Gliederung
1. Einleitung Seite 03
2. Der Schriftspracherwerb im Allgemeinen Seite 03
2.1. Die Teilbereiche des Spracherwerbs Seite 03
2.2. Die Situation des Kindes vor dem Schriftspracherwerb Seite 03
2.3. Methoden des Schriftspracherwerbs (nach BRÜGELMANN) Seite 04
2.3.1. Die ganzheitliche (analytische) Methode Seite 04
2.3.2. Die einzelheitliche (synthetische) Methode Seite 04
2.3.3. Der Spracherfahrungssatz Seite 04
3. Sehbehinderungen Seite 04
3.1. Definition der Grade Seite 04
3.2. Visus und Sehvermögen Seite 05
3.3. Die häufigsten Sehbehinderungen Seite 06
3.3.1. Asthenopische Beschwerden Seite 07
3.3.2. Augenzittern Seite 07
3.3.3. Blendempfindlichkeit und Lichtscheu Seite 07
3.3.4. Farbsinnstörung Seite 08
3.3.5. Gesichtsfeldausfälle Seite 08
3.3.6. Grauer Star Seite 09
3.3.7. Gründer Star Seite 09
3.3.8. Hornhauttrübungen oder -narben Seite 10
3.3.9. Kurzsichtigkeit Seite 10
3.3.10. Makulaerkrankungen Seite 10
3.3.11. Netzhautablösung Seite 10
3.3.12. Schielen Seite 11
3.3.13. Sehnerverkrankungen Seite 11
3.3.14. Weitsichtigkeit Seite 11
4. Die verschiedenen Probleme für sehbehinderte Menschen Seite 11
5. Schlussbetrachtung Seite 13
5. Literatur Seite 14
6. Anhang Seite 15
6.1. Seheindrücke aus der Sicht von Menschen mit Sehbehinderungen Seite 15
6.2. Schriftbildauszüge von zwei sehbehinderten Schülern Seite 17
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1. Einleitung
In dieser Arbeit werde ich versuchen, verschiedene Probleme aufzeigen, die speziell bei Menschen mit einem oder mehreren visuellen Defiziten entstehen, wenn es darum geht das Schreiben zu erlernen. Ausgehen möchte ich dabei von allgemeinen Theorien zum Prozess des Schriftspracherwerbs, da das Schreibenlernen unweigerlich ein Teil des Schriftsprache rwerbs ist. Dazu erläutere ich ganz kurz die Bedeutung vom Lesen und Schreiben als Teile des Schriftspracherwerbs und gehe weiter auf die dem Prozess des Schriftspracherwerbs vorgeschaltete kindliche Situation ein. Die Modelle zum Schriftspracherwerbsprozess möchte ich hier nicht weiter erörtern. Aber die Methoden des Schriftspracherwerbs nach HANS BRÜ-GELMANN sind meiner Meinung nach doch nennenswert, wobei ich hier keine Beurteilung zu den genannten Parten abgeben möchte, da dies das Thema der Arbeit sprengen würde. Anschließend wäre es etwas zu abrupt, wenn ich gleich auf die Probleme des Schreibenle rnens bei sehbehinderten Menschen eingehen würde, weil es für viele Menschen nur schwer verständlich ist, wie sehbehinderte Menschen sehen und was eine Sehbehinderung überhaupt ist. Daher möchte ich zuvor noch in einem weiteren Kapitel relativ kurz die drei klassischen Klassifizierungen von sehbehinderten Menschen, eine Erläuterung zum Begriff des Visus’ und dann eine sehr kurze Beschreibung der häufigsten Sehbehinderungen aufzeigen.
2. Der Schriftspracherwerb im Allgemeinen
Wenn man die heutige Entwicklung beobachtet, so ist es auffällig, dass immer größere Defizite in den einzelnen Bereichen (Schule, Arbeitsplätze, Universitäten) die Lese- und Schreibfähigkeit betreffend beklagt werden.
Das Lesen- und Schreibenkönnen entwickelt sich jedoch nicht von alleine. Es muss vielmehr in einem längeren Prozess unter bestimmten Bedingungen erworben und auch gepflegt werden. Viele Schriftspracherwerbsforscher beschäftigen sich genau mit diesen Bedingungen, unter denen der Erwerb von Lese- und Schreibfähigkeit möglich ist. Dies ist deshalb wichtig, weil diese Fähigkeiten für viele Menschen einen Schlüsselfaktor für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung innerhalb der Gesellschaft darstellen.
2.1. Die Teilbereiche des Spracherwerbs
Zum ersten wird das Lesen als Teil des Schriftspracherwerbs gesehen. Hier unterscheidet man in zwei Dimensionen. Die semantische Dimension: Sie beinhaltet die Erfassung des Sinnes vom Geschriebenen. Und die technische Dimension: Sie meint die Wahrnehmung von optischen Mustern, die gleichzeitig in einen akustischen Zusammenhang gestellt werde. Zum zweiten wird das Schreiben als Teil des Schriftspracherwerbs gesehen. Während beim Lesen enkodiert (entschlüsselt) wird, wird hier kodiert. Gedanken oder Gehörtes werden hier unter Berücksichtigung bestimmter graphischer Merkmale oder in Bezug auf erlernte Rechtschreibregeln in schriftsprachliche Zeichen verschlüsselt.
2.2. Die Situation des Kindes vor dem Schriftspracherwerb
Nach BETHLEHEM hat die Sprache bei Kindern anfangs Symbolcharakter ersten Grades, denn sie dient dazu, die Wirklichkeit und Gedanken spontan auszudrücken. Erst später bekommt die Sprache für das Kind Symbolcharakter zweiten Grades. Dies geschieht, wenn ein Kind die Bedeutung z.B. von Straßenschildern erfasst und versteht. Es versteht nun also Symbolaussagen, die stellvertretend (in zweiter Ordnung) für die Sprache eingesetzt wurden sind. Es gibt viele Faktoren, die beim Schriftspracherwerbsprozess entscheidend beeinflussen und über Erfolg und Misserfolg entscheiden.
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Beim Schriftspracherwerb ist es nicht nur notwendig, die Schriftbilder wahrzunehmen, sondern sie müssen auch differenziert und gemerkt werden. Ferner spielt die Vorstellungskraft über äußere Erscheinungsformen und die Merkfähigkeit eine wichtige Rolle für die Vorbereitung auf den Prozess des Schriftspracherwerbs. Ebenso ist eine genügende Konzentrationsfähigkeit wie auch ein gewisses Maß an feinmotorischen Fähigkeiten nötig.
2.3. Methoden des Schriftspracherwerbs (nach BRÜGELMANN)
2.3.1. Die ganzheitliche (analytische) Methode
Die Ganzheitsmethode ist im wesentlichen optisch ausgeprägt und hat zwei wesentliche Schwerpunktbereiche. Der eine geht davon aus, dass die Wahrnehmung ganzer Gestalten für den Lesebeginn als grundlegend zu sehen ist. (Man beginnt ganze Wörter und nicht einzelne Buchstaben zu lesen.) Der andere sieht die Sinneserfassung als Schlüssel zum Lesenlernen. (Sie beginnen mit ganzen Sätzen und nutzen Symbole, um den Mangel an Schriftkenntnissen zu überwinden.)
2.3.2. Die einzelheitliche (synthetische) Methode
Einzelheitsmethoden sind im Wesentlichen akustisch ausgerichtet. Zur besseren Einsicht werden sie aber durch optische, sprech- und schreibmotorische Maßnahmen (Gliederungen) unterstützt. Stufe der Lautgewinnung:
Stufe der Festigung: Stufe der Lautverschmelzung: Stufe des Wortlesens: 2.3.3. Der Spracherfahrungssatz
Der Spracherfahrungsansatz ist im Gegensatz zu anderen Methoden nicht lernzielorientiert auf die Lese- und Schreibfähigkeit ausgerichtet. Vielmehr versteht er sich als eine systematische Methode, die sich aus der Beobachtung heraus entwickelt und die es dem Kind erlauben soll, sich auf der Basis seiner eigenen individuellen Voraussetzungen mit der Schriftsprache vertraut zu machen. Gerade im Kontrast zur Einheitsfibel kann man hier die Chance einer Auffächerung, die einen individuellen Zugang zur Schrift ermöglicht, sehen.
Dieser Ansatz von drei als wesentlich herausgestellten Leitideen getragen: „Zum einen soll den Kindern die Bedeutung von Schrift als Träger sozialer Handlungen nahegebracht werden, die es ermöglicht Informationen zu erhalten oder an andere weiterzugeben. Zur Verdeutlichung soll Schrift die Grundlage vieler Aktivitäten innerhalb des Klassenzimmers sein und durch die Vermittlung von Ursache - Wirkungszusammenhängen für die Kinder erfahrbar werden. Ferner sollen Kinder erkennen, dass Schrift und Sprache in einem wechselseitigen Zusammenhang stehen, was ihnen letztendlich durch die gegenständli-che Manipulation von Schriftzeichen bewusst gemacht werden soll.“ 1
3. Sehbehinderungen
3.1. Definition der Grade
Der Begriff Sehbehinderung umfasst ein weites Feld. Um diesen Begriff etwas klassifizieren zu können hat man die Sehbehinderungen in drei verschiedene Grade eingeteilt. In verschie- 1 Zitataus /12./
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denen Literaturen findet man hier unterschiedliche Einteilungsgrenzen. Die am weitesten ve rbreitete Aufgliederung der genaueren pädagogischen Definition ist die folgende Unterteilung in die drei Gruppen: 2
1. Menschen mit einer Herabsetzung des Sehvermögens (Visus) auf weniger als 1/3 (0,33) bis 1/10 (0,1) der Norm nennt man sehbehindert.
2. Menschen mit einer Herabsetzung des Sehvermögens (Visus) auf weniger als 1/20 (0,5) bis 1/50 (0,2) der Norm nennt man hochgradig sehbehindert. 3. Personen, ,,die kein Sehvermögen haben oder in ihrem Sehvermögen so stark beeinträchtigt sind, dass sie sich ... in ihren wichtigsten Lebensvollzügen verhalten müssen wie Kinder und Jugendliche ohne Sehvermögen ... das ist in der Regel der Fall, wenn die Sehschärfe 1/5O nicht übersteigt“ nennt man blind. (vgl. Empfehlungen der KMK 1980)
3.2. Visus und Sehvermögen
Nachdem ich nun die Gliederung aller Sehbehinderten in diese drei Untergruppen erläutert habe muss es trotzdem noch nicht für jedermann verständlich sein, was das jetzt eigentlich bedeutet. Eine weitere Problemfrage zum besseren Verständnis ist nämlich, was der Visus, also das Sehvermögen, meint. Wer sich nicht mit dem Feld der Sehbehinderungen beschäftigt oder durch Zufall etwas davon gehört hat, der weiß nicht, was es bedeutet, wenn ich sage, dass ich zehn Prozent sehe. Der Ottonormalverbraucher wird sich fragen, wovon ich zehn Prozent sehe. Von der Fläche eines Bildes? Von der Schärfe? Von der Entfernung? etc. Doch hier muss auch schon gesagt werden, dass der im Volksmund verwendete Terminus Prozent bei einer Visusangabe nichts oder nicht viel zu suchen hat. Zwar findet man auch Literatur, in denen der Visus mit Hilfe von Prozentangaben erklärt wird, doch wer genauer nachforscht, wird herausfinden, dass das nicht unbedingt zulässig ist. Zur Angabe eines Visus’ verwendet man eigentlich nur einen Bruch - wobei es egal ist, oder zumindest von der Zahl abhängt, ob man einen gemeinen oder einen dezimalen Bruch verwendet. Ich dürfte also nicht sagen, dass ich einen Visus von zehn Prozent habe, sondern, dass ich einen Visus von 0,1 oder 1/10 habe. Jetzt habe ich die Art der Angabe hoffentlich deutlich genug erklä rt. Doch was der Visus von 0,1 oder 1/10 nun bedeutet möchte ich jetzt noch versuchen zu erläutern. Also, man spricht von einem Visus von 0,1, wenn man „nur“ in der Lage ist, auf einen Meter Entfernung das zu sehen, was ein Normalsichtiger - man könnte auc h sagen Vollsehender. Es gibt keine einheitliche Bezeichnung dafür - auf zehn Meter Entfernung erkennen kann. Oder wenn man in einem Abstand von zehn Metern sieht, was ein Normalsichtiger bei einer Entfernung von ein-hundert Metern erkennt. Aus der Visusangabe 0,1 ist dies nicht so deutlich ablesbar. Daher wird häufiger die Bezeichnung 1/10 oder 10/100 verwendet, weil man hier auch durch mathematisches Erweitern und Kürzen des gemeinen Bruches die eben genannte Beschreibung auf jede Entfernung anpassen kann. So kann ich mit einem Visus von 1/10 sagen, dass ich auf zwei Meter sehe, was ein Normalsichtiger auf zwanzig Meter sieht, denn ein Zehntel ist ja das Gleiche wie zwei Zwanzigstel - 1/10 = 2/20.
Jetzt sollte es klar sein, was eine diverse Visusangabe meint. Doch nun kommt noch ein kle iner inhaltlicher Nachschub, der einerseits jedem logisch erscheinen wird, aber andererseits auch etwas verwirrend sein wird. Es ist bekannt, dass es nicht nur eine Form der Sehbehinderung gibt. Es gibt also viele verschiedene Ausprägungen des visuellen Defizits, die alle zu nennen wohl so ziemlich unmöglich ist, zumindest im Rahmen dieser Arbeit. Einige wichtige Arten der Sehschädigung möchte ich im nächsten Teil dieses Kapitels dann aber doch noch nennen und anschaulich erläutern. Doch was ich jetzt nur sagen möchte ist, dass zwei Menschen, die den gleichen Visus haben nicht gleich zwangsläufig das gleiche Sehvermögen ha- 2 Aus/20./ (Seite 4)
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Arbeit zitieren:
Thomas Schrowe, 2001, Probleme beim Schreibenlernen bei sehbehinderten Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
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