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Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Weiterbildungsteilnahme 4
2.1. Teilnahme am Fernunterricht 8
2.2. Teilnahme an VHS-Kursen 8
3. Vorstellung der Göttinger und der Hildesheimer Studie 9
4. Zum Bildungsbegriff 11
4.1. Sozial-differenzierendes und personal-differenzierendes Syndrom 12
5. Verschiedene Gesichtspunkte der Göttinger Studie 13
6. Motivation 16
6.1. Lerntypen und Motivation 16
6.2. Habituelle und Aktualmotivation 18
6.2.1. Determinanten der habituellen Motivation 19
6.3. Life-space und Life-chance Motivation 20
6.4. Unterschiedlich motivierte Personengruppen 22
7. Motive zur Teilnahme 23
8. Experimentalprogramm zum Bildungsurlaub 25
8.1. Ablauf des Programms 25
8.2. Motive der Teilnehmer 26
8.3. Erwartungen der Teilnehmer 27
9. Milieuforschung 32
9.1. Das Sinus-Modell 32
9.2. Ergebnisse der Milieuforschung 35
10. Schlussbetrachtung 37
11. Bibliographie 38
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1. Einleitung
Die Teilnehmerforschung stellt einen sehr wichtigen, wenn nicht sogar den wichtigsten Anteil an der Erwachsenenbildungsforschung dar. Dies ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Erwachsenenbildung ohne Teilnehmer nicht möglich ist und somit auf sie angewiesen ist.
Die Teilnehmerforschung in der Erwachsenenbildung beinhaltet nun verschiedene Aspekte. Man kann sowohl über die Teilnehmerzahlen forschen, als auch über die Motive und die Motivation von Personen, die sie überhaupt zur Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen bewegen. Es ist ebenfalls möglich, die Teilnehmer selbst genauer zu untersuchen, beispielsweise ihren Lebenswandel, ihre Herkunft, kurz, die sozialen Milieus, aus denen sie stammen. Diese Fakten lassen sich dann in Bezug zur Weiterbildungsteilnahme setzen. „Die TeilnehmerInnenforschung ist im wesentlichen biographietheoretisch orientiert, später dann auch teilweise milieutheoretisch.“ 1
Zur Teilnehmerforschung gibt es bislang schon einige Studien, darunter die GÖTTINGER STUDIE und die HILDESHEIMER STUDIE, die wir im Rahmen dieser Arbeit vorstellen möchten.
Zunächst werden wir aber auf die Weiterbildungsteilnahme allgemein eingehen, um einen groben Überblick darüber zu geben, wie viele Leute sich überhaupt in Deutschland weiterbilden, wo sie dies bevorzugt tun und in welchem Bereich. Danach werden wir uns mit den beiden wichtigsten Studien im Bereich der Teilnehmerforschung befassen, den von ihnen aufgeworfenen Bildungsbegriff klären und ihre Ergebnisse vorstellen. Weiter behandeln wir zwei Aspekte, die in der Teilnehmerforschung eine große Rolle spielen: Die Motivations- und die Milieuforschung.
Nachdem wir zuerst klären möchten, warum die Motivation so wichtig für die Teilnehme r-forschung ist, stellen wir zwei verschiedene Modelle zur Motivation vor. Danach sollen einige Motive näher erläutert werden, die zur Teilnahme führen können. A bschließend gehen wir auf ein Experimentalprogramm zum Bildungsurlaub ein, in dem Teilnehmermotive und -erwartungen vor und nach dem Bildungsurlaub verglichen werden. Der zweite große Forschungspunkt neben der Motivation ist die Milieuforschung. Hier werden Zusammenhänge zwischen der Herkunft von Personen und ihrer Weiterbildungsteilnahme untersucht. Dazu gehen wir auf das Sinus-Modell ein und präsentieren einige wesentliche Ergebnisse der Milieuforschung. Am Ende dieser Arbeit sollte deutlich sein,
1 Kade/.Nittel/ Seitter (1999), S. 101
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was Teilnehmerforschung beinhaltet und warum sie einen so hohen Stellenwert hat. Gleichzeitig möchten wir einen Überblick über die Motivation und Motive geben. Warum bilden sich Menschen eigentlich weiter? Welche Motivation haben sie? Nur indem man die Motivation der Teilnehmer erforscht, kann man auf die Einstellung und die Gründe schließen, aufgrund derer Nichtteilnehmer den Weiterbildungsveranstaltungen fern bleiben.
2. Weiterbildungsteilnahme
Folie 1
Die Weiterbildungsteilnahme ist in Deutschland seit 1979 kontinuierlich angestiegen. Wie auf der Folie zu erkennen, hat sich die Teilnehmerquote von 1979 bis 1997 mehr als ve rdoppelt. Während 1979 noch 23% der Erwachsenen angaben, sich weitergebildet zu haben, waren es 1991 schon 37% und 1997 dann 48%. Diese 48% entsprechen ca. 24,1 Millionen Menschen. Es wurden Erwachsenen im Alter von 19 bis 64 Jahre befragt. Man untersche idet bei der Weiterbildung zwischen allgemeiner, politischer und beruflicher Weiterbildung. 31% der erwachsenen Bevölkerung nahm 1997 an allgemeiner oder politischer Weiterbildung teil, 30% an beruflicher Weiterbildung. Das bedeutet also, dass unter den insgesamt 48% Personen dabei waren, die sich in einem Jahr mehrmals weitergebildet haben. In dem Bereich allgemeiner und politischer sowie in dem Bereich beruflicher Fort-
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bildung ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Die Entwicklung von 1979 bis 1997 ist aus der Abbildung 1 zur Weiterbildungsteilnahme zu entnehmen. Die Teilnahme verteilt sich dabei auf die Themen und Maßnahmen, die in der Abbildung 2 aufgeführt sind. Es sticht hervor, dass besonders in den Bereichen Sprachen und Gesundheit eine hohe Teilnahmequote zu verzeichnen ist. Bei der beruflichen Weiterbildung überwiegt die berufliche Anpassung nach der betrieblichen Einarbeitung.
Abb. 1: Teilnahme an allgemeiner, politischer und beruflicher Weiterbildung
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Abb. 2: Bevorzugte Themenbereiche der Weiterbildung
An der beruflichen Weiterbildung haben 1997 bis April 1998 5,475 Millionen Erwerbspersonen teilgenommen. Das sind insgesamt 13,3% aller Erwerbspersonen in Deutschland. Seit der Wiedervereinigung hat die Teilnahmequote bei den Frauen die der Männer erreicht und mittlerweile leicht überschritten. In den Altersgruppen zwischen 15 und 35 Jahren überwiegt die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung. Betrachtet man die Dauer der beruflichen Weiterbildung, stellt man fest, dass diese in über 50% der Fälle unter einem Monat dauerte. Das könnte zum Beispiel auf eine überwiegende Fortbildung am Arbeitsplatz hinweisen. Diese Fakten sind in nachstehender Tabelle zu erkennen.
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Abb. 3: Teilnahme an beruflicher Weiterbildung
Ein Großteil der beruflichen Fortbildungsmaßnahmen fand am Arbeitsplatz statt, wie aus der nächsten Abbildung zu erkennen ist. Etwa ein Drittel wurde in besonderen Fortbildungs- und Umschulungsstätten durchgeführt. Dagegen wurden Fortbildungen bei einer Kammer, an einer berufsbildenden Schule oder Hochschule, genauso wie Fernunterricht seltener in Anspruch genommen. 2
Folie 2
2 Nuissl/ Pehl (2000), S. 35
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2.1. Teilnahme am Fernunterricht
Wie verteilt sich die Teilnahme an Weiterbildungen nun ungefähr auf die Institutionen? Dazu ist zu sagen, dass die Teilnahme am Fernunterricht stark zurückgegangen ist. Während 1992 noch 171.000 Personen am Fernunterricht teilnahmen, waren es 1997 nur noch 118.000 Personen. 3 Das sind immerhin nach recht gleichmäßigem Rückgang 50.000 Menschen weniger.
Abb. 4: Teilnahme am Fernunterricht
2.2. Teilnahme an VHS-Kursen
An der Volkshochschule gab es 1998 6.594.000 Teilnahmefälle. Diese Zahl ist nun nicht direkt mit den Teilnehmern am Fernunterricht zu vergleichen, da sich diese Zahl auf die Teilnahmefälle bezieht, die beim Fernunterricht auf die Teilnehmerzahl. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die Teilnehmerzahl unter der Zahl der Teilnehmerfälle liegt, weil sich Personen in einem Jahr an der Volkshochschule mehrmals weitergebildet haben.
3 Nuissl/Pehl (2000), S. 36
Arbeit zitieren:
Vanessa Schweppe, 2003, Teilnehmerforschung in der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag GmbH
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