Manfred Michael Wiesinger
INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung 6
1.1 Danksagung 6
1.2 Wissenschaftliche Vorgehensweisen und Fragestellungen 7
1.3 Problemstellung 8
1.4 Zusammenfassung 11
1.5 Abstract 12
1.6 Begriffserklärung 13
1.6.1 Was sind „Kleine und Mittlere Unternehmen“? 13
1.6.2 Was ist „Content“? 14
1.6.3 Was ist „Content Management“? 15
1.6.4 Was ist ein „Web Content Management System“? 15
1.6.5 Grundlagen von Web Content Management Systemen 16
1.6.6 Wozu Web Content Management Systeme? 18
2 Content-Management bei Kleinstunternehmen 22
2.1 „Content“ und „Assets“ 22
2.2 Typen von Informationen und Änderungsfrequenzen 25
2.2.1 Statische Informationen 25
2.2.2 Dynamische Informationen 27
2.2.3 Semidynamische Informationen 28
2.2.4 Beispiele aus der Praxis 30
2.3 Content-Quellen 31
2.3.1 Interne Content-Quellen 31
2.3.2 Externe Content-Quellen 33
2.4 Metadaten 36
2.5 Web Content Management für Kleinstunternehmen 37
2.6 Newsletter für Kleinstunternehmen 38
2.7 Conclusio, oder: „WCMS - das Gelbe vom Ei?“ 40
3 Web Content Management Systeme 43
3.1 Der Zweck von Web Content Management Systemen 43
3.1.1 Optimierung des Publishingprozesses 43
3.1.2 Effizientes Informationsmanagement 46
3
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3.1.3 Wertschöpfung und Kostensenkung 48
3.2 Techniken für WCMS 49
3.2.1 Skriptsprachen 49
3.2.2 XML, Extensible Markup Language 52
3.2.3 XHTML, Extensible Hypertext Markup Language 53
3.2.4 CSS, Cascading Style Sheets 54
3.2.5 MySQL, My Structured Query Language 54
3.2.6 Zope, Z Object Publishing Environment 55
3.3 Arten von WCMS-Lösungen 55
3.3.1 Die WCMS-Feature Matrix von Jörg Dennis Krüger 56
3.3.2 Klassifizierung von WCMS 57
3.4 Lizenzformen 60
3.4.1 Open Source 61
3.4.2 Kommerzielle Lösungen 65
4 Open Source Lösungen 70
4.1 Einleitung 70
4.2 TYPO3 70
4.2.1 Einleitung 70
4.2.2 Technik 71
4.2.3 Funktionsumfang 72
4.2.4 Erweiterbarkeit 76
4.2.5 Zielgruppe 79
4.2.6 Vorteile von TYPO3 79
4.2.7 Nachteile von TYPO3 81
4.2.8 Referenzen 82
4.3 Contenido 83
5 Kommerzielle Lösungen 87
5.1 Einleitung 87
5.2 webEdition 88
5.2.1 Einleitung 88
5.2.2 Technik 88
5.2.3 Funktionsumfang 89
4
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5.2.4 Erweiterbarkeit 91
5.2.5 Zielgruppe 93
5.2.6 Vorteile von webEdition 94
5.2.7 Nachteile von webEdition 95
5.2.8 Referenzen 97
5.3 Weblication 97
6 Die Bedeutung von WCMS für Kleinst- und Kleinunternehmen 101
6.1 Die Kriterien bei der Auswahl des „richtigen“ WCMS 101
6.2 Wirtschaftliche Aspekte 105
6.2.1 Praxisbeispiel 106
6.3 Operative Aspekte und Change Management 107
6.3.1 Warum scheitern WCMS-Projekte? 107
6.3.2 Die sieben Todsünden einer WCMS-Implementierung 109
7 Umfrage 112
7.1 Einleitung 112
7.2 Fragenkatalog 112
7.3 Ergebnisse 113
8 Conclusio 118
9 Verzeichnisse 120
9.1 Abkürzungsverzeichnis 120
9.2 Abbildungsverzeichnis 123
9.3 Tabellenverzeichnis 124
9.4 Literaturverzeichnis 125
9.4.1 Bücher 125
9.4.2 Internet 125
5
1 EINLEITUNG
1.1 DANKSAGUNG
Zwanzig Jahre Ausbildung - auf diesem Weg hat mich meine Mutter stets, nicht nur mit Rat und Tat, sondern natürlich auch finanziell unterstützt. Für sie mag es zwar selbstverständlich sein, doch nun möchte ich ihr meinen herzlichsten Dank dafür aussprechen.
Der zweite Dank gilt meiner Freundin Margit - auch sie unterstützt mich jederzeit mit Ratschlägen und gibt mir die Möglichkeit, mich in meiner Freizeit zu entspannen und sich gegenseitig zu unterhalten.
Die Personen, die am Gelingen meines Praktikums und meiner Diplomarbeit maßgeblich beteiligt waren, sind mein Betreuer Mag. Michael Grill MSc und meine Firmenbetreuerin bei e-flow, Frau Mag. Katharina Geyer MAS(lis). Herrn Mag. Grill danke ich dafür, mir stets die Richtung auf dem Wege durch die Diplomarbeit, angefangen bei der Findung eines Themas bis hin zum Feinschliff, gezeigt zu haben. Frau Mag. Geyer hat mich bei e-flow sehr herzlich aufgenommen und ein äußerst angenehmes Arbeitsklima geboten, wofür ich ihr sehr dankbar bin.
1.2 WISSENSCHAFTLICHE VORGEHENSWEISEN
UND FRAGESTELLUNGEN
Im Zuge meines Studiums wurden mir verschiedene Bereiche des Informationsmanagements, oder der Elektronischen Informationsdienste generell, näher vorgestellt. Der Bereich Web Content Management hat mich davon am Meisten interessiert.
So beschloss ich, mein Praktikum in diesem Bereich zu absolvieren und fand in der Internetagentur e-flow ein ausgezeichnetes Betätigungsfeld. Ich konnte diesen Bereich des E-Business nun nicht nur in der Theorie, sondern nun auch in der Praxis kennen lernen - dass dieser meine Diplomarbeit beherrschen wird war mir sehr bald klar. Bisher war E-Business zum Großteil ein Betätigungsfeld von größeren Unternehmen, doch auch KMU finden stetig mehr Interesse daran. Da eflow Internetlösungen speziell für kleine und mittlere Unternehmen umsetzt, konnte ich sehr genau die Anforderungen, die diese Betriebe an E-Business-Lösungen stellen, erfahren.
Neben den Erfahrungen, welche ich während des Praktikums ansammeln konnte, bildeten qualitative Inhaltsanalysen in einschlägiger Fachliteratur sowie umfangreiche Recherchen auf diversen Websites, allen voran www.contentmanager.de und die Webseiten der erwähnten WCMS-Lösungen, die Grundlage für meine Arbeit.
Um einen Praxisbezug der theoretischen Betrachtungen herstellen zu können, wählte ich als Methode die Umfrage mit anschließender quantitativer Analyseeine telefonische Umfrage unter Kleinst- und Kleinunternehmen aus dem Dienst-leistungssektor.
1.3 PROBLEMSTELLUNG
„Täglich werden mehr Geschäfte über das Web abgewickelt. Wie viele aber genau, vermag keiner zu sagen. Selbst wenn es jemand für einen bestimmten Augenblick sagen könnte, wäre es bereits im nächsten überholt.“ 1
So beschreibt Daniel Amor, der Autor der Buches „Die E-Business-(R)Evolution“ die Problematik um die Erhebung von Statistiken über das E-Business. Nimmt man aber konkrete, zu fixen Zeitpunkten messbare Werte als Quelle, so ist es zumindest teilweise möglich, die Entwicklung des Internets und damit des E-Business zu bestimmen. Einer dieser Werte ist die Anzahl der Hosts, also der Domains im Internet. Diese wird regelmäßig über die internationale Auswertung des Domain Name System (DNS) statistisch erhoben welche das Internet Systems Consortium (ISC) durchführt. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren.
1 Amor, Daniel: Die E-Business-(R)Evolution/Das umfassende Executive-Briefing, Bonn, 2001, S.46
2 URL: http://www.isc.org/ops/ds [24.03.2004] Anmerkung am Rande: Im Jahr 1981 wurden 213 Hosts von dieser Statistik erfasst Quelle: URL: http://www.isc.org/ops/ds/host-count-history.php [24.03.2004]
Auf Österreich entfallen, wenn man die Domains „.at“, „.co.at“ und „.or.at“ zusammenzählt, 327.042 Hosts 3 , das sind etwa 0,14% aller Hosts weltweit (Stand:
24.03.2004).
Die grafische Darstellung dieser Entwicklung zeigt einen stetigen und steilen Anstieg.
Abbildung 1: Entwicklung der Anzahl der Internethosts von 1994 bis 2004 4 Aus dieser Statistik wird deutlich, dass E-Business in der heutigen Zeit einen zunehmend höheren Stellenwert hat. Laut einer Studie der Statistik Austria 5 hatten
im Jänner 2003 62,6% der Unternehmen in der Größenklasse von zehn bis 49 Angestellten eine Website. Sei es als Geschäftsfeld, oder „nur“ als Visitenkarte des Unternehmens. Diese Zahl wird auch in den kommenden Jahren stetig wachsen, bis heute ist kein Ende in Sicht.
Wie aus diesen Zahlen zu sehen ist, werden die Websites immer zahlreicher. Bei diesem Konkurrenzdruck ist es nun notwendig, die eigene Internetpräsenz aktuell und informativ zu halten. Schon bei geringem Umfang und längeren Aktualisierungszyklen wird die Wartung der Website aufwändig und verlangt einerseits nach hohen Ausgaben, andererseits nach speziellem Know-how und Arbeitszeit.
3 URL: http://www.nic.at/de/news/stats/st_statistiken.asp [24.03.2004]
4 URL: http://www.isc.org/ops/ds [24.03.2004]
5 URL: ftp://www.statistik.at/pub/neuerscheinungen/ecommerce_web.pdf [03.05.2004]
Manfred Michael Wiesinger
Web Content Management Systeme (WCMS) können hier einiges an Arbeit und
Aufwand abnehmen, indem sie viele Tätigkeiten automatisieren und somit verein
fachen. Auch der Markt an WCMS-Lösungen wird immer breiter. Die Liste reicht
von kostenlosen „Homepage-Baukästen“ bis hin zu teuren Cross-Media
Publishing fähigen Content Management Systemen jenseits der 10 000 Euro
Marke
Im alltäglichen Leben lautet eine gängige Weisheit: „Was nichts kostet ist nichts
wert“ Doch trifft diese Aussage auch auf den WCMS-Markt, speziell auf kos
tenfreie Open Source Produkte zu?
Nicht nur das Spektrum an WCMS-Lösungen ist breit gefächert, sondern auch der
Funktionsumfang. Manche kostenfreien Open Source Produkte übersteigen die
Funktionsliste kostenpflichtiger WCMS bei weitem
Diese Arbeit soll die möglichen Entscheidungskriterien und Beweggründe für
Kleinst- und Kleinunternehmen bei der Wahl eines Web Content Management
Systems beleuchten und den zwei Fragen nachgehen: „Sind Open Source Lösun
gen wirklich günstiger’?“ und „Sind Lizenz-Lösungen wirklich teurer’?“ Denn
bei der Wahl darf nicht nur auf den Preis des Produkts geachtet werden - ein
wichtiges Augenmerk ist auch auf die nötige Einarbeitungszeit, die Erweiterbar
keit, den Funktionsumfang und die Kompatibilität mit der übrigen IT-Infrastruktur
zu legen. Wird darauf nicht geachtet, können weitere Folgekosten entstehen, die
das jeweils andere Produkt möglicherweise nicht nach sich gezogen hätte. Die
Kriterien bei der Wahl des WCMS müssen also den Bedürfnissen des Unterneh
mens und der Website angepasst werden
10
1.4 ZUSAMMENFASSUNG
E-Business erhält nach den großen Konzernen nun auch bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen stetig höheren Stellenwert. Viele Firmen erkennen das Potential, welches in Internetpräsenzen steckt. Marktvorteile werden jedoch nur dann erzielt, wenn Unternehmen ihre Inhalte regelmäßig aktualisieren.
Diese Tätigkeiten werden durch den Einsatz von Web Content Management Systemen (WCMS) vereinfacht. In der vorliegenden Diplomarbeit werden sowohl wirtschaftliche als auch operative Aspekte dieses Themengebietes genauer betrachtet.
Zu Beginn erfolgt eine Untersuchung der Typen von Informationen bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie deren Aktualisierungsintervallen. Darauf aufbauend werden die Grundlagen und Arten von Web Content Management Systemen definiert. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Vergleich kostenloser Open Source Lösungen und kommerzieller Systeme.
In den beiden darauf folgenden Abschnitten werden vier WCMS-Produkte, welche bei KMU stark verbreitet sind, vorgestellt.
Eine Diskussion über die wichtigsten Aspekte, sowie die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung über den Einsatz von Web Content Management Systemen bei KMU bilden den Abschluss der Betrachtungen.
Manfred Michael Wiesinger
1.5 ABSTRACT
Following larger companies, e-business has become increasingly attractive to
small and mid-size enterprises. Many companies recognize the potential of web
sites, but market opportunities only arise if businesses update their contents regu
larly
Site management is facilitated by web content management systems (WCMS)
Therefore, the present thesis examines in detail the economic as well as the opera
tional aspects of this topic
The thesis starts with an investigation of the types of information in small and
mid-size enterprises as well as their update practices. Based on this, it goes on to
define the fundamentals and classes of web content management systems, with
special attention to the comparison of open source solutions and commercial
systems
The following two sections present four WCMS products which are very common
in small and mid-size enterprises. The last part of this thesis discusses the most
important aspects as well as the results of a field study of the implementation of
web content management systems in small and mid-size enterprises
12
1.6 BEGRIFFSERKLÄRUNG
Diese Einleitung hat den Zweck, grundlegende Begriffe im Voraus zu klären um spätere Unklarheiten zu vermeiden. Weiters soll eine genaue Abgrenzung der beobachteten Kapitel vorgenommen werden.
1.6.1 Was sind „Kleine und Mittlere Unternehmen“?
Der Begriff „Kleine und Mittlere Unternehmen“, kurz auch als „KMU“ bezeichnet, hat derzeit keine allgemeingültige Definition. Einziger Anhaltspunkt ist derzeit eine „Empfehlung der [Europäischen, d. Verf.] Kommission vom 3. April 1996 betreffend die Definition der kleinen und mittleren Unternehmen“ 6 , welche bis zum Inkrafttreten der „Empfehlung betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen“ am 1. Jänner 2005 zur Einteilung der Unternehmen nach ihrer Größe dient. In dieser Empfehlung werden insgesamt vier Beurteilungskriterien angeführt, nach welchen Unternehmen einzuteilen sind:
• Anzahl der unselbständig Beschäftigten
• Umsatz
• Bilanzsumme
• Unabhängigkeit
Unternehmen werden anhand dieser Kriterien in vier Kategorien unterteilt:
6 URL: http://europa.eu.int/comm/environment/ecolabel/pdf/sme_fees/96280_de.pdf [25.01.2004]
7 Der Wert des offiziellen ECU im Jahre 1994 belief sich auf ATS 13,4074.
8 URL: http://wko.at/statistik/KMU/def.htm [03.05.2004]
Aufgrund meiner praktischen Erfahrungen möchte ich in dieser Arbeit besonders die Kleinst- und Kleinunternehmen, also Unternehmen von 1 bis 49 unselbständigen Mitarbeitern, als Zielgruppe definieren. Unternehmen dieser Größe sind für meine Betrachtungen besonders interessant, da sie derzeit vermehrt E-Business-Strategien - wie beispielsweise die Erstellung einer eigenen Website zur Firmenpräsentation oder Direktmarketing per Newsletter - verfolgen, um mit den Entwicklungen des Marktes Schritt halten zu können.
1.6.2 Was ist „Content“?
„Content is King!“ lautet ein Schlagwort aus dem Bereich E-Business, doch was ist „Content“ eigentlich?
Natürlich ist „Content“ die wörtliche Übersetzung von „Inhalt“. Dazu zählen: Texte, Bilder, Grafiken, Daten etc. Dieser Inhalt wird über diverse Medien zugänglich gemacht: Beispielsweise über Printmedien wie Bücher, Zeitungen, Zeitschriften oder über Digitalmedien wie CD-ROMs und Server im Internet bzw. Intra- oder Extranet einer Firma.
In dieser Arbeit behandle ich ausschließlich digitalen Content auf Servern, speziell auf Webservern im Internet, also Content auf Websites. Der Studie „How Much Information? 2003“ 9 , durchgeführt von der Universität
Berkeley, zufolge belief sich der Gesamtumfang an Internet-Inhalten im Jahre 2002 auf unglaubliche 533 Exabyte: 440 Exabyte davon auf Emails und „nur“ 0,167 Exabyte auf das oberflächliche, statische Web. Der Rest umfasst ca. 92 Exabyte des sog. „Deep Web“ (nicht direkt zugängliche, dynamische Inhalte in Datenbanken) und 0,274 Exabyte aus Instant Messaging.
Somit ist das jüngste Medium für Informationsfluss, das Internet, das am schnellsten wachsende Medium aller Zeiten und verlangt nach einem entsprechenden Management - dem „Content Management“.
9 URL: http://www.sims.berkeley.edu/research/projects/how-much-info-2003 [25.01.2004]
Manfred Michael Wiesinger
1.6.3 Was ist „Content Management“?
Content Management hat zur Aufgabe, Webseiten entlang des „Content-Life
Cycles“ zu erstellen, zu kontrollieren, frei zu geben, zu publizieren oder zu archi
vieren
Stahl und Maass fassen die Aufgaben des Content Managements in den folgenden
acht Punkten 10 zusammen:
Erstellung von Content
Speicherung von Content
Bereitstellung von Content
Präsentation von Content
Verwaltung von Content
Kontrolle von Content
Verbreitung von Content
Abruf von Content
Diese Aufgaben werden mithilfe einer bestimmten Software realisiert. Diese
Software wird als „Content Management System“, bei Erstellung von Contents im
Internet speziell als „Web Content Management System“, bezeichnet
1.6.4 Was ist ein „Web Content Management System“?
Laut Koop, Jäckel und Offern kann ein Content Management System wie folgt
definiert werden:
„Ein Content Management-System (CMS) ist ein IT-basiertes
System zur Organisation, Verwaltung und Durchführung des
Content Managements, letztendlich also nichts anderes als ein
(elektronisches) Tool für das Content Management “ 11
10 Vgl. Stahl, Florian/Maass, Wolfgang: Content Management Handbuch/Strategien, Theorien und
Systeme für erfolgreiches Content Management, St. Gallen, 2003 , S 206
11 Quelle: Koop, Hans Jochen/Jäckel, K. Konrad/Van Offern, Anja L : Erfolgsfaktor Content
Management/Vom Web Content bis zum Knowledge Management, Braunschweig/Wiesbaden,
2001 , S 16
15
Manfred Michael Wiesinger
Neben Systemen, die diese Aufgaben umsetzen, werden oft auch Programme als
„Web Content Management System“ bezeichnet, die weitere Funktionen, wie
beispielsweise Weblogs, Foren, Webshops, Newsletter, Banner-Management etc
erfüllen
1.6.5 Grundlagen von Web Content Management Systemen
Bevor ich näher auf die Funktionsweisen von WCMS eingehe, möchte ich den
Begriff „Web Content Management System“ analysieren und erklären. Das Portal
Contentmanager de definiert Web Content Management Systeme als „Lösungen
und Systeme für die Verwaltung und Bereitstellung von digitalen Inhalten “ 12
Web
Unter dem Begriff „Web“ werden hier die drei Gebiete verstanden, wo Web
Technologien zur Anwendung kommen: das Internet, das Intranet und das Extra
net
Internet - ein internationales Netz mit öffentlich zugänglichen Inhalten
Intranet - unternehmensinternes Netz zur Information der Mitarbeiter
Meist nur aus dem Firmennetz oder über VPN direkt zu erreichen und nur
mit Identifikation und Passwort einzusehen
Extranet - Internetapplikationen für die Kommunikation zwischen dem
Unternehmen und Außenstellen oder Kunden, beispielsweise Customer
Relationship Management (CRM) oder Projekt-Plattformen
In all diesen Bereichen gibt es Inhalte, also Content
Content
Als „Content“ wird, wie bereits erläutert, die Gesamtheit der digitalen Assets
bezeichnet. Dazu zählen u a. Texte, Bilder und Grafiken. Schon bei simplen Inhal
ten wie Texten kommen die Vorteile von Web Content Management Lösungen
zur Geltung. Mithilfe von WCMS ist es möglich, Texte zu strukturieren und zu
12 URL: http://www contentmanager de/itguide/marktuebersicht html 15 02 2004
16
gliedern und so beispielsweise festzulegen, was eine Überschrift, was eine Einleitung und was der Textkörper ist. Dadurch können Texte sehr einfach für Datenbanken aufbereitet und die Anzeige dieser Texte in Suchmaschinen optimiert werden. Durch diese Strukturierung ist es mithilfe von WCMS ein Einfaches, einen Text an mehreren Stellen einer Website zu verwenden, ohne in mehrmals zu erstellen und damit redundant ablegen zu müssen. Der Content unterliegt gewissen Verwaltungsaufgaben, wie Workflow, Strukturierung, Aufbereitung, die zu dem Begriff „Content Management“ zusammengefasst werden.
Management
„Management“ bezeichnet die Funktionen zur Umsetzung des Workflows von der Content-Erstellung bis hin zum Veröffentlichen der Inhalte auf Webseiten. Essenziell für diese Funktionen ist ein Rechtesystem, welches Benutzergruppen verwalten kann.
Die folgende Grafik soll die drei Säulen eines Web Content Management Systems darstellen.
Abbildung 2: Begriffsbestimmung von Web Content Management Systemen 13
13 Vgl. Zschau, Oliver/Traub, Dennis/Zahradka, Rik: Web Content Management/Websites professionell planen und betreiben, 2. Aufl., Bonn, 2002, S. 70
Manfred Michael Wiesinger
1.6.6 Wozu Web Content Management Systeme?
1.6.6.1 „Klassisches“ Webpublishing
Der „klassische“ Publishingprozess ohne die Verwendung eines WCMS verläuft
typischerweise nach folgendem Prinzip:
Abbildung 3 : Der Publishingprozess ohne WCMS 14
Mehrere Redakteure, Abteilungen und Content-Lieferanten erstellen Inhalte
Hinzu kommen externe Content-Zulieferer, wie Grafiker und Fotographen. Deren
Inhalte werden zentral an einen Techniker, den „Webmaster“, weitergeleitet, der
daraus dann die Website erstellt und die Dateien meist per FTP auf den Server
lädt
14 Vgl. Zschau, Oliver/Traub, Dennis/Zahradka, Rik: Web Content Management/Websites profes
sionell planen und betreiben, 2. Aufl , Bonn, 2002 , S 58
18
Bei dieser Vorgehensweise entstehen folgende Probleme:
• „Flaschenhals Webmaster“ - Die aktuellen Inhalte und Änderungen können nur so schnell publiziert werden, wie es sich für den Webmaster zeitlich ausgeht. Ist dieser überfordert, so werden die Publishingaktivitäten der Autoren gehemmt.
• Dynamik von Inhalten - Ein einzelner Webmaster ist meist nicht in der Lage, eine umfangreiche statische Webseite aktuell zu halten.
• Umständliche Korrekturen - Da bei statischen Webseiten Inhalte und Präsentation nicht voneinander zu trennen, und Korrekturen umständlich sind.
• Redundante Inhalte - Statische Webseiten greifen nicht auf eine zentrale Datenbank für Inhalte zu. Sind Informationen mehrmals zu verwenden, so sind diese auch mehrmals abzulegen.
• Wissen und Know-how - Bei Änderungen wird stets Wissen über den Aufbau von HTML-Dokumenten benötigt um die Struktur und Gültigkeit zu wahren.
• Konsistenzproblematik - Bei statischen Webseiten besteht keine einheitliche Lösung zur zentralen Verwaltung von Verknüpfungen.
• Software und IT-Infrastruktur - Um Webseiten ohne ein WCMS zu erstellen, wird bestimmte Software benötigt, beispielsweise HTML-Editoren und FTP-Programme.
• Workflow - Kommt bei der Erstellung und Wartung einer Website kein WCMS zum Einsatz, so kann der Workflow nur begrenzt umgesetzt werden. Die Inhalte müssen entweder einzeln als Dateien oder per E-Mail weitergeleitet werden.
1.6.6.2 Webpublishing mit Web Content Management Systemen
Kommt bei der Erstellung und Wartung einer Website ein WCMS zum Einsatz, so erfährt der Publishingprozess eine gravierende Veränderung.
Manfred Michael Wiesinger
Abbildung 4 : Der Publishingprozess mit WCMS 15
Alle Redakteure, sowie interne und externe Content-Lieferanten können nun ihre
Inhalte zentral und direkt im WCMS erstellen. Die einzige Aufgabe, die der
Webmaster wahrzunehmen hat, ist die eines „Administrators“, welcher die Kon
trolle und Qualitätssicherung der erstellten Inhalte durchführt. Da ein WCMS ein
komplexes System zu Umsetzung des Content-Life Cycles beinhaltet, können die
Inhalte den jeweiligen Redakteuren innerhalb des WCMS weitergeleitet werden
Der Administrator entscheidet, ob und wann ein Inhalt veröffentlicht wird
Dies bietet einige Vorteile:
Der „Flaschenhals Webmaster“ entfällt - Die Redakteure können ihre In
halte selbst erstellen und gestalten, der Webmaster wird entlastet
Dynamik von Inhalten - Da jeder Autor die Inhalte aus seinem Ressort ei
genhändig aktualisieren kann, sind diese wesentlich aktueller und exakter
wodurch ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil erzielt werden
kann
Einfache Korrekturen - Da WCMS Inhalte und Vorlagen voneinander
trennen, muss bei Korrekturen oder Aktualisierungen von Informationen
nicht mehr darauf geachtet werden, dass das Design und Layout des Arti
kels gewahrt bleibt
Inhalte zentral gespeichert - Informationen und Texte können bei WCMS
zentral gespeichert und so mehrmals auf einer Website verwendet werden,
ohne sie redundant ablegen zu müssen
15 Vgl. Zschau, Oliver/Traub, Dennis/Zahradka, Rik: Web Content Management/Websites profes
sionell planen und betreiben, 2. Aufl , Bonn, 2002 , S 60
20
• Wissen und Know-how - Bei Aktualisierungen von WCMS-gestützten Websites ist nur geringes Basiswissen über den Aufbau von HTML-Dokumenten nötig, da hier der Inhalt getrennt von der Struktur und dem Layout bearbeitet werden kann.
• Konsistenz - WCMS bieten eine zentrale Verwaltungsmöglichkeit und Konsistenzprüfung von Verknüpfungen. Hyperlinks können so einfach aktuell gehalten werden.
• Software und IT-Infrastruktur - Bei der Verwendung eines WCMS werden die Webseiten direkt auf dem Server erstellt. Es werden also keine HTML-Editoren auf lokalen Computern benötigt, genauso entfallen FTP-Clients zum Transferieren der Dateien auf den Server.
• Workflow - Durch die Umsetzung des Content-Life-Cycles kann ein Workflow zwischen Redakteuren und Administratoren verwirklicht werden. Weiters können veraltete Inhalte auf einfache Art und Weise offline genommen und archiviert werden.
Speziell für kleine Unternehmen bieten WCMS einen großen Vorteil: Kleinunternehmen erlangen mehr Unabhängigkeit gegenüber Fremddienstleistern wie Internet-Agenturen, Programmierern oder Redakteuren da jeder Mitarbeiter seinen Bereich selbst pflegen kann.
Manfred Michael Wiesinger
2 CONTENT-MANAGEMENT BEI
KLEINSTUNTERNEHMEN
Bevor ein Unternehmen die Entscheidung trifft, ob ein WCMS nötig ist oder
nicht, muss der Inhalt der Website genauer kategorisiert und untersucht werden
Zuerst ist festzulegen, welche Arten von Content auf der Website angeboten
werden sollen, wie hoch die Aktualisierungsrate der jeweiligen Inhalte ist und
welche Personalressourcen zur Verfügung stehen. Durch den Einsatz eines
WCMS kann erheblich Zeit und Geld gespart werden, jedoch müssen die Anfor
derungen, die ein WCMS stellt, abgedeckt sein
2.1 „CONTENT“ UND „ASSETS“
Der Inhalt einer Website gliedert sich in mehrere so genannte „Assets“ Dieser
Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Aktivposten“ oder
„Anlagengegenstand“. Asset ist hierbei der Oberbegriff aller Contents, also aller
Inhalte, und deren Rechte. Content gliedert sich weiter in Substanz, die eigentli
chen Inhalte wie man sie kennt, und die dazu gehörigen Metadaten
Frau Dr. Sabine Baumann, Leiterin des Content Management Centers bei der
arvato systems GmbH - Bertelsmann erklärt diese Begriffe wie folgt:
„Content setzt sich aus der Substanz, dem Inhalt im engeren
Sinne, sowie einem assoziierten Metadatensatz zusammen. Me
tadaten sind Informationen über den Inhalt wie beispielsweise
Name des Erstellers, Titel, Erstellungsdatum, eine Beschreibung
des Inhalts mit Hilfe von Schlagwörtern usf. Unter Asset wird
hier die Kombination aus Inhalt, also Content, und den dazuge
hörigen Publikationsrechten, unabhängig vom Medium, ver
standen. Erst wenn ausser sic dem eigentlichen Inhalt auch
22
Manfred Michael Wiesinger
die Nutzungsrechte vorliegen, wird aus dem Content ein wertbe-
haftetes Asset “ 16
Die folgende Grafik soll diese Beziehungen verdeutlichen:
Abbildung 5 : Assets, Content, Rechte, Substanz und Metadaten 17
Auf der heutigen Entwicklungsstufe des Internets können Assets nach folgenden
Kriterien klassifiziert 18 werden:
Übliche Webinhalte
Multimediale Assets
Applikationsgebundene Assets
Transaktionelle Assets
Community-Assets
16 Quelle: Baumann, Sabine: Ganzheitliche Unterstützung der Wertschöpfungskette in Medien
Unternehmen mit Content Management Lösungen, in: Stahl, Florian/Maass, Wolfgang: Content
Management Handbuch/Strategien, Theorien und Systeme für erfolgreiches Content Management,
St. Gallen, 2003 , S 80
17 Vgl. Baumann, Sabine: Ganzheitliche Unterstützung der Wertschöpfungskette in Medien
Unternehmen mit Content Management Lösungen, in: Stahl, Florian/Maass, Wolfgang: Content
Management Handbuch/Strategien, Theorien und Systeme für erfolgreiches Content Management,
St. Gallen, 2003 , 80
18 Vgl. Zschau, Oliver/Traub, Dennis/Zahradka, Rik: Web Content Management/Websites profes
sionell planen und betreiben, 2. Aufl , Bonn, 2002 , 40
23
Manfred Michael Wiesinger
Übliche Webinhalte
Als „übliche Webinhalte“ werden die klassischen Content-Formen bezeichnet,
wie etwa Text, Bilder oder Links. Diese Inhalte bilden die Grundstruktur einer
Website
Multimediale Assets
„Multimediale Assets“ sind Inhalte, die durch die Verwendung von Plugins für
Webbrowser zu De-facto Standards wurden. Zu diesen multimedialen Assets
zählen Animationen wie Macromedia Flash oder Real Audio- und Video-Dateien
Applikationsgebundene Assets
„Applikationsgebundene Assets“ sind Inhalte, die in Webbrowsern nicht darstell
bar sind und daher das Programm, mit dem sie erstellt wurden, benötigen. Solche
Assets werden oft in Intranets von Unternehmen zum Download bereitgestellt
Das Web übernimmt hier also nur die Aufgabe der Verteilung, nicht aber der
Darstellung. Solche applikationsgebundenen Assets entstammen oft Textverarbei
tungsprogrammen wie Microsoft Word, Tabellenkalkulationsprogrammen wie
Excel oder sind Präsentationen aus Powerpoint. Auch proprietäre Dateiformate
wie PDF-Dateien von Adobe Acrobat oder PSD-Dateien aus Adobe Photoshop
sind häufige Vertreter dieser Gruppe von Assets
Transaktionelle Assets
In Zeiten des E-Commerce und E-Banking spielt eine Form von Assets eine be
deutende Rolle, die „transaktionellen Assets“ Diese Assets sind Informationen
über Transaktionen eines Users, während er sich auf einer Website befindet und
dabei beispielsweise eine Bestellung oder eine Überweisung tätigt
In diese Kategorie von Assets fallen „Sessions“, die den Website-Besuchern für
die Dauer ihres Aufenthalts auf der Website eine eindeutige Kennung verleihen
Diese Sessions sind besonders wichtig für eine genaue Erfolgskontrolle und er
möglichen personalisierbare Inhalte auf Websites
Ein weiterer wichtiger Vertreter der Klasse „transaktionelle Assets“ sind Profile,
in welchen ein User seine Interessen und Daten speichern kann
24
Community-Assets
„Community-Assets“ sind Inhalte, die dynamisch durch die Interaktion von Besuchern der Website entstehen. Dabei schaffen die Mitglieder einer Community eigene Inhalte. Solche Interessens- und Nutzergemeinschaften, bilden einen immer wichtiger werdenden Faktor für erfolgreiche Websites. Beispiele für Community-Assets sind Foren, Kommentare und Chats. Besonders bei dieser Art von Assets muss auf die veröffentlichten Inhalte wert gelegt werden. Werden diese vor ihrer Publizierung nicht kontrolliert, kann es leicht zu wirtschaftlichen, strategischen oder rechtlichen Problemen für den Betreiber der Website kommen.
All diese Inhalte verlangen spezielle Behandlungen durch eine Online-Redaktion. Manche müssen täglich, ja sogar stündlich oder minütlich aktualisiert werden, andere wieder bleiben in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Contents haben also unterschiedliche Änderungsfrequenzen.
2.2 TYPEN VON INFORMATIONEN UND
ÄNDERUNGSFREQUENZEN
Um eine effektive und effiziente Verwaltung und Verarbeitung von Assets zu gewährleisten, ist eine genaue Kategorisierung und Klassifizierung vorzunehmen. Eine grundlegende Differenzierung der Inhalte kann anhand des Änderungsbedarfs und der allgemeinen Gültigkeitsdauer der jeweiligen Assets durchgeführt werden. Die Summe der Assets können drei Typen von Informationen zugeordnet werden:
• Statische Informationen
• Dynamische Informationen
• Semidynamische Informationen
2.2.1 Statische Informationen
„Statische Informationen“ bleiben, wie die Bezeichnung schon ausdrückt, statisch
- sie werden also nicht verändert und behalten ihren Ursprungszustand bei. Solche
Quote paper:
Manfred Wiesinger, 2004, Der Einsatz von Web Content Management Systemen bei Kleinst- und Kleinunternehmen im Dienstleistungsbereich - Ein Vergleich von Open Source- und kommerziellen Lösungen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Evaluierung von Content Management Systemen (Open Source)
Computer Science - Commercial Information Technology
Scholary Paper (Seminar), 36 Pages
Einsatz von Open-Source Web Content Management Systemen in Non Profit ...
Computer Science - Commercial Information Technology
Diploma Thesis, 135 Pages
ERP-Systeme, Vergleich - Sage KHK, Navision, Bäurer
Computer Science - Commercial Information Technology
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Konzeption und Implementierung eines Online-Shop-Systems auf Open Sour...
Computer Science - Commercial Information Technology
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Heinrich Empan
Ausgezeichnete Arbeit!.
Diese Arbeit verschafft einen ausgezeichneten Überblick über Web Content Management Systeme - speziell bei Kleinen und Mittleren Unternehmen!
Sehr zu empfehlen!
Dr. Empan
on Friday, June 04, 2004-