A. Die syntaktischen Struktureinheiten des Textes
Ellipsen
Als elliptische Sätze werden die Sätze, in den das Prädikat implizit vorhanden ist, aufgefasst. Die ausgelassenen Satzteile können explizit geäußert werden, wie das im folgenden Beispiel gemacht wird. Es können nicht nur verbale Teile, sondern auch andere Satzglieder ausgelassen werden.
“Er glaubt nicht an Gott. Ich (glaube) auch nicht (an Gott).” (Simmel 1987, S. 187)
Textsegment
Textsegment ist der Teil des Textes, der durch Punkt, Ausrufezeichen oder Fragezeichen und darauffolgende Großschreibung als eine relativ selbstständige Einheit gekennzeichnet ist:.
“…nicht wahr? Sie ist längst in Lebensgefahr, haben Sie das vergessen? Zwei Seiten…“ (Simmel 1987, S. 133)
Inhaltsverzeichnis
1. Die grammatische und thematische Struktur des Textes
A. Die syntaktischen Struktureinheiten des Textes
B. Die semantischen Struktureinheiten des Textes
C. Die Entsprechung zwischen den syntaktischen
2. Grammatische und semantische Bedingungen der Textkohärenz
A. Die Verwirklichung der expliziten Wiederaufnahme
B. Andere grammatische Verknüpfungsmöglichkeiten
C. Die Arten der expliziten Wiederaufnahme nach der Richtung der Wirkung der Pro-Formen
D. Die Verwirklichung der impliziten Wiederaufnahme.
E. Die Schaffung eines kohärenten Textes ohne syntaktisch-semantische Verknüpfungssignale zwischen Sätzen bzw. Propositionen
3. Thematischen Bedingungen der Textkohärenz
A. Ableitung der Makropropositionen (die Makroregeln)
B. Grundformen thematischer Entfaltung
4. Textuelle Grundfunktionen
a) Kontaktfunktion
b) Appellfunktion
c) Informationsfunktion
d) Obligationsfunktion
e) Deklarationsfunktion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der linguistischen Analyse verschiedener Textbeispiele, um zentrale Konzepte wie Textstrukturen, Textkohärenz und textuelle Grundfunktionen theoretisch fundiert und anhand praktischer Anwendungen zu erläutern.
- Analyse grammatischer und semantischer Strukturen auf Satz- und Teilsatzebene.
- Untersuchung der Bedingungen für Textkohärenz durch explizite und implizite Wiederaufnahmemechanismen.
- Ableitung von Makropropositionen zur thematischen Reduktion von Texten.
- Klassifizierung verschiedener Formen der Themenentfaltung (deskriptiv, explikativ, narrativ, argumentativ).
- Systematisierung textueller Grundfunktionen wie Kontakt-, Appell-, Informations-, Obligations- und Deklarationsfunktion.
Auszug aus dem Buch
Die deskriptive Themenentfaltung
Die deskriptive Themenentfaltung ist eine Darstellung des Themas durch Teilthemen und Einordnung in Raum und Zeit. Generalisierbare Texte – Vorgangsbeschreibungen. Das Thema bezeichnet einen als regelhaft (generalisierbar, wiederholbar) dargestellten Vorgang – instruktive Texte.
Das Thema wird in Teilthemen dargestellt und in Raum (Nord- und Westeuropa) und Zeit (1940) eingeordnet. In diesem Beispiel kommt deutlich die Spezifizierung und auch Situierung vor, d.h. es werden mehrere Ereignisse aufgegliedert und auch eingeordnet. In grammatischem Hinsicht dominiert Präteritum (führte, wurde, kam u.s.w.) Informative Textsorte – „Bericht“.
“1940 weitete sich der Krieg auf Nord- und Westeuropa aus. Unabhängig von dem britischen Vorhaben, zur Durchsetzung der Wirtschaftsblockade Norwegen zu besetzen, plante auch das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) seit Kriegsbeginn aus rüstungswirtschaftlichen und militärstrategischen Aspekten die Besetzung Norwegens. Aus Furcht vor einem Festsetzen der Alliierten in Skandinavien und einer Front im Norden des Reichs begann am 9. April die Landung von sieben deutschen Divisionen entlang der norwegischen Küste. Die Wehrmacht kam der bevorstehenden britischen Norwegenaktion dabei nur um wenige Stunden zuvor. “
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die grammatische und thematische Struktur des Textes: Dieses Kapitel definiert grundlegende syntaktische und semantische Einheiten wie Sätze, Teilsätze und Propositionen und untersucht deren strukturelles Zusammenspiel.
2. Grammatische und semantische Bedingungen der Textkohärenz: Es werden Methoden der expliziten und impliziten Wiederaufnahme sowie weitere Verknüpfungsmöglichkeiten dargestellt, die die inhaltliche Verbundenheit eines Textes sicherstellen.
3. Thematischen Bedingungen der Textkohärenz: Dieses Kapitel erläutert, wie Makropropositionen abgeleitet werden und welche Grundformen der thematischen Entfaltung existieren.
4. Textuelle Grundfunktionen: Hier werden unterschiedliche kommunikative Funktionen von Texten, wie etwa die Kontakt-, Appell- oder Informationsfunktion, anhand konkreter Beispiele analysiert.
Schlüsselwörter
Linguistische Textanalyse, Textstruktur, Textkohärenz, Makropropositionen, Themenentfaltung, Proposition, Wiederaufnahme, Textfunktion, Kontaktfunktion, Appellfunktion, Informationsfunktion, Obligationsfunktion, Deklarationsfunktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine linguistische Textanalyse verschiedener Textbeispiele, um Mechanismen der Textkohärenz und die unterschiedlichen Funktionen von Texten in der Kommunikation aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der grammatischen und semantischen Strukturierung von Texten, den Bedingungen für Textkohärenz und der Klassifizierung textueller Grundfunktionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Analyse von Textbeispielen zu demonstrieren, wie Texte durch interne Strukturen, thematische Entfaltung und spezifische kommunikative Funktionen kohärent und funktional werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptiv-analytische Methode angewandt, bei der theoretische linguistische Konzepte anhand von Primärquellen wie Berichten, Anleitungen und Briefen praktisch erläutert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Satz- und Teilsatzstrukturen, die Analyse von Wiederaufnahmemechanismen, die Darstellung von Makroregeln zur Themenentfaltung und die Kategorisierung von Textfunktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Textkohärenz, Textstruktur, Themenentfaltung, Makropropositionen sowie die verschiedenen textuellen Grundfunktionen wie Kontakt-, Appell- oder Deklarationsfunktion.
Wie unterscheidet sich die explizite von der impliziten Wiederaufnahme?
Bei der expliziten Wiederaufnahme besteht eine Referenzidentität zwischen sprachlichen Ausdrücken, während bei der impliziten Wiederaufnahme semantische Kontinuität (z.B. durch logische oder kulturelle Zusammenhänge) ohne explizite Identität hergestellt wird.
Was zeichnet die argumentative Themenentfaltung aus?
Die argumentative Themenentfaltung wird anhand eines Beispiels zur Schlüsselhinterlegung im Internet erläutert und durch eine Struktur aus Einbettung, These, Argumenten und Stützung analysiert.
- Arbeit zitieren
- Laura Ritenberga (Autor:in), 2002, Sammlung von Textbeispielen mit Kommentaren (Textstrukturen, Textkohärenz, textuelle Grundfunktionen u.a.), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25149