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Gliederung:
1. Einleitung 3
2. Hauptteil 4
2.1. Eine Beschreibung der Reichskrone 4
2.2. Die Entstehung der Reichskrone 12
2.3. Der Weg der Reichskrone vom Mittelalter bis in die Gegenwart 14
2.4. Die anderen Reichskleinodien 16
3. Fazit 19
4. Quellen und Literaturverzeichnis 20
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1. Einleitung
In dieser Hausarbeit geht es um die Reichskrone. Bei dieser handelt es sich um ein europäisches Symbol der weltlichen und kirchlichen Macht. Mit ihr gelang es, eine Einheit in Mitteleuropa zu schaffen. Die Reichskrone wurde von den deutschen Kaisern und Königen bei ihrer Krönung getragen. Über den Ort ihrer Fertigung sowie die Zeit, in der sie hergestellt wurde, herrscht bis heute Unklarheit. In der Forschung geht man gegenwärtig davon aus, dass sie in der zweiten Hälfe des 10. Jahrhunderts oder bis Mitte des 11. Jahrhunderts gefertigt wurde. Als Entstehungsorte werden neben Burgund und Sizilien auch Deutschland genannt, wobei für Deutschland häufig die Insel Reichenau in diesem Zusammenhang erwähnt wird. Am Beginn dieser Arbeit steht eine Beschreibung der Reichskrone als kunsthistorisches und herrschaftliches Objekt. Danach folgt ein Überblick über die Forschungsdiskussion zu Entstehungsort und -zeit. Im dritten Teil schließt sich die Geschichte der Reichskrone vom Mittelalter bis zur Gegenwart an. Abschließend werden noch die anderen Bestandteile der Reichskleinodien in einer kurzen Übersicht vorgestellt.
Lieder gibt es zu diesem Thema außer der Reichskrone selbst nur sehr wenige Quellen. Des weiteren muss man sagen, dass die ersten schriftlichen Überlieferungen erst aus dem 13./14. Jahrhundert stammen. So wird die Reichskrone von Walther von der Vogelweide 1350 in einem Gedicht erwähnt. Durch die schlechte Quellenlage stützen die Forscher ihre Ergebnisse auf den Vergleich der Fertigungs- und Verarbeitungstechnik zwischen der Reichskrone und anderen Schmuckstücken. In meiner Hausarbeit werde ich mich hauptsächlich auf die Ausführungen von Reinhart Staats stützen, da dieser zum Thema Reichskrone sehr viel recherchiert und veröffentlicht hat.
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2. Hauptteil
2.1. Eine Beschreibung der Reichskrone
Bei der Reichskrone handelt es sich um eine achteckige Plattenkrone. Sie besteht aus vier Bildplatten, auf denen drei alttestamentarische und eine neutestamentarische Abbildungen zu sehen sind, und vier reinen Perlenplatten. Auf die verschiedenen Platten wird im Laufe dieses Kapitels noch im Einzelnen eingegangen. Die Krone hat einen Durchmesser von 22 cm und ein Gewicht von 3,5 kg. Ihr Grundstoff ist Gold, sie besteht weiterhin aus Email (Zellenschmelz), Edelsteinen und Perlen. Die Reichskrone setzt sich zusammen aus dem Kronenreif, welcher durch die acht Platten gebildet wird, aus dem Kronenkreuz, welches auf die Stirnplatte aufgesetzt werden kann und dem Kronenbügel, welcher die Krone von der Stirn zur Nackenplatte überspannt. Der Kronenbüge l ist 23 cm lang und hat eine maximale Höhe von 4,2 cm. Er besteht aus zwei von Perlendraht umrandeten Goldplatten von 19 Karat, ist mit Perlen, Rubinen, Smaragden, Zargen und Perldrähten geschmückt, und trägt die
1 http://www.humboldtgesellschaft.de/inhalt.php?name=reichskrone
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Inschrift: „CHVONRADVS DEI GRATIA ROMANORV(M) IMPERATOR
AVD(VSTVS)“. 2 Diese Inschrift lässt darauf schließen, dass der Kronenbügel unter Konrad II. (1024- 1039) der Krone hinzugefügt wurde oder einen älteren Bügel ersetzt. Das Kronenkreuz ist 9,9 cm hoch und 8,25 cm breit, es besteht aus 21 karätigem Gold und ist auf der Vorderseite mit vier großen Edelsteinen, 20 Perlen und 20 kleinen Edelsteinen besetzt. Die Rückseite des Kreuzes zeigt ein Bild Christi am Kreuz und hat die Inschrift: “IHC NAZARENVS REX IVDEORVM“ 3 .
Die acht Platten der Reichskrone sind durch Scharniere miteinander verbunden, sodass sie früher für den Transport auseinander genommen werden konnten. In späterer Zeit wurden die Platten jedoch durch zwei innenliegende Eisenbänder fest miteinander verbunden. Innen an den Schläfenplatten befinden sich Goldblechröhrchen, an denen Pendilien befestigt waren, welche aber im Laufe der Zeit verloren gegangen sind. Ebenfalls verloren gegangen sind die Lilien aus Perlen und Edelsteinen, welche auf die beiden Schläfenplatten und die Nackenplatte aufgesteckt werden konnten. 4
Die Krone ist nicht nur wegen ihrer oktogonalen Form einzigartig, sondern auch deshalb, weil nichts auf der Krone zufällig angeordnet ist, sondern alles eine bestimmte Funktion oder Symbolik hat.
Im folgenden sollen nun die einzelnen Platten beschrieben und ihre Bedeutung erklärt werden. Dabei stelle ich zuerst die Bildplatten und im Anschluss die Edelsteinplatten vor.
2 Schulze- Dörrlamm, Mechthild: Die Kaiserkrone Konrads II. (1024- 1039). Eine Archäologische Untersuchung zu Alter und Herkunft der Reichskrone., Sigmaringen 1991, S. 142
3 Schulze- Dörrlamm 1991, S. 141 f.
4 Schulze- Dörrlamm 1991, S. 139
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Die erste Platte ist die David- Platte, mit der Überschrift REX DAVID. Die Bezeichnung für die Platten leitet sich von den jeweils auf ihr abgebildeten Personen ab. Auf der David-Platte ist der stehende König David mit helmartiger Krone, kurzer blauer Tunika und einer gefibelten blauen Chalmys zu sehen. 6 In seiner Hand hält König David ein Spruchband mit der Aufschrift: “HONOR REGIS IUDICIUM DILIGIT“ (Die Ehre des Königs liebt den Rechtsspruch). 7 Zu diesem Spruch hat sich am 8. September 1024 bei der Krönungsfeier Konrad II. folgende Geschichte ereignet, die uns von Wipo dem Hofkaplan und Chronisten Konrad II. überliefert wurde: Bei seinem Krönungszug durch Mainz wurde Konrad II. von Bittstellern aufgehalten. Seine Begleitung wollte die Bittsteller von ihm fernhalten, doch Konrad II. ließ einen der Bittsteller zu sich auf den Thronsessel kommen und erhörte das Anliegen des Unglücklichen. Daraufhin beauftragte er einen der Fürsten seiner Begleitung, sich um das Anliegen zu kümmern. Weiter heißt es in der Überlieferung, dass Konrad II. dabei genau die Worte benutzte, welche sich auf dem Spruchband der David- Platte befinden. Es ist auch auffällig, dass Konrad II. in dem Augenblick, als er Recht sprach noch gar nicht gekrönt war. 8 Der Spruch auf der David- Platte kann auch als Auftrag an den König verstanden werden, Gerechtigkeit zu üben, wie es Konrad II. in der Überlieferung getan hat. Eine weitere Bedeutung erhält die erste Platte, wenn man sie mit der zweiten, der König Salomon- Platte zusammen betrachtet.
5 http://reichskrone.de
6 Schulze- Dörrlamm 1991, S. 141
7 Staats, Reinhard: Die Reichskrone. Geschichte und Bedeutung eines europäischen Symbols., Göttingen 1991, S. 55
8 Staats, Reinhard: Theologie der Reichskrone. Ottonische „Renovatio Imperii“ im Spiegel einer Insignie., Stuttgart 1976, S. 36 f
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Robert Küster, 2004, Die Reichskrone, Munich, GRIN Publishing GmbH
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