Catrin Knußmann
Das Problem der Wissenschaft mit der Erkenntnisfindung Die Induktion
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Prinzip der Induktion
3. Das Induktionsproblem
4. Lösungsversuch des Induktionsproblems nach Hume
5. Lösungsversuch des Induktionsproblems nach Holzkamp
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Johannes-Gutenberg Universität
Institut für Politikwissenschaft
Grundseminar: Moderne Politische Theorie
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Catrin Knußmann Das Problem der Wissenschaft mit der Erkenntnisfindung – Die Induktion
1. Einleitung
Von meinem Fenster aus kann ich genau die spielenden Kinder auf dem gegen- überliegenden Spielplatz sehen. Ein Kleinkind spielt mit einem Haufen von Steinen. Es hebt immer wieder einen Stein in die Luft und lässt ihn dann los. Fasziniert schaut es dem fallenden Stein hinterher bis er auf dem Boden auf- kommt. Dann hebt es ihn wieder auf, hält ihn in die Luft, öffnet die Hand und beobachtet was passiert.
Vor einigen Jahren haben auch wir als Kinder einmal auf dem Spielplatz geses- sen und das gleiche „Spiel“ gespielt. Auch bei uns fiel der Stein immer wieder zu Boden und blieb nicht in der Luft stehen. Wir haben diese Beobachtung eines fallenden Gegenstandes immer und immer wieder gemacht, bis es sich in unserem Kopf festgesetzt hatte, dass der Stein oder irgendein beliebiger ande- rer Gegenstand niemals einfach so und ohne jegliches Hilfsmittel in der Luft hängen bleiben würde.
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich im ersten Teil damit, wieso wir aus den beobachteten Phänomen den Schluss ziehen, dass etwas immer in der glei- chen Art und Weise reagieren muss, wie es unsere Beobachtungen gezeigt ha- ben und welches Prinzip hinter dieser Schlussfindung steckt. Im zweiten Teil wird darauf eingegangen, welche Probleme durch dieses Prin- zip entstehen und erörtert zwei Lösungsansätze von David Hume und von Klaus Holzkamp. Aus den gewonnen Erkenntnissen wird am Ende der Hausar- beit ein Fazit beschrieben, warum das vorgestellte Prinzip unser Leben be- stimmt.
Johannes-Gutenberg-Universität
Institut für Politikwissenschaft Grundseminar: Moderne Politische Theorie
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Catrin Knußmann Das Problem der Wissenschaft mit der Erkenntnisfindung – Die Induktion
2. Das Prinzip der Induktion
Die Induktion charakterisiert eine Schlussfolgerung, die vom Besonderen auf das Allgemeine schließt. Das bedeutet, dass man (Einzel-)Beobachtungen macht und von diesen Beobachtungen auf eine potenziell unendliche Zahl von Fällen in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft Rückschlüsse zieht. Die induktive Folgerung ist ein gehaltserweiternder Schluss.
Eine Induktion läuft grundsätzlich nach folgendem Schema ab:,:
X ist A.
X ist B.
Daraus folgt: Alle A sind B.
Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen:
Felix ist schwarz.
Felix ist ein Kater.
Daraus folgt: Alle Kater sind schwarz.
Die Induktion lässt sich in zwei unterschiedliche Arten einordnen:. Zum einen die aufzählende Induktion, zum anderen die ausscheidende Induktion. Die erstgenannte wurde von Aristoteles entwickelt und verläuft nach dem Prin- zip, möglichst viele Einzeltatsachen anzusammeln, um einen allgemeinen Satz, aus dem die diesen einzelnen Tatsachen entsprechenden Einzelaussagen fol- gen, einleuchtender zu gestalten. Ein viel benanntes Beispiel hierfür ist die Hypothese, dass alle Schwäne weiß seien. Diese These wird von vielen Einzel- beobachtungen gestützt. Allerdings ist diese Art der Induktion auch leicht an- fechtbar: Ein einziges Gegenbeispiel kann die Hypothese widerlegen. So ge- schehen in genanntem Beispiel: Als in Australien schwarze Schwäne gesichtet wurden, waren jegliche gesammelten Fakten, dass die Farbe der Schwäne im- mer weiß sei, als wertlos zu betrachten. Die Induktion durch einfache Aufzäh- lung ist damit sehr unzuverlässig.
Bei der ausscheidenden Induktion werden alle nicht in Frage kommenden The- sen aus der Gesamtzahl aller möglichen Thesen ausgeschaltet. Diese Methode der Induktion wurde eingehend von Mill untersucht. Für ihn gibt es fünf unter- schiedliche Fälle wie eine ausscheidende Induktion ablaufen kann. Er nennt sie die Methoden zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge und unterscheidet in :
• die Methode der Ähnlichkeit,
• die Methode des Unterschiedes,
• die vereinigte Methode von Ähnlichkeit und Unterschied,
• die Methode der Reste und
• die Methode der begleitenden Veränderung.
Auf diese unterschiedlichen Methoden möchte ich allerdings im Rahmen dieser Hausarbeit nicht näher eingehen.
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Institut für Politikwissenschaft Grundseminar: Moderne Politische Theorie
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Catrin Knußmann, 2004, Die Induktion - Das Problem der Wissenschaft mit der Erkenntnistheorie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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