Inhaltsverzeichnis:
I. Einführung
II. Hauptteil
1. Übergangskriterien
2. Autonomie (Steinberg/Silverberg)
3. Psychologische Reife (Winefield/Harvey)
4. Erwachsensein
5. Interindividuelle Unterschiede (Schneewind)
6. Patchwork - Identitäten
7. Säkulare Akzeleration (Entwicklungsbeschleunigung)
8. Säkulare Retardation (Entwicklungsverzögerung)
9. Übergang zum Erwachsenenalter
10. Ablösung und berufliche Orientierung
11. Berufliche Entwicklung
12. Partnerwahl
13. Partnerschaft und erste Jahre der Elternschaft
14. Alternative Lebensformen
15. Freizeit, soziale Beziehungen
III. Methodisch, Didaktische Darstellung
IV. Quellenverzeichnis
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I. Einführung
Der Altersbereich des frühen Erwachsenenalters ist kein zeitlich klar definierter Bereich (nach Byrd/Breuss). In der Regel wird jedoch diese Lebensspanne im Zeitraum von 18 - 29 Jahren datiert.
In dieser Lebensphase kommt es zu zahlreichen Übergangs- und Entwicklungsprozessen, auf die im weiteren Verlauf noch eingegangen wird. Ebenso muss sich der junge Erwachsene mit einer Vielzahl von Entwicklungsrisiken auseinandersetzen.
Die Differenzierung, wie auch die Intensivierung sozialer Beziehungen und Verantwortlichkeiten im Privat- und Berufsleben sind in dieser Lebensspanne kennzeichnend. Als Bereiche dafür sind das Privatleben, das Freizeitverhalten, die Einbettung in soziale gesellschaftliche Gruppen, sowie der Berufseintritt respektive die Berufstätigkeit anzuführen.
1. Übergangskriterien von Jugend- ins Erwachsenenalter
Verschiedene Maßstäbe können geltend gemacht werden, um zu entscheiden, wann der Übertritt ins Erwachsenenalter erfolgt. Zum einen anhand rechtlicher Kriterien, wie beispielsweise das Erreichen der Volljährigkeit bzw. Wahlrecht. Des weiteren können objektive, verhaltensnahe Kriterien zugrunde gelegt werden, wie finanzielle Unabhängigkeit, Heirat oder Elternschaft. Darüber hinaus werden psychologische Kriterien angelegt, wie Reife, Autonomie und Ablösung. Zum anderen spielen auch subjektive Kriterien in Form der Identifikation zu einer bestimmten Altersgruppe eine Rolle.
Es hat sich gezeigt, dass formale und objektive Übergangskriterien von expliziten und impliziten gesellschaftlichen Normen abhängig sind. Anhand biographischer Analysen, die Reitzle und Silbereisen (1999) nach der deutschen Wiedervereinigung in den neuen und alten Bundesländern durchgeführt haben, kam zum Vorschein, dass junge Erwachsene in den neuen Bundessländern unabhängig von der Schulbildung früher finanzielle Unabhängigkeit erlangten, sowie früher heirateten und Familien gründeten.
1996, nur sechs Jahre nach der ersten Erhebung, war bereits ein deutlicher Rückgang hinsichtlich der Häufigkeit von Heirat und Elternschaft in den neuen Bundesländern zu verzeichnen.
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Psychologische und subjektive Übergangskriterien basieren hierbei auf dem Konzept der Ablösung (detachment). Diese Ablösung vollzieht sich nach dem Aufbau der sozialemotionalen Bindung bereits im Kleinkindalter und beschreibt die zunehmende Aussenorientierung von Kindern (Freud, 1958; Peterson & Taylor, 1980).
2. Autonomie (Steinberg/ Silverberg)
Das Kriterium der psychologischen Autonomie unterliegt dem stetigen Wandel, wie Steinberg und Silverberg (1986) durch ihre Untersuchungen belegen konnten. Sie ist zum einen zurückzuführen auf die Selbstbestimmung der Person (self-government), die Autonomie gegenüber Gleichaltrigen, sowie Autonomie in der Beziehung gegenüber Eltern. Im Zentrum der Beobachtung befindet sich dabei die emotionale Autonomie.
3. Psychologische Reife (Winefield/ Harvey)
Vergleichbar dazu verhält sich die „psychologische Reife“ (psychological maturity), die Winefield und Harvey an Kriterien zur persönlichen Identität und schon Vorhandensein persönlicher außerfamiliärer Beziehungen manifestieren.
4. Erwachsensein aus Sicht der Jugendlichen
Auf die Frage, was das Erwachsensein kennzeichnet antworteten Jugendliche:
•
Verantwortung für die Folgen eigenen Handelns übernehmen.
Nicht genannt wurden verhaltsnahe Kriterien, wie z.B. Berufsleben, Ausbildung.
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5. Interindividuelle Unterschiede (Schneewind)
Interindividuelle Unterschiede sind auf die im Vergleich zu früher heterogen gewordenen Lebensläufe zurückzuführen. Was bedingt die Heterogenität?
• Mobilität hat zugenommen.
• der Arbeitsmarkt verlangt flexible Arbeitskräfte mit der Bereitschaft lebenslang zu lernen.
• Anteil der Frauen mit höherer Bildung nimmt zu. Meyer bezeichnet diesen Wandel als „Destandardisierung“.
Nach Schneewind gliedern sich die interindividuellen Unterschiede in zwei Bereiche:
1. Berufsbezogener Bereich
Abgesehen von den Gruppen, die schon früh das Berufsleben beginnen, sind auch solche zu finden, die gerade die Ausbildung begonnen haben, bereits in einer Zweit- oder Drittausbildung stehen und Aushilfs- oder Gelegenheitsarbeiten nachgehen.
2. Privatleben
Auch im Privatleben erkennt man eine Disharmonie bezüglich Familiengründung. Hierbei ist auffällig, dass es in zunehmendem Maße junge Erwachsene gibt, die zum einen in hetero- oder homosexuellen Wohngemeinschaften leben und zum anderen früh eine Familie gründen.
6. Patchwork-Identitäten
Aufgrund heterogener Lebensläufe sind die jungen Erwachsenen unterschiedlichen Einflussfaktoren ausgesetzt, die deutliche Auswirkungen auf ihre Identitätsbildung haben.
Deshalb wird das retardierte Phasenlehren durch psychosoziale Entwicklungen ersetzt, durch die man zu eigener Persönlichkeitsentwicklung und Autonomie gelangt. In dieser Phase möchte man sich nicht mehr durch sein Umfeld und die Lebensstile anderer beeinflussen lassen.
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7. Säkulare Akzeleration
Sakuläre Akzeleration bezeichnet eine Entwicklungsbeschleunigung im historischen Vergleich. Psychosexuelle und psychosoziale Prozesse treten demnach früher ein. (Bsp.: intime Beziehungen)
8. Säkulare Retardation
Unter säkularer Retardation versteht man die Entwicklungsverzögerung (=Verlangsamung) im historischen Vergleich, was zum einen eine Verlängerung des Jugendalters und zum anderen eine Verlängerung der ökonomischen Abhängigkeit bis in das Erwachsenenalter zur Folge hat und den Übergang zum Erwachsenenalter schwerer erkennbar macht.
9. Übergang zum frühen Erwachsenenalter
„Der Übergang zum Erwachsenenalter ist eine der bedeutendsten sozialen Transitionen, die das Individuum im Laufe seiner Ontogenese durchläuft. Es sieht sich mit einer Vielzahl von Entwicklungsaufgaben (...) konfrontiert, die zum Teil Fortsetzungen der in Jugend und Adoleszenz anstehend sind. Das Problemspektrum wird wesentlich durch die hinzukommende Übernahme von Eigenverantwortung für langfristig wirkende, vergleichsweise irreversible Entscheidungen erweitert.“ (Reis, 1997, S.176)
Hierbei entstehen eine Vielzahl unterschiedlicher Entwicklungsaufgaben, die auch bis ins späte Erwachsenenalter andauern. Dabei lassen sich verschiedene Entwicklungsdynamiken ausmachen, bei denen zum Beispiel das Selbstwertgefühl von Männern zunimmt und das von Frauen abnimmt.
In dieser Phase entwickeln sich bedürfnisorientierte Persönlichkeitsmerkmale wie Leistungs- oder Dominanzstreben.
Mehrere Gründe führen dazu, dass jeder Mensch seine individuelle Ontogenese durchläuft. Anzuführen sind in diesem Zusammenhang die persönlichen Erziehungsziele und auf die eigene Entwicklung bezogene Regulations- und Kontrollbemühungen.
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„Man muss mit sich selbst klarkommen und probiert aus...“
Neben den persönlichen Unterschieden müssen jedoch die familiären Hintergrundvariablen miteinbezogen werden.
Dabei spielen das Familienklima, der Erziehungsstil oder die Scheidung der Eltern eine bedeutende Rolle.
10. Ablösung und berufliche Orientierung
Die Ablösung von der Ursprungsfamilie wird in der Regel auf den Zeitpunkt des Auszuges datiert.
Zu den wichtigsten Beweggründen für die Ablösung von der Herkunftsfamilie zählen die Partnerschaft und die Geschwisterzahl. Die gesellschaftlichen Faktoren, Arbeits- und Wohnungsmarkt bedingen ebenso den Zeitpunkt der Ablösung. Diesbezüglich sind Variationen zwischen den Kulturen zu erkennen. Als relativ konstanter Indikator hat sich der frühere Auszug aus dem Elternhaus von Frauen erwiesen, die aufgrund ihres meist geringeren Alters bei der Aufnahme einer Partnerschaft und Ehe früher ausziehen als Männer.
Das durchschnittliche Alter bei Frauen beträgt 21 - 22 Jahre, bei Männern 22 - 23 Jahre. Des weiteren lässt sich bei Männern das Phänomen der „partiellen Ablösung“ feststellen. Dabei handelt es sich meist um Wohnungspendler, die am Ort ihrer Arbeitsstelle eine Wohnung beziehen, dennoch aber die elterlichen „vier Wände“ nicht aufgeben. Besondere Prädikatoren der Männern, die auf den Auszug aus dem Elternhaus beschleunigend wirken, sind neben devianten Verhalten, eine feste Partnerschaft und ein geringes Ausmaß des elterlichen Einflusses im Jugendalter.
Als psychologische Ablösungskriterien sind die zunehmende Distanzierung von den Eltern, die auf das schon angeführte Autonomiestreben zurückzuführen sind, das Aushandeln von sozialen Machtbalancen und die Segmentalisierung der Lebenswelt anzuführen. Wesentliche Faktoren bezüglich der Ablösung vom Elternhaus sind eine geringere Normorientierung, eine flexiblere Handhabung von Familienregeln, des weiteren eine höhere Offenheit und ein schwacher Zusammenhalt bei geringer erlebter Akzeptanz durch die Eltern.
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Schneewind & Braun untersuchten in einer Studie (1988) Ablösungsaktivitäten und deren mögliche Einflussfaktoren.
Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass bei höher gebildeten Jugendlichen spätere Ablösungsaktivitäten zu erkennen waren, da diese sich verstärkt an elterlichen Erwartungen orientierten.
Auch bei rigiden Erziehungsregeln (erhöhte Kontrolle, religiöse Orientierung und Organisation) konnte man deutlich verzögerte Ablösungsaktivitäten ausmachen.
Offenheit und Freizeitgestaltung haben auf Ablösungsaktivitäten eine förderliche Wirkung. Es ergaben sich Hinweise darauf, dass eigene Ablösungserfahrungen einen Einfluss auf die Loslösung nachfolgender Generationen haben.
Um den Platz des Individuums in der sozialen Struktur einer Gesellschaft zu konkretisieren, müssen die Statuspassagen des jungen Erwachsenen Berücksichtigung finden. Allerdings stellen Berufseintritt und -ausbildung kein Kriterium für den Übergang zum Erwachsenenalter dar.
Nach Kuhnke (1997) tendiert die Gesellschaft zunehmend in eine Freizeit- und Genussorientierung, was auf einen Wandel von Materialismus zu Individualismus und Hedonismus schließen lässt.
Essentiell für die eigene Biographie und die Entwicklung, bzw. Weiterentwicklung sozialer Beziehungen und Verantwortlichkeiten waren und sind Berufsausbildung und -eintritt in einer Arbeitswelt, in der das lebenslange Lernen eine zentrale Rolle spielt. Als bedeutende Einflussfaktoren für die berufliche Orientierung gelten Geschlechterrollen, der sozioökonomische Status der Herkunftsfamilie, die Lebensregion und der elterliche Einfluss. Die Interaktion zwischen den Möglichkeiten, die der Arbeitsmarkt bietet, und persönlichen Interessen des eigenen Handelns determiniert Berufswahl, -eintritt und -karriere. Übergänge im Berufsleben und die Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen sich gegenseitig dahingehend, dass junge Erwachsene mit höherem Selbstwertgefühl und höher entwickelten sozialen Kompetenzen (vgl. Goleman „Emotionale Intelligenz“) häufiger erfolgreichere Berufsübergänge erfahren.
Auch bei der Wahl des Studiums spielen persönliche Interessen, der sozioökonomische Status und die erwarteten Chancen junger Erwachsener auf dem Arbeitsmarkt eine tragende Rolle und werden als wesentliche Determinanten der Studienfachwahl bezeichnet.
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Gerade deshalb bezeichnet Stewart & al. die Aufnahme des Studiums als ein „normativ kritisches Ereignis“, das mit der Geburt des ersten Kindes, dem Schuleintritt oder der Heirat zu vergleichen ist.
Beim Übergang ins Studium finden eine Reihe sozialer Prozesse statt, die dazu beitragen, wie sich die Person in die Gesellschaft integriert und das Studium absolviert. Dabei geht man auf die Frage ein, was mit einem neuen Studenten beim Studieneintritt geschieht. Typische Handlungen wie die Informationsaufnahme und die Orientierung stellen Ausgangspunkte des Agierens in der neuen Umgebung dar. Anfangs werden systematisch Informationen beschafft und erste soziale Kontakte geknüpft. Gelingt dies nur unzureichend, kann es zur sozialen Isolation, zu Uniformiertheit (Traumtänzerei) und zu überhöhtem Konformismus führen.
Autonomiestreben und Selbstbehauptung führen zu Abneigung gegen informelle und soziale Regeln, mit dem Ziel der selbstständigen Auseinandersetzung mit denselbigen. Wenn dies in übertriebenem Maße geschieht, kann es zur Isolation und zur frühen Abschottung gegenüber Mitstudierenden führen. Im äußersten Falle kann dies im Studienabbruch enden. Eine erhöhte Zahl diesbezüglich ist bei den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (23%) zu verzeichnen, gefolgt von den Naturwissenschaften (11%) und den Sprach- und Geisteswissenschaften (15%).
Dies ist zurückzuführen auf Praxisferne, gering erachtete Berufschancen, Lernschwäche, sowie mangelnde Anerkennung durch Mitstudierende.
Im Gegensatz dazu weisen Absolventen eines Studienganges günstigere Schulnoten und höher entwickelte intellektuelle Fähigkeiten auf. Ihre Arbeitshaltung, sowie deren positivere
Selbsteinschätzung schaffen günstigere Voraussetzungen für das erfolgreiche Abschließen des gewählten Studienganges.
11. Berufliche Entwicklung
Die berufliche Entwicklung hängt von fünf wesentlichen Faktoren ab. 1. Herkunftsfamilie in der Kindheit
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4. eigene Familie des Erwachsenen
„Die Berufsreife definiert sich aus dem Ausmaß erfolgter Berufsplanung und Berufserkundung, verfügbarer Arbeitsweltinformationen, Ausmaß an Wissen über die bevorzugte Berufsgruppe, sowie an rationalem Entscheidungsverhalten und Realismus bei der Berufsentscheidung“ (Super, 1992)
Aus vergleichbaren Untersuchungen geht hervor, dass sich junge Frauen nach dieser Definition als eindeutig berufsreifer erwiesen haben. Geschlechtsunterschiede im Bezug auf die Bildungsbeteiligung sind mittlerweile nicht mehr zu erkennen, unterscheiden sich doch Frauen im Besuch weiterführender Schulen nicht mehr von ihren männlichen Altersgenossen, sie weisen vielmehr signifikant bessere Ergebnisse in ihren Schulabschlüssen auf. Der Einstieg in die Berufs-und Arbeitswelt ist wieder mit deutlichen geschlechtspezifischen Unterschieden verbunden.
Als klassische Berufe der Männer sind anzuführen:
• KFZ - Mechaniker
• Elektroinstallateur
• Maler und Lackierer
• Tischler
• Gas- und Wasserinstallateur
• Kaufmann im Groß- und Außenhandel
• Metallbauer
• Zentralheizungs- und Lüftungsbauer
Als klassische Berufe der Frauen sind anzuführen:
• Bürokauffrau
• Arzt- und Zahnarzthelferin
• Friseurin
• Industriekauffrau
• Fachverkäuferin im Nahrungsmittelhandwerk
• Kauffrau für Bürokommunikation
• Hotelfachfrau
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Als einzigster Beruf, der sich bei beiden Geschlechtern unter den jeweils zehn am stärksten Berufen finden lässt, handelt es sich um die Tätigkeit des Einzelhandelskaufmannes, bzw. der Einzelhandelskauffrau.
Hohen Frauenanteile finden sich im Rahmen von akademischen Ausbildungen in verstärktem Maße in Fächern, wie Veterinärmedizin, Sprach- und Kulturwissenschaften, in Lehramtsstudiengängen, sowie Kunst- und Kulturwissenschaften.
Im Gegenzug dazu bevorzugen Männer akademische Studiengänge wie Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften, gefolgt von Rechts- , Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Bundesanstalt für Arbeit, 2000)
Dabei ist anzuführen, dass deutlich weniger junge Frauen als Männer ihre Berufswünsche , bzw. die von ihnen gewählte akademische Karriere realisieren können. Zudem sind weibliche Absolventen eines Studienganges signifikant häufiger und zunehmend unterwertig beschäftigt.
Deutliche Unterschiede sind auch im Einkommen zu verzeichnen. Zwei wesentliche Gründe hierfür sind die horizontale und die vertikale Segregation.
Horizontale Segregation bezeichnet den Zustand, dass Frauen häufiger in Berufen am unteren Ende Einkommensskala vertreten sind.
Unter vertikaler Segregation versteht man die Tatsache, dass Frauen auch bei gleichlanger ununterbrochener Betriebszugehörigkeit auf demselben Niveau im Durchschnitt nach vier Jahren ein Viertel weniger verdienen als Männer (Engelbrech, 1991).
12. Partnerwahl
In der entwicklungspsychologischen Fachliteratur wird die Entstehung und Bildung intimer (romantischer) Beziehungen allgemein mit dem ersten Sexualkontakt in Verbindung gebracht. Internationale Untersuchungsbefunde verweisen darauf, dass erste Sexualkontakte und intime Beziehungen aufgrund der oben angeführten säkularen Akzelerationsprozesse in westlichen Industrieländern schon vor dem Beginn des jungen Erwachsenenalters häufig sind.
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Als Einflussfaktoren für den Zeitpunkt sexuellen Erstkontakt müssen folgende Faktoren Berücksichtigung finden:
• das Ausmaß elterlicher Kontrolle bei Verabredungen mit dem anderen Geschlecht (Fullinwider-Bush & Jacobvitz, 1993; Meschke & Silbereisen, 1997)
• die Qualität der schulischen Sexualerziehung (Sawyer & Smith, 1996)
• psychosexuelle Einstellungen und Normen der Kultur und Subkultur (Verhofstadt-Deneve & Schittekatte, 1993)
• die Häufigkeit von Verabredungen und Partybesuchen (Meschke & Silbereisen, 1997; Silbereisen & Wiesner, 1999)
• die Häufigkeit risikoreicher und delinquenter Freizeitaktivitäten (Devine & al., 1993; Meschke & Silbereisen, 1997)
In einer Studie von Silbereisen und Wiesner (1999) gaben Mädchen (Jungen) an:
- sich mit 14,5 Jahren zum ersten mal verliebt zu haben (Jungen: mit 15 Jahren)
- mit etwa 16 Jahren den ersten festen Freund gehabt zu haben (Jungen: mit 16, 5 Jahren)
- mit etwa 16,5 Jahren den ersten Sexualkontakt gehabt zu haben (Jungen: mit 16, 7 Jahren)
Mehrere intime Partnerschaften haben die meisten der jungen Erwachsene bereits im Alter von 18 - 21 Jahren erlebt. Hierbei nennen Männer im Durchschnitt etwas höhere Zahlen (3 - 4) als Frauen (2 - 3).
Der erste Kontakt ist hierbei abhängig von externen und partiell zufallsbedingten Faktoren des Kontakts mit Menschen, die in äußerlichen und sozialen Merkmalen Übereinstimmung aufweisen. Mehrere Faktoren spielen beim Kennenlernen eine wichtige Rolle. Abgesehen von Ähnlichkeiten in Merkmalen wie z.B. der Altersgruppe, der Wohngegend, dem sozioökonomischen Status, den Freizeitinteressen und dem Bildungsstand, ist auch der physischen Attraktivität eine herausragende Rolle beizumessen. Es gibt mehrere Ansätze, um dieses Phänomen zu erklären.
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Aus evolutionsbiologischer Sicht wird argumentiert, dass die Absicht einer optimalen Reproduktion unserer Gene die Wahl junger gesunder Partner/ Partnerinnen zur Folge hat. Daraus folgt, dass die physische Attraktivität durch äußere Merkmale bestimmt wird, die auf Jugendlichkeit und Gesundheit ausgerichtet sind.
Auch der erste Eindruck spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Im ersten Eindruck eines Menschen, der subjektiv als attraktiv wahrgenommen wird, spiegeln sich zahlreiche positive Eigenschaften wieder, die ihm zunächst zugeschrieben werden.
Diese Eigenschaften können jedoch nur vermutet und erst später überprüft werden, erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit des Kennenlernens. Der erste Eindruck kann durch mehrere Merkmale, wie z.B. Attraktivitätsstereotype und kulturelle Schönheitsmerkmale, sowie subjektive Attraktivitätsähnlichkeiten beeinflusst werden.
Übereinstimmung bezüglich der Altersgruppe, der Wohngegend, des sozioökonomischen Status, der Freizeitinteressen, sowie des Bildungsstandes, durch die sich die Wahrscheinlichkeit der Kontaktaufnahme erhöht, wird als Endogamie - Prinzip bezeichnet. Im Homogamieprinzip wird das Endogamieprinzip auf Ähnlichkeiten bzw. Übereinstimmungen in Bezug auf Einstellungen, Werteorientierungen, Interessen, Ansprüche sowie Lebensziele ausgeweitet.
Das Heterogamieprinzip der Partnerwahl bezieht sich auf die Tatsache, dass Männer bei der Partnersuche fast ausschließlich auf die physische Attraktivität achten, während Frauen hingegen auch den sozioökonomischen Status, das Leistungsstreben, die Intelligenz sowie den Charakter berücksichtigen.
Der Übergang vom Erstkontakt und Kennenlernen zur aktiveren Bestimmung und Bearbeitung der Partnerschaft kann in mehrere Abschnitte eingeteilt werden. In diesem Zug spricht man auch von der Phase der Elaboration von Rollen.
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Nach Lewis gliedert sich dieser Übergang in folgende sechs Entwicklungsabschnitte:
• Wahrnehmung und Vermutung von Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten
• zunehmend aktivere Gestaltung der Beziehung durch gegenseitige Rollenergänzungen • dyadische Kristallisierung; die sich durch gegenseitiges Engagement und dem Gefühl der
13. Partnerschaft und erste Jahre der Elternschaft
Die weitere Entwicklung der Partnerschaft ist im Gegensatz zur romantischen Phase durch Alltagsvollzüge und auch durch die Bewältigung von Lebensveränderungen gekennzeichnet. Vor allem spielen dabei berufliche und familiäre Veränderungen eine nicht zu unterschätzende Rolle, die das frühe Erwachsenenalter prägen und folgernd Anpassungsleistungen in der Partnerschaft fordern, die sich als Transitionskompetenzen bezüglich weiterer Partnerschaftsentwicklungen manifestieren.
Diese Transitionen lassen sich in zwei Arten von Veränderungen aufteilen, die es zu bewältigen gilt:
qualitative Veränderungen qualitative Veränderungen eher äußerlicher Art im Selbst- und Weltbild
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Die Phasen, in die sich die psychologische Bewältigung aufteilt, lassen sich wie folgt schematisch darstellen:
• • Verlust • Unsicherheit Konflikt
Um das angesprochene Gleichgewicht zwischen Person-Umwelt zu erreichen, haben sich folgende Faktoren als hilfreich erwiesen.
• Personale Ressourcen
- Sensibilität
- Selbstwert
- Humor
- Selbstwirksamkeit
- Erziehungskompetenzen
• familiale Ressourcen
- Einkommen
- Wohnen
- Kohäsion
- Offenheit
- Partnerschaftsqualität
- Gegenseitige Unterstützung
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• ausserfamiliale Ressourcen
- soziale Netzwerke
- soziale Unterstützung
Die Bewältigungsbemühungen können entweder am Problem selbst, oder an den erlebten aversiven Emotionen ansetzen. (vgl. Laux und Weber, 1990)
Bezogen auf die erlebten aversiven Emotionen:
• innerpsychische Emotionsbewältigung
(defensive Formen wie Verneinung, Affektisolation, Verkehrung ins Gegenteil,
• positiv bewertete Formen
(positives Denken, positive Selbstinstruktion, Hoffen, Sinngebung)
• emotionsfokussierte aktionale Varianten
(konfrontatives Bewältigen durch aggressive Handlung, Vermeidung durch Flucht, Sucht
• expressive emotionsfokussierte Bewältigungsversuche (z.B. Emotionsausdruck, aktive Emotionsunterdrückung)
Bezogen auf problemfokussierte Bewältigungsversuche stehen beispielsweise:
• Planung und Durchführung lösungsorientierter Handlungen
• verstärkter Einsatz
• aktive Anpassung an die Situation
• positive Neubewertung der Situation
• Interpretation der Situation als Herausforderung
• Einsatz von Humor
• Rückgriff auf einen spirituellen Glauben
Die am häufigsten genannte Antwort auf die Frage, warum geheiratet wird , ist Liebe. Außerdem stellt die Heirat die für das junge Erwachsenenalter kulturell normierte Formalisierung einer Partnerschaft dar, die als dauerhaft geplant ist. Darüber hinaus besteht ein gesellschaftliches Interesse am Überleben in weiteren Generationen, was durch Elternschaft und eine fortdauernde, zuverlässige Versorgung von Kindern zu gewährleisten ist.
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Arbeit zitieren:
Christian Vandrey, Ch. Stockert, F. Popp, 2004, Übergangs- und Entwicklungsprozesse im frühen Erwachsenenalter, München, GRIN Verlag GmbH
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