Lehrveranstaltung Informationsmanagement I
Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Begriff und Definition der Schwachstelle 4
3. Begriff und Definition der Schwachstellenanalyse 6
4. Allgemeine Vorgehensweise und Maßnahmen 8
4.1 Die Bedeutung von Daten 10
4.2. Die wichtigsten Datengruppen 11
4.3. Arten der Schwachstellenanalyse 13
4.4. Methodentypen der Schwachstellenermittlung 15
5. Arten und Methoden der Schwachstellenanalyse am Beispiel 17
6. Erkenntnisse 20
7. Literaturverzeichnis 21
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1. Einleitung
In einem Dynamischen Umfeld, das durch wirtschaftliche, gesellschaftliche und technologische Veränderungen gekennzeichnet ist, sind Unternehmen zunehmend darauf angewiesen, sich im Sinne einer lernenden Organisation umzustrukturieren, um auf neue Erkenntnisse schnell und angemessen reagieren zu können. In diesem Zusammenhang entwickelt sich die Schwachstellenanalyse zu einer Disziplin, die vorrangig versucht, sowohl Ursachen aufzufinden als auch Ablaufkriterien zu ergründen, nach denen eine Schwachstelle entsteht und eventuell zur Schadensstelle wird. Außerdem darf sie das gesamte Umfeld der auf sie Wirkenden Disziplinen ( z.B. Konstruktionstechnik, Fertigungstechnik etc ) nicht vernachlässigen. Dies bedeutet, dass die Schwachstellenforschung sich im Engeren mit der Schwachstellenanalyse beschäftigt, im weiteren Sinn aber eine transdisziplinarsiche Funktion einnimmt, nämlich Wissen aus mehreren Disziplinen zur systematischen Kopplung und Anwendung zu bringen. Allerdings ist grade die Verknüpfung der Schwachstellenanalyse mit anderen Disziplinen, die Notwendigkeit, von ihnen Wissen anzunehmen und Impulse zurückzugeben, ein Erschwernis für die Möglichkeit, eindeutige disziplinarische Grenzen zu ziehen.
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2. Begriff und Definition der Schwachstelle
Für die Schwachstelle gibt es in der Literatur über 50 verschiedene oder ähnliche Definitionen. Bis heute versucht man den Begriff „Schwachstelle“ nach den spezifischen Gesichtspunkten der eigenen Betrachtungsweise und -perspektive zu definieren. Solche Definitionen sind zwar nicht falsch, doch gelten sie nur für ein spezifisches Betrachtungsfeld. Dies führt dazu, dass die Schwachstelle für den Instandhalter oft eine andere Bedeutung hat als z.B. für den Konstukteur, den Betriebswirtschaftler oder den Wirtschaftsinformatiker. Das Wort Schwachstelle wird auch für Bezeichnungen verwendet, die gar keine „Schwachstelle“ sind. Folgt man dieser Überlegung, so lassen sich drei Begriffe herauskristallisieren, die zwar seit Jahrzehnten bekannt sind, wiederholt definiert wurden und trotzdem immer Anlass zu heftigen Fachdiskussionen gegeben haben; die Begriffe „Schadenstellen, Schwachstelle und Ursachenstelle“ [MeHe94, S.121]. Alle drei Begriffe lassen sich mit dem vorhandenen Definitionsvorschlägen der DIN, der VDI [VDI03], VDE [VDE03] Richtlinien und den sinnvollen, technischen Vorstellungen, vor allem der Bereiche Konstruktion, Werkstoffkunde, Sicherheit und Qualität sowie Produktion gut erklären. Demnach gilt nach der alten Fassung der DIN für die Schwachstelle :
„Schwachstelle ist jede Schadensstelle oder schadensverdächtige Stelle, die mit technisch möglichen und wirtschaftlich vertretbaren Mitteln verändert werden kann, dass die Schadenshäufigkeit und/oder Schadensumfang sich verringert.“ [MeHe94, S.122].
Diese Definition ist aus instandhaltungstechnischen Gesichtspunkten entstanden, ist im Rahmen von Instandhaltungsaufgaben richtig, aber für unseren Zweck (
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Vorgehensweise und Maßnahmen beim identifizieren betrieblicher Schwachstellen ) nur bedingt zu gebrauchen.
Aus dieser Überlegung sollte für die Schwachstellenforschung eine Definition der Schwachstelle gültig sein, die allen anderen überlagert ist, keine bestehende Norm verletzt und aus rein wissenschaftlichen Parametern gewichtet ist. Sie kann lauten : „Schwachstelle ist der kausale Ereignisort der Ursachenwirkung in technischen Konstruktionen“ [MeHe94, S.123].
Auch hier stehen wir wieder vor dem Problem, das sich die Definition auf „technische Konstruktionen“ und nicht auf innerbetriebliche Schwachstellen im betriebswirtschaftlichen Sinne bezieht. In einem Buch der zugrunde liegenden Literatur wird zwar extra darauf verwiesen, dass „mit dieser Definition sämtliche Arten von Schwachstellen erfasst werden können“, da jedoch keine „technische Konstruktion“ zu Grunde gelegt werden kann, verwende ich einen allgemein gehaltene Definition für das Problem :
„Schwachstelle ist die Stelle der Auswirkung von Ursachen funktionaler/wirksamer Art“ [MeHe94, S.123].
Damit wurde einen Definition gefunden die den Ansprüchen der Aufgabenstellung genügt und auch für betriebswirtschaftliche Zwecke verwendet werden kann.
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3. Begriff und Definition der Schwachstellenanalyse
Die Schwachstellenanalyse wird inhaltlich unterschiedlich verstanden. Sie wird einerseits als Vorgehensweise zur Analyse von Fehlern und Mängeln eines Bauteils oder Systems ( im nichttechnischen Sinne ) verstanden, andererseits als Methode zur Auffindung von Schwachstellen einer Maschine oder Anlage.
Es gibt auch verschiedene Arten der Schwachstellenanalyse, die teils sinnvoll sind, teils aber auch nur eine sprachliche Erweiterung darstellen. Für die gegebene Aufgabenstellung verwende ich den Begriff und die Definition der organisatorischen Schwachstellenanalyse, die als Analyse aller jener betriebstechnischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Faktoren verstanden wird, die einerseits mit der Funktion einer technischen Konstruktion zusammenhängen, andererseits maßgebend zum Betrieb und zur Funktion der Maschinen und Anlagen beitragen. Es können hier beispielsweise genannt werden: Bedienung, Personal, Arbeitsweise, Ergonomie u.a.
In der Literatur findet man weitere Bezeichnungen, wie z.B. technologische, konstruktive, funktionale Schwachstellenanalyse.
Die technische Schwachstellenanalyse beschreibt eine Ursachenanalyse hinsichtlich der Eigenschaften, des Verhaltens, der Größe ( von z.B. Funktion, Konstruktion, Werkstoffen, Fertigung ) und des Betriebes der verschiedenen technischen Konstruktionen.
Die instandhaltungstechnische Schwachstellenanalyse wird verstanden als Analyse der Veränderungsvorgänge beim Verbrauch der vorhandenen Abnutzungsvorräte von Instandhaltungsteilen ( Bauteilen )
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In verschiedenen Literaturquellen wird nach dem Inhalt und dem Sinn von Schwachstellenanalysen gefragt. Prüft man diese Veröffentlichungen kritisch, so stellt man fest, das unabhängig vom Inhalt einige gemeinsame Punkte vorliegen:
● Fast alle Betrachtungen gehen von der Analyse und der Untersuchung von Daten und Informationen aus, wie z.B. Störungen, Schäden, Qualitätsmängel oder Mängel im Allgemeinen. [MeHe94, S.165]
● Alle Betrachtungen behandeln dieses Datenmaterial nach einer eigenen Systematik und leiten daraus bestimmte Folgerungen z.B. über die Schadenshäufigkeit, die Stillstandszeit, die Ausfallkosten, ab. [MeHe94, S.165] ● Alle Betrachtungsweisen werden grundsätzlich als methodisch dargestellt und verfolgen auch einen Vorgehensweise, die in methodische Schritte bzw. Abschnitte unterteilt wird. [MeHe94, S.165]
● Alle Betrachtungen enden mit Empfehlungen für die Durchführung und mit Angabe der Vorteile, seltener ihrer Nachteile. [MeHe94, S.165]
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4. Allgemeine Maßnahmen und Vorgehensweisen
Der Gedankliche Kreislauf solcher Betrachtungen beginnt also beim Datenvolumen, geht über die systematische Analyse zur methodischen Gewichtung weiter und endet mit der Angabe von Empfehlungen.
Dieser Kreislauf beinhaltet im Grunde vier wichtige Elemente zur Betrachtung technischer Systeme jeder Art - nämlich die Daten 1 , Analytik/Analyse 2 , Methodik 3 und Zielsetzung. Ohne Zielsetzung werden oft Daten gesammelt, die z.B. nicht zutreffen, unbrauchbar, irrelevant oder ungenau sind. Ohne Analytik/Analyse wird man Datenmaterial nicht systematisch untersuchen und vorbereiten können, man wird Zusammenhänge nicht erkennen oder nicht begreifen und fehlerhafte oder irreführende Schlussfolgerungen ziehen. Ohne Methodik wird man die Erkenntnisse, die Ergebnisse, die Abteilungen nicht in logischen Schritten aufbauen und nachvollziehen können und dadurch werden die Empfehlungen der gewünschten Zielsetzung nicht befriedigt.
1 Daten
[zu Datum], allgemein: aus Messungen, Beobachtungen und Ähnlichem gewonnene Angaben, Informationen. - [zu Datum], Wirtschaftstheorie: gegebene Faktoren, die bei der Konstruktion von Modellen der wirtschaftlichen Realität als stillschweigend oder ausdrücklich vorgegeben angenommen (und damit als nicht erklärungsbedürftig eingestuft) werden (z..B. die staatliche Ordnung, die rechtliche und soziale Organisation, Stand des technischen Wissens, Bodenfläche undschätze). Die Daten eines Modells können in einem anderen zu Variablen werden, das heißt zu erklärungsbedürftigen Größen.
2 Analyse
[griechisch] die, allgemein: Zerlegung, Zergliederung eines Ganzen in seine Teile, systematische Untersuchung eines Sachverhalts unter Berücksichtigung seiner Teilaspekte. - Verfahrensweisen bei der statistischen Auswertung empirischer Untersuchungen, z..B. Faktorenanalyse, Korrelationsanalyse, Varianzanalyse.
3 Methodik
[griechisch] die, Pädagogik: die Lehre von den Lehr- und Unterrichtsverfahren auf den einzelnen Stufen für die verschiedenen Stoffe.
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Es stellt sich also die Frage, erstens nach dem Sinn von Systemen und Methoden und zweitens nach der richtigen Vorgehensweise. Bevor also eine Schwachstellenanalyse geplant, angesetzt und später durchgeführt wird, muss ein Defizit im Unternehmen von den Verantwortlichen erkannt werden. Solch ein Defizit kann in einem Unternehmen von unterschiedlichster Natur sein. Ein Unternehmensbereich verzeichnet z.B. starke Umsatzeinbrüche seit 3 Tagen oder ein Produkt wird in der Servicehotline des Unternehmens als Mangelhaft gemeldet. Ab diesem Moment ist also ein Grund gegeben um eine Schwachstellenanalyse durchzuführen. Doch was ist in einem solchen Fall sinnvoll, was ist korrekt und was ist richtig ? Störungen zu analysieren oder Störungsursachen vorzubeugen ??? Welchen Umfang soll die Analyse haben ? Diese Frage richtig zu beantworten wird schwierig sein. Dies liegt im menschlichen Wesen begründet da man eher dazu neigt das zu analysieren, was eher mit den 5 Sinnen erfasst werden kann, als über etwas nachzudenken bzw. sogar voraus zudenken, was mit den Sinnen nicht erfasst werden kann. Die Schwachstellenforschung muss hier dementsprechend eine wichtige Einteilung aller Arten und Methoden der Schwachstellenermittlung vornehmen. Sie teilt die Methoden ein, nach
Störungsanalysemethoden, d.h. Methoden, die Störungsdaten erst analysieren und dann Ursachen suchen, um hierfür Abhilfemaßnahmen zu erarbeiten und vorzuschlagen und
Ursachenanalysemethoden, d.h. Methoden, die Ursachen von Störungen oder sogar Ursachen möglicher Störungen analysieren, um Abhilfemaßnahmen zu erarbeiten.
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Arbeit zitieren:
Erik Neumann, 2003, Vorgehensweise und Maßnahmen beim Identifizieren betrieblicher Schwachstellen, München, GRIN Verlag GmbH
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