Inhaltsverzeichnis
1. Das Militär zur Franco-Zeit (1939-1975) 3
2. Das Militär während der Transición (1975-1982) 8
3. Literaturverzeichnis 11
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1. Das Militär zur Franco-Zeit (1939-1975)
Da das spanische Militär aus einem langen und grausamen Bürgerkrieg hervorging, in dem die demokratische Linke (liberaler oder sozialistischer Orientierung) besiegt worden war, herrschte in den Nachkriegsjahren in ihm eine politische Ideologie betont konservativer und reaktionärer Prägung. Die ideologisch motivierten Kriegshandlungen führten zu einer weitgehenden Identifikation der Streitkräfte mit Francos politischen Zielen.
Dazu kam, dass im und nach dem Bürgerkrieg ca. 5000 Berufssoldaten, die auf der Seite der Republik gekämpft hatten, füsiliert, ins Exil getrieben, eingekerkert oder aus der Armee ausgestossen wurden. Weiter verstärkt wurde die Rechtslastigkeit der Armee dadurch, dass nach dem Krieg über 10'000 provisorische Fähnriche, die im Krieg kurzerhand zu Offizieren ernannt worden waren und hauptsächlich rechtsextremen Parteien angehörten, ins Offizierkorps aufgenommen wurden. Das Offizierkorps wuchs denn auch zwischen 1940 und 1945 von 15'000 auf 25'000 Mann an.
Nach dem Bürgerkrieg machte Franco das Militär seinem Regime dienstbar, auch um seine Popularität zu steigern. Neben den verschiedenen Polizeikräften (Guardia Civil, Policia Armada, Cuerpo General de Policia) übertrug er auch den Streitkräften den Schutz der Staatssicherheit, der öffentlichen Institutionen und der gesellschaftlichen Ordnung. Die Militärgerichtsbarkeit etwa erstreckte sich auch auf zivile (politische) Vorgehen. Die Streitkräfte wurden somit instrumentalisiert, um jeglichen Protest aus den Reihen der Arbeiterschaft oder der Studenten zu unterdrücken. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges liess Franco wegen der besonderen Beziehungen zu Nazi-Deutschland Grösse und Kampfkraft des Militärs intakt. Dies änderte sich erst um 1945, wenn auch Guerilla-Gruppen, die seit 1944 auftauchten, diesen Prozess verzögerten. Die Hinwendung des Regimes zu vordringlichen wirtschaftlichen und organisatorischen Aufgaben verringerte den Stellenwert des Militärs. Sowohl die finanziellen Zuwendungen als auch die Einflussmöglichkeiten hoher Offiziere im Rahmen der Regierung wurden allmählich und in undramatischer Weise eingeschränkt.
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Franco konnte sich auch weiterhin auf die Loyalität des Militärs verlassen, und dies nicht zuletzt dank bestimmter Privilegien. Die militärische Führung genoss - dank der unermüdlichen Arbeit der franquistischen Presse - ein grosses Sozialprestige, ranghohe Generäle wurden mit Kabinettsposten oder Adelstiteln ausgezeichnet. Ausser den Ministern der drei Teilstreitkräfte (Heer, Luftwaffe, Marine) haben hohe Offiziere zeitweise auch das Innen-, Aussen-, Industrie- und Transportministerium geführt. Von den 114 Ministern Francos waren 40 Militärs, die Zahl der aus dem Militär stammenden Ständeabgeordneten, betrug insgesamt 955. Nach Beendigung der Dienstzeit erhielten führende Generäle gutbezahlte Posten in den Verwaltungs-und Aufsichtsräten der staatlichen Unternehmen, etwa beim Fernmeldeunternehmen Telefonica oder bei der staatlichen Fluggesellschaft Iberia. Die politische Einstellung der Offiziere, die auf Francos Seite im Bürgerkrieg gekämpft hatten, wurde dem militärischen Nachwuchs an den Militärakademien vermittelt. Drei Viertel derjenigen, die eine militärische Laufbahn einschlugen, waren Söhne von Offizieren, die am Bürgerkrieg teilgenommen hatten. Aufgrund des familiären Umfelds überrascht es nicht, dass sie pro-franquistisch eingestellt waren. Erwähnenswert dabei ist noch die Herkunft der jungen Kadetten. Die überwiegende Mehrheit stammte aus Madrid, ferner aus Zaragoza, Burgos und La Coruña. Dagegen finden sich kaum Offiziersanwärter aus dem Baskenland, aus Katalonien oder Asturien. Ein Indiz für die verbreitete Ablehnung der Streitkräfte bei der Bevölkerung jener Regionen, die durch das Franco-Regime am stärksten unterdrückt wurden.
Den Offiziersanwärtern wurden eigenwillige historische und politische „Erklärungen“ vermittelt. Die „Ideologie der Demokratie“ wurde für das Chaos während der Zeit der Republik verantwortlich gemacht. Und aus diesem Chaos sei Spanien erst durch den von Franco geführten „Nationalen Kreuzzug“ herausgeführt worden. Verantwortlich gemacht für alle politischen Übel wurden ausser der Demokratie auch Liberalismus, Sozialismus, Kommunismus oder Protestantismus.
Die Weltanschauung der spanischen Militärs hat Franco überlebt und steht im Gegensatz zur progressiven Entwicklung innerhalb der spanischen Gesellschaft. Die
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Arbeit zitieren:
Philipp Zimmermann, 2004, Spaniens Militär während der Franco-Diktatur und der Transición, München, GRIN Verlag GmbH
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