Inhaltsverzeichnis
1. Vokale, Konsonanten und Silben 4
2. Konjugation, Deklination, Wortbildung 6
3. Wortstellungen und weitere Satzstrukturen 10
4. Variationen bei Klammerkonstruktionen 11
5. Literaturverzeichnis. 12
3
1. Vokale, Konsonanten und Silben 2
1.1 Im Norden des deutschen Sprachraums ist die stärkste Ausprägung von labialisierten Vorderzungenvokalen, die Unterscheidung von Fortes und Lenes und Umlauterscheinungen auszumachen. Im südlichen Sprachraum sind diese Merkmale deutlich weniger anzutreffen.
1.2 Labialisierte Vokale sind im niederdeutschen Raum aufgrund der zahlreich anzutreffenden Rundungen, im Vergleich zum hochdeutschen Raum und der dort anzutreffenden weitreichenden Entrundung, sehr häufig. In hochdeutschen Dialekten sind labialisierte Vokale im Elsässischen, Westmitteldeutschen, Hochalemannischen und
Ostfränkischen anzutreffen. Dort erscheinen Entrundungen lediglich mit zahlreichen Ausnahmen.
1 Dialektprobe (nach Weigeldt 1906), online unter URL: http://www.n-
tv.de/3075001.html (03.08.2003)
2 Vgl, Roelcke, Thorsten: Sprachtypologie des Deutschen : historische, regionale und
funktionale Variation / von Thorsten Roelcke. - Berlin [u.a.] : de Gruyter, 1997. S.183 -
187
4
1.3 Aufgrund der vollständigen Lenisierung von [p], [t] und [k] zu [b], [d] und [g] finden sich im westlichen Oberdeutschen und in weiten Teilen des Mitteldeutschen keine Fortes, sondern allein Lenes im Bereich der Plosive. Im Oberdeutschen und im äußersten Süden des oberdeutschen Gebietes treten nur stellungsabhängige Lenisierungen auf. Im niederdeutschen Raum sind Lenisierungen vergleichsweise selten.
1.4 Die Ausprägung des Umlautes aus lautlicher Sicht zeigt eine starke Ausprägung im nieder-und mitteldeutschen Raum. Der
grammatikalische Umlaut ist jedoch im (west-)oberdeutschen Raum viel stärker anzutreffen als in den übrigen Gebieten. Da jedoch aus lauttypologischer Sicht der Umlaut in lautlicher Hinsicht von größerer Bedeutung ist, ist somit eine stärkere Ausprägung an Umlauten eher den norddeutschen Gebieten zuzuschreiben.
1.5 In den deutschen Mundarten ist das Verhältnis von Lang- und kurzvokalen unterschiedlich ausgewogen. Durch verschiedene Vokaldehnungen (Dehnung in offener Tonsilbe im Hochdeutschen, Einsilberdehnung, analoge Dehnung im Ostdeutschen und
Ostmitteldeutschen) zeigt sich im Süden eine Verschiebung auf. In ostmitteldeutschen, ostfränkischen und hessischen Dialektgebieten sind Vokalkürzungen auszumachen.
1.6 Im Verlauf der sprachgeschichtlichen Entwicklung haben sich Monophtongierungen im nördlichen und mittleren deutschen Sprachgebiet eingestellt, sowie eine Diphthongierung im mittleren und südöstlichen Sprachgebiet. Im Norden ist somit eine schwächere Ausprägung an Diphtongen auszumachen als im Süden. Die stärkste Ausprägung findet sich in den südöstlichen Sprachgebieten.
1.7 In der Mitte und im Süden des deutschen Sprachgebiets zeigen die charakteristischen Frikative eine weitaus stärkere Ausprägung als im Norden. Zurückzuführen ist dies auf die Verschiebung von Tenues zu
5
Arbeit zitieren:
Marjan Rosetz, 2003, Regionale Variationen der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag GmbH
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