Einleitung ................................................................................................................................... 1 Chancen und Risiken der Patienten in integrierten Versorgungsstrukturen...
1.1 Chancen für Patienten.....................................................................................................
1.1.1 Der Lotse ............................................................................................................................................................... 1.1.2 Offene Netze.......................................................................................................................................................... 1.1.3 Abgestimmte Therapie......................................................................................................................................... 1.1.4 Ganzheitlichkeit / Interdisziplinäre Zusammenarbeit...................................................................................
1.2 RISIKEN FÜR PATIENTEN............................................................................................................................................... 1.2.1 „Löcher“ im Netz................................................................................................................................................. 1.2.2 Eingeschränkte Arztwahl.................................................................................................................................... 1.2.3 Blindheit für eigene Grenzen / Risikoauslese.................................................................................................. 1.2.4 Datenschutz / Datensicherheit...........................................................................................................................
1.3 FAZIT................................................................................................................................................................................ 2 Organisation und Struktur der Leistungsanbieter ..................................................
2.1 PARADIGMAWECHSEL IM MANAGEMENT VON GESUNDHEIT .................................................................................. 2.2 SOLLKONZEPT DER ORGANISATION BETEILIGTER EINRICHTUNGEN......................................................................
2.2.1 Prozessorientierung............................................................................................................................................. 2.2.2 Klare Verantwortungszuweisung und Übernahme ........................................................................................ 2.2.3 Interdisziplinär ausgerichtete organisatorische Einheiten........................................................................... 2.2.4 Vermeidung von Schnittstellen.......................................................................................................................... 2.2.5 Austausch von Informationen, Kommunikation.............................................................................................. 2.2.6 Flexibilität der Versorgungsstrukturen............................................................................................................ 2.2.7 Lernfähigkeit der Organisation.........................................................................................................................
2.3 FAZIT................................................................................................................................................................................ Literaturverzeichnis: ............................................................................................................... Internetadresse: ....................................................................................................................... Abbildungsverzeichnis:
Abbildung 1: Lotsenfunktion in einem Netzwerk „Gesundheit“........................................... Abbildung 2: Paradigmawechsel im Management von Gesundheit ..................................
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Einleitung
Komplexe Systeme erfordern ausgeprägte Kooperations - und Koordinationsmechanismen unter den teilnehmenden Komponenten, um den Gesamtnutzen zu optimieren. Netzwerke bilden die Basis dieser Mechanismen. Sie sind soziale Beziehungen zwischen Menschen, die in einem festgelegten Raum stattfinden und streng am Nutzen orientiert sind. Ziel von Netzwerken ist vor allem die Optimierung der Kommunikation und des Wissens zur Umsetzung der langfristigen Systemstrategie. Das deutsche Gesundheitswesen ist durch eine starke Trennung der ambulanten und stationären Versorgung gekennzeichnet. Trotz steigendem ökonomischen Druck auf die Einrichtungen aufgrund knapper öffentlicher Kassen und Kassen der Sozialversicherungen wird Krankheit sektoral betrachtet. Kooperationen finden nur selten statt. Vernetzte Versorgungs- und Unterstützungsformen sollen die Trennung der Leistungserbringer überwinden, um die Effektivität und Effizienz des Gesundheitswesens zu steigern.
Diese Arbeit zeigt die Konsequenzen für die Organisation der teilnehmenden Einrichtungen auf und erläutert die Vorteile und Risiken einer Vernetzung aus Sicht der Patienten.
1 Chancen und Risiken der Patienten in integrierten Versorgungsstrukturen
Das Thema „Integrierte Versorgung“ wird meist aus Unternehmenssicht und unter dem Gesichtspunkt der Finanzierung diskutiert. In erster Linie geht es aber um die Patienten: Was erwarten sie von ihrem „Gesundheitsnetz“ oder generell von neuen Versorgungsformen? Was lässt sich durch neue Strukturen verbessern? Gibt es auf der anderen Seite berechtigte Befürchtungen, die schon jetzt bei der Neugestaltung berücksichtigt werden sollten? Einigkeit herrscht darüber, dass das bisherige Versorgungssystem gravierende Mängel aufweist. Ein Blick auf diese Mängel vermag schon viel über die Erwartungen der Patienten in Bezug auf neue Versorgungsfo rmen auszusagen.
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Ø Doppeluntersuchungen Ø Überdiagnostik Ø Vernachlässigung der Prävention
Ø mangelnde Forderung von Selbsthilfe und Selbstbehandlungsmöglichkeiten Ø Schnittstellenprobleme in den Übergängen des Behandlungsprozesses (z. B. I n-formationsverlust, Wartezeiten, verlängerte stationäre Aufenthaltsdauer) Der Gesundungsprozess eines Patienten in Deutschland wird also meist immer noch isoliert, aus der engen Sicht des jeweiligen Behandlungssystems, betrachtet. Konkurrenz statt Kooperation und die geringe Abstimmung zwischen den Leistungserbringer senken so die Qualität und steigern die Kosten des Behandlungserfolges. Bald werden aber die Versicherten von ihrer Krankenkasse vor die Frage gestellt werden, welche Art der Versorgung sie für die Zukunft wählen, eine integrierte oder herkömmliche. Um diese Entscheidung treffen zu können, benötigen sie eine ganze Reihe von Informationen bezüglich der Chancen und Risiken vernetzter Versorgungs- und Un-terstützungsformen. 1.1 Chancen für Patienten
In marktwirtschaftlich geprägten Systemen wird eine Zusammenarbeit nur dauerhaft zustande kommen, wenn die Partner eine „win - win - Situation“ realisieren können. Deshalb wird der Erläuterung und Publizierung der zukünftigen Vorteile neuer Ver-sorgungsstrukturen direkt für den Patienten hohe Bedeutung zugemessen. 1 1.1.1 Der Lotse
Die bisherige Versorgung krankt ganz allgemein daran, dass das System zu unübersichtlich ist. Das Schlagwort „Versorgungsdickicht“ kennzeichnet die Situation sehr treffend. Viele Patienten sind unsicher, wohin sie sich bei Erkrankung wenden sollen. Auch zahlreiche Ärzte wissen nicht, wohin sie ihre Patienten überweisen sollen, wenn sie selbst mit der Behandlung überfordert sind. Aus der Sicht von Patienten wäre deshalb eine Kontaktperson wünschenswert mit Übersicht über den Versorgungsdschungel und klaren Vorstellungen, welcher Weg
1 vgl.: Tophoven, C.; Lieschke, L. (Hrsg.): Integrierte Versorgung, S. 262 - 264, Köln 2003
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ein Patient optimalerweise einschlagen sollte; eine Art Lotse, der die Behandlung einleitet und den Ablauf überwacht. Diese Funktion sollen neuerdings die Allgemeinärzte, praktischen Ärzte und hausärztlich tätigen Internisten übernehmen.
Abbildung 1: Lotsenfunktion in einem Netzwerk „Gesundheit“
Die Erwartungen an die Person des Lotsen sind besonders hoch. Er soll die Behandlung nicht nur einleiten. Er soll sie auch steuern und möglichst während der gesamten Zeit mit dem Patienten in Verbindung stehen. Daraus ergibt sich, dass er nicht nur über medizinische, sonder auch über organisatorische und kommunikative Fähigkeiten verfügen muss, sodass die individuellen Bedürfnisse und vor allem das Selbstbestimmungsrecht des Patienten berücksichtigt werden. Das Vorgehen für Diagnose und Behandlung werden so mit dem Patienten gemeinsam geplant.
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Arbeit zitieren:
Matthias Schall, 2004, Vernetzte Versorgungs- und Unterstützungsformen, München, GRIN Verlag GmbH
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