Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis Seite I
0. Einleitung Seite II
1. Geschichte und Entstehung von Zeitschriften Seite 1
2. Definitionen Seite 3
2.1. Lifestyle Seite 3
2.2. Zeitschriften Seite 3
2.3. Lifestyle-Zeitschriften Seite 10
3. Analyse des deutschen Zeitschriftenmarktes Seite 12
4. Lebenshilfe in Zeitschriften Seite 21
5. Der schwule Konsument - Eine Grundlagenstudie Seite 23
5.1. Typ 1 Der hedonistisch-trendorientierte Schwule Seite 24
5.2. Typ 2 Der suchende convenience-orientierte Typus Seite 25
5.3. Typ 3 Der markenbewusst-karriereorientierte Schwule Seite 26
5.4. Typ 4 Der konventionell-häusliche Typ Seite 27
5.5. Typ 5 Der preisbewusst-intellektuelle Schwule Seite 28
5.6. Zusammenfassung Seite 29
6. Beispielmagazine Seite 31
6.1. Analyse einer Zeitschrift Seite 31
6.2. Typografie - Layout Farben - Bilder Seite 32
6.2.1. Typografie Seite 32
6.2.2. Layout Seite 33
6.2.3. Farben Seite 34
6.2.4. Bilder Seite 35
6.3. Vorstellung und Vergleich der einzelnen Magazine Seite 36
6.3.1. FHM Seite 36
6.3.2. Men’s Health Seite 38
6.3.3. Cosmopolitan Seite 39
6.3.4. Glamour Seite 42
6.3.5. Männer aktuell Seite 43
6.3.6. DU ICH Seite 45
6.3.7. Kostenlose, schwule Stadtmagazine Seite 46
6.3.7.1. Sergej (Berlin) Seite 47
6.3.7.2. Sergej (München) Seite 47
6.3.7.3. Siegessäule (Berlin) Seite 48
6.3.8. Interviews mit drei Chefredakteuren Seite 49
7. These Seite 53
7.1. Fragen - Antworten Seite 53
7.2. Resümee Seite 55
Anlagen Seite 56
Literaturverzeichnis Seite 59
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Positionierung der verschiedenen schwulen Konsumententypen (Quelle: http://www.bbdo.de/de/home/studien.Par.0010. Link1Download.tmp/DSK_kurz.pdf, verfügbar am: 18.09.03) Seite 23
Abb. 2 Anteil der Typ 1 - Schwulen an den Gesamtbefragten (Quelle: http://www.bbdo.de/de/home/studien.Par.0010. Link1Download.tmp/DSK_kurz.pdf, verfügbar am: 18.09.03) Seite 24
Abb. 3 Anteil der Typ 2 - Schwulen an den Gesamtbefragten (Quelle: http://www.bbdo.de/de/home/studien.Par.0010. Link1Download.tmp/DSK_kurz.pdf, verfügbar am: 18.09.03) Seite 25
Abb. 4 Anteil der Typ 3 - Schwulen an den Gesamtbefragten (Quelle: http://www.bbdo.de/de/home/studien.Par.0010. Link1Download.tmp/DSK_kurz.pdf, verfügbar am: 18.09.03) Seite 26
Abb. 5 Anteil der Typ 4 - Schwulen an den Gesamtbefragten (Quelle: http://www.bbdo.de/de/home/studien.Par.0010. Link1Download.tmp/DSK_kurz.pdf, verfügbar am: 18.09.03) Seite 27
Abb. 6 Anteil der Typ 5 - Schwulen an den Gesamtbefragten (Quelle: http://www.bbdo.de/de/home/studien.Par.0010. Link1Download.tmp/DSK_kurz.pdf, verfügbar am: 18.09.03) Seite 28
Abb. 7 In- und Output- Schema
( Quelle: http://www.khm.de/~simonex/wissensdesign/ wissen_b3.html, verfügbar am: 25.09.03) Seite 35
I
0. Einleitung
Aus persönlichem Interesse wählte ich das Thema „Erfüllen bestehende schwule Zeitschriften
auf dem deutschen Markt das Kriterium „Lifestyle“ und kann man sie als thematisch und
inhaltlich vergleichbar zu Lifestyle-Formaten mit heterosexueller Zielgruppe sehen?“ für
meine Diplomarbeit. Weitere Gründe hierfür waren die zunehmende Bedeutung von Lifestyle
in der Medienlandschaft bedingt durch das immer größer werdende Interesse in der
Bevölkerung
Beim Erstellen dieser Arbeit unterstützten mich verschiedene Personen, denen ich auf diesem
Weg Dank sagen möchte
Danke an meine Eltern, Ingrid und Ingolf Merkel, an meinen Großvater, Johannes Spranke, an
Lars, Gesine, Nadja und Gogo, an meine Freunde, an Prof. Hilmer und Holger Doetsch und
an die drei Chefredakteure und die verschiedenen Mitarbeiter in den Redaktionen, die mir
sehr hilfreich und unterstützend entgegen kamen
II
1. Geschichte und Entstehung von Zeitschriften
Zeitschriften gibt es seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Diese erschienen in längeren Zeitabständen als die schon bestehenden Zeitungen und waren „für ein bestimmtes Zielpublikum bestimmt“ 1 . Die erste Zeitschrift, das Journal des Savants, fand man erstmals 1665 in Paris, Frankreich.
In Deutschland erschien, in Anlehnung an das französische Vorbild, 1682 in Leipzig, die Acta eruditorum. Diese Gelehrtenzeitschrift von Otto Menckes war in lateinischer Sprache verfasst und wandte sich an die Wissenschaftler jener Zeit. Verlegt wurde die Acta eruditorum von den Buchhändlern Johann Grosse und Johann Friedrich Gleditsch. 2
Es folgten weitere Zeitschriften, meist „politisch-historische Zeitschriften, die sich an Nichtfachleute wandten“ 3 . Später kamen populäre Magazine mit Unterhaltungscharakter hinzu. Beispiele hierfür waren „die „Lustigen und Ernsthaftigen Monatsgespräche“, die erste deutschsprachige Zeitschrift der Frühaufklärung“ 4 und die „Monatsschrift „Europäische Fama“, die politische Nachrichten von europäischen Höfen verbreitete und kommentierte“ 5 . Erstere erschien ab 1688 in Leipzig und wurde von Christian Thomasius begründet. Die Monatsschrift „Europäische Fama“ gab es ab 1702. Ihr Herausgeber war Philipp Balthasar Sinold von Schütz, ihr Verleger Johann Friedrich Gleditsch.
Eine Blütezeit hatte die Zeitschrift im 18. Jahrhundert, weil es sehr viele verschiedene Zeitschriftentitel gab, und „weil die Zeitschriften im Gegensatz zur Tagespresse von der Zensur nicht so scharf überwacht wurden“ 6 . Anzeichen dafür war „der sich allmählich entwickelnde Meinungsjournalismus“ 7 . Einer Untersuchung zufolge, wurde in den Jahren 1670 bis 1790 ein Anstieg der Zeitschriften von 58 auf 1225 festgestellt. 8
1 Maaßen (1996), S.21
2 vgl. http://www.uni-leipzig.de/~agintern/uni600/ug138.htm; verfügbar am : 28.08.03
3 Maaßen (1996), S.21
4 http://www.uni-leipzig.de/~agintern/uni600/ug138.htm; verfügbar am : 28.08.03
5 http://www.uni-leipzig.de/~agintern/uni600/ug138.htm; verfügbar am : 28.08.03
6 Maaßen (1996), S.21
7 Maaßen (1996), S.21
8 vgl. Faulstich (2000), S.414
1
Auch der Begriff Zeitschrift wurde erst weitaus später eingeführt. Der aus dem Französischen stammende Begriff Journal war zu jenen Zeiten gebräuchlicher, auch in Deutschland. 9
Von Gottsched gab 1725/26 die erste deutsche Frauenzeitschrift „Die vernünftigen Tadlerinnen“ heraus 10 und Christlob Mylius 1743 die „Bemühungen zur Beförderung der Kritik und des guten Geschmacks“ 11 . Da diese beiden Zeitschriftenformate Tipps und Hinweise zu bestimmten Sachverhalten jener Zeit lieferten, kann man sie durchaus als Vorläufer der heutigen Lifestylezeitschriften bezeichnen. Auch die 1775 von Weiße herausgegebene pädagogische Zeitschrift „Der Kinderfreund“ erfüllte dieses Kriterium. 12
9 vgl. Faulstich (2000), S.414
10 vgl. http://www.uni-leipzig.de/~agintern/uni600/ug138.htm; verfügbar am : 28.08.03
11 vgl. http://www.uni-leipzig.de/~agintern/uni600/ug138.htm; verfügbar am : 28.08.03
12 vgl. http://www.uni-leipzig.de/~agintern/uni600/ug138.htm; verfügbar am : 28.08.03
2
2. Definitionen
2.1. Lifestyle
Der aus dem Englischen stammende Begriff Lifestyle - Lebensstil -beschreibt „eine bestimmte Lebensweise und Einstellung von
Einzelpersonen oder Gruppen, die sich in ihren Verhaltensweisen,
Interessen, Zielen und Meinungen äußern. Lifestyle-Typologien (z.B.
Yuppie) werden im Marketing bei der Zielgruppendefinition genutzt.“ 13
Lifestyle umfasst also alle Bereiche des Lebens und der Lebensführung.
Dabei sind nur die positiven und anstrebenswerten Ziele gemeint. Dazu
zählen Wellness, Fitness, Gesundheit, Beauty, Freizeit, Liebe, Sexualität,
Wohnen, Einrichten, Kochen etc. Lifestyle-Magazine geben auch
Lebenshilfe zu bestimmten Themen, die die Leser interessieren.
2.2. Zeitschrift
Eine Zeitschrift kann als „regelmäßig erscheinendes Presseerzeugnis
unterhaltenden, allgemein bildenden, fachlichen oder werbenden Inhalts“ 14
bezeichnet werden. Man unterscheidet diese Publikationen vorwiegend nach
der Art ihrer Leserschaft. So richten sich Publikumszeitschriften an eine
breit gefächerte Leserschaft und Fachzeitschriften, konfessionelle
Zeitschriften und Amtsblätter an eine eher spezialisierte Klientel. 15
13 http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,156,538&
MENUNAME=InfoContainer&OCCURRENCEID=SL0012717522.SL0012717522.TM01-FullContent&WissenID=P2gXM0KUfDlndbMqBPIwaJUuKZgRs1v6FgckRInFcqBWXyy wY5Sa|7986382190119790145/182718477/6/7063/7063/7003/7003/7063/-
1|5001720721978871409/182718475/6/7063/7063/7003/7003/7063/-1|1063786291854, verfügbar am: 03.08.03
14 http://www.xipolis.net/cadd36400da5862f033b391bea831c42/
suche/artikel.php?shortname=b1&artikel_id=40810800, verfügbar am 03.08.03, (zitiert nach: Der Brockhaus in einem Band. 9., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Mannheim: Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus 2002.)
15 vgl. http://www.xipolis.net/cadd36400da5862f033b391bea831c42
/suche/artikel.php?shortname=b1&artikel_id=40810800, verfügbar am: 03.08.03 und http://www.iicm.edu/meyers, verfügbar am 15.08.03: Dabei differieren die genannten Unterscheidungen etwas. So unterscheidet www.icm.edu o.g. Definition zufolge zwischen Publikumszeitschriften, Fachzeitschriften, konfessionellen Zeitschriften und Amtsblättern. Hingegen sieht man bei www.wissen.de eine Trennung nach Fachzeitschriften, Standes-und Berufszeitschriften und Freizeitzeitschriften.
3
Auch bei einer Trennung nach Fach-, Standes- und Berufs- und
Freizeitzeitschrift sind die Presseerzeugnisse „auf bestimmte Leserkreise
oder Lesesituationen“ 16 ausgerichtet.
Demzufolge kann dabei eine Unterordnung festgelegt werden, wobei zu den
Fachzeitschriften „die wissenschaftlichen, kulturellen und z.T. auch die
technischen und wirtschaftlichen Zeitschriften“ 17 zu zählen sind.
„Die Standes- und Berufszeitschriften sind an gesellschaftlichen Ordnungen
(z.B. konfessionelle Zeitschriften) und Zusammenschlüssen (Verbands-,
Vereins-, Gewerkschaftszeitschriften) sowie an den Berufsgruppen
(Zeitschriften der beruflichen Organisationen, Werkzeitschriften,
Wirtschaftspresse) orientiert.“ 18
Zu den Freizeitzeitschriften zählt man „illustrierte Zeitschriften, auf
bestimmte Lesergruppen ausgerichtete Magazine (z.B. für Frauen, Eltern
und Jugendliche), Theater- und Filmzeitschriften und politische
Zeitschriften, sowie Programmzeitschriften für Hörfunk und Fernsehen in
unterhaltender Umrahmung und schließlich Sex-Magazine und -
Wochenblätter.“ 19
16 http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,156,538&
MENUNAME=InfoContainer&OCCURRENCEID=SL0011807590.SL0011807590.TM01-FullContent&WissenID=P2gXM0KUfDlndbMqBPIwaJUuKZgRs1v6FgckRInFcqBWXyy wY5Sa|7986382190119790145/182718477/6/7063/7063/7003/7003/7063/-
1|5001720721978871409/182718475/6/7063/7063/7003/7003/7063/-1|1063786291854, verfügbar am: 03.08.03
17 http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,156,538&
MENUNAME=InfoContainer&OCCURRENCEID=SL0011807590.SL0011807590.TM01-FullContent&WissenID=P2gXM0KUfDlndbMqBPIwaJUuKZgRs1v6FgckRInFcqBWXyy wY5Sa|7986382190119790145/182718477/6/7063/7063/7003/7003/7063/-
1|5001720721978871409/182718475/6/7063/7063/7003/7003/7063/-1|1063786291854, verfügbar am: 03.08.03
18 http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,156,538&
MENUNAME=InfoContainer&OCCURRENCEID=SL0011807590.SL0011807590.TM01-FullContent&WissenID=P2gXM0KUfDlndbMqBPIwaJUuKZgRs1v6FgckRInFcqBWXyy wY5Sa|7986382190119790145/182718477/6/7063/7063/7003/7003/7063/-
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19 http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,156,538&
MENUNAME=InfoContainer&OCCURRENCEID=SL0011807590.SL0011807590.TM01-FullContent&WissenID=P2gXM0KUfDlndbMqBPIwaJUuKZgRs1v6FgckRInFcqBWXyy wY5Sa|7986382190119790145/182718477/6/7063/7063/7003/7003/7063/-
1|5001720721978871409/182718475/6/7063/7063/7003/7003/7063/-1|1063786291854, verfügbar am: 03.08.03
4
Ein besonders wichtiges Kriterium in der Definition von Zeitschriften besteht im Fehlen der „grundsätzliche[n] Aktualität und Inhalts-Allgemeinheit der Zeitung[en]“ 20 .
Unter medialine.focus.de sind folgende zusammengestellte Definitionen zu finden. Nach H.A. Kluthe fasst man „Unter dem Begriff Zeitschrift […] eine Fülle sehr verschiedener Publikationen zusammen, die sich nach Art und Güte, nach Umfang und Auflage und in vielen anderen Merkmalen unterscheiden“ 21 . Jürgen Stockmann legt Zeitschriften „von Natur aus [als] undefinierbar“ 22 fest „und ihre einzige Gemeinsamkeit sei es, daß sie in den Statistiken unter dem Begriff „Zeitschriften“ geführt werden“ 23 . Alphons Silbermann sieht in der Zeitschrift „ein fortlaufend und in regelmäßiger Folge erscheinendes Druckwerk…, das einen umgrenzten Aufgabenbereich oder einer gesonderten Stoffdarbietung […] dient“ 24 . Wilmont Haacke definiert eine Zeitschrift als „eine periodische Publikation, deren geistige Einheitlichkeit sich aus ihrem Programm ergibt. Programm und Titel bleiben für ihren Inhalt jedes einzelnen Heftes maßgebend. Erscheinungen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden aus einer der jeweiligen Zeitschriften eigentümlichen Sicht beleuchtet. Ihre Auffassungen sind zwischen Verlag, Herausgeber, redaktionellem Gremium und Mitarbeiterstab in gegenseitiger Übereinkunft festgelegt, und zwar unter abgewogener Einbeziehung der Wünsche der Leser.“ 25
20 http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,156,538& MENUNAME=InfoContainer&OCCURRENCEID=SL0011807590.SL0011807590.TM01-FullContent&WissenID=P2gXM0KUfDlndbMqBPIwaJUuKZgRs1v6FgckRInFcqBWXyy wY5Sa|7986382190119790145/182718477/6/7063/7063/7003/7003/7063/-
1|5001720721978871409/182718475/6/7063/7063/7003/7003/7063/-1|1063786291854, verfügbar am: 03.08.03
21 http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: H.A. Kluthe
22 http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: Jürgen Stockmann
23 http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: Jürgen Stockmann
24 http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: Alphons Silbermann
25 http://medialine.focus.de, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: Wilmont Haacke
5
Allgemein einig ist man darüber, „daß zwischen den Publikumszeitschriften auf der einen und den Fachzeitschriften auf der anderen Seite zu differenzieren sei“ 26 .
Walter Hagemann typologisiert Zeitschriften, indem er versucht „alle periodischen Druckmedien außer der Tageszeitung nach [verschiedenen] Kriterien zu gruppieren“ 27 . Dazu zählen Fachpresse, Standes- und Verbandspresse, Freizeitzeitschriften, Werk- und Kundenzeitschriften sowie Wochenblätter.
Die Fachpresse umfasst alle Zeitschriften, die „dem Einzelmenschen bei der Ausübung seines Berufes helfen… [Sie] ist für den arbeitenden Menschen ein stets gegenwärtiger Lehrer, ein ihn ständig begleitendes Lehrbuch, das ihm alle neuen Erkenntnisse, Verfahren und Vorgänge auf seinen Fachgebiet… mitteilt oder in Erinnerung ruft und ihn dadurch auf der Höhe seiner fachlichen Leistung hält…“ 28
„Jeder Mensch gehört durch Geburt und Tradition zu den natürlichen Ordnungen des Alters und Geschlechts, zu religiös weltanschaulichen, nationalen und kommunalen Gemeinschaften. Dazu treten in der modernen Industriegesellschaft zahlreiche freie Sozialgebilde wie politische Gruppen und Parteien, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, Genossenschaften, Kameradschafts- und Geselligkeitsverbände. Sie alle bedürfen der Kommunikationsmittel zur Integration, Aussprache, Verteidigung und Werbung.“ 29 Wenn also eine Zeitschrift diese Gruppen bedient, kann man von Standes- und Verbandspresse ausgehen.
Zu Freizeitzeitschriften zählt Hagemann „alle Periodika, mit denen sich Leser unabhängig von Beruf, Stand und Organisation in seiner Freizeit beschäftigt. Verschieden wie die geistigen Bedürfnisse und Ansprüche der Leser sind diese Zeitschriften, zu denen die anspruchslosen illustrierten Blätter ebenso zu rechnen sind wie die anspruchsvollen Kulturzeitschriften.
26 http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03
27 http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03
28 http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: Walter Hagemann
29 http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: Walter Hagemann
6
In dieser Gruppe finden wir die Zeitschriften mit den höchsten Auflagen und der größten Vielfalt des Inhalts, wenn auch keine von ihnen die Aktualität und Universalität der Zeitungen erreicht oder erstrebt.“ 30 Auch allgemeine politische Zeitschriften zählt Hagemann zu dieser Gruppe. 31 Bezüglich dieser Definition muss man auch Lifestylezeitschriften dieser Gruppe hinzurechnen.
Auf Werk- und Kundenzeitschriften und Wochenblätter geht Hagemann in seinen Ausführungen nicht näher ein.
Allgemeingültig gelten jedoch 20 Gruppen, die versuchen Zeitschriften auf dem Markt zu kategorisieren. 32 Dabei handelt es sich um amtliche Blätter, Arbeitnehmerzeitschriften, Erziehungszeitschriften, Frauen-und
Modeblätter, Gesundheitsblätter, Handels- und Verkehrszeitschriften, Handwerks- und Industriezeitschriften, Jugendzeitschriften, konfessionelle Blätter, Kultur- und Kunstzeitschriften, Anzeigenblätter - Kunden- und Hauszeitschriften - Programmblätter, landwirtschaftliche Zeitschriften, politische und wehrkundliche Blätter, publizistische und werbliche Blätter, Sportzeitschriften, Unterhaltungsblätter, Vertriebenenblätter,
Verwaltungszeitschriften - rechtsberufliche Blätter, wissenschaftliche Zeitschriften sowie verschiedenen Zeitschriften. 33 Durch die Themenvielfalt von Lifestylezeitschriften, was bereits aus der Definition des Begriffes Lifestyle hervorgeht, lassen diese sich jener Kategorisierung nach schlecht einer Gruppe zuordnen.
Besonders wichtig bei der Definition des Begriffes „Zeitschrift“ sind die Merkmale, die die Zeitschrift grundlegend von der Zeitung unterscheiden. Dazu zählen „Disponibilität, Periodizität […], […] teilweise auch Publizität [und schließlich] das Merkmal der Aktualität [sowie das] Merkmal […] der
30 http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: Walter Hagemann
31 vgl. http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: Walter Hagemann
32 vgl. http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: Walter Hagemann
33 vgl. http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DB/PM1DBD/PM1DBDA/ PM1DBDAA/pm1dbdaa.htm?begriff=Zeitschrift&snr=3619, verfügbar am: 13.08.03, zitiert nach: Walter Hagemann
7
Universalität“ 34 . All diese Kriterien treffen vorzugsweise bzw. ausschließlich auf das Medium Zeitung zu, gelten aber nicht für die Zeitschrift. 35
Die Zeitschrift ist von einen umgrenzten Themen- und Aufgabenbereich geprägt, „der bewußt nur bestimmte Adressaten mit spezifischen Erwartungen anspricht. Hier liegt die Zeitschrift nahe am Buch, von dem sie sich durch kürzere und aktuellere Beiträge unterscheidet“ 36 . Anzusehen als Möglichkeit die Zeitschrift zu charakterisieren, sind „die eigene Darstellungsweise und der andere Umgang mit Inhalten […]. Für die Ausprägung solcher eigenständiger Charakteristika waren insbesondere drucktechnische Entwicklungen, die immer mehr und qualitativ bessere Illustrationen zuließen, von großer Bedeutung. Speziell die fotografische Gestaltung einiger Zeitschriften, insbesondere die Bildreportagen in Illustrierten und heute in Publikumszeitschriften, sind so evident, daß schließlich auch eine Nähe der Ästhetik der Zeitschrift zu der des Mediums Foto konstatiert werden muß.“ 37
Im weiteren Text werde ich mich auf eine Trennung von Publikums-, Fachsowie Special-Interest-Zeitschriften festlegen, da eine differenziertere Definition für meine Ausführungen nicht notwendig ist. „Publikumszeitschriften richten sich an ein breites Publikum, das nicht durch Beruf, Bildung oder Mitgliedschaft in einem Verein oder einer Gemeinschaft getrennt sein soll. Sie haben unter den Zeitschriften einen hohen Anteil am Gesamtvolumen aller verkauften Zeitschriften; nach Anzahl der Titel handelt es sich eher um ein kleineres Segment. […] Seit etwa Mitte der Neunziger Jahre ist hier eine Konzentrationsbewegung zu beobachten: Die Zahl der Titel, die sich auf spezielle Zielgruppen konzentrieren, nimmt zu.“ 38 Nach Mast wenden sich Publikumszeitschriften durch ihre Themenvielfalt „an die breite Öffentlichkeit oder an eine bestimmte Zielgruppe“ 39 . Publikumszeitschriften erreichen „die höchsten
34 Faulstich (2000), S.413, vgl. Heinrich (), S.276
35 vgl. Faulstich (2000), S.413
36 Faulstich (2000), S.414
37 Faulstich (2000), S.414
38 Beck (2002), S.105
39 Mast (1998), S.22
8
Quote paper:
Maik Merkel, 2003, Schwule Zeitschriften auf dem deutschen Pressemarkt: Thematisch und inhaltlich vergleichbar zu Lifestyle-Formaten mit heterosexueller Zielgruppe?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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