1. Kurzbiografie
- Karl Löwith wurde am 09.01.1897 in München geboren und starb am 24.05.1973 in Heidelberg
- Ende 1917 nahm er in München das Studium der Philosophie und Biologie auf
- er promovierte 1923 mit der Studie „Auslegung von Nietzsches Selbst-Interpretation und von Nietzsches Interpretationen“
- er habilitierte 1928 mit seiner Arbeit über „Das Individuum in der Rolle des Mitmenschen“
- in den folgenden Jahren las er als Privatdozent u.a. über Hegel, Marx, Feuerbach und Nietzsche sowie über die Existenzphilosophie Kierkegaards und die philosophische Anthropologie
- in den 40er Jahren erschienen seine beiden geschichtsphilosophischen Werke „Von Hegel zu Nietzsche“ und „Meaning in History“, die ihn international bekannt machten und zu Klassikern der philosophischen Literatur der Gegenwart wurden
- von 1952 bis 1964 lehrte er in Heidelberg und veröffentlichte mehrere Abhandlungen, u.a. „Zur Kritik der geschichtlichen Existenz“ (1960) und „Zur Kritik der christlichen Überlieferung“ (1966)
- Löwith zählt zu den herausragenden deutschen Philosophen der Nachkriegszeit - im Mittelpunkt seines Gesamtwerks stehen die Existenzphilosophie und die deutsche Philosophie des 19. Jahrhunderts
- seine Analysen sind der Versuch einer Widerlegung des theologischen Glaubens „an eine künftige Erfüllung“ und des geschichtsphilosophischen Fortschrittsgedankens, der Geschichte als „zielvolles Heilsgeschehen“ deutet
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2. „Die Sprache als Vermittler von Mensch und Welt“
2.1: „I“
Löwith versucht in Abschnitt I darzustellen, warum Theologen keine Aussagen von Gott treffen können, warum sich Gott den Menschen nicht offenbaren kann, und dass man auch mit Hilfe anderer Schriften als der Bibel zu einer Umwandlung im Denken, Sprechen und Handeln gelangen kann. - Zitat von Karl Barth: „Wir sollen als Theologen von Gott reden. Wir sind aber Menschen und können als solche nicht von Gott reden.“ - könnten Theologen Aussagen von Gott treffen, also das „Wort Gottes“ verkünden, so würde das ja bedeuten, dass sie mit ihm auf der selben Stufe und in einem wechselseitigen Dialog stünden ? da aber niemand Gott gleichgestellt ist, kann folglich auch niemand mit ihm in Dialog treten - um mit ihm gleichgestellt zu sein, müsste Gott sich in menschlicher Gestalt offenbaren ? das ist durch Jesus Christus geschehen ? durch ihn spricht Gott auf „menschliche Weise“ zu den Menschen ? dadurch ist aber zwischen Gott und Mensch keine eindeutige Differenzierung mehr möglich, so dass man hier eigentlich nicht von einer Offenbarung sprechen kann - somit kann das „Wort Gottes“ eigentlich nur Gott selber verkünden - da Gott eine eigene, dem Menschen nicht zugängliche Sprache spricht, kann der Mensch folglich auch nicht durch Glaubensbekundungen, wie Anbetung oder Bekenntnis, mit ihm in Kontakt treten
- theologische Aussagen sind die Antwort auf die scheinbare Offenbarung Gottes ? das „unvergleichlich Besondere“ von solchen theologischen Aussagen bzw. der christlichen Verkündigung sei, das sie „den Menschen treffe, ihn bis in sein Grundgefüge erschüttere und die Grundformen durchbreche, in denen er gemeinhin sein Leben gesichert wähnt“ ? dagegen hält Löwith, dass auch durch das Lesen anderer Schriften die Grundformen der Existenz und alltäglichen Denkens „durchbrochen“ werden können - um eine umwandelnde Wirkung auf unsere Denken, Sprechen und Handeln zu erzielen, bedarf es also keiner „Heiligen Schrift“ oder „Göttlichen Offenbarung“
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2.2: „II“
In Abschnitt II behandelt Löwith die „menschliche Rede“, das „Rätsel der Sprache“ und die Anfänge der Sprachphilosophie im 19. Jahrhundert. - das Thema menschlichen Redens ist das „Ganze des Seie nden oder die Welt“ - alles was existiert erhält durch den Menschen einen Namen ? diese Namen bzw. Wörter sind eine Erfindung des Menschen und unterliegen genau wie er einer fortlaufenden Wandlung und sind ständig in Bewegung - Ist die Namensgebung nun aber willkürlich, oder kommt in ihr tatsächlich die „Natur der Dinge“, also das Wesen einer Sache, zum Ausdruck? ? Ist sie also ein Abbild der Natur?
- wäre die Sprache nur ein willkürlich festgesetztes und dann gebräuchlich gewordenes System von Bezeichnungen, dann würde es nach Löwith überhaupt keine Richtigkeit der Erkenntnis geben, und es wäre eine beliebige Festsetzung bestimmter Worte für bestimmte Dinge möglich ? wer also zum erstenmal ein Wort für ein Ding festsetzt, muss der Meinung sein, das dieses Ding so ist, wie er es wörtlich festsetzt ? jedoch reichen Wörter nicht zur Wesensbestimmung oder sachgemäßen Benennung aus ? somit muss es eine Art „übersprachliche Wesenserkenntnis“ geben
- auch Sokrates und Platon meinten, dass es eine Wesenserkenntnis geben muss, die nicht an die Sprache gebunden ist ? „wortlose Erleuchtung“ ? „man kann die Dinge auch durch sie selbst kennenlernen“
- im 19. Jahrhundert hat mit Herder, Schlegel und Humboldt die Besinnung auf die Sprache ihren „weiten Horizont“ erhalten ? das Kennzeichen der Sprache ist nicht mehr nur die „logisch- grammatische Aussage“, sondern vielmehr die „welterschließende Rede des menschlichen Daseins“ 2.3: „III“
Löwith beschäftigt sich in Abschnitt III mit Humboldt, der die Sprache als Ausdruck der „Weltansicht“ ansieht. - Humboldt unterscheidet nicht zwischen Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft
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Arbeit zitieren:
Tim Fischer, 2004, Karl Löwiths Abhandlungen zur Sprache, München, GRIN Verlag GmbH
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