Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
Einleitung 4
1 Epidemiologie des Herzinfarktes bei Frauen 5
1.1 Definition und Nutzen der Epidemiologie 5
1.2 Mortalität 6
1.3 Morbidität 8
2 Das Krankheitsbild des Herzinfarktes 10
2.1 Definition 10
2.2 Symptome 10
3 Die besondere Rolle der Frau 11
3.1 Therapie und Diagnostik 11
3.2 Frauen und Hormone 12
3.3 Medikamente und deren Wirkung bei Frauen 12
3.4 Die soziale Situation der Frauen 13
3.5 Die psychische Situation von Frauen 14
4 Risikofaktoren und gesundheitsrelevante Lebensweisen 14
4.1 Rauchen 15
4.2 Ernährung 17
4.3 Bluthochdruck 19
4.4 Stress 19
5 Zusammenhang von Risikofaktoren und sozioökonomischen
Status 20
6 Prävention 23
6.1 Theoretische Differenzierung 23
6.2 Die Deutsche Herz-Kreislauf Präventionsstudie 25
6.3 Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten 26
6.4 Präventive Maßnahmen für Frauen 27
7 Rehabilitation 28
Ausblick 30
Literaturverzeichnis 32
2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Das Feld der Epidemiologie 5
Abbildung 2: Die 28 Tages- Letalität beim Herzinfarkt 7
Abbildung 3: Die Herzinfarkt- Mortalität 7
Abbildung 4: Die Herzinfarkt- Morbidität 9
Abbildung 5: Einsatz von diagnostischen und therapeutischen Verfahren 12
Abbildung 6: Raucherinnen im Westen 16
Abbildung 7: Gesamtcholesterin bei Frauen 18
Abbildung 8: Todesfälle nach Erst- Infarkt 21
Abbildung 9: Zusammenhang zwischen Bildung und Risikofaktoren 22
Abbildung 10: Darstellung der Präventionsmaßnahmen im zeitlichen Verlauf 24
Abbildung 11: Die Inanspruchnahme medizinischer
Rehabilitationsmaßnahmen 29
3
Einleitung
In der Wissenschaft ist seit Jahren belegt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten und bedeutendsten Krankheiten der Industriegesellschaft zählen. Etwa die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland wird durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hervorgerufen.
Obwohl im Bereich der medizinischen Forschung eine ständige Entwicklung in Bezug auf die Therapie und die Diagnostik stattfindet, führt der Herzinfarkt als Herz-Kreislauf-Erkrankung die Todesursachenstatistik immer noch an. Problematisch scheint die immer höher steigende Letalität vor allem bei jungen Frauen. Wird den geschlechterspezifischen Unterschieden zu wenig Beachtung geschenkt? Werden Frauen anders behandelt?
In der Literatur wird die hohe Letalität häufig mit der generell erhöhten Lebenserwartung in Verbindung gebracht. Doch macht man es sich so nicht etwas zu einfach? Ist es nicht gerade die Aufgabe der Gesundheitswissenschaft, den genauen Ursachen auf den Grund zu gehen und dabei auch die verschiedenen Einflussfaktoren auf eine bestimmte Erkrankung zu untersuchen? Gerade um sich diesem Thema zu nähern, scheint es dringend notwendig, die besondere Situation, die körperlich-biologischen Bedingungen und die möglichen Risikofaktoren von Frauen genauer zu betrachten. Nur mit diesen Erkenntnissen ist es möglich, die Forschung und die damit verbundenen Präventionsmöglichkeiten im Bereich „Frauen und Herzinfarkt“ voranzutreiben.
Diese Arbeit soll die frauenspezifischen Probleme und Lebensweisen beleuchten. Durch die Sensibilisierung aller im Gesundheitswesen Tätigen, sollen die oftmals zu wenig beachteten Unterschiede mehr hervorgehoben werden.
4
1 Epidemiologie des Herzinfarktes bei Frauen
1.1 Definition und Nutzen der Epidemiologie
HURRELMANN und LAASER definieren die Epidemiologie folgendermaßen: „Epidemiologie ist das Studium der Verteilung und der Determinanten von Krankheitshäufigkeiten in menschlichen Populationen “ (HURRELMANN/LAASER 2003, 231).
Die Epidemiologie ist weiterhin in der Lage, die Frequenz einer Krankheit zu bestimmen. Auch die Bestimmung der zeitlichen Entwicklung und die Selektion der betroffenen Gesellschaftsgruppen ist eine Aufgabe der Epidemiologie (vgl. HURRELMANN/LAASER 2003, 232).
Die Gesundheit wird durch viele Einflussfaktoren beeinträchtigt. Nur durch eine genaue Identifikation dieser Faktoren kann eine negative Entwicklung verhindert werden. Schon seit Jahrhunderten untersuchen Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Krankheiten und deren Auslösern (z.B. Zusammenhang zwischen Cholera und verschmutztem Wasser).
Die Epidemiologie untersucht also die Verteilung der Determinanten im Zusammenhang mit einer Krankheit in der Gesellschaft. Die folgende Darstellung soll nochmals die Einflussfaktoren verdeutlichen.
Abbildung 1: Das Feld der Epidemiologie
(Quelle: GUTZWILLER/JEANNERET 1999/ 57)
5
„Die Beschreibung des Gesundheitszustandes einer Bevölkerung stellt eine wichtige Funktion der Epidemiologie dar“ (GUTZWILLER/JEANNERET 1999, 61). Die Epidemiologie kommt demnach ohne die Beschreibungen nicht aus. Wenn man den Gesundheitszustand einer Gesellschaft darstellen will, muss man sich sogenannter Gesundheitsstatistiken bedienen (vgl. GUTZWILLER / JEANNERET 1999, 61). Es existieren mittlerweile eine Reihe von Methoden, um die Häufigkeit einer Erkrankung und deren Ausprägung zu messen.
1.2 Mortalität
Da es sich um ein sehr einfaches Verfahren handelt, wird die rohe Sterblichkeitsrate zur Erfassung der Mortalität sehr häufig angewandt.
rohe Sterblichkeitsrate =
Le ider werden bei dieser Methode die spezifischen Merkmale eines Menschen (z.B. Geschlecht, Rasse) nicht berücksichtigt (vgl. BEAGLEHOLE u.a.1997, 39). Die Mortalität im Bereich des Herzinfarktes lag 2001 bei den Männern und Frauen mit 65.228 Fällen an zweiter Stelle der Todesursachen in Deutschland (vgl. STATISTISCHES BUNDESAMT 2003). Insgesamt sind die Zahlen der Herzinfarktletalität von 1999-2001 rückläufig gewesen. Die Gründe für diese Entwicklung könnten in der Tatsache liegen „… dass [!] ein Teil der akuten Herzsterbefälle in der offiziellen Todesursachenstatistik unter anderen Positionen erscheint (z.B. Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, Hypertonie,…) (WIESNER 1999, 72ff.).
Weitere Ursachen für die rückläufige Tendenz könnten das erhöhte Gesundheitsbewusstsein und die Fortschritte in der Medizin sein (vgl. URL: http://www.gbe-bund.de [Stand:19.07.2003]).
6
Trotz der rückläufigen Zahlen muss bei der weiblichen Todesstatistik ein Anstieg konstatiert werden. Gerade im Bereich der 25-44jährigen beschreibt die folgende Abbildung aus der MONIKA-Studie bei den Frauen eine höhere 28- Tages-Letalität als bei den Männern.
Abbildung 2: Die 28-Tages-Letalität beim Herzinfarkt
(Quelle: URL:http://www.gbe-bund.de [Stand 19.07.2003]
Wenn man die Altersstruktur der generellen Mortalität bei den Frauen betrachtet, steigt diese, wie Abbildung 3 zeigt, ab dem 55. Lebensjahr deutlich an. Diese Entwicklung wird, w ie häufig in der Literatur beschrieben, dem hormonellen Schutzprofil vor der Menopause zugesprochen. Die folgende Abbildung zeigt die Herzinfarkt-Mortalität bei Frauen in Augsburg nach dem Alter, je 100.000 Einwohner.
Abbildung 3: Die Herzinfarkt-Mortalität (Quelle: URL:http://www.gbe-bund.de [Stand 23.06.2003])
7
Die letzten Tabellen zeigen die steigende Mortalität von Frauen. Interessanterweise gibt es auch divergierende geographische Unterschiede innerhalb Deutschlands. Gerade zwischen dem Osten und Westen Deutschlands sind die Mortalitätszahlen unterschiedlich. Im BUNDESBERICHT FÜR DEUTSCHLAND ist eine deutliche Erhöhung der weiblichen Letalität seit 1990 erkennbar (vgl. URL:http://www.gbe-bund.de[Stand 23.06.2003]). Die Gründe hierfür können zum momentanen Zeitpunkt nur gemutmaßt werden. Als ein möglicher Grund wird die immer noch mangelnde Sensibilität der Hausärzte für weibliche Symptomatiken angeführt.
1.3 Morbidität
BERTELSMANN definiert die Morbidität als die: „ Häufigkeit der Erkrankungen innerhalb einer Bevölkerung “(BERTELSMANN 2001, 611). Die Morbidität erweist sich als sehr hilfreich, wenn die Ursachen untersucht werden sollen, die zu einer veränderten Mortalität geführt haben (vgl. BEAGLEHOLE u.a. 1997, 46).
Um die Krankheitshäufigkeit zu berechnen, bedienen sich die Epidemiologen der sogenannten Prävalenz.
Anzahl der Erkrankten
Prävalenz =
Gesamtbevölkerung
Wenn man die neu aufgetretenen Krankheitsfälle messen möchte, bietet sich die sogenannte Inzidenz an.
Anzahl der Neuerkrankungen während eines Zeitraumes
Inzidenz =
Gesamte Bevölkerung unter Risiko
(vgl. GUTZWILLER/JEANNERET 1999, 61f.)
8
Um die Inzidenz bestimmen zu können, kann man auf das in mehreren Kommunen eingerichtete Herzinfarktregister zurückgreifen.
Wie die Abbildung 4 zeigt, ist die Inzidenz bei Frauen ab dem 55. Lebensjahr signifikant erhöht. Die Abbildung zeigt die Morbidität am Beispiel der Stadt Augsburg in den Jahren 1985-2000. Insgesamt ist die Inzidenz in den Jahren 1998 bis 2000 im Vergleich zu den Jahren 1985 bis1987 rückläufig, was wiederum auf die gesündere Lebensweise, z.B. cholesterinarme Ernährung, zurückzuführen ist. Des Weitern spielen die hochentwickelten Diagnostikmöglichkeiten, z.B. Herzkatheter, eine große Rolle. Leider müssen wir uns hier auf die Daten einer Stadt beschränken, da es augenblicklich keine gesamten Daten für Deutschland gibt.
Abbildung 4: Die Herzinfarkt- Morbidität
(Quelle : URL:http://www.gbe-bund.de [Stand 23.06.2003])
Dies waren wesentliche Auszüge aus den momentanen Daten des STATISTISCHEN BUNDESAMTES.
Im Folgenden soll das Krankheitsbild des Herzinfarktes kurz beschrieben, und danach auf die spezielle Symptomatik der Frauen eingegangen werden.
9
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Daniela Winter, 2003, Epidemologie und Versorgungssituation von Frauen mit Herzinfarkt, Munich, GRIN Publishing GmbH
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