II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Definition der Begriffe 1
2.1. Abgrenzung von Einzelauftrag und Großprojekt 1
2.2. Konstruktionsbegleitende Kalkulation 2
3. Prozess der Auftragsbearbeitung 3
4. Konstruktionsbegleitende Kalkulationsmethoden in den verschiedenen Phasen der
Auftragsabwicklung 5
4.1. Vorkalkulation 5
4.1.1. Angebotskalkulation 5
4.1.2. Auftragskalkulation 8
4.2. Mitlaufende Auftragskalkulation 8
4.3. Standard-Nachkalkulation 10
4.4. Kalkulationsabweichungsanalyse 11
5. Zusammenfassung 13
Literaturverzeichnis 14
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Kalkulationsmethoden 3
Abbildung 2 : Vorkalkulation / Angebotsphase 4
Abbildung 3 : Auftragsrealisation 4
1
1. Einleitung
Die Anforderungen des Marktes an die Unternehmen ändern sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Dabei gewinnen vor allem individualisierte Produkte, die in der Regel im Rahmen von Einzelaufträgen erstellt werden, immer stärker an Bedeutung. Dies gilt auch für Großprojekte, wie z.B. dem Brückenbau. Die Erstellung eines individuellen Produktes oder Leistung ist ein viel umfassenderer Prozess als die Serien- oder Massenproduktion, da er schon mit einer individuellen Angebotserstellung beginnt. Somit herrscht zwischen dem Anbieter und dem Nachfrager ein enger Kontakt, da sie während der gesamten Abwicklungszeit des Auftrages, von Angebotsanfrage bis Produktübergabe, miteinander in Verbindung stehen. Die Qualitätsanforderungen werden ebenfalls immer größer und die Lieferzeiten immer kürzer, was eine erhöhte Flexibilität der Unternehmen erfordert. Die Unternehmen sind deshalb bestrebt, zu einer optimalen wirtschaftlichen und technischen Produktgestaltung zu gelangen. 1) Somit kommt der frühstmöglichen Erfassung von Kosten und Erlösen eine sehr große Bedeutung zu, auch weil 70-80% der gesamten Herstellkosten schon während der Konstruktionsentwicklung festgelegt werden. 2) Da die Produktspezifikationen spätestens in den Verhandlungen mit dem Kunden festgelegt werden, sind die Daten schon frühzeitig zu bestimmen. Deshalb setzt die Kostenerfassung und damit die individuelle Kalkulation, als Bestandteil der betrieblichen Kostenrechnung, schon vor der eigentlichen Produktion mit der Vorkalkulation für den Auftrag an, indem die Solldaten prognostiziert werden, und setzt sich dann konstruktions- und produktionsbegleitend, einschließlich der Ursachenanalyse bei Abweichungen, bis zur Nachkalkulation fort.
2. Definition der Begriffe
2.1. Abgrenzung von Einzelauftrag und Großprojekt
Die Abwicklung eines Einzelauftrages findet in der Regel innerhalb einer Planungsperiode statt, welche üblicherweise ein Jahr beträgt, während ein Großprojekt über mehrere Perioden durchgeführt wird. Aufgrund der Einperiodigkeit des Einzelauftrages herrscht in der Regel relative Datensicherheit in der operativen Planung.
Ein klassisches Beispiel für ein Großprojekt ist die industrielle Anlagenfertigung. Dies sind z.B. Kraftwerke, aber auch beim Schiffsbau oder der Bauindustrie handelt es sich um Großprojekte. Ihr Bau ist sehr komplex, da sie aus einer Vielzahl von einzelnen Komponenten bestehen und über mehrere Perioden geplant und gefertigt werden. 3) Deshalb werden sie oft von einem Konsortium, also einer Mehrzahl von Leistungserstellern, produziert. Aufgrund der
2) Vgl. Hahn, D./Lassmann, G. (1993), S. 288
3) Vgl. Dies., S. 208 f
2
Mehrperiodigkeit ergibt sich eine hohe Planungsunsicherheit in Bezug auf die verwendeten Plan-Daten. So ist z.B. am Beginn nicht klar, ob die erwarteten Kosten für die Endmontage auch tatsächlich eintreffen, oder ob die Anlage funktionieren wird bzw. sie gegebenenfalls nachgebessert werden muss.
Bei der Beurteilung von Einzelaufträgen und Großprojekten sind die entscheidungsrelevanten Kosten heranzuziehen. Entscheidungsrelevante Kosten werden als Kosten verstanden, die durch eine bestimmte getroffene Entscheidung zusätzlich entstehen oder wegfallen. 4) Somit soll sichergestellt werden, dass zur Beurteilung die „richtigen Kosten“ herangezogen werden. 5) Bei der Entscheidung über einen kurzfristigen Einzelauftrag würden demnach die fixen Kosten auch bei Nichtannahme anfallen, während sie langfristig beeinflussbar sind. Demnach können bei einem Großprojekt alle Kostenarten als variabel angesehen werden. 6) Gemein ist dem Einzelauftrag und dem Großprojekt, dass sie speziell auf Kundenwünsche hin erstellt werden.
2.2. Konstruktionsbegleitende Kalkulation
Die konstruktionsbegleitende Kalkulation fungiert als Frühwarnindikator. Sie ist als übergreifende Rechenmethodik einzustufen, da sie schon vor der eigentlichen Konstruktion mit der Angebotskalkulation beginnt. An die Angebotskalkulation schließt sich die Auftragskalkulation und die Nachkalkulation an. Mit zunehmender Dauer der Fertigung werden die Kalkulationsergebnisse genauer aber auch der Anteil der beeinflussbaren Kosten geht zurück. 7) „Die konstruktionsbegleitende Kalkulation umfasst die stückbezogene Kosteninformationsbereitstellung für Entscheidungsalternativen im gesamten Verlauf des Leistungserstellungsprozesses, wobei der Schwerpunkt aufgrund der Kostenverantwortung in der Konstruktion begründet liegt.“ 8) Ihr kommt eine zentrale Aufgabenstellung zu. Der Anbieter benötigt bei der Angebotsselektionsentscheidung Informationen über die Kosten, die zusätzlich durch einen Auftrag anfallen, so dass die Frage nach der Eignung von Voll- und Teilkostenrechnung relevant wird. Die Vorkalkulation basiert zum Zweck der Preisfindung auf einer Vollkostenrechnung. Ihr werden, mittels der Zuschlagskalkulation, neben den Einzelkosten des Auftrages, auch die relevanten Gemeinkosten angerechnet. 9)
5) Vgl. Ders., S. 77
6) Vgl. Hahn, D./Lassmann, G. (1993), S. 221
7) Vgl. Eisinger, B. (1997), S. 25
8) Ders., S. 26
9) Vgl. Hahn, D./Lassmann, G. (1993), S. 221
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Dennis Huchzermeier, 2004, Beurteilung von Einzelaufträgen und Großprojekten mit Hilfe der Kosten- und Erlösrechnung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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