Gliederung
1. Einleitung 3
1.1 Geschichtlicher Hintergrund des Begriffes Narzissmus 4
2. Theorien zur Entstehung einer narzisstisschen Persönlichkeitsstörung 5
3. Diagnostik, Definitionen, Charakteristik des Narzissmus. 6
3.1 Diagnostische Kriterien nach DSM IV. 6
3.2 Charakteristik der narzisstischen Persönlichkeitsstörung 6
3.2.1 Narzissten und Manipulation. 7
3.2.2 Narzissmus und Empathie 8
4. Therapieformen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung 9
4.1 der psychoanalytische Therapieansatz 9
4.2 Der kognitive Ansatz. 11
4.2.1 Spezifische Behandlungsintervention in der kognitiven Therapie 12
5. Schlusswort. 14
Literaturnachweis 14
1. Einleitung
Jede Epoche entwickelt ihre eigenen, besonderen Krankheitsbilder, die in übersteigerter Form
eigene zugrunde liegende Charaktereigenschaften besitzen. Zur Zeit Freuds waren es die
Hysterie und Zwangsneurosen, welche ins Extrem gesteigerte Charakterzüge darstellten, die
von den damaligen Gesellschaftsordnungen herrührten, wie stark idealisierte Arbeitsfelder
oder die Unterdrückung der Sexualität.
In unserer Zeit sind es wohl die Schizophrenien, sowie die Vorstufe der Schizophrenie, das
Borderline -Syndrom und eben auch die Persönlichkeitsstörungen zu deren Familie sich der
Narzissmus zählt. Heutzutage fallen Frauen nicht mehr bei einem hysterischen Anfall mit
Griff zur Stirn in Ohnmacht, genauso wie die Zwänge, beispielsweise der Waschzwang oder
auch Phobien in den Hintergrund geraten. Stattdessen betrifft Menschen in unserer heutigen
Gesellschaft eine ´Ich und Du Empfindungslosigkeit´, eine Empathiestörung zu sich selbst
sowie in der Interaktion mit dem Anderen, die mit einem starken Gefühl der Leere und einer
St örung der Selbstachtung einhergeht. Dieser Zustand bildet den optimalen Brutplatz für
Schizophrenien und Persönlichkeitsstörungen, wie eben der des Narzissmus.
Von anderen Menschen gesehen, beachtet, anerkannt und geliebt zu werden ist ein
Grundbed ürfnis eines jeden von uns. Der Narzissmus thematisiert dieses Grundbedürfnis in
das Pathologische hinein.
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Wenn man von einem Narzissten hört, so denkt man in der Regel in dem stark verflachten Bild eines Menschen, der in sich selbst verliebt ist und mit diesem Zustand und seinem egozentrischen Dasein mehr als glücklich ist. Das der Narzissmus allerdings eine tiefgehende Reaktion auf ein Trauma in der Vergangenheit hinweist und Narzissten keineswegs glückliche ´Selbstverliebte´ sind, geht in der allgemeinen gesellschaftlichen Vorstellung oftmals unter. Ich möchte somit in dieser Arbeit, das Störungsbild des Narzissmus tiefgehender betrachten und das komplexe pathologische Selbstbild des Narzissten versuchen in seinen, eigentlich tragischen Facetten, zu beleuchten. Ebenso werde ich zwei verschiedene Ansätze in der Therapie ansprechen und kurz erläutern, in Art und Sinnfindung der jeweiligen Behandlung.
1.1 Geschichtlicher Hintergrund des Begriffes Narzissmus
In seinem Buch “Griechische Mythologie“ wird von Robert von Ranke-Graves der Mythos von Narkissos beschrieben.
Der Begriff Narzissmus besitzt also seinen historischen Ursprung in der alten griechischen Mythologie und hat als tragischen Helden und Namensvater die Figur des Narkissos. Narkissos war der Sohn der blauen Nymphe Leiriope und wurde gezeugt als der Flussgott Kephissos, Leiriope mit seinen gewundenen, schlängelnden Flüssen umschlang und vergewaltigte. Der Seher Teiresias sagte Leiriope, die ihn um Rat fragte voraus, dass Narkissos ein hohes Alter erreichen wird, solange er sich selber niemals kennen würde. Kaum einer konnte sich Narkissos Ausstrahlung entziehen und verliebte sich in ihn, selbst als er noch im Kindesalter war. Er wuchs auf in trotzigem Stolz, von eigener Schönheit erfüllt und wies jegliche Liebe von Männern wie Frauen schroff zur Seite. Eine dieser Zurückgewiesenen war die Nymphe Echo, die durch einen Fluch sprachlich nur dazu in der Lage war, Gesprochenes zu wiederholen und nachzureden. Echo folgte Narkissos, als dieser sich eines Tages auf die Jagd begab. Da sie durch den Fluch gebannt, ein Gespräch nicht selber anfangen konnte, wartete sie auf ein Wort des Narkissos. Dieser verlief sich schließlich im Wald und rief: „Ist jemand hier?“
„Hier!“ antwortete Echo frohlockend, doch Narkissos sah sie noch nicht im dichten Unterholz „Komm heraus!“ war seine Antwort „Komm!“ die von Echo „Warum meidest du mich?“ „Warum meidest du mich?“ „Lass uns hier zusammenkommen!“
„Lass uns hier zusammenkommen!“ wiederholte Echo die Worte Narkissos´ und rannte in Vorfreude aus ihrem Versteck um Narkissos zu umarmen. Schroff schüttelte dieser sie jedoch von sich und lief davon.
Echo verbrachte daraufhin den Rest ihres Lebens in einsamen Schluchten und siechte in ihrem Kummer dahin bis nur noch ihre Stimme vorhanden war.
Eines Tages sandte Narkissos ein Schwert zu einem seiner aufdringlichen männlichen Bewerber, Ameinios, welcher sich daraufhin mit diesem selbst tötete und die Götter dabei anrief, ihn zu rächen.
Artemis hörte seine Bitte und strafte Narkissos mit unerfüllter Selbstliebe. Nun fand Narkissos bald darauf eine Quelle reinsten Wassers, an der er sich erschöpft niederließ um von ihr zu trinken. Da verliebte er sich in sein eigenes Spiegelbild, welches er zuerst für das
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eines fremden Jünglings hielt und ihn zu umarmen versuchte. Bald jedoch erkannte er sich selbst und verbrachte Stunde um Stunde damit sein eigenen Spiegelbild zu betrachten. Freude und Qualen durchfuhren ihn fortan. Schließlich jedoch konnte er es nicht mehr ertragen, seine eigene Liebe zu besitzen und doch entbehren zu müssen. So stieß er sich einen Dolch in die Brust, begleitet vom Echo der zurückgewiesenen Nymphe: „Weh! Weh! Oh, Jüngling, Geliebter, lebe wohl!“. Als das Blut Narkissos´ die Erde tränkte, entsprang diesem die weiße Narzisse mit ihren rotgelben Herzblättern.
2. Theorien zur Entstehung einer narzisstisschen
Persönlichkeitsstörung
Viele narzisstische Patienten haben in ihrer jugendlichen Vergangenheit traumatisierende Phasen gehabt, in denen sie von ihren Eltern, die ihre Macht als Mittel zur Unterdrückung und persönlichem Stressventil genutzt haben, tief gedemütigt wurden. In vielen Fällen ist physische Stärke die Form von Machtausübung, in Form von Schlägen, welche oftmals, auch heute noch, mit Hilfsmitteln verabreicht werden, wie diversen Prügeln oder Riemen etc.. Nicht selten liegt einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung eine sadistisch geprägte familiäre Vergangenheit zu Grunde. (vgl. Lowen, 1992, S.96)
Körperliche Gewalt ist aber natürlich nicht die einzige Form der Demütigung im Kindesalter. Oft werden Kinder auf eine Weise kritisiert, die ihnen das Gefühl geben, wertlos, unzulänglich oder dumm zu sein. Die Liste der Möglichkeiten, wie man Kinder mit phys ischen sowie psychischen Mitteln für ihre weiteres Leben traumatisieren kann ist lange. Man muss hierbei auch bedenken, dass Kinder die am leichtesten verfügbaren Mittel sind, an denen Eltern ihre tagtäglichen Frustrationen, Deprivationen und allgemeinen Dystress auslassen können. Bei Gefühlen der Machtlosigkeit und des spezifischen oder allgemeinen Versagens, bieten sich ihre Kinder, wenn auch oftmals unbewusst, geradezu dazu an, sich ihnen in stark diktatorischer und beherrschbarer Weise zu äußern. (vgl. Lowen, 1992, S. 96/97)
Die Betonung elterlicher Macht führt auf Seiten der Kinder unweigerlich zu Rebellion oder Unterwerfung. Das Kind, welches beginnt sich zu fügen, erlernt dadurch Verhaltensweisen, die seine Erfahrung beschreiben, die es internalisiert hat und zwar das Beziehungen von Macht beherrscht werden, was wiederum dazu führen kann, ein Machtstreben aufzubauen wenn das Kind zum Jugendlichen und Erwachsenen wird.
Macht wird somit als Mittel verinnerlicht, sich vor Demütigung zu schützen. Sie ist ein Mittel, um Minderwertigkeitsgefühle zu überwinden. Der Macht eines anderen ausgeliefert zu sein, ist eine demütigende Erfahrung. Solch eine Ich-Kränkung kann nur ausgelöscht werden, indem man lernt solche Situationen umzukehren, also selber Macht über einen Menschen zu bekommen, bevor dieser Macht über einen selber erlangen kann. (vgl. Lowen, 1992, S. 98-101)
Natürlich ist dies nur eine von vielen mehr als möglichen Theorien zur Entstehung narzisstischer Störungen.
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3. Diagnostik, Definitionen, Charakteristik des Narzissmus
Narzissmus bezeichnet die pathologische ´Selbstliebe´, also den verlegten psychischen Schwerpunkt auf sich selbst und ist in der eigentlichen, normalen Ausprägung ein wichtiger Mechanismus zur Selbsterhaltung.
Er wird definiert durch Abweichungen in der Art und Weise, wie die Betroffenen zu anderen Menschen in Beziehung treten und wie sie sich Selbst im Vergleich zu anderen Menschen sehen. (vgl. Volkan/Ast, 1994, S.9/10)
3.1 Diagnostische Kriterien nach DSM IV
Das DSM IV legt diagnostische Kriterien für Narzissmus fest. Der Beginn der Störung liegt im frühen Erwachsenenalter und die Störung manifestiert sich in den verschiedensten Lebensbereichen.
Fünf oder mehr der folgenden Kriterien müssen nach DSM IV erfüllt sein: 1.
4. 5.
6. 7.
Natürlich hängt die Qualität der Beurteilung stark davon ab, wie sehr sich die Innenperspektive des narzisstischen Patienten offenbart. 3.2 Charakteristik der narzisstischen Persönlichkeitsstörung
Insgesamt lässt sich also bei Narzissten sagen, dass sie danach streben, besser, schöner, bedeutender und reicher etc. zu sein als andere. Obwohl sie eigentlich gelernt haben sich mehr auf sich selbst zu verlassen als auf andere, benutzen sie doch oftmals Mitmenschen dazu, sie in manipulierender Weise dazu zu bringen die eigenen Ziele zu erreichen. Sie erwarten also
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Arbeit zitieren:
Christian Riemarzik, 2003, Die narzisstische Persönlichkeitsstörung, München, GRIN Verlag GmbH
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