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Franziskus von Assisi und der Islam

Titel: Franziskus von Assisi und der Islam

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 47 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Lion Jeutter (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Geschichte der Beziehungen zwischen christlich-okzidentalem und muslimisch-orientalischem Kulturkreis im Mittelalter ist vielseitig und facettenreich. Auf den ersten Blick erscheinen diese Beziehungen fast ausschließlich von kriegerischen und militärischen Auseinandersetzungen geprägt zu sein. Sowohl die rasche Ausbreitung des arabischislamischen Herrschaftsgebietes im 7. und 8. Jahrhundert als auch die Reconquista und die Kreuzzüge sind Beispiele gewaltsamen Zurückdrängens des jeweils anderen Kulturkreises. Die handlungsleitenden Motive, welche den Beziehungen beider Kulturkreise zueinander diese feindliche und konfrontative Prägung verliehen, entspringen hauptsächlich d em Vorhandensein zweier Kernelemente, die beiden Religionen immanent sind: zum einen ist es der Anspruch, die eigene Religion sei die absolute Wahrheit, zum anderen ist es, der in Koran und Bibel angelegte Auftrag zur Weltmission. Diese Voraussetzungen schienen einer friedlichen Koexistenz beider Kulturen maßgeblich die Schranken zu weisen. Leistet man einem differenzierteren Fokus auf die islamisch-christlichen Beziehungen im Mittelalter Folge, so muss jedoch konstatiert werden, dass das Mittelalter auch Ansätze und Ideen von friedfertiger und gewaltloser Begegnung kannte, und dass in der christlichen und islamischen Religion auch Grundlagen für interreligiöse und -kulturelle Gespräche und Dialoge vorhanden waren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die christliche Perzeption des Islam im Mittelalter

3. Das franziskanische Missionsverständnis

3.1. Das 16. Kapitel der Regula non bullata

3.2. Briefe

4. Die Orientreise 1219

4.1. Bericht des Thomas von Celano

4.2. Bericht des Bonaventura de Balneoregio

4.3. Bericht des Jordan de Giano

4.4. Bericht des Jacques de Vitry

4.5. Weitere Autoren

5. Die Fortführung der franziskanischen Mission im 13. Jahrhundert

6. Resümee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Missionsverständnis von Franziskus von Assisi vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Wahrnehmung des Islam, analysiert die Ereignisse seiner Orientreise von 1219 und bewertet die spätere Entwicklung der franziskanischen Missionspraxis im 13. Jahrhundert.

  • Die Analyse des christlichen Islambildes im Mittelalter und dessen Einfluss auf die interreligiöse Begegnung.
  • Die Untersuchung der theoretischen Grundlagen der Heidenmission im 16. Kapitel der Regula non bullata.
  • Die kritische Auswertung zeitgenössischer Reiseberichte über das Treffen zwischen Franziskus und Sultan Malik-al-Kamil.
  • Die Reflexion über den Gegensatz zwischen dem ursprünglichen franziskanischen Missionsverständnis und der klerikalen sowie machtpolitischen Ausrichtung des Ordens im späteren 13. Jahrhundert.

Auszug aus dem Buch

4.1. Bericht des Thomas von Celano

Thomas von Celano (ca.1190-ca.1260) wurde entweder 1214 oder 1215 von Franziskus selber in den Orden aufgenommen. Im Mai 1221 wurde er im Gefolge des Caesar von Speyer nach Deutschland geschickt. Er galt als der erste Biograph des Franziskus und erhielt den Auftrag zur Abfassung einer Lebensbeschreibung 1228 nach der Kanonisation von Franziskus von Papst Gregor IX. In den Jahren 1246-47 folgte dann die Vita secunda und 1250-52 der Tractatus de miraculis.

Von den zwei ersten Versuchen in den Orient bzw. in die islamische Welt zu gelangen berichtet einzig Thomas von Celano in seiner ersten Lebensbeschreibung.

Wie Thomas von Celano schreibt, brach Franziskus im sechsten Jahr seiner Bekehrung (1212) zum erstenmal in den Orient auf, um den Sarazenen und anderen Ungläubigen zu predigen und dadurch möglicherweise das Martyrium zu erleiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Ambivalenz der mittelalterlichen Beziehungen zwischen Christen und Muslimen und stellt die Forschungsfrage nach dem franziskanischen Missionsverständnis und dessen praktischer Umsetzung während der Orientreise 1219.

2. Die christliche Perzeption des Islam im Mittelalter: Das Kapitel analysiert die vorherrschenden negativen Stereotype über den Islam, die als negatives Gegenbild zur christlichen Selbstdarstellung fungierten.

3. Das franziskanische Missionsverständnis: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Mission analysiert, wobei der Fokus auf der friedfertigen Haltung des 16. Kapitels der Regula non bullata liegt.

3.1. Das 16. Kapitel der Regula non bullata: Dieses Kapitel erläutert die Anweisungen für den Umgang der Minderbrüder mit Muslimen, die primär auf Demut und beispielhaftem Leben statt auf theoretischen Streitgesprächen basieren.

3.2. Briefe: Die Briefe werden hinsichtlich der Frage untersucht, ob Franziskus Elemente islamischer Gebetspraxen in die franziskanische Spiritualität integrierte.

4. Die Orientreise 1219: Dieses Kapitel bildet den analytischen Hauptteil, in dem die historischen Berichte über den Besuch von Franziskus beim Sultan kritisch beleuchtet werden.

4.1. Bericht des Thomas von Celano: Analyse der Darstellung, die Franziskus stark im Zeichen des Martyriums zeigt und die Orientreise als Ausdruck seines Eifers wertet.

4.2. Bericht des Bonaventura de Balneoregio: Untersuchung der Legenda maior, die insbesondere durch die Anekdote der Feuerprobe geprägt ist.

4.3. Bericht des Jordan de Giano: Eine Chronik, die eine objektivere, wenngleich von der Zeit der Niederschrift beeinflusste Schilderung der Missionsaktivitäten bietet.

4.4. Bericht des Jacques de Vitry: Der Bericht eines Zeitzeugen vor Ort, der eine besondere Bedeutung aufgrund seiner zeitlichen und räumlichen Nähe zu den Ereignissen erlangt.

4.5. Weitere Autoren: Eine Betrachtung ergänzender Chroniken, wie jener von Ernoul, die weitere Details zum Treffen mit dem Sultan liefern.

5. Die Fortführung der franziskanischen Mission im 13. Jahrhundert: Die Untersuchung des Strukturwandels im Orden, der zur Abkehr vom ursprünglichen Missionsparadigma hin zu klerikaler und päpstlich gelenkter Mission führte.

6. Resümee: Fazit zur Arbeit, das feststellt, dass die franziskanische Mission kein spezifisches "Heiden"-Modell dauerhaft etablieren konnte, aber einen radikalen Kontrast zum Kreuzzugsideal darstellte.

Schlüsselwörter

Franziskus von Assisi, Islam, Mittelalter, Missionsverständnis, Regula non bullata, Orientreise 1219, Sultan Malik-al-Kamil, Martyrium, interreligiöser Dialog, Thomas von Celano, Bonaventura, Kreuzzüge, Friedensidee, Minderbrüder, Heidenmission.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Begegnung zwischen Franziskus von Assisi und der islamischen Welt sowie der theoretischen und praktischen Ausgestaltung franziskanischer Missionsbemühungen im 13. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die mittelalterliche Wahrnehmung des Islams, die christliche Missionsethik nach dem Regelwerk von Franziskus und die kritische Analyse historischer Reiseberichte über die Begegnung mit dem Sultan.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit das theoretische Missionsverständnis des heiligen Franziskus mit den tatsächlichen Erfahrungen und Berichten seiner Orientreise korreliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse historischer Texte, bei der zeitgenössische Berichte mit theoretischen Regelwerken verglichen werden, um ideologische Verzerrungen und Faktizität zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich ausführlich der Analyse verschiedener Autoren (Thomas von Celano, Bonaventura, Jordan von Giano, Jacques de Vitry) und deren Berichten über den Besuch des Sultans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Franziskus von Assisi, Missionsverständnis, interreligiöser Dialog, Orientreise, Sultan Malik-al-Kamil und mittelalterliche Islambilder.

Wie bewertet der Autor die Anekdote der Feuerprobe?

Der Autor ordnet die Feuerprobe als literarische Ausgestaltung in den späteren Biographien ein, um den Martyriumsgedanken zu betonen, da sie in zeitnahen Berichten nicht auftaucht.

Was schlussfolgert die Arbeit über den Einfluss von Franziskus auf die spätere Mission?

Die Arbeit schlussfolgert, dass die spezifischen Ideale von Franziskus, wie Gewaltlosigkeit und Demut, im späteren 13. Jahrhundert zugunsten einer klerikalen und kirchenpolitisch ausgerichteten Missionspraxis an Bedeutung verloren haben.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Franziskus von Assisi und der Islam
Hochschule
Universität Stuttgart  (Historisches Institut)
Note
2,5
Autor
Lion Jeutter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
47
Katalognummer
V24636
ISBN (eBook)
9783638274647
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franziskus Assisi Islam
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lion Jeutter (Autor:in), 2004, Franziskus von Assisi und der Islam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24636
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Leseprobe aus  47  Seiten
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