Inhaltsverzeichnis
Seite
A. Vorschau auf die Abhandlung 3
B. Die Vermittlung von Idiomen an den Schüler 4
I. Zu den Begriffen „Idiom“ und „Idiomatizität“ 4
1. Definition der Termini 4
2. Diverse Unterteilungen von Idiomen 6
a ) Idiome und ihre Unterklassen 6
b ) Unterteilung nach Weinreich 6
c ) Klassifikation von Makkai 7
d ) Fraser’s „frozenness hierarchy“ 7
e ) Gläsers syntaktische Klassifikation 9
II. Vermittlung von Idiomen an den Schüler 9
1. Auftretende Probleme beim Erwerb und der Übersetzung von Idiomen 9
a ) Äquivalenztypen bei Idiomen 9
b ) Idiome und der native speaker 10
c ) Hindernisse für den Nicht-Muttersprachler 12
d ) Schwierigkeiten für die Lehrkraft 13
2. Untersuchungen, Experimente, Denkansätze 14
a ) Beobachtungen den Gebrauch von Idiomen betreffend 14
b ) Übungen und Aufgaben zum leichteren Erlernen von Kollokationen 16
3. Zusammenfassung der Ergebnisse 20
C. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Fremdsprachendidaktik 21
Bibliographie 23
A. Vorschau auf die Abhandlung
Die folgende Arbeit, welche die Problematik der Vermittlung von Idiomen zum Thema hat, wird eingeleitet von der Definition der Begriffe „Idiom“ und „Idiomatik“, wobei sowohl der Zusammenhang beider Termini als auch der Unterschied zwischen ihnen dargelegt werden soll. Im darauffolgenden Abschnitt werden diverse, jedoch mitunter auch ineinander übergehende, beziehungsweise kombinierbare Möglichkeiten gezeigt, wie Idiome in Kategorien eingeteilt und somit genauer analysiert werden können. Hier sind vorab beispielsweise Fraser und Makkai zu nennen, deren Klassifikationen von Idiomen angeführt werden.
Nachdem somit der Terminus „Idiom“ mit seinen verschiedenen Facetten genauer erläutert worden ist, befasst sich der Text mit der Vermittlung der Idiome an den Englisch-Lerner. Eingeleitet wird dieser Teil mit den Problemen sowohl auf Seiten des Schülers, als auch auf Seiten der Lehrkraft im Vergleich mit dem Verhalten eines Muttersprachlers zu Phraseologismen. Eingeleitet wird dieser Teil jedoch mit dem allgemeinen Problem der Übersetzung von Idiomen und deren Äquivalenztypen.
Als nächster Punkt folgt die Aufzählung und Erklärung experimenteller Tests, welche durchgeführt wurden um Aufschluss über den Gebrauch von Kollokationen, insbesondere von Idiomen, sowohl bei Muttersprachlern als auch bei Lernern zu geben. Anschließend werden einige Denkansätze, die bisher von Sprachwissenschaftlern wie Nattinger oder auch Krashen entwickelt wurden, aufgeführt, welche den Lehrern bei der Vermittlung im Unterricht und somit den Lernern beim Erwerb von Idiomen eine Hilfestellung bieten. Abschließend werden die Resultate und Folgerungen, welche sich aus den davor aufgeführten Möglichkeiten für das zumindest etwas vereinfachtere Erlernen der Idiome im Englischen ergeben, angeführt, um nochmals einen Überblick zu verschaffen. Ihren Abschluss findet die Arbeit mit der Darstellung der vergangenen und heutigen Entwicklungen und Zustände der Fremdsprachendidaktik und der Nennung einiger Voraussetzungen, welche auch in Zukunft eine konstante Verbesserung im Lehren von Idiomen und Vokabular im allgemeinen gewährleisten können.
3
B. Die Vermittlung von Idiomen im Unterricht
I. Zu den Begriffen „Idiom“ und „Idiomatizität“
1. Definition der Termini
Der Begriff „Idiom“ lässt sich von dem altgriechischen Wort ίδιος (eigen, persönlich, eigentümlich; ungewöhnlich) ableiten 1 . Grundlegend ist ein Idiom ein Lexem, welches sich aus mindestens zwei Wörtern zusammensetzt und dessen Gesamtbedeutung aus den Einzelbedeutungen seiner Bestandteile meist nicht erschlossen werden kann 2 . Eine oder mehrere der Konstituenten eines Idioms müssen als Voraussetzung polysem sein 3 , was bedeutet, dass sie über mehr als nur eine Bedeutung verfügen. Idiome sind eine Untergruppe der Kollokationen, die sich in vier Typen einteilen lassen: Stabile und idiomatische, stabile und nicht-idiomatische, nicht-stabile und idiomatische und schließlich nicht-stabile und nicht-idiomatische Kollokationen. „Stabil“ bedeutet hier die Wahrscheinlichkeit, mit der eine gegebene Konstituente das Auftreten einer weiteren voraussagt. Ein Beispiel dafür wäre to clutter, zu dem man als ganz selbstverständlich up hinzufügen würde. 4
Ausgehend davon, dass Idiome, wie bereits erwähnt, eine Untergruppe der Kollokationen sind, können letztere auch anders aufgeteilt werden: Neben den Idiomen nämlich, die sowohl figurative (blow your own trumpet) als auch pure (blow the gaff) sein können, stehen noch die free combinations (blow a trumpet) und restricted combinations. 5 Es sollte aber erwähnt werden, dass in der britischen und auch in der amerikanischen Forschung das Idiom als Überbegriff aller anderen phraseologischen Einheiten bezeichnet wird 6 , nicht nur aufgrund ihrer Typenvielfalt und ihres so häufigen Auftretens, sondern auch - oder besonders - aufgrund ihrer Funktion im Text 7 . Zusammen mit den habituellen Kollokationen werden Idiome als lexikalische Typen in die Gruppe der multiword expressions 8 eingeordnet. Es gibt auch die Einteilung in die multi-word items, zu welchen neben den idioms auch compounds (Prime minister, wildflower), phrasal verbs (give up), fixed phrases (how do you do?) und prefabs (the fact /
point is, that...) gehören. 9 Manche Geisteswissenschaftler wie Hockett, Katz und Postal sind jedoch der Meinung, dass auch einzelne Wörter in die Kategorie der Idiome fallen können 10 . Auch Fraser, auf welchen später näher eingegangen werden soll, schließt sich dieser Meinung an und definiert ein Idiom als „any grammatical form the meaning of which is not deducible from its structure.“ 11 Fraser ist grundsätzlich wie Hockett der Meinung, dass die Gesamtbedeutung eines Idioms von den Teilbedeutungen seiner Komponenten abweicht. Diese Auffassung ist jedoch bedeutungslos, wenn es sich um Idiome handelt, die nur aus einem Morphem bestehen. 12
Ein weiteres Merkmal von Idiomen ist, dass sie konventionelle Ausdrücke sind 13 , was bedeutet, dass sie für die Muttersprachler als etwas ganz natürliches und vor allem besonders häufig verwendet werden, wobei man jedoch auch beachten muss, dass gewisse Idiome nur in bestimmten sozialen oder kulturellen Gruppen verwendet, andere hingegen allgemein gebraucht werden. Chafe schreibt in seinem Artikel aus dem Jahre 1968 den Idiomen vier Besonderheiten zu: Sie tragen eine anomale Bedeutung, sind transformationell beschränkt, treten häufiger auf, als ihre wörtlichen Entsprechungen und sind oft durch eine Nicht-Wohlgeformtheit charakterisiert. Außerdem haben Idiome im Gegensatz zu ihren wörtlichen Umschreibungen grammatische Schwächen, die sich beispielsweise darin äußern, dass weder der Singular von einem Idiom, das im Plural verwendet wird, gebraucht werden kann, noch umgekehrt. Des weiteren können die Bestandteile eines Idioms im Satz nicht getrennt und nur in geringem Rahmen, wenn überhaupt, variiert werden. 14 Idiomatizität und Idiome bedeuten nicht exakt dasselbe, obgleich sich die Begriffe sehr nahe stehen. Es ist in der Tat so, dass nicht nur Idiome, sondern auch habituelle Kollokationen und andere Wort-Kombinationen Idiomatizität aufzeigen. Dieser Begriff beschreibt die Bedeutungsübertragung auf semantischer Ebene von Komponenten in einem Phrasem 15 . Eine Wendung ist laut Fraser nur dann idiomatisch, wenn sie eine komplexe Oberflächenstruktur besitzt, die nicht mit der semantischen Struktur übereinstimmend ist. 16 Wie bei dem Idiomen, was erst im folgenden Kapitel dargestellt werden soll, besitzt auch die Idiomatizität verschiedene Grade. Es wird unterschieden zwischen vollidiomatischen und teilidiomatischen Phrasemen. Bei ersteren unterliegen die Bestandteile einer
semantischen Transformation wohingegen bei den teilidiomatischen Phrasemen nur ein Teil umgewandelt ist, der andere aber seine Bedeutung beibehält, wodurch der Ausdruck noch gut verständlich ist. Ein eindeutiger Beweis auf Idiomatizität ist das Brechen von grammatischen Regeln in Form von syntaktischen und morphologischen Anomalien, wie beispielsweise der in Präpositionalphrasen fehlende Artikel (in depth, by heart) oder das Fehlen des Possessivpronomens (cap in hand, to give tongue to) 17 .
2. Diverse Unterteilungen von Idiomen
Es gibt unzählige diverse Möglichkeiten, Idiome in Kategorien und Typen einzuteilen, was in dieser Arbeit dazu zwingt, die meistgenannten und meiner Meinung nach sinnvollsten Unterteilungen einzubringen, alle übrigen Varianten hier jedoch zu vernachlässigen.
a.) Zum ersten sollte darauf hingewiesen werden, dass Idiome in drei Unterklassen zu unterteilen sind, in die pure idioms, die semi-idioms und die literal idioms. Die Erstgenannten sind aus den einzelnen Bedeutungen der Komponenten nicht verstehbar und können entweder unveränderlich (red herring, spick and span) oder beschränkt variabel (pitter-patter / pit-a-pat) sein. Unter Semi-Idiomen versteht man Idiome, welche mindestens eine wörtlich zu verstehende Konstituente und wenigstens ein Wort beinhalten, das keinen wörtlichen Sinn vermittelt. Sie können sowohl beschränkt veränderlich (good morning / day) als auch unabänderlich fest (catch fire, kith and kin) sein. Die wörtlich zu verstehenden Idiome schließlich können ebenso wie die gerade genannten Unterklassen entweder nicht (on foot, in sum) oder nur eingeschränkt variiert werden (opt in favour of / for, for example / instance). Einige nur in geringem Maße variablen literal idioms können außerdem mit oder ohne einem weiteren Element stehen, für welches der Sprecher sich entscheidet, wie beispielsweise abstain (from), develop (from) (into) 18 .
b.) Uriel Weinreich unterscheidet zwischen unilateralen und bilateralen Idiomen innerhalb der Beziehung der Komponenten untereinander, was man mit dem Begriff `reziprok´ beschreiben kann. Unter `unilateral´ versteht er solche Idiome, bei denen der Erhalt der denotativen, also semantisch eindeutigen, Grundbedeutung in einer der Konstituenten noch Aufschluss über die Aussage des Idioms gibt (charge an account 19 ). Als bilateral bezeichnet er diejenigen, in welchen beide Konstituenten in denotativ-übertragener Bedeutung gebraucht werden. Ein Beispiel dafür ist to rub noses with sb, was mit `to be
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Moni Kirner, 2003, Idiome und ihre Vermittlung im Unterricht, Munich, GRIN Publishing GmbH
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