Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 1
2. Gesellschaftliche Aspekte Seite 2
2.1 Gesellschaftliche Situation in Bezug auf Alter, Seite 2
Sterben und Tod
2.2 Demographischer Wandel Seite 3
2.3 Traditionen im Bereich Sterben und Tod Seite 4
in Alten- und Pflegeheimen
3. Die Hospizbewegung Seite 5
3.1 Die Entstehung und Bedeutung der Hospizidee Seite 5
4. Schlussbetrachtung Seite 9
5. Quellen- und Literaturverzeichnis Seite 10
II
1. Einleitung
Alt werden will jeder - ins Heim will keiner. Umfragen haben ergeben, dass 80% der Deutschen gerne Zuhause sterben möchten. Darum findet die Auseinandersetzung mit einem eventuellen Heimeinzug erst statt, wenn er unumgänglich ist.
Diese Situation kann auf den Umgang mit Sterben und Tod übertragen werden. Jeder stirbt irgendwann, das ist eine unumstößliche Tatsache und doch will kaum einer etwas davon wissen. Tod wird allein dem Alter zugeschrieben, er wird in Institutionen ausgelagert. Dort ist er dann weit genug weg und man braucht sich nicht mit ihm zu beschäftigen. Alter und Verfall werden verdrängt und zwar gesamtgesellschaftlich.
Durch diese Tabuisierung in Verbindung mit der zunehmenden Hochaltrigkeit, entwickeln sich Krankenhäuser, Alten - und Pflegeheimen, immer mehr zu Sterbehäusern. Obwohl in solchen Institutionen der Tod und das Sterben zur Alltagsroutine gehört, erlebte ich durch meine Tätigkeit als Krankenschwester sehr selten eine sogenannte Sterbekultur.
Durch meine Erfahrungen als Krankenschwester, wie auch als Tochter von „alten“ Eltern, stelle ich mir immer wieder die Frage warum in unserer Gesellschaft, insbesondere in den Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen keine Kultur des Sterbens möglich ist. In der nun folgenden Hausarbeit möchte ich dieser Frage nachgehen und eine Kulturbewegung des Sterbens (die Hospizbewegung) vorstellen.
1
2. Gesellschaftliche Aspekte
Im nun folgenden Teil der Hausarbeit möchte ich die gesellschaftlichen Realitäten im Umgang mit Sterben und Tod darstellen.
2.1 Gesellschaftliche Situation in Bezug auf Alter, Sterben und Tod
„In unserer Gesellschaft ist Tod und Sterben in zunehmendem Maße mit dem höheren Lebensalter verbunden (…), die Zahl der wissenschaftlichen Abhandlungen und der journalistischen Reportagen zur Todesproblematik in höherem Lebensalter nimmt zu“ (Gerhard Deimling 1990, S.4).
Man könnte also glauben, das viel beschriebene Tabu zum Thema Tod und Sterben werde zusehends aufgelöst. Im Alltag jedoch, ist das Thema nach wie vor tabuisiert. Wer nicht persönlich betroffen ist, muss dem Tod nicht begegnen.
Je seltener der Tod direkt erlebt wird, desto weniger Veranlassung besteht, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Es können keine Formen der Begleitung und des Trauerverhaltens eingeübt bzw. alte Traditionen gepflegt werden. In der Wahrnehmung der meisten Menschen findet der Tod, wenn überhaupt, nur bei alten Menschen und in ausgelagerten Institutionen statt.
Demgegenüber steht eine ständige Präsenz vo n Sterben und Tod in den Medien, dargestellt in mehr oder weniger blutrünstigen Krimis, Nachrichten oder Dokumentationen. Todespornographie als Ersatz für direkte Erfahrung. Die gesellschaftlichen Verdrängungsmechanismen laufen auf vo llen Touren. Nicht nur der Tod an sich wurde aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung verdrängt, sondern auch seine Vorboten.
Ältere Menschen sind nur dann ein willkommener und wahrgenommener Teil der Gesellschaft, wenn sie weder von körperlichem noch geistigem Verfall betroffen sind. Sehr weit - und klarsichtig hat der Schweizer Schriftsteller Max Frisch diese Problematik in seinen Tagebuchnotizen bereits 1968 zur Sprache gebracht.
„Niemand will wissen, was ihm im Alter bevorsteht. Wir sehen es zwar aus nächster Nähe täglich, aber um uns selbst zu schonen, machen wir aus dem Altern ein Tabu: der Gezeichnete
2
Arbeit zitieren:
Simone Grau, 2004, Hospizidee - Eine Kulturbewegung des Sterbens, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Hospiz und Sterbebegleitung - Sterben als letzte Lebensphase in Würde
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Tod und Sterben - Vom Umgang mit Sterbenden und Trauernden - Hilfen zu...
Psychologie - Beratung, Therapie
Hausarbeit, 19 Seiten
Die historische Entwicklung des organisierten Bestattungswesens
Von den Begräbnisbruderschafte...
Seminararbeit, 29 Seiten
Selbstverständnis der Hospizdienste und Anforderungen an die ehrenamtl...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 25 Seiten
Der Eigenwert des Lebens in Bezug auf den Tod
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit, 14 Seiten
Professionelle Gesprächsführung in der Pflege im Kontext von Sterbebeg...
Seminararbeit, 23 Seiten
Bedeutung von Sterben und Tod im tibetischen Buddhismus
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 15 Seiten
Vom Sterben des Subjekts - die Entpersonalisierung des 'Gegenübers...
Soziologie - Medizin und Gesundheit
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Biografiearbeit als sinnvolles Handlungsinstrument in der Sozialen Arb...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 17 Seiten
Was Buddhisten glauben - Es gibt einen Weg aus dem Leiden
Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
Hausarbeit, 22 Seiten
Abhängigkeit von psychotropen Substanzen frauenspezifisch betrachtet
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Seminararbeit, 24 Seiten
Der Einfluß sozialer Veränderungen auf die Jenseitsvorstellungen von H...
Theologie - Systematische Theologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Die 'Flüchtige Moderne' nach 9/11
Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
Hausarbeit, 30 Seiten
Tod und Leben im biblischen Verständnis
Theologie - Praktische Theologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Entwicklung und Veränderung der menschlichen Einstellung zu Sterben, T...
Hospizarbeit und Sterbebegleit...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 30 Seiten
Die Besonderheiten des tibetischen Buddhismus und sein Interesse für W...
Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
Hausarbeit, 21 Seiten
Simone Grau hat den Text Hospizidee - Eine Kulturbewegung des Sterbens veröffentlicht
Simone Grau hat einen neuen Text hochgeladen
"Sterben? Am liebsten plötzlich und unerwartet."
Die Angst vor dem "sozialen St...
Matthias Hoffmann
Die innere Kunst des Lebens und des Sterbens
Ein Ratgeber zum Umgang mit de...
Rodney Smith, Barbara Armbruster
Bedingungen für das Lebensende...
Andreas Heller, Katharina Heimerl, Christian Metz
0 Kommentare