Inhaltsverzeichnis
I Einleitung Seite 1
II Theoretische Vorüberlegungen Seite 2
III Beschreibung und Analyse der Beobachtungen im Geschichtsunterricht Seite 2 15
III 1 Fallbeispiel: konventionelle Ergebnissicherung mit Tafeltext Seite 2-5
III 2 Fallbeispiel: konventionelle wiederholende Ergebissicherung Seite 5-9
durch zusammenfassende Bereitstellung am Stundenanfang
III 3 Fallbeispiel: Immanente Wiederholung durch Anwendung Seite 9-12
III 4 Fallbeispiel: konventionelle wiederholende Zusammenfassung Seite Seite 12 15
am Stundenende
IV Schluß Seite 16
V Literatur Seite 17
1
I. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Beobachtungen im Bereich der Unterrichtsverfahren beschäftigen, die ich während des fachdidaktischen Praktikums des Faches Geschichte machen konnte. Anhand von Beispielen im Teilbereich der Artikulation wird im weiteren die Ergebnissicherung im Geschichtsunterricht Gegenstand der Untersuchung sein. Dabei wird der Wiederholung als untergeordneter Punkt der Ergebnissicherung besondere Beachtung zukommen. 1 Anhand der Beispiele soll untersucht werden, welche Funktionen nach Hilbert Meyer 2 die verschiedenen Methoden der Ergebnis- sicherung abgedeckten und welche latenten Probleme bei der Anwendung auftraten. Für die Bearbeitung hielt ich folgendes Procedere für geeignet: Zuerst wird ein Beispiel der Unterrichtsbeobachtung in narrativer Form vorgestellt. Sodann erfolgt eine Einordnung des vorliegenden Beispiels in eine Kategorie der didaktischen Fachliteratur unter analytischen Aspekten. Vor der Bearbeitung der Unterrichtsbeispiele wird jedoch zuerst eine kurze Übersicht über die Funktionen und Kategorien der Ergebnissicherung erfolgen. Im Bereich der von mir verwandten Fachliteratur verdienen die Werke von Heino Liimets und Werner Naumann 3 sowie von Hilbert Meyer 4 besondere Erwähnung.Bei Liimets / Naumann gilt es zu beachten, daß sie ihr Werk im Umfeld der früheren DDR verfaßt haben und es teilweise durch ein marxistisch
- leninistisches Geschichtsverständnis historisch impliziert ist. Dennoch bieten sie gute Ansätze zur Kategorisierung von Wiederholungen im Unterricht, die auch heute noch brauchbar sind. Hilbert Meyers Werk zeichnet sich besonders durch die gute Darstellung der Funktionen von Ergebnissicherung und Wiederholung im Unterricht aus.
II. Theoretische Vorüberlegungen
1 Vergleiche : Eisenhut, Georg, Heigl, Joseph und Zöpfl, Helmut: Üben und anwenden. Bad Heilbrunn 1981. 11. Hier wird eine klare Abgrenzung vorgenommen, wie sich der Begriff „Wiederholen“ von dem ihm verwandten Begriff „Üben“, um den es bei dieser Arbeit nicht gehen soll, abgrenzt.
2 Meyer, Hilbert: Unterrichtsmethoden Band 2, Frankfurt am Main 1987. Zitiert: Meyer: Unterrichtsmethoden Bd.2.
3 Liimets, Heino und Naumann, Werner: Didaktik, Berlin 1985. Zitiert: Liimets / Naumann: Didaktik..
4 Meyer: Unterrichtsmethoden Bd.2 .
2
Meyer setzt in seinem Buch Unterrichtsmethoden folgende drei Kriterien als Maßstab für eine gute Ergebnissicherung:
1. Die Ergebnissicherung dient der Protokollierung und Dokumentation der
Unterrichtsergebnisse. Dadurch wird die Verbindlichkeit der Unterrichtsarbeit gesichert.
2. Die Ergebnissicherung dient der Übung und Vertiefung der von den
Schülern angeeigneten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Dadurch wird die Sach-, Sozial und Sprachkompetenz der Schüler gefestigt.
3. Die Ergebnissicherung dient der kritischen Bewertung und vernünftigen
Verständigung über die geleistete Unterrichtsarbeit. Dadurch kann eine demokratische Kontrolle ansatzweise ausgeübt werden.
Die meisten Funktionen sind den oben genannten Punkten schon immanent. Darüber hinaus kann die Ergebnissicherung auch noch der Veröffentlichung sowie der Leistungsbeurteilung der Unterrichtsarbeit dienen. 5
III. Beschreibung und Analyse der Beobachtungen im Geschichtsunterricht III.1 Fallbeispiel: konventionelle Ergebnissicherung mit Tafeltext Diese Beobachtung konnte ich in einer 9. Klasse der gymnasialen Mittelstufe machen. Die Klasse setzte sich aus 26 Schülern zusammen, von denen 12 männlich und 14 weiblich waren. Der Geschichtsunterricht umfaßte zwei Einzelstunden pro Woche. Während des beobachteten Zeitraumes wurde die Thematik „Europa zwischen Restauration und Revolution“ bearbeitet. Das Thema der Einzelstunde war: „ Der Wiener Kongreß - Erhalten, was besteht oder wiederherstellen, was war ?“. Der Unterrichtseinstieg bestand aus einer Bildbeschreibung und Hypothesenbildung seitens der Schüler. Die Ergebnisse dieses Unterrichtsschrittes wurden jedoch nicht schriftlich fixiert und sind somit auch nicht weiter von Interesse. In der Erarbeitungsphase sollten die
5 Meyer: Unterrichtsmethoden Bd.2. 163-167.
3
Schüler einen unbekannten Text lesen (Material 2) 6 .In Partnerarbeit sollten dann Ziele und Inhalte des Wiener Kongresses anhand der textimmanenten Informationen herausgestellt werden.
Nach einer vorher vereinbarten Bearbeitungszeit von 20 Minuten unterbrach der Lehrer die Schüler in ihrer Tätigkeit und fragte nach Ergebnissen. Die einzelnen Schülerbeiträge wurden von dem Lehrer zur Kenntnis genommen und auf der Tafel festgehalten. Bei ungenauen oder unkorrekten Antworten gab der Lehrer die Antworten zur Ergänzung oder Korrektur vor dem Sichern auf der Tafel ins Plenum zurück. Bei der Verschriftlichung der Schülerantworten auf der Tafel verwandte der Lehrer nur zum Teil die wörtlichen Formulierungen der Schüler. In manchen Fällen zog er es vor, trotz Schülerbeiträgen, eigene Formulierungen an die Tafel zu bringen, so daß letztendlich folgendes Tafelbild entstand:
Ziele und Inhalte des Wiener Kongresses
Territoriale Neuordnung
Von neu gewonnen / verloren gegangenen Gebieten Mächtegleichgewicht der Staaten
Keine erneute Dominanz einer Großmacht Monarchische Legitimität und Restauration Wiederherstellung von Staats- und Rechtsverfassung Bildung einer „Heiligen Allianz“ (Rußland, Österreich, Preußen)
Unterdrückung nationaler Bestrebungen
Der Rest der Stunde wurde damit verbracht mündlich zu erörtern, welche Reaktion die Beschlüsse des Wiener Kongresses bei der Zivilbevölkerung der beteiligten Staaten wohl hervorgerufen haben mögen.
Obwohl schon in der Beschreibung dieser Unterrichtsstunde einige andere Arten der Ergebnissicherung angeklungen sind, lassen wir diese außen vor und
6 Kochendörfer, Jürgen : Der Wiener Kongreß - Erhalten, was besteht oder wiederherstellen, was war in: Geschichte und Geschehen Bd. III, hrsg. Ernst Klett Schulbuchverlag, Stuttgart 1988. 98-99.
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Andre Zysk, 2000, Schulpraktikumsbericht im Fach Geschichte: Unterrichtsverfahren - Ergebnissicherung und Wiederholung im Schulgeschichtsunterricht, Munich, GRIN Publishing GmbH
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