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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Die Wichtigkeit der verbalen Vermittlung von Erfahrungen bei
Arbeitsimmigranten 3 NA
3. Konflikterfahrung und ihre Bewertung: Ein Beispiel 4
3.1 Sprechsituation 4
3.2 Methodik der Erzählanalyse 4
3.3 Sozialdaten 4
3.4 Zusammenfassung der Erzählung 5
4. Erzählanalyse 5
4.1 Die sprachliche Form 7
4.2 Verständlichkeit 9 Verständlichkeit…………………………………………………………9
5. Realisierung des Erzählschemas und kommunikativen Funktion 10
5.1 Orientierungsteil 10
5.2 Handlungskomplikation 11
5.3 Evaluationsteil 12
5.4 Resultat 13
6. Schluß 14
Literaturverzeichnis 15 NA
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1. Einleitung
In der vorliegenden Hauptseminarsarbeitrbeit wird das Referat über das Thema Erzählkompetenz erwachsener Zweitsprachlerner ausgearbeitet. Als Grundlage diente der Aufsatz von Norbert Dittmar und Elisabeth Thielicke mit dem Titel: Der Niederschlag von Erfahrungen ausländischer Arbeiter mit dem institutionellen Kontext des Arbeitsplatzes in Erzählungen 1 .
In erster Linie geht es allgemein um ausländische Zweitsprachlerner des Deutschen, die einen Arbeiterstatus haben. Im Aufsatz wird zunächst die Sprachsituation der ausländischen Arbeiter in Bezug zu ihrer deutschen Umwelt beschrieben. Wichtig ist dabei, nicht nur auf die grammatische Sprachkompetenz der Zweitsprachlerner einzugehen, sondern auch auf deren individuelle Bewertung der sozialen, kulturellen und besonders emotionalen Erfahrungen. Die Fähigkeit der verbalen Vermittlung von Erfahrungen wird in der Unterrichtspraxis mit Arbeitsimmigranten vielfach vernachlässigt. Dieses Defizit verhindert dem ausländischen Arbeiter sich adäquat in einem Konfliktgespräch mit deutschen Kollegen auszudrücken, um seinen Problemstandpunkt darzustellen. Oft führt dies zu Missverständnissen und Unverständlichkeit auf beiden Seiten.
Im Aufsatz werden anhand von vier Beispielen die sprachliche Form, die Verständlichkeit, die Realisierung des Erzählschemas und der kommunikativen Funktionen sowie der Ausdruck des Autoritätskonflikts in den Sprechhandlungen untersucht. Die analytische Vorgehensweise stützt sich auf der Labovschen Methode. Die Sozialdaten des Sprechers sowie eine Zusammenfassung seiner Erzählung sollen der Orientierung dienen, in Bezug auf die Ergebnisse seiner Sprachkompetenz.
In dieser Arbeit wird auf die Zusammenfassung der Beispiele aus Dittmar und Thielickes Aufsatz verzichtet. Als Ersatz dient eine Analyse eines selbst ausgesuchten Beispiels, jedoch nach dem oben genannten Schema. Als Grundlage dient ein Interview einer aus Polen stammenden Sprecherin, die sich seit 28 Jahren in Deutschland aufhält. Der Gegenstand ihrer Erzählung, beinhaltet die Darstellung zweier Konflikte während ihres Arbeitsverhältnisses als Putzfrau bei einer deutschen Arbeitgeberin.
Das Interview wurde transkribiert 2 und nach der Labovschen Methode analysiert.
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Dittmar, Norbert und Thielicke, Elisabeth (1979) Der Niederschlag von Erfahrungen ausländischer Arbeiter mit dem institutionellen Kontext des Arbeitsplatzes in Erzählungen. In: Hans Georg Soeffner (Hrsg.) Interpretative Verfahren in den Sozial- und Textwissenschaften.
2 Dittmar, Norbert (2002) Transkription. Ein Leitfaden für Studenten, Forscher und Laien. Opladen.
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2. Die Wichtigkeit der verbalen Vermittlung von Erfahrungen bei
Arbeitsimmigranten
In Dittmar und Thielickes Aufsatz der Niederschlag von Erfahrungen ausländischer Arbeiter mit dem institutionellen Kontext des Arbeitsplatzes in Erzählungen geht es allgemein um ausländische Arbeiter in Deutschland und um ihre sozialen und vor allem verbalen Kontakte zu deutschen Kollegen. Die zu diesem Zeitpunkt geführte Studie stellt das Problem des mangelnden Kontaktes des ausländischen Arbeiters zu seiner deutschen Umgebung dar, was oft die dadurch entstehenden mangelnden Deutschkenntnisse zur Folge hat. Die deutsche Sprachkompetenz nimmt hier speziell in diesem Fall einen großen Einfluß auf die Beziehung zwischen dem Arbeitsimmigranten und seinen deutschen Kollegen ein. Die fehlenden Sprachkenntnisse des Deutschen führen zu einem gestörten Kontakt. Das Erlernen der Sprache erweist sich als sehr wichtig, wobei nicht nur grundlege nde grammatische Kenntnisse des Deutschen nötig sind, um sich mitteilen zu können. Die Sprache dient allgemein als Medium, um u.a. seine Bedürfnisse beschreiben und vor allem seine sozialen, kulturellen und emotionalen Erfahrungen bewerten zu können.
Erst die Fähigkeit zur Vermittlung von Bewertungen scheint Gruppen mit sozialer und kultureller Distanz näher bringen zu können, denn sie geben einmal Einblick in grundlegende Wertauffassungen, Interessen und Bedürfnisse des Sprechers, zum anderen reflektieren sie sein Verständnis der unmittelbaren kulturellen und sozialen Umgebung. 3 Das Ziel eines jeden Ausländers sollte primär der Abbau der gestörten Kontaktbeziehung zu Deutschen sein. Ferner müssen ausreichende Sprachkompetenzen ausgebildet werden, um die Fähigkeit zu haben, vergangene Ereignisse zusammenhängend und verständlich darstellen und vor allem bewerten zu können. Um sich in einer Gesellschaft sowohl sozial als auch verbal behaupten zu können, muß auch die Fähigkeit der Vermittlung des eigenen Standpunktes vorhanden sein. Dieser sollte so vermittelt werden, daß dem deutschen Gesprächspartner Probleme und besondere Sichtweisen des Ausländers, aber auch Gemeinsamkeiten mit ihm erkennbar werden. Die Sprache ist also nicht alleine das Kernproblem der mangelnden Kommunikationsfähigkeit, sondern vielmehr auch die damit zusammenhängende Differenz im Denkkonzept des Weltwissens zwischen Ausländern und Einheimischen.
Der Arbeitsplatz stellt in diesem Zusammenhang einen wichtigen Bereich dar, als daß dort der m eiste Kontakt zwischen ausländischen und deutschen Arbeitern herrscht und im Gegensatz zu anderen Lebensbereichen, wie z.B. Freizeit, die materielle Existenz davon abhängt. Die mit Deutschen gemeinsam erlebte Arbeitssituation impliziert eine hierarchische Ordnung und schafft damit eine asymmetrische Machtrelation speziell zwischen ausländischem Arbeiter und seinem deutschen Vorgesetzten. Man muß bei den verbalen Interaktionen spezifizieren, in welcher sozialen Beziehung die Sprecher bei der Äußerung einer Sprechhandlung zueinander stehen. Im Falle des ausländischen Arbeiters zu seinem Vorgesetzten handelt es sich um eine asymmetrische Beziehung, da eine mehr oder weniger psychische und soziale Abhängigkeit zwischen den Interaktanten vorliegt. Die Studie ergab allgemein einige Auffälligkeiten, die in mündlichen Erzählungen ausländischer Arbeiter vorkommen. So ist z.B. das Stilmittel des szenischen Erzählens sehr oft vertreten. Dieses Phänomen ist auch bei Deutschen der Unterschicht zu finden. Die Handlungskomplikation wird häufig durch getreue Nachbildung von Rede und Gegenrede der Antagonisten in einem erzählten Konfliktfall dargestellt. Ferner wird die Konfliktinteraktion in der Regel durch denjenigen initiiert, der mehr Macht besitzt, oder
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sich in einer besseren Position befindet. In diesem Fall herrscht das asymmetrische Schema des hier weisungsausführenden Ausländers und des weisungsbefugten Vorgesetzten vor. Der konfliktauslösenden Sprechhandlung folgt dann in der Regel eine defensive Rechtfertigung, die sich auf eine Aufforderung oder einen Befehl bezieht. Schließlich kann es zu einer sich verschärfenden Auseinandersetzung, die in Drohung oder Beleidigung kulminieren kann, führen. Eine forcierte Beendigung des Konfliktfalls kann die Folge sein.
3. Erfahrungskonflikte und ihre Bewertung: Ein Beispiel
3.1 Sprechsituation
Die hier untersuchte Erzählung wurde in einem Interview zwischen Interviewer und Erzähler auf einem Diktiergerät aufgenommen. Die interviewte Person nimmt hierbei eine Expertenrolle ein und muß so gut es geht ungezwungen und natürlich erzählen. In der Linguistik bzw. genauer gesagt in der Konversationsanalyse wird dieses „Dransein“ beim Sprechen „turn“ genannt. Der Interviewte übernimmt also einen „turn“ und kann dadurch seine Erfahrungen vermitteln. In diesem Fall bewirkt die Übernahme des Redebeitrages durch die interviewte Person, die nicht deutscher Abstammung ist, die Artikulation persönlich erfahrener Ereignisse in ihrer deutscher Umgebung. Bei der Analyse der Erzählung soll untersucht werden, wie die interviewte Person vergangene Ereignisse verbal wiedergibt und wie diese dann individuell sowie sozial bewertet werden.
3.2 Methodik der Erzählanalyse
Das aufgenommene Interview wird transkribiert und als Text rekonstruiert. Dies bedeutet, daß die Erzählung in kleinste Sinneinheiten zerlegt wird, denen dann im Rahmen der Erzählung kommunikative Funktionen zugewiesen werden. Diesem Unterfangen liegt die Labovsche Methodik zugrunde. Die Erzählung wird also i n Teilsätze segmentiert, die kleinste Sinneinheiten darstellen. Ferner werden diese dann nach ihrer kommunikativen Funktion zu Blöcken zusammengefasst, wobei diese nicht beliebig vertauschbar sind. Nach Labov kann man eine Erzählung im Idealfall in fünf Blöcke einteilen, denen man folgende Fragen zugrunde legen kann:
1) Abstrakt: worum handelt es sich?
2) Orientierung: Wer, wann, was, wo?
3) Handlungskomplikation: was passierte dann?
4) Evaluation: was soll das Ganze?
5) Resultat: wie ging es aus?
Abstrakt und Orientierung bilden in der Regel den Anfang der Erzählung, die Handlungskomplikation befindet sich in der Mitte, das Resultat gegen Ende und die Evaluation kann die ganze Erzählung an verschiedenen Stellen durchsetzen.
3.3 Sozialdaten
Janina wurde 1956 in Oppeln in Polen geboren. Ihr Vater war Konditormeister und ihre Mutter Buchhalterin. Sie besuchte die Schule bis zur mittleren Reife und absolvierte eine Ausbildung als Systemgastronomin und Köchin. 1975 heiratete sie. Im gleichen Jahr ging sie mit ihrem Mann nach West-Berlin, wo sie seitdem auch lebt. Das erste Jahr wohnte sie in der Brunnenstraße in Wedding. 1976 zog sie dann in die Mommsenstraße in Charlottenburg, die ein stabiles gutbürgerliches Milieu aufweist. Sie lebt seitdem dort mit ihrem Mann und ihren zwei jüngeren von drei Kindern.
Zur Zeit des Interviews hielt sie sich schon seit 28 Jahren in Berlin auf, wo sie seit ca. 1986 als Putzfrau in privaten Haushalten tätig ist. Sie hat es damals versäumt, eine Sprachenschule zu besuchen, um Deutsch zu lernen. Sie hat die ersten 10 Jahre ihres
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M. A. Firdaous Fatfouta-Hanka, 2003, Erzählkompetenz erwachsener Zweitsprachlerner, Munich, GRIN Publishing GmbH
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