Inhaltsverzeichnis:
1. Die grammatische und thematische Struktur des Textes. 3
A. Die syntaktischen Struktureinheiten des Textes. 3
B. Die semantischen Struktureinheiten des Textes 4
C. Die Entsprechung zwischen den syntaktischen 4
2. Grammatische und semantische Bedingungen der Textkohärenz 5
A. Die Verwirklichung der expliziten Wiederaufnahme 5
B. Andere grammatische Verknüpfungsmöglichkeiten 7
C. Die Arten der expliziten Wiederaufnahme nach der Richtung der Wirkung der
Pro -Formen 7
D. Die Verwirklichung der impliziten Wiederaufnahme. 8
E. Die Schaffung eines kohärenten Textes ohne syntaktisch-semantische
Verknüpfungssignale zwischen Sätzen bzw. Propositionen. 9
3. Thematischen Bedingungen der Textkohärenz 9
A. Ableitung der Makropropositionen (die Makroregeln) 9
B. Grundformen thematischer Entfaltung. 10
4. Textuelle Grundfunktionen. 16
a) Kontaktfunktion 16
b) Appellfunktion 17
c) Informationsfunktion. 18
d) Obligationsfunktion 19
e) Deklarationsfunktion 19
Literaturverzeichnis 20
2
1. Die grammatische und
thematische Struktur des
Textes
A. Die syntaktischen Struktureinheiten des Textes
¾¾ Ellipsen
Als elliptische Sätze werden die Sätze, in den das Prädikat implizit vorhanden ist, aufgefasst. Die ausgelassenen Satzteile können explizit geäußert werden, wie das im folgenden Beispiel gemacht wird. Es können nicht nur verbale Teile, sondern auch andere Satzglieder ausgelassen werden.
“Er glaubt nicht an Gott. Ich (glaube) auch nicht (an Gott).” (Simmel 1987, S. 187) ¾¾ Textsegment
Textsegment ist der Teil des Textes, der durch Punkt, Ausrufezeichen oder Fragezeichen und darauffolgende Großschreibung als eine relativ selbstständige Einheit gekennzeichnet ist:.
“…nicht wahr? Sie ist längst in Lebensgefahr, haben Sie das vergessen? Zwei Seiten…“ (Simmel 1987, S. 133) ¾¾ Satz
Der Satz ist eine sprachliche Einheit, die sich aus einem Verb (Prädikat - legte) als dem strukturellen Zentrum und einer Reihe von Satz Gliedpositionen (Subjekt - er, Adverbialbestimmungen - vorsichtig, auf Kissen) konstruiert, die jeweils in bestimmten Abhängigkeitsrelationen zum tragendem Verb stehen: “Er legte den Kopf vorsichtig aufs Kissen.” ) (Schubert 1972, S. 103)
3
¾¾ Teilsatz
Der Interpunktion nach ist der folgende Beispiel ein Satz; im grammatischen Zusammenhang werden Teilsätze unterscheidet:
“Die Tür knarrte nicht, als sie geöffnet wurde.“ (Schubert 1972, S. 47)
B. Die semantischen Struktureinheiten des Textes
¾¾ Proposition
Die Propositionen bezeichnen die Satzbedeutung - den vom Satz ausgedrückten Sachverhalt. Die Explikationen der Proposition sind Referenz und Prädikatikon. Die Referenz ist die Setzung eines Kommunikationsgegenstandes (Frau Meisenberg). In syntaktischer Hinsicht wird die Referenz durch Eigennamen, Pronomen und andere Nominalgruppen realisiert.
Die Prädikatikon ist die Zuordnung von Eigenschaften zum gesetzten Gegenstand, die durch Prädikate (war etwa fünfzig Jahre alt, sehr hager und groß, das Haar hatte sie grellrot gefärbt) realisiert wird.
Frau Meisenberg (Referenz) war etwa fünfzig Jahre alt, sehr hager und groß, das Haar hatte sie grellrot gefärbt (Prädikatikon). (Simmel 1987, S. 59) C. Die Entsprechung zwischen den syntaktischen Struktureinheiten
¾¾ 1:1
Die Proposition ist vom Satz ausgedrückte Sachverhalt. Im folgenden Beispiel entspricht eine Proposition einem Satz. Das Beispiel ist syntaktisch ein Satz und semantisch eine Proposition, die aus der Referenz (er) und Prädikatikon (kam nach Mitternacht) besteht.
„Er kam nach Mitternacht.” (Simmel 1987, S. 243)
4
¾¾ 1:2
In diesem Beispiel ist die Einheit des Textes syntaktisch ein Satz aber semantisch besteht die Einheit aus zwei Propositionen. „Die dicke Katze sprang auf ihren Schoß.” (Simmel 1987, S. 292)
¾¾ 2:1
In diesem Fall besteht die Äußerung aus zwei Sätzen, die aber nur durch eine Proposition realisiert werden.
„Dr. Kiyoshi Sasaki, ein ausgesprochen schöner klainer Mann, achtete sehr auf sein Äußeres.” (Simmel 1987, S. 165)
2. Grammatische und
semantische Bedingungen
der Textkohärenz
A. Die Verwirklichung der explitziten Wiederaufnahme Die explizite Wiederaufnahme besteht in der Referenzidentität
(Beziehungsgleichheit) bestimmter sprachlicher Ausdrücke in aufeinanderfolgenden Sätzen eines Textes. Ein bestimmter Ausdruck wird durch einen oder mehrere Ausdrücke in den nächsten Sätzen des Textes in die Referenzidentität wiederaufgenommen.
5
¾¾ durch die Wiederholung desselben Substantivs
Der Referenzträger wird durch das selbe Substantiv (der Mann) wiederaufgenommen:
„Nun ging sie einem Mann entgegen, der eben aus dem Lift getreten war. Der Mann trug Leinenhosen und ein lose hängendes blaues Hemd mit kurzen Ärmeln.” (Simmel 1987, S. 62 - 63)
¾¾ durch ein oder mehrere andere Substantive
Der wiederaufnehmende Ausdruck kann ein anderer Substantiv sein, aber er muss auf das selbe Objekt beziehen.
„Wir setzten uns an einen Tisch vor einen Tisch vor einer riesigen Glasscheibe, und nun erschien ein junger Kellner, ein fast schwarzhäutiger Neger, in seiner strahlend weißen Dienstkleidung. Wir bestellten Kaffee und Eier im Glas und Schinken, wir bestellten eine Menge, denn wir beide hatten großen Hunger und viel Zeit. Der Schwarze verschwand wieder.” (Simmel 1987, S. 198 - 199) ¾¾ durch die Pro - Formen
Die Pro - Formen (Personal-, Possessiv-, Demonstrativpronomen, Pronominaladverbien, Adverbien) sind Ausdrücke, die aufgrund ihres minimalen Bedeutungsinhalts ausschließlich dazu dienen, andere sprachliche Einheiten referenzidentisch wiederaufzunehmen. In diesem Beispiel wird Hess durch Demonstrativpronomen der und Barski durch Personalpronomen er aufgenommen. „Während Hess die Nummer des Krematoriums Ohlsdorf wählte, rief Barski das Virchow - Krankenhaus an und verlangte Dr. Lohotzky vom Herzzentrum. Er bekam ihn sofort an den Apparat und sprach nun gleichzeitig mit Hess, der im Krematorium Ohlsdorf um Auskunft bat.” (Simmel 1987, S. 220)
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Arbeit zitieren:
Laura Ritenberga, 2002, Sammlung von Textbeispielen mit Kommentaren (Textstrukturen, Textkohärenz, textuelle Grundfunktionen u.a.), München, GRIN Verlag GmbH
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