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Microfinance. Die Erfahrungen in Entwicklungsländern

Title: Microfinance. Die Erfahrungen in Entwicklungsländern

Diploma Thesis , 2003 , 95 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Djordje Popovic (Author)

Economics - International Economic Relations
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Spätestens seit Muhammad Yanus es 1976 in Bangladesch im Laufe einer Studie schaffte, Kredite an die ärmsten Bevölkerungsschichten zu vergeben und dabei Rücklaufquoten von unglaublichen 98% zu erreichen, hat sich in der Fachpresse der Begriff Microfinance schnell herumgesprochen.

Microfinance wird daher oftmals gleichbedeutend mit dem Begriff Mikrokredit verwendet, obwohl unter Microfinance ein breites Angebot an Mikrofinanzdienstleistungen, wie beispielsweise Kredit-, Spar- oder auch Versicherungsangeboten an Mikrokunden, verstanden wird. Dieses Angebot wird ausführlicher im 2. Kapitel dargestellt. Der Microfinancemarkt umfasst neben dieser Angebotsseite auch die Nachfrageseite nach Microfinaceprodukten. Diese Nachfrage wird im 3. Kapitel erläutert. Auf eine quantitative Abgrenzung des Markes wird verzichtet, da dies von Land zu Land variiert. In dieser Arbeit liegt das Hauptaugenmerk auf dem Kreditmarkt und deshalb werden die Auswirkungen bezüglich der Kreditrationierung vertieft aufgezeigt.

Mit der erfolgreichen Pionierarbeit von Yanus wuchs die Hoffnung, man hätte endlich ein probates Mittel, die Armut auf der Welt in ihre Schranken zu verweisen. Die Arbeit der aus diesem Projekt hervorgegangenen Grameen Bank galt jahrelang als erfolgreicher Benchmark für Nachahmer in vielen Ländern der Welt. Schmerzhafte Erfahrungen haben diese Nachahmer vor allem in Südamerika erlitten, da sich eine einfache Kopie der Grammen Bank für die dortigen Rahmenbedingungen als kaum praktikabel erwies. Diese und weitere schmerzhafte Erfahrungen haben zu einem Umdenken im Bereich Microfinance geführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Kapitel: Einleitung

2. Kapitel: Arten von Microfinanceangeboten

2.1 Kredite:

2.1.1 Individuelle Kredite

2.1.2 Gruppenorientierte Kredite:

2.2. Sparen:

2.2.1 Verpflichtendes Sparen:

2.2.2 Freiwilliges Sparen:

2.3 Versicherungen:

3. Kapitel: Die Nachfrageseite von Microfinance und die Analyse des Kreditmarktes für Kleinkredite

3.1 Die Nachfrageseite von Microfinance

3.2 Ursachen für ein kaum vorhandenes Angebot

3.2.1 Unterlassene Finanzmarktreformen

3.2.2 Asymmetrische Information

3.2.2.1 Adverse Selektion

3.2.2.2 Moral Hazard

3.2.3 Transaktionskosten

3.3 Das Modell von Stiglitz und Weiss

3.4 Erweiterungen von Tschach zum Stiglitz/Weiss-Modell

4. Kapitel: Volkswirtschaftliche Auswirkungen von Microfinance

4.1 Auswirkungen für das jeweilige Entwicklungsland

4.2. Auswirkungen für Industrieländer

4.3. Schlussfolgerungen für EL und IL

5. Kapitel: Erkenntnisse am Beispiel Bolivien und Indonesien

5.1 Erfahrungen in Bolivien

5.2 Erfahrungen in Indonesien

6. Kapitel: Markteintritts- und Marktabdeckungsstrategien

6.1 Institutionalisierung

6.1.1 Downgrading

6.1.2 Upgrading

6.2 Marktabdeckungsstrategien:

6.2.1 Sprinklerstrategie:

6.2.2 Wasserfallstrategie:

7. Kapitel: Ausblick und Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Mikrofinanzdienstleistungen als Instrument zur Armutsbekämpfung, wobei der Fokus auf dem Kreditmarkt für Klein- und Kleinstunternehmer in Entwicklungsländern liegt. Das zentrale Ziel ist es, die theoretischen Ursachen der Kreditrationierung durch asymmetrische Informationsverteilung aufzuzeigen und die wirtschaftlichen Auswirkungen von Microfinance auf Entwicklungs- und Industrieländer zu analysieren, wobei praktische Fallbeispiele aus Bolivien und Indonesien zur Verdeutlichung dienen.

  • Theoretische Grundlagen des Kreditmarktes und Kreditrationierung
  • Analyse des institutionellen versus wohlfahrtsorientierten Ansatzes
  • Volkswirtschaftliche Auswirkungen der Mikrofinanzierung
  • Empirische Erkenntnisse und Strategien zum Markteintritt
  • Bewertung von Strategien für MFI zur langfristigen Profitabilität

Auszug aus dem Buch

3.2.2.1 Adverse Selektion

Adverse Selektion liegt vor, wenn aufgrund von Informationsasymmetrien die guten Kunden vor Vertragsschluss vom Markt verdrängt werden. Das klassische Lemons-Modell von Akerlof lässt sich mit leichter Abänderung auch auf den Kreditmarkt übertragen. Dies soll durch ein Beispiel verdeutlicht werden. Angenommen eine Bank habe zwei verschiedene Arten von Kunden, nämlich gute Kunden A und schlechte Kunden B.

Die Kunden zahlen mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit ihren Kredit zurück, wobei die Wahrscheinlichkeit von A p(A) größer ist als die Wahrscheinlichkeit von B p(B), also p(A) > p(B). Hätte die Bank nun vollständige Informationen bezüglich dieser Wahrscheinlichkeiten, so würde sie jedem Kreditnehmer den zu seinen Risiken passenden Vertrag anbieten.

Es ergeben sich also zwei Arten von Kreditverträgen mit unterschiedlichen Konditionen, oder anders ausgedrückt, es entstehen zwei Märkte, nämlich der Markt für gute und der Markt für schlechte Kunden. Es kommt zu keiner Kreditrationierung und Angebot und Nachfrage sind ausgeglichen.

In der Realität herrscht allerdings keine vollständige Information zwischen den Partnern, es liegt asymmetrische Information vor. Die Bank kann keine guten Aussagen über die Wahrscheinlichkeiten p(A) und p(B) treffen. Im Ausgangszustand gehen wir von einem gleichen Anteil von A und B-Kunden aus. Die Bank wird allen Kunden die gleichen Konditionen anbieten. Zu beachten ist hierbei, dass A nun schlechtere Kondition hat als im Falle der vollständigen Information und B hingegen bessere Konditionen.

Aufgrund der für A höheren Kosten wird die Nachfrage von A-Kunden zurückgehen. Dies führt dazu, dass sich der Anteil von schlechten zu guten Kunden verschiebt und die Bank nun einen neu gewichteten Zinssatz anbieten muss, der noch höher ist als der vorherige, also für A-Kunden noch schlechter ist, sodass erneut A-Kunden vom Markt ausscheiden. Dieser Prozess setzt sich solange fort, bis keine guten Kunden mehr im Markt vorhanden sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kapitel: Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik Microfinance ein, definiert den Begriff und stellt die Aufspaltung in institutionelle und wohlfahrtsorientierte Ansätze dar.

2. Kapitel: Arten von Microfinanceangeboten: Dieses Kapitel beschreibt verschiedene Kreditformen (individuell/gruppenorientiert), Sparmöglichkeiten und Versicherungsangebote im Mikrofinanzsektor.

3. Kapitel: Die Nachfrageseite von Microfinance und die Analyse des Kreditmarktes für Kleinkredite: Hier werden theoretische Gründe für die Kreditunterversorgung, wie asymmetrische Informationen und Transaktionskosten, sowie das Stiglitz-Weiss-Modell ausführlich diskutiert.

4. Kapitel: Volkswirtschaftliche Auswirkungen von Microfinance: Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Mikrofinanzierungen auf das Wirtschaftswachstum und den Außenhandel von Entwicklungs- und Industrieländern anhand eines keynesianischen Modells.

5. Kapitel: Erkenntnisse am Beispiel Bolivien und Indonesien: Dieses Kapitel verdeutlicht die Erfahrungen des institutionellen Ansatzes durch die Fallstudien von BancoSol (Bolivien) und der Bank Rakyat Indonesia (Indonesien).

6. Kapitel: Markteintritts- und Marktabdeckungsstrategien: Der betriebswirtschaftliche Teil beschreibt verschiedene Strategien (Downgrading, Upgrading, Sprinkler- und Wasserfallstrategie) für den Markteintritt von MFI.

7. Kapitel: Ausblick und Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Mikrofinanz als profitablen Bestandteil des Bankensektors zu etablieren.

Schlüsselwörter

Microfinance, Mikrokredit, Kreditrationierung, Entwicklungsfinanzierung, Asymmetrische Information, Adverse Selektion, Moral Hazard, institutioneller Ansatz, Bolivien, Indonesien, MFI, Markteintrittsstrategien, Sparförderung, Bank Rakyat Indonesia, BancoSol

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Microfinance und den Erfahrungen in Entwicklungsländern, wobei die Rolle der Mikrofinanzinstitutionen (MFI) bei der Bereitstellung von Krediten und Sparmöglichkeiten analysiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretische Begründung der Kreditrationierung, der institutionelle Ansatz zur nachhaltigen Armutsbekämpfung, sowie strategische Überlegungen zum Markteintritt von Mikrofinanzinstituten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, warum ein effizienter Microfinancemarkt zur Armutsreduzierung beitragen kann und welche theoretischen Hindernisse sowie strategischen Erfolgsfaktoren (z.B. Institutionalisierung) dabei eine Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt theoretische ökonomische Modelle, wie das Stiglitz-Weiss-Modell der Kreditrationierung und ein keynesianisches 2-Länder-Modell zur Analyse der volkswirtschaftlichen Auswirkungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Kreditmarktprobleme, eine makroökonomische Betrachtung der Auswirkungen auf EL und IL sowie eine praktische Fallstudien-Analyse zu Bolivien und Indonesien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Microfinance, Kreditrationierung, adverse Selektion, institutioneller Ansatz und Markteintrittsstrategien wie Downgrading oder Upgrading.

Welche Lehren lassen sich aus dem Beispiel Indonesien ziehen?

Indonesien zeigt, dass ein langjähriger Lernprozess, die Abschaffung staatlich subventionierter Zinssätze und ein Fokus auf Profitabilität und Sparangebote (KUPEDES) zu einem robusten, selbstfinanzierenden System führen können.

Warum spielt das Vertrauen der Anleger eine so große Rolle für MFI?

Wie das Beispiel der Krise in Indonesien zeigt, ermöglicht ein hohes Anlegervertrauen einer MFI, selbst in wirtschaftlich extrem schwierigen Zeiten (wie während der Rupiah-Abwertung) stabil zu bleiben und als "Fels in der Brandung" zu fungieren.

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Details

Title
Microfinance. Die Erfahrungen in Entwicklungsländern
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftsbeziehungen)
Grade
2,7
Author
Djordje Popovic (Author)
Publication Year
2003
Pages
95
Catalog Number
V24570
ISBN (eBook)
9783638274159
Language
German
Tags
Microfinance Erfahrungen Entwicklungsländern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Djordje Popovic (Author), 2003, Microfinance. Die Erfahrungen in Entwicklungsländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24570
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