Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
3
2. Der Weg in den Untergang der Republik
2.1 Die Karriere des Pompeius bis zum Dreibund
4
2.2 Das Erste Konsulat Caesars
7
2.3 Das Erste Triumvirat
8
3. Bürgerkrieg und Revolution
3.1 Caesar gegen Pompeius
10
3.2 Das Letzte Aufbäumen des Senats
11
( Thapsus und Munda )
3.3 Die Diktatur Caesars
14
4. Schlusswort
15
5. Bibliographie
16
1. Einleitung
3
Caesars Siege bei Thapsus und Munda, die einen Wendepunkt in der antiken Geschichte darstellen 1 , sollen durch diese Hausarbeit in den Kontext der Bürgerkriegsereignisse 2 gebracht werden. Hierbei werde ich großen Wert darauf legen dem Leser verständlich zu machen wie es zu den Ereignissen kommen konnte. Ergänzt durch themenspezifische Thesen, die nicht immer zu einer Beantwortung kommen können, aber Optionen eingrenzen werden. Im Laufe dieser Hausarbeit möchte ich außerdem die Leidenswege und Triumphe der einzelnen Persönlichkeiten, die so klangvolle Namen wie Pompeius, Cato, Crassus, Cicero und natürlich Caesar selber aufzeichnen und ihre politischen und zwischenmenschlichen Interaktionen, die den Bürgerkrieg auslösten, analysieren und im Schlusswort dokumentieren. Im ersten Teil meiner Hausarbeit: ,,Caesars Siege bei Thapsus und Munda’’ werde ich chronologisch aufzeigen, wie der ,,Weg in den Untergang der Republik ’’ 3 bereitet wurde und den Gegenspieler Caesars, den weit unbekannteren Gnaeus Pompeius 4 , von seinem ersten machtpolitischen Auftritt 5 zur Zeit Sullas 6 bis kurz vor dem ersten Triumvirat 7 darstellen. Gerade bei Pompeius wird es mir ein Anliegen sein auf dessen Karriere, die ihn zu einem hochgeachteten Verbündeten und Widersacher Caesars machte, genauer einzugehen und seine Verhaltensweisen als Mitglied des Triumvirats darzustellen. Bevor die Geschehnisse und Widrigkeiten des ersten Triumvirats selbst analysiert werden, möchte ich dabei den aufstrebenden Gaius Iulius Caesar anhand seines ersten Konsulats 8 kritisch bewerten. Im zweiten Hauptteil dieser Hausarbeit wird es erstens um die Zeit nach dem Triumvirat bis zu Caesars Siegen bei Thapsus und Munda gehen, die das Ende der Senatsherrschaft und somit dem republikanischen römischen Reiches besiegeln. Insbesondere werde ich dabei das Verhältnis der beiden Kontrahenten Caesar und Pompeius genauer durchleuchten und durch Thesen hinterfragen, die im Hintergrund eines Chronologisch aufgereihten geschichtlichen Kontextes stehen. Um zweitens die darauffolgende Diktatur Caesars 9 kritisch nach ihren Vor- und Nachteilen für das römische Volk und den römischen Staat zu bewerten, wobei die Minderheit der immer noch vorhandenen Senatspartei berücksichtigt wird.
Den Abschluss dieser Hausarbeit bildet eine Zusammenfassung der angefallen Fragestellungen, die die Bürgerkriegswirren und dem damit verbunden Aufstieg Caesars und den Untergang der Republik erklären und nachzuvollziehen versuchen, um mit der Bibliographie den Schluss abzurunden und die Quellen aufzuzeigen.
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1 Die Römische Republik ging mit der Machtergreifung Caesars unter.
2 Der Bürgerkrieg begann im Jahre 49 v. Chr. und endete im Jahre 45 v. Chr..
3 Vgl. Dahlmann Werner: Die griechisch- römische Antike, Band 2, 3. Auflage, Paderborn, München,
Wien, Zürich, 1997, S. 141ff.
4 Es gibt quantitativ mehr Literatur zu Caesar.
5 Pompeius begrüßte den zum Staatsfeind ernannten Sulla bei seiner Landung in Italien 83 v. Chr. und
schloss sich ihm mit seiner Legion an.
6 Im Jahre 88 v. Chr. erobern Sullas Truppen Rom, womit er bis zu seinem Abtritt im Jahre 79 v. Chr.
eine Diktatur errichtet.
7 Im Jahre 60- 59 v. Chr. schließt sich das Triumvirat zusammen.
8 Caesar wir im Jahre 59 v. Chr. zum ersten mal Konsul.
9 Caesars Diktatur, die er sich per Gesetz auf Lebenszeit sicherte begann im Jahre 46 v. Chr. und endete
an den Iden des März 44 v. Chr..
2.1 Die Karriere des Pompeius bis zum Dreibund
4
Nachdem die Unruhen, die der ,,konservative Revolutionär’’ Sulla mit der Liquidierung einer gesamten Schicht 10 von Senatoren und Rittern, die seit den neunziger Jahren 11 gegen den Senat opponiert hatten, vergangen waren und er als Diktator radikale Reformen in der Republik durchsetzte, stiegen neue Figuren in den Machtkampf um Rom auf.
Sulla legte seine Diktatur 79 v. Chr. nieder und starb ein Jahr später auf seinen Landgütern. Die in der römischen Republik nun durch Sulla ,,aufgezwungene’’ Ordnung 12 des neuerstarkten Senates, der Provinzialverwaltung, des Heerwesens und schließlich des Gerichtswesens wurden und mussten erprobt werden.
Fraglos hat das systematische Gesetzgebungswerk Sullas der Republik eine bessere Chance eingeräumt mit den Problemen des Weltreiches Rom fertig zu werden. Trotzdem lag hier nach wie vor ein Kernproblem: Die Dezentralisierung der militärischen Macht setzte ein saturiertes Weltreich voraus, dessen Truppen nur zum Erhalt des Erreichten eingesetzt wurden. Fand sich jedoch einer, der zu neuen Eroberungsfeldzügen aufbrach, so mussten wieder viele Legionen unter ein Kommando gestellt werden. So wie es im Jahre 88 v. Chr. Sulla vormachte und schließlich diese ihm durch viele Kriegsjahre ergebenen Truppen gegen Rom führte.
Nachdem der alte Widersacher Sullas, M. Aemilius Lepidus, im Jahre 78 v. Chr. Konsul wurde und keinen Hehl aus seinem oppositionellen Kurs (gegen den Senat) machte, kam Gnaeus Pompeius ins Spiel, der als unkonventionelles Soldatenidol für die Republik zu einer freiwilligen, fiktiv-legalen Feuerwehr wurde.
Gnaeus Pompeius war ein Senkrechtstarter der als Zweiundzwanzigjähriger auf eigene Faust aus den Veteranen und Klienten seines Vaters eine Legion im Jahre 83 v. Chr. vereinigt hatte und sich in den Dienst Sullas stellte um den Senat zu verteidigen. Worauf er nach ersten Siegen mit dem Titel ,,Imperator’’ bedacht wurde 13 .
Dieser ,,Privatmann’’ wurde im Frühjahr 77 v. Chr. einberufen, um an der Seite des Konsuls Catulus die Aufstände durch M. Aemilius Lepidus und seinen Legaten, Marcus Iunius Brutus, die fast ganz Norditalien in Aufruhr versetzt hatten, niederzuschlagen. Nach den erfolgreichen Schlachten für Sulla und den Senat sah Pompeius nun seine Chance selber Forderungen für seine Verdienste um die römische Republik gekommen. Er wurde mit einem Imperium ausgestattet und weigerte sich (durch Prokonsul Catulus aufgefordert) sein Heer zu entlassen. Im Gegenteil stellte Pompeius dem Senat in seinem Selbstbewusstsein gestärkt, die Forderungen ihm ein neues Imperium zum Kampf gegen Sertorius in Spanien zu übertragen. Der Senat stimmte, trotz Proteste durch Catulus, zu und verlieh ihm sein prokonsularisches Imperium.
Die Kämpfe gegen Sertorius, der sich auf der iberischen Halbinsel durch die Hilfe der ansässigen Stämme einen neuen Machtbereich geschaffen hatte, sollten schwieriger werden. Pompeius gelangen anfangs gegen den Anhänger Cinnas (Sertorius) nur kleinere Erfolge worauf er sich 75 v. Chr., nach dem Scheitern einer größeren Offensive mit Metellus zusammentat. Die vereinigten Truppen siegten jedoch 71 v. Chr., wobei sich Pompeius insgesamt nicht mit Ruhm bekleckerte, es aber in Rom so aussehen ließ.
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10 Vgl. Christ, Karl: Sulla, C. H. Beck Verlag, München, 2002, S. 113ff.
11 Öffentliche Listen erklärten alle für Vogelfrei, die nach dem Mai 83 v. Chr. im Lager der Sulla-Gegner
gestanden hatten.
12 Sulla wurde im Jahre 83 v. Chr. zum ,,Diktator für die Abfassung von Gesetzen und die Neuordnung
des Staates’’ ernannt, womit eine radikale Neuordnung begann.
13 Vgl. Gelze r, Matthias: Pompeius, Menschen und Mächte - Geschichte im Blickpunkt, König Verlag,
München, 1973, S. 7.
5
Das Beste Beispiel dafür ist die Zerschlagung des Spartakusaufstandes 14 , den sich Pompeius (gegen M. Licinius Crassus oder M. Terentius Lucullus) selbst zuschrieb, obwohl er gerade aus Spanien zurückkehrend, lediglich eine in Oberitalien durchgebrochene Schar von 5000 Mann besiegte 15 .
Zurück in Rom sollte er nun die Früchte seiner Triumphe ernten und bewarb sich um das Konsulat für das Jahr 70 v. Chr., dass er mit dem Versprechen sich für die Wiederherstellung des Volkstribunats in seinen alten Formen (vor Sullas Reformen) einzusetzen, auch bekam um nicht von der politischen Bühne zu verschwinden.
Nachdem die Bitte des Pompeius durch den Senat erfüllt wurde, ihn ausnahmsweise von den Verordnungen Sullas über die Ämterlaufbahn zu befreien, wurden er und Crassus zum Konsul gewählt. Dieses Konsulat hat indessen nicht die tiefgreifenden Veränderungen in der römischen Politik herbeigeführt, die erwartet wurden. Trotzdem wurden die Reformen Sullas weitestgehend beseitigt: Was die Frage aufwirft, warum Pompeius die Verfassung des Mannes (Sullas) vernichtet, dem er so entscheidend bei der Wiederherstellung der Senatsherrschaft geholfen hatte. Ob Pompeius jemand war, der zur richtigen Zeit Chancen für seinen Aufstieg sah und wahrnahm, wie sie sich mit dem Zusammenschluss nach der Rückkehr Sullas in Italien boten und demnach später auch als Konsul der Unterstützung Willen, Gesetze desselbigen einfach wieder kippte, ist nicht sicher. Jedoch scheint nach Theodor Mommsen Pompeius nur: ,,Ein guter Offizier, übrigens aber von mittelmäßigen Gaben des Geistes und des Herzens,[...]’’ nicht als fähig genug eingeschätzt worden zu sein, um ihm die dafür nötige (verschlagene) Intelligenz zuzutrauen. Pompeius selber war es wohl mehr als bewusst, dass er als Emporkömmling von den Senatoren eingeschätzt eher verachtet, wenn nicht verhasst wurde. Er machte keinen Hehl daraus nie der begnadete Politiker und Redner seiner Zeit, sondern Feldherr gewesen zu sein. Seine Fähigkeiten als Feldherr wurden auch bald in der Seeräuberplage 17 unter Beweis gestellt. Pompeius, der vorsorglich keine prokonsularische Statthalterschaft angenommen hatte und sich in Rom bereit hielt um im Bedarfsfalle zur Verfügung zu stehen, wurde im Jahre 67 v. Chr. durch die Lex Gabinia dazu bevollmächtigt das Mittelmeer von den Piraten zu säubern. Nachdem auch dieser Feldzug nach kurzer Zeit 18 beendet wurde und die Seeräuber die sich von den sardinischen Küsten bis zu ihren ,,Nestern’’ in Kilikien verbreitet hatten, erfolgreich zum Abschluss gekommen war, machte sich die Kunde des Sieges unter Begeisterung im hellenischen Osten und in Rom breit. Diese Kunde wurde durch Pompeius Vertrauensleute geschickt genutzt um die Stimmung für einen neuen Vorstoß auszunutzen, indem Pompeius ein neues Imperium übertragen werden sollte.
Bestärkt durch die weiteren Erfolge des Pompeius brachten seine Anhänger im Senat den Antrag der Lex Manilia 19 ein, der ihn ermächtigte gegen König Mithradates VI. vorzugehen und zusätzlich zu seinem Imperium die Provinzen Bithynien und Kilikien zu erhalten.
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14 Vgl. Nippel, Wilfried: Aufruhr und ,,Polizei’’ in der römischen Republik, 1. Auflage, Klett-
Cotta, Stuttgart, 1988, S. 39ff.
15 Tausende Sklavensaufständler wurden zur Abschreckung 71 v. Chr. entlang der Via Appia ans
Kreuz geschlagen.
16 Vgl. Gelzer, Matthias: Pompeius, Menschen und Mächte - Geschichte im Blickpunkt, König Verlag, München, 1973, S. 11.
17 Das im Jahre 96 v. Chr. herrscherlose Kyrene in Nordafrika zog die Seeräuber in Scharen an die sich
über das ganze Mittelmeer verbreiteten.
18 Pompeius besiegte die Seeräuber in 3 Monaten.
19 Vgl. Christ, Karl: Krise und Untergang der römischen Republik, 2. Auflage, Wissenschaftliche
Buchgesellschaft, Darmstadt, 1984, S. 254f.
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Mario Deprander, 2004, Caesars Siege bei Thapsus und Munda, München, GRIN Verlag GmbH
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