Da das Interesse dieser Arbeit vor allem auf dem synchronen Zustand der
Augmentative (und Pejorative) liegt, werde ich mich auf eine knappe Darstellung der
diachronen Entwicklung der romanischen Suffixe aus dem Lateinischen im Allgemeinen und
der entspreche nden Suffixe im Spanischen im Besonderen beschränken und im Anschluss
ausschließlich den synchronen Zustand berücksichtigen.
Den ersten Teil dieser Arbeit wird ein Kapitel zur Wortbildung, den verschiedenen
Wortbildungs verfahren sowie der Stellung der Augmentation und Pejorisation innerhalb
dieser Verfahren einleiten. An dieser Stelle sollen die wichtigsten Aspekte der
Wortbildungstheorien von Hans-Martin Gauger und Eugenio Coseriu diskutiert werden, da diese für unser Thema von besonderem Interesse sind. Wo es nötig ist oder sinnvoll erscheint,
sollen dabei auch Unterschiede zwischen Gauger und Coseriu herausgearbeitet werden.
Während der erste Teil dieser Arbeit also hauptsächlich einführenden Charakter hat,
eher allgemein gehalten ist (das heißt, die Wortbildung im Ganzen betrachtet) und
notwendiges theoretischen Hintergrundwissen präsentiert, soll im zweiten Teil ganz speziell
auf die Augmentativ- und Pejorativbildung im Spanischen eingegangen werden. Nach einer
knappen Darstellung der diachronen Entwicklung der Augmentativ- und Pejorativsuffixe aus
dem Lateinischen wird ein Kapitel folgen, das sich dem Morpheminventar, den formalen
Charakteristika sowie der innersprachlichen und geographischen Distribution widmet.
Im Anschluss an diese Darstellung der formalen Aspekte werden die Funktionen der
Augmentation und Pejorisation beleuchtet. Den Abschluss dieser Arbeit wird schließlich eine
ausführliche Diskussion einzelner Suffixe bilden. Da uns primär die spanische Augmentation
interessiert, werde ich mich innerhalb der Pejorisation hauptsächlich auf diejenigen Suffixe
beschränken, die zwar pejorisieren aber eigentlich dem Morpheminventar der Augmentative
beziehungsweise dem Programm der Augmentation zuzuordnen sind; lediglich eine begrenzte
Anzahl weiterer Pejorativsuffixe (beziehungsweise solche r Suffixe, die in verschiedenen
Arbeiten als diese bezeichnet werden) wird zusätzlich besprochen werden.
Ziel dieser Arbeit ist also eine Diskussion der Formen und Funktione n der spanischen
Augmentation (und Pejorisation) unter besonderer Berücksichtigung der
Wortbildungstheorien von Hans-Martin Gauger und Eugenio Coseriu. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wortbildung – die grundlegenden Verfahren
3. Die Wortbildungstheorien von Hans-Martin Gauger und Eugenio Coseriu
3.1 Die Wortbildungstheorie von Gauger
3.1.1 „Programm“ und „Norm“ bei Gauger
3.1.2 Die Diminutiv- und Augmentativbildung innerhalb der Wortbildungstheorie von Gauger
3.2 Die Wortbildungstheorie von Coseriu
3.2.2 „System“ und „Norm“ bei Coseriu
3.3 Vergleich der Theorien Gaugers und Coserius
4. Diachrone Entwicklung und formale Aspekte der spanischen Augmentative und Pejorative
4.1 Augmentativa
4.1.1 Diachrone Entwicklung der romanischen Augmentative aus dem Lateinischen
4.1.2 Morpheminventar
4.1.3 Formale Aspekte sowie innersprachliche und geographische Distribution
4.1.4 Das so genannte „augmentative Femininum“
4.2 Pejorativa
4.2.1 Diachrone Entwicklung der romanischen Pejorative aus dem Lateinischen
4.2.2 Morpheminventar
5. Klassifikation und Funktionen der spanischen Augmentation und Pejorisation
6. Die Suffixe
6.1 Augmentativsuffixe
6.1.1 -azo/a
6.1.2 -ón/-ona
6.1.3 -ote/a
6.1.4 -acho/a
6.1.5 -udo/a
6.2 Pejorativsuffixe
6.2.1 -aco/a
6.2.2 -ajo/a
6.2.3 -astro/a/e
6.2.4 -ejo/a
6.2.5 -ete/a und -eto/a
6.2.6 -ucho/a
6.2.7 -uco/a
7. Schlussbetrachtung
8. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Formen und Funktionen der Augmentation und Pejorisation im Spanischen zu untersuchen, wobei die theoretischen Ansätze von Hans-Martin Gauger und Eugenio Coseriu zur Wortbildung eine zentrale Rolle spielen.
- Analyse der spanischen Wortbildungsderivation
- Vergleich der Wortbildungstheorien von Gauger und Coseriu
- Diachrone Entwicklung und formale Charakteristika von Augmentativ- und Pejorativsuffixen
- Funktionelle Untersuchung ausgewählter Suffixe in synchroner Betrachtung
Auszug aus dem Buch
Die Augmentativ- und Pejorativbildung innerhalb der Wortbildungstheorie von Gauger
Hans-Martin Gauger unterscheidet drei verschiedene Leistungen eines durchsichtigen Wortes, nämlich den Ausgriff, die Verschiebung und die Variation.
Die Diminution, Augmentation, Pejorisation und Meliorisation, die uns in dieser Arbeit im Bereich der Wortbildung primär interessieren, sind nun den variierenden Bildungen zuzuordnen. Charakeristisch für die Variation ist, dass die Suffixe dieser variierenden Bildungen nichts am Verständnis, an der grammatikalischen Korrektheit oder an der Aussage eines Satzes ändern. Sie haben etwas Überflüssiges und bewirken lediglich eine Variation des Grundwortes. Dieser Typ des durchsichtigen Wortes, also die variierende Bildung, kann als abhängiges Wort verstanden werden, „das sein Grundwort, sein „Thema“, in einer bestimmten Variation präsentiert: la maisonnette -> la maison, la casita -> la casa“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Augmentativ- und Pejorativbildung des Spanischen ein und stellt die theoretische Ausrichtung sowie den Forschungsstand dar.
2. Wortbildung – die grundlegenden Verfahren: Dieses Kapitel definiert die zentralen Wortbildungsmechanismen wie Komposition und Derivation und ordnet die Augmentations- und Pejorationsverfahren darin ein.
3. Die Wortbildungstheorien von Hans-Martin Gauger und Eugenio Coseriu: Die Theorien beider Sprachwissenschaftler werden analysiert, insbesondere deren Differenzierungen zwischen System und Norm bzw. Programm und Norm.
4. Diachrone Entwicklung und formale Aspekte der spanischen Augmentative und Pejorative: Es wird die geschichtliche Entstehung dieser Suffixe aus dem Lateinischen nachgezeichnet und das aktuelle Morpheminventar beleuchtet.
5. Klassifikation und Funktionen der spanischen Augmentation und Pejorisation: Dieses Kapitel diskutiert die terminologische und funktionale Vielfalt bei der Einordnung dieser Suffixe und deren kontextuelle Abhängigkeiten.
6. Die Suffixe: Eine detaillierte Untersuchung einzelner Augmentativ- und Pejorativsuffixe hinsichtlich ihrer Bildung, Frequenz und semantischen Ausprägung.
7. Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die theoretischen Konzepte unter Berücksichtigung der komplexen Funktionsweise der Suffixe nochmals evaluiert.
8. Bibliographie: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Spanisch, Wortbildung, Derivation, Augmentation, Pejorisation, Augmentativsuffixe, Pejorativsuffixe, Sprachwissenschaft, Gauger, Coseriu, Morphologie, Lexikalisierung, Synchronie, Diachronie, Suffixe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Derivation innerhalb des Spanischen, speziell die Augmentativ- und Pejorativbildung, und deren semantische sowie funktionale Einordnung in der Sprache.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Wortbildungsmodelle, die diachrone Herleitung der Suffixe aus dem Lateinischen sowie die funktionelle Analyse ihrer synchronen Verwendung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Diskussion der Formen und Funktionen spanischer Augmentativa und Pejorativa unter Einbeziehung der Theorien von Hans-Martin Gauger und Eugenio Coseriu.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine synchron-sprachwissenschaftliche Untersuchung durchgeführt, die durch diachrone Verweise gestützt wird, wobei maßgebliche Wortbildungstheorien kritisch auf das Untersuchungsgegenstand angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine diachrone und formale Bestandsaufnahme der Suffixe sowie eine detaillierte Einzelanalyse der wichtigsten produktiven Suffixe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Augmentation, Pejorisation, Derivation, Wortbildungstheorie und Suffixanalyse charakterisiert.
Wie unterscheiden Gauger und Coseriu "System" und "Norm"?
Beide nutzen diese Unterscheidung, um das Potenzial möglicher Wortbildungen (System/Programm) von den tatsächlich in der Sprachgemeinschaft etablierten, oft durch Lexikalisierung eingeschränkten Formen (Norm) zu trennen.
Warum ist die Pejorisation bei Augmentativsuffixen relevant?
Die Arbeit zeigt auf, dass Augmentativsuffixe nicht nur vergrößernd wirken, sondern je nach Kontext oder Basislexem auch eine abwertende, pejorative Wirkung erzielen können, was die Grenzen der Suffixklassen fließend macht.
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- Sonja Weimar (Author), 2003, Formas de la modificación: Formas y funciones de los aumentativos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24591