mySAP Supply Chain Management
von: Erik Neumann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Formen und Motivation des Aufbaus von Kooperationen
3. Zwischenbetriebliche Kooperation in der Logistik
4. Supply Chain Management – Grundlagen, Konzepte, Instrumente
5. Einführung SAP R/3
6. mySAP SCM – Nutzen, Funktionen
7. SAP Advenced Planer and Optimizer im Detail
8. Fallbeispiele
The Supply Chain is, in fact, a gold mine for improving operations and profitability1
1. Einleitung
Das vorliegende Script befasst sich mit den Grundlagen der Güter- und Informationslogistik und dem SAP Modul mySAP SCM im Rahmen der Lehrveranstaltung Logistik und Wirtschaftsverkehr. Die Bildung von zwischenbetrieblichen Kooperationen wird für die beteiligten Akteure immer häufiger ein Instrument der Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ihrer Wettbewerbsposition in einer globalen Weltwirtschaft. Diese Tendenz lässt sich auch in der Logistik beobachten. So sind in einer Logistikkette mehrere „Player“ beteiligt : Lieferanten, Hersteller, Handelsunternehmen, Logistikdienstleister und schließlich der Endkunde. Im Vordergrund des Supply Chain Management steht die übergreifende Optimierung der Güter- und Informationsflüsse. Zur Unterstützung logischer Prozesse bietet die SAP AG für die Beteiligten der Logistikkette unterschiedliche Systeme mit unterschiedlichen Funktionalitäten an. Diese reichen von der Abbildung der logischer Grundfunktionen im R/3 System wie Versand und Vertrieb ( Modul SD ), sowie Materialwirtschaft ( Modul MM ) über EDI und Workflow Management bis hin zur Organisation zwischenbetreiblicher Geschäftsprozesse über das Internet. Einen Teil dazu trägt die Supply Chain Management Initiative bei, die unterschiedliche Komponenten zur Optimierung der Logistikkette enthält. Im Zentrum des vorliegenden Scripts stehen zwischenbetriebliche Geschäftsprozesse und Kooperationen in der Logistikkette vor dem Hintergrund einer Untersuchung von Möglichkeiten und Grenzen im Einsatz von SAP Systemen.
2. Formen und Motivation des Aufbaus von Kooperationen
Es existieren eine Vielzahl von prominenten Beispielen für zwischenbetriebliche Kooperation : So haben sich die Lufthansa und SAS Europa, United Airlines in den USA, Thai Airways International in Asien, Air Canada in Kanada, Varig in Brasilien, Air New Zealand in Neuseeland und Ansett Australia in Australien acht Luftfahrtgesellschaften zu einer globalen Allianz unter dem Namen „Star Alliance“ zusammengeschlossen. Phamaunternehmen kooperieren im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten und Softwareanbieter schließen sich zusammen, um Kunden Kompatibilität zu gewährleisten und für Wettbewerber Eintrittsbarrieren aufzubauen2. Diese Liste ließe sich problemlos fortsetzen. Neben diesen bekannten Beispielen gibt es einen Vielzahl von weiteren Kooperationen, bei denen die Partner entweder ein gemeinsames Ziel verfolgen oder die eine Partei der anderen jeweils hilft, deren Ziele zu unterstützen.
Die ökonomischen Effekte, die sich für die beteiligten Akteure aufgrund von Kooperationen ergeben, sind vielfältig. Sie resultieren letztlich aus einer geschickten Kombination der bereits vorhanden Ressourcen, bei denen es sich um Produktionsanlagen, Mitarbeiter oder Informationen handeln kann. Diese Kombination von Produktionsfaktoren ist es, welche die grundlegende Motivation für die Bildung von Kooperationen darstellt. Dies kann zu folgenden Vorteilen führen3 : Als klassischer Vorteil von Kooperationen für die beteiligten Partner gelten Kostensenkungen, die sich insbesondere aufgrund von Skaleneffekten realisieren lassen. Daneben spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle. Der Begriff „Time to market“ bezeichnet den Zeitraum von einer Idee oder Vision bis zur Markteinführung. Zahlreiche empirische Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Lebenszyklus von Produkten immer kürzer wird und ein statistischer Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Markteintrittes und dem Marktanteil besteht4. Kooperationen werden vor diesem Hintergrund insbesondere deshalb attraktiv, weil die beteiligten Partner zum Beispiel die Bearbeitung von Aufgaben parallelisieren können, was zu kürzeren Entwicklungzeiten führt.
Häufig wird die Reduktion von Risiken als ein Motiv für zwischenbetriebliche Kooperation genannt. So können durch die Teilung der Aufwendungen auch die Risiken eines Fehlschlages geteilt werden. Dies gilt etwa für Projekte in Forschung und Entwicklung, bei denen in der Regel ein großes Risiko besteht. Qualitätsvorteile lassen sich durch Kooperationen beispielsweise dadurch erzielen, das Allianzen von Fluggesellschaften, Autovermietungen und Hotels zusätzliche Leistungen anbieten, wie etwa eine bestimmte Aus- und Rückgabe der Leihwagen und die Verrechnung von Bonuspunkten. Als weitere zusätzliche Vorteile möchte ich noch eine erhöhte Flexibilität z.B. auf Produktionskapazitäten, eine erhöhte Innovationstätigkeit durch Verbindungen von Mitarbeitern und einen Zugang zu neuen Märkten5 anführen.
3. Zwischenbetriebliche Kooperation in der Logistik
[...]
1 ( Hicks 1997, Seite 27 )
2 Zwischenbetriebliche Kooperationen auf Basis von SAP Systemen, Buxmann/König 1998 Seite 1 ff.
3 Zwischenbetriebliche Kooperationen auf Basis von SAP Systemen, Buxmann/König 1998 Seite 3 ff
4 Simon 1989, Seite 79-80
5 Rupprecht-Däullary 1994
Arbeit zitieren:
Erik Neumann, 2003, mySAP Supply Chain Management, München, GRIN Verlag GmbH
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