Désiré Arnold
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1. Einleitung
Diese Arbeit befasst sich im Kurzen mit Klaus Mann und im Näheren mit seiner ersten Autobiographie „Kind dieser Zeit“. Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit seinem Leben und seiner Beziehung zu Erika Mann, im zweiten Teil soll dann das Buch im Vordergrund stehen. Im Zusammenhang mit dem Seminar „Freundschaften im Kindes- und Jugendalter“ soll die Autobiographie dazu dienen, Stationen von Freundschaften, bzw. die unterschiedlichen Aspekte von Freundschaft in verschiedenen Lebensabschnitten, zu beleuchten. Daraus ergibt sich die Einteilung in die Abschnitte ‚Vor der Schulzeit’, ‚Während der Schulzeit’ und ‚Nach der Schulzeit. Basierend auf der Lektüre der Autobiographie soll auch ein kleines Überblicksbild der Landerziehungsheime. Zitate aus Dokumenten, die Klaus Mann selbst geschrieben hat, halte ich für sinnvoll, da sie die Eindrücke am direktesten wiedergeben können. Daher habe ich als Sekundärliteratur noch das Buch „Die neuen Eltern. Aufsätze, Reden, Kritiken 1924-1933“ hinzugezogen. Zusammenfassend soll sich insgesamt ergeben, was Freundschaft abstrahiert auf allgemeine Lebensphasen bedeutet, bzw. wodurch sich Freundschaft kennzeichnen lässt.
Klaus Manns Frühwerk steht daher exemplarisch für einen Lebenslauf der Freundschaft.
Da ich mich nur auf den Freundschaftsaspekt konzentrieren möchte, bleiben der historische Kontext, autororientierten Ansätze, und textorientierte Ansätze sowie Gattungsspezifiken außer Acht.
Ein weiterer Aspekt, den ich für sehr lohnenswert halte aber leider in dieser Arbeit nicht behandeln kann, wäre eine Erarbeitung der Biographie unter dem Kapital-Aspekt von Bourdieu. Ich denke, dass sich seine Kapital-Theorie an diesem Buch sehr gut nachvollziehen lässt.
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2. Über Klaus Mann
2.1. Werdegang
Klaus Mann wird am 18. November 1906 als Sohn von Thomas und Katia Mann geboren.
Er beginnt sehr früh mit dem Schreiben schon als kleiner Junge verfasst er kleine Dramen und Romane. Wie er sagt, der Drang zum Schreiben, war vor dem Stoff des Schreibens da.
1932 veröffentlicht er nur 26jährig seine erste Autobiographie. Dafür erhält sehr viel Kritik und Spott. Siegfried Kracauer schrieb dazu in der Frankfurter Zeitung: „Klaus Mann ist noch nicht 26 Jahre alt und hat bereits einen Haufen Bücher geschrieben, die auch alle gedruckt und besprochen worden sind… Klaus Mann mit seinem Schreibtalent schreibt das schmierige Leben einfach ab, ohne ihm irgendeine Bedeutung zu entnehmen, und fühlt sich noch wohl dabei. Geschrieben muß werden. Der Skrupellosigkeit dieses Betätigungsdrangs entspricht die der Mache. Sie ist modern frisiert und erstrahlt im Glanz flüchtig aufgelesener Effekte, die in diesem Zusammenhang nur leider nicht glänzen wollen…Ein verschmiertes Talent. Eine wendige Schmiererei.“ (Naumann, 146)
Einige Jahre später nach seinem Selbstmord 1949, wird sein wahres Talent anerkannt und selbst sein Vater sagt:
„…. Ich glaube ernstlich, dass er zu den Begabtesten seiner Generation gehörte, vielleicht der Allerbegabteste war.“ (ebenda)
Die Stimmen zu Klaus Mann reichen von völlig abwertend bis zu himmelhoch lobend. Dazu finde ich am prägnantesten Lion Feuchtwanger, 1950: „Man hat diesem Schriftsteller viel Unrecht getan. Man hat ihm zu oft auf die Schulter geklopft und hat zu selten erkannt, was an ihm Gewichtiges war. Ich glaube, wenn sich die Wasser verlaufen haben, wenn sich zeigt, welche von den deutschen Büchern unserer Tage Bestand haben, dann
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werden unter diesen nicht vielen Büchern die beiden Romane Klaus Manns genannt werden.“ (ebenda)
Klaus Mann fürchtete immer im Schatten des eigenen Vaters zu stehen und keine eigene Leserschaft zu erreichen, immer als ‚der Sohn von’ und nicht als Klaus Mann zu gelten.
Er versuchte viele seiner psychischen Probleme in seinen Texten zu verarbeiten. Sein erster größerer Roman „Der fromme Tanz“ beschäftigt sich mit Homosexualität. Klaus Mann bekannte sich zu dieser, zu seiner eigenen Homosexualität (obwohl sie in der Weimarer Republik unter Strafe stand). Weiterhin verarbeitet er in seinen Werken die Beziehung zu seinem Vater.
Seine Schulzeit verbrachte Klaus Mann u.a. in Landerziehungsheimen, am prägendsten die Zeit in der Odenwaldschule.
Im Juni 1924 verlobte er sich mit Pamela Wedekind und das Paar zog nach Berlin, wo Klaus Mann als Theaterkritiker arbeitete. Immer dabei war seine Schwester Erika, die mit Gustav Gründgens verlobt war.
1927/28 unternimmt Klaus Mann mit Erika Mann eine achtmonatige Weltreise, gemeinsam veröffentlichen sie später einen Bericht darüber. Nach 1933 emigriert er nach Paris.
1938 sind Klaus und Erika Mann als Presseberichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg eingesetzt, danach emigriert er in die USA. Gemeinsam mit seiner Schwester verfasst er hier den Roman „Escape to Life“.
1942 meldet sich Klaus Mann zur Armee und möchte so gegen das NS-Regime in Deutschland agieren. 1943 wird er dann an der Front vor allem in der psychologischen Kriegsführung eingesetzt, und muß Flugblätter und Texte für Radiosender für die feindlichen Soldaten schreiben.
1945 kehrt er dann als Reporter einer amerikanischen Armeezeitung nach Deutschland zurück.
1949 stirbt Klaus Mann an einer Überdosis Schlaftabletten.
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Désiré Arnold, 2004, Über Klaus Manns Autobiographie "Kind dieser Zeit", Munich, GRIN Publishing GmbH
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