrale Bedeutung im Hinblick auf wirksamen Klimaschutz und den Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung bei.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, die Bedeutung einer nachhaltigen Energienutzung auf der Grundlage des Einsatzes erneuerbarer Energien am Beispiel der Windenergie in Deutschland herauszustellen und gliedert sich wie folgt: Im zweiten Kapitel wird zunächst der Begriff und das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung vorgestellt. Im Kapitel 3 folgen Erläuterungen zu dem Begriff einer nachhaltigen Energienutzung und ein Überblick über die heutige Energienutzung in der Bundesrepublik sowie deren Auswirkungen auf die Umwelt. Dabei werden die erneuerbaren Energien als zukünftige Basis einer nachhaltigen Energienutzung vorgestellt. Abschließend wird im 4 und letzten Kapitel die Windenergie als ein Beispiel erneuerbarer Energien und Motor einer nachhaltigen Entwicklung umfassend beschrieben.
2
2. Nachhaltigkeit
2.1. Definition und Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung
Unter einer nachhaltigen Entwicklung ist eine Entwicklung zu verstehen, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen”. 1 Folglich ist das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung, den nachfolgenden Generationen in Deutschland und in der Welt ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge zu hinterlassen und dabei Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtige n.
Alle Aktivitäten zur Erwirtschaftung des heutigen Wohlstandes müssen im Sinne der Nachhaltigkeit immer unter dem Vorbehalt der ökologischen Tragfähigkeit stehen. Denn nur innerhalb des Spielraumes, den die Natur als Lebensgrundlage vorhält, ist Entwicklung und Wohlstand möglich. Die heutige Herausforderung besteht demnach in der bestmöglichen Nutzung diese Spielraumes.
Dazu muss die letzte unüberwindliche Schranke, also die Tragfähigkeit der Natur von der heutigen Menschheit akzeptiert werden, die unterschiedlichen Perspektiven und Interessen der Individuen aufeinander abgestimmt werden und an die Spielräume der natürlichen Lebensgrundlagen angepasst werden.
Demnach ist Umweltpolitik nur dann nachhaltig, wenn diese Entwicklung zu einer starken Erhöhung d er Energie- und Materialeffizienz und auch zu einer Veränderung der Einstellungen und Verhaltensweisen der Menschen führt. 2
2.2. Das Konzept der Nachhaltigkeit
Das Konzept der Nachhaltigkeit stammt aus der Zeit der Energiekrise gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Die deutsche Wirtschaft war damals auf den Wald als Rohstoff- und
1 vgl. Umweltbundesamt: Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, S. 1.
2 vgl. Umweltbundesamt: Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, S. 2 .
3
Energielieferant angewiesen. Um der Überbenutzung des Waldes Einhalt zu gebieten und die Versorgungsbasis zu sichern, wurde in Deutschland eine auf langfristige Ressourcenerhaltung angelegte nachhaltige Forstwirtschaft eingeführt. Seit den 90er Jahren prägt der Begriff erneut die Diskussionen, wenn es um einen schonenden Umgang mit der natürlichen Umwelt, um eine gerechte Verteilung des Wohlstandes in der Welt und um eine humane Gestaltung der Lebensgrundlagen für alle Menschen geht. 3
International gewann der Begriff an Bedeutung als zu Beginn der 70er Jahre die erste internationale Konferenz in Stockholm, die United Nations’ Conference on the Environment, zum Thema „Menschliche Umwelt“ veranstaltet wurde. Zu dieser Zeit entstand ein ganz neues politisches Feld: die Umweltpolitik.
Im Laufe dieser Konferenz ergab sich, dass die neu erkannten Umweltprobleme ohne Berücksichtigung sozialer und wirtschaftlicher Aspekte nicht zu lösen sind. Aufgrund dieser Erkenntnis wurden Konzepte für „umwelt- vernünftige Strategien“ unter Förderung gerechter sozio-ökonomischer Aspekte entwickelt, die als Kurzbezeichnung den Namen „Sustainable Development“ trugen. Dieser Begriff wurde international durch seine zentrale Rolle im Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung „common future“ unter dem Vorsitz der norwegischen Politikerin G.H. Brundtland bekannt.
Im deutschen Sprachraum existiert keine einheitliche Übersetzung des Begriffs „substainability / substainable development“. Anzutreffen sind die Begriffe „dauerhafte“ (Hauff 1987), „nachhaltige“ (BMU 1998), „dauerhaft- umweltgerechte“ (UBA 1997), „nachhaltig zukunftsverträgliche“ (Enquete-Kommission 1998), „zukunftsfähige“ (BUND und Misereor 1995) und „dauerhaft umweltverträgliche“ (SRU 1998) Entwicklung. 4 Das Konzept der Nachhaltigkeit gelangte endgültig zur internationalen Bekanntheit, als im Juni 1992 in Rio de Janeiro die zweite Umweltkonferenz, die Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) tagte. Die internationale Staatengemeinschaft bekannte sich zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Eine der wichtigsten Beschlüsse dieser Konferenz war die Entwicklung eines globalen Aktionsplanes für nachhaltige Entwicklung
3 vgl. Nutzinger, Hans G.: Nachhaltige Wirtschaftsweise und Energieversorgung, S. 14 – 15.
4 vgl. Costanza / Cumberland / Daly / Goodland / Norgaard: Einführung in die Ökologische Ökonomik,
S. 214.
4
(„Agenda 21“), der detaillierte umwelt-und entwicklungspolitische Handlungsanweisungen enthält. 5 Die nachhaltige Entwicklung bezieht sich demnach auf das Verhältnis zwischen menschlichem Wirtschaften, dem dafür erforderlichen Verbrauch natürlicher Ressourcen und der dadurch erreichten Lebensqualität: Derzeit sind weltweit ca. 20 % der Bevölkerung, im Wesentlichen die westlichen Industriegesellschaften, für ca. 80 % des Ressourcenverbrauchs verantwortlich. Gleichzeitig stellen die Entwicklungsbestrebungen in den ärmeren Regionen der Erde Ansprüche an die Nutzung des Naturhaushaltes, die mittelfristig dessen Zusammenbruch bedeuten. 6
3. Nachhaltige Energienutzung in Deutschland
3.1. Definition der nachhaltigen Energienutzung
Ausgehend von der recht allgemein und abstrakt gehaltenen Definition der Nachhaltigkeit lassen sich Hinweise für Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung im Energiebereich ableiten. So kann die Energienutzung als nachhaltig bezeichnet werden, „wenn sie die allgemeine und dauerhafte Verfügbarkeit von geeigneten Energieressourcen sicherstellt und zugleich die negativen Auswirkungen von Energiebereitstellung, -transport und – nutzung begrenzt“. 7
3.2. Heutige Energienutzung in Deutschland
Die gegenwärtige Energienutzung in Deutschland beruht überwiegend auf der Nutzung der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas: Die Energieversorgung stützt sich hauptsächlich auf Mineralöl, das ca. 40 % zur Deckung des Bedarfs beiträgt. 8 Dagegen nimmt die
5 vgl. Umweltbundesamt: Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Vorwort S. III 6 vgl. Costanza / Cumberland / Daly / Goodland / Norgaard: Einführung in die Ökologische Ökonomik, S. 279.
7 vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Natürliche Ressourcen – Umweltgerechte Energieversorgung, in: BMU, Referat Z II 7 „Umwelt und Erneuerbare Energien“ 04/2002, S. 6.
8 vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Natürliche Ressourcen – Umweltgerechte Energieversorgung, in: BMU, Referat Z II 7 „Umwelt und Erneuerbare Energien“ 04/2002, S. 20.
5
Bedeutung der Stein- und insbesondere der Braunkohle kontinuierlich ab. Immer bedeutender wird Erdgas mit derzeit ca. 21 %. Kernenergie hat einen Anteil von 13 % am Primärenergieverbrauch. 9
Im Jahr 2000 wurden etwa 14.200 PJ Primärenergie verbraucht. Das entspricht knapp 500 Mio. t Steinkohle oder knapp 4.000 Mrd. kWh. Damit beträgt der Pro- Kopf- Verbrauch an Energie 177 GJ, 6t Steinkohle oder gut 49.000 kWh.
Hauptverbraucher der Endenergie ist durch die Zunahme des Straßenverkehrs, der Verkehrssektor mit derzeit ca. 31 %. Private Haushalte verbrauchten im Jahr 2000 28 % der gesamten Endenergie. Dage gen ist der Bedarf der Industrie an Endenergie immer weiter zurückgegangen. Gegenwärtig benötigt die industrielle Produktion 25 % der Endenergie.
Der Verbrauch insgesamt ist trotz deutlich höherer Wirtschaftsleistung seit Jahren konstant geblieben. Er konnte vom Wirtschaftswachstum entkoppelt werden. Das bedeutet, dass die Wirtschaftsleistung je Einheit mit ständig weniger Energieeinsatz bereitgestellt wird. Dahinter steht einerseits der ständig technische Fortschritt bei der Wandlung und Nutzung von Energie. Andererseits bewirkt auch der parallel verlaufende Strukturwandel von der Industrieproduktion zur Dienstleistungsbranche und der wirtschaftliche Zusammenbruch in den neuen Bundesländern zu einer Verringerung des Koeffizienten. Der Prozess verlief beim Primärenergieverbrauch stetig mit durchschnittlich 1,5 % Absenkung je Jahr in den letzten 20 Jahren. Heute wird weniger als die Hälfte an Energie benötigt, als noch 1950. 10
Anders sieht die Situation beim Stromverbrauch aus. Aufgrund seines verstärkten Eins atzes in allen Bereichen hat der Stromverbrauch je Einheit Wirtschaftsleistung stetig zugenommen. Im Jahre 1999 betrug die Bruttostromerzeugung beispielsweise 553 TWh im
9 vgl. Brauch, Hans Günter: Energiepolitik, S. 275.
10 vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Natürliche Ressourcen –
Umweltgerechte Energieversorgung, in: BMU, Referat Z II 7 „Umwelt und Erneuerbare Energien“
04/2002, S. 19.
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Ina Prätorius, Caudia Hein, 2003, Die Nutzung erneuerbarer Energien als Beitrag einer nachhaltigen Entwicklung am Beispiel der Windenergie in Deutschland, Munich, GRIN Publishing GmbH
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