Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Die Induktion - Das Problem der Wissenschaft mit der Erkenntnistheorie

Title: Die Induktion - Das Problem der Wissenschaft mit der Erkenntnistheorie

Seminar Paper , 2004 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Catrin Knußmann (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Von meinem Fenster aus kann ich genau die spielenden Kinder auf dem gegen-überliegenden Spielplatz sehen. Ein Kleinkind spielt mit einem Haufen von Steinen. Es hebt immer wieder einen Stein in die Luft und lässt ihn dann los. Fasziniert schaut es dem fallenden Stein hinterher bis er auf dem Boden auf-kommt. Dann hebt es ihn wieder auf, hält ihn in die Luft, öffnet die Hand und beobachtet was passiert.

Vor einigen Jahren haben auch wir als Kinder einmal auf dem Spielplatz geses-sen und das gleiche „Spiel“ gespielt. Auch bei uns fiel der Stein immer wieder zu Boden und blieb nicht in der Luft stehen. Wir haben diese Beobachtung eines fallenden Gegenstandes immer und immer wieder gemacht, bis es sich in unserem Kopf festgesetzt hatte, dass der Stein oder irgendein beliebiger ande-rer Gegenstand niemals einfach so und ohne jegliches Hilfsmittel in der Luft hängen bleiben würde.

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich im ersten Teil damit, wieso wir aus den beobachteten Phänomen den Schluss ziehen, dass etwas immer in der gleichen Art und Weise reagieren muss, wie es unsere Beobachtungen gezeigt haben und welches Prinzip hinter dieser Schlussfindung steckt.
Im zweiten Teil wird darauf eingegangen, welche Probleme durch dieses Prin-zip entstehen und erörtert zwei Lösungsansätze von David Hume und von Klaus Holzkamp. Aus den gewonnen Erkenntnissen wird am Ende der Hausar-beit ein Fazit beschrieben, warum das vorgestellte Prinzip unser Leben be-stimmt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Prinzip der Induktion

3. Das Induktionsproblem

4. Lösungsversuch des Induktionsproblems nach Hume

5. Lösungsversuch des Induktionsproblems nach Holzkamp

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das erkenntnistheoretische Problem der Induktion, hinterfragt die logische Rechtfertigung induktiver Schlüsse und analysiert verschiedene Lösungsansätze für die wissenschaftliche Praxis.

  • Grundlagen und Definition der Induktion
  • Das erkenntnistheoretische Induktionsproblem nach David Hume
  • Der handlungstheoretische Lösungsansatz von Klaus Holzkamp
  • Die Bedeutung und Notwendigkeit der Induktion trotz ihrer logischen Defizite

Auszug aus dem Buch

3. Das Induktionsproblem

David Hume brachte die Diskussion um die Überprüfbarkeit und die Rechtfertigung der Induktion ins Rollen.

Hume nähert sich in seinem Werk „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“ dem Induktionsproblem auf folgendem Weg. Er teilt die menschliche Verstandestätigkeit in zwei Bereiche ein. Zum einen diejenigen, die schon vorhandene Vorstellungen in Beziehungen zueinander setzen, beispielsweise die Lehren der Mathematik. Diese bezeichnet er als „relations of ideas“ (Hume 1993: 35). Zum anderen betitelt er die Forschungsgegenstände, die sich mit Tatsachen befassen als „matters of fact“. Die erst genannte Gruppe kann durch logisches Schließen oder durch beispielsweise mathematische Operationen als wahr angesehen werden. Die Tatsachen, die matters of facts, können, müssen aber nicht wahr bzw. richtig sein. Die Tatsachenurteile beruhen auf aus Wahrnehmungen resultierenden Kausalschlüssen und nicht wie bei den relations of ideas auf logischen Operationen. Genau diese Kausalschlüsse machen es so schwierig, die Richtigkeit der matters of fact festzustellen. Hume behauptet, dass die Klarheit der Kausalschlüsse „ganz und gar aus der Erfahrung“ (Hume 1993: 37) entspringe.

Ein Beispiel hierfür: Laut Hume wird bei einem Zusammenstoß von zwei Körpern von einem Beobachter immer erwartet, dass eine Kraftübertragung stattfindet. Dies geschieht ausschließlich, weil der Beobachter ein solches Verhalten bei vorangegangenen Zusammenstößen immer verfolgen konnte. Er hat vergangene Zusammenstöße und seine dabei getätigten Beobachtungen vor Auge und schließt somit aus dieser Erfahrung, dass bei jedem erneuten Zusammenstoß Gleiches geschehen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt anhand eines Alltagsbeispiels in das Prinzip der Induktion ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Hausarbeit bezüglich der Rechtfertigung dieses Schlussverfahrens.

2. Das Prinzip der Induktion: Dieses Kapitel erläutert den induktiven Schluss vom Besonderen auf das Allgemeine und unterscheidet zwischen aufzählender und ausscheidender Induktion.

3. Das Induktionsproblem: Hier wird David Humes Skepsis gegenüber Kausalschlüssen dargestellt, die auf der unsicheren Annahme beruhen, dass die Zukunft der Vergangenheit ähnlich sei.

4. Lösungsversuch des Induktionsproblems nach Hume: Das Kapitel beleuchtet, wie Hume die Gewohnheit als notwendigen „Instinkt“ für das Überleben bewertet, obwohl er die logische Unbegründbarkeit der Induktion anerkennt.

5. Lösungsversuch des Induktionsproblems nach Holzkamp: Hier wird Holzkamps Ansatz vorgestellt, der durch die Konzepte der „Realisation“ und „Exhaustion“ versucht, Wissenschaftlichkeit ohne die Probleme der klassischen Induktion zu fundieren.

6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass alle bisherigen Lösungsversuche die logische Schwäche der Induktion nicht vollständig beheben können, betont jedoch ihre unverzichtbare Bedeutung für das tägliche Leben und die Wissenschaft.

Schlüsselwörter

Induktion, Induktionsproblem, Erkenntnistheorie, David Hume, Klaus Holzkamp, Kausalschluss, Erfahrungswissen, Wissenschaftstheorie, Kritischer Rationalismus, Falsifikationismus, Relations of ideas, Matters of fact, Realgeltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das wissenschaftstheoretische Problem, wie wir induktive Schlüsse – also Rückschlüsse von Einzelerfahrungen auf allgemeine Gesetze – logisch rechtfertigen können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Definition der Induktion, das skeptische Induktionsproblem nach David Hume und der handlungstheoretische Ansatz von Klaus Holzkamp.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Grenzen der induktiven Erkenntnisfindung aufzuzeigen und zu prüfen, ob und wie diese methodische Schwäche in der Wissenschaft kompensiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die zentrale wissenschaftstheoretische Positionen von Philosophen wie Hume, Popper und Holzkamp vergleichend betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Induktionsproblems bei Hume sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem innovativen Lösungsversuch von Klaus Holzkamp.

Welche Schlüsselbegriffe sind besonders wichtig?

Besonders relevant sind die Begriffe „Induktionsproblem“, „Gleichförmigkeit der Natur“, „Kausalschluss“ und „Realgeltung“.

Was versteht Hume unter „matters of fact“?

Hume bezeichnet damit Forschungsgegenstände, die auf Tatsachen basieren und nicht logisch, sondern nur durch Erfahrung und Kausalschlüsse wahrgenommen werden können.

Wie versucht Holzkamp, das Induktionsproblem zu umgehen?

Holzkamp schlägt vor, die Realität aktiv durch die Verschärfung von Bedingungsklauseln so zu gestalten, dass sie mit wissenschaftlichen Hypothesen in Einklang gebracht werden kann (Realisation).

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Die Induktion - Das Problem der Wissenschaft mit der Erkenntnistheorie
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Moderne Politische Theorie
Grade
1,7
Author
Catrin Knußmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
12
Catalog Number
V25062
ISBN (eBook)
9783638277952
ISBN (Book)
9783638760102
Language
German
Tags
Induktion Problem Wissenschaft Erkenntnistheorie Moderne Politische Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Catrin Knußmann (Author), 2004, Die Induktion - Das Problem der Wissenschaft mit der Erkenntnistheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25062
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint