INHALTSVERZEICHNIS
I. Eigenschaften und Verhalten 3
Betrachtung des Eigenschaftsmodells 3
Unterscheidung der Arten von Eigenschaften 4
Differenzierung von Persönlichkeitseigenschaften 4
Kritik am Eigenschaftsansatz 5
Ist Verhalten wirklich konsistent? 5
Das Paradoxon der Konsistenz 6
Kritik an den Eigenschaftsmodellen. 6
II. Therapieorientierte Psychodiagnostik und intraindividuelle Variabilität 7
Therapiebezug von Diagnostik intraindividueller Variabilität 10
Vier Aspekte der intraindividuellen Variabilität von Persönlichkeitsmerkmalen 11
Einsichten , die sich für die Therapie ergeben. 12
LITERATURVERZEICHNIS. 15
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I. Eigenschaften und Verhalten
Zu Beginn steht die Frage: Warum beschäftigen wir uns überhaupt mit Begriffen wie Eigenschaften und Verhalten? Die Antwort liegt in der Suche nach Möglichkeiten, die helfen sollen, den einzelnen Menschen nicht nur als einzigartige Persönlichkeit zu erkennen, sondern auch als solche zu beschreiben. Damit soll der jeweils betrachtete Mensch deutlich von anderen trenn- und unterscheidbar sein. Es wird versucht zu erklären und eventuell vorherzusagen, was ein Mensch aufgrund seines Persönlichkeitsgefüges tun wird oder warum auch nicht. Die Frage ist, ob sichere Verhaltensvorhersagen möglich sind. Es soll geklärt werden, ob das Verhalten konsistent ist, zeitstabil oder nur situationsabhängig. Allgemein liegt der Beschreibungsschwerpunkt auf der Betrachtung interindividueller und
intraindividueller Unterschiede von Personen. Hinsichtlich einer persönlichkeitspsychologischen Sichtweise auf den
Eigenschaftsbegriff schreiben HERRMANN und ROTH Folgendes: „In der Persönlichkeitspsychologie spielen Eigenschaften als aus dem Verhalten erschlossene Konstrukte eine Rolle, die relativ überdauernde, nicht situationsspezifische Persönlichkeitsmerkmale bezeichnen. In der faktorenanalytisch orientierten Persönlichkeitspsychologie werden Eigenschaften durch Faktoren
(Persönlichkeitsfaktor) definiert. Der wichtigste Unterschied zwischen Eigenschaft und Faktor besteht dabei lediglich in der Methode der Gewinnung (HERRMANN 1969; ROTH 1970) “
Betrachtung des Eigenschaftsmodells
Das Eigenschaftsmodell beschreibt grundlegende Dimensionen, über die jeder Mensch verfügt. Wie zum Beispiel Geselligkeit oder Ehrlichkeit. Solche Eigenschaften werden als Qualitäten bezeichnet. Sie beeinflussen unser aller Verhalten und wirken als generalisierte Handlungstendenzen. Mit der Kenntnis über die Eigenschaften einer Person kann man darauf schließen, wie sich eine Person, auf einen Reiz bzw. auf eine Reizsituation hin, verhalten kann. Eine Verhaltensvorhersage kann deshalb, weil eine absolut sichere Vorhersage von Verhalten generell nicht möglich ist, immer nur eine Wahrscheinlichkeitsaussage sein. Nach ALLPORT: Eigenschaften sind Bausteine einer individuellen Persönlichkeit. Sie schaffen die Konsistenz des Verhaltens, da sie
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generelle und überdauernde Attribute einer Person darstellen. Sie stehen als Verbindung zwischen den Reaktionen einer Person auf Reize.
Unterscheidung der Arten von Eigenschaften
Die Eigenschaften, mit denen man das Verhalten von Personen beschreiben kann, setzen sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Es können folgende Arten unterschieden und beschrieben werden:
1. Kardinaleigenschaften: Sie sind fundamentale Charakterzüge, um die das Leben strukturiert werden kann. Sie müssen nicht bei allen Menschen vorhanden sein. Bsp. : Machtstreben, Leistungsstreben
2. Zentrale Eigenschaften: Sie beschreiben wichtige Charakteristika einer Person. Bsp. : Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit
3. Sekundäre Eigenschaften: Stellen weniger wichtige Persönlichkeitseigenschaften dar. Bsp. : spezielle Vorlieben, bestimmte Einstellungen
1 - 3 bilden die Struktur der Persönlichkeit, die das Verhalten der Person bestimmt. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsstruktur und den auf eine Person wirkenden Umwelteinflüssen. Die Reaktionen auf Umweltreize sind nicht universell. Jede Person kann auf die gleichen Reize andersartig reagieren. Die Einzigartigkeit der Person in dieser Art und Weise, nur einmalige Tatsachen beschreibend, zu betrachten, nennt man ideographischen Ansatz. Beschreibungen dieser Art haben Einzelfallstudien und Lebenslaufkontrolle zur Bedingung.
Differenzierung von Persönlichkeitseigenschaften
Persönlichkeitseigenschaften lassen sich, je nach Betrachtungsstandpunkt, in zwei Teilgruppen trennen und beschreiben. Dabei wird eine intra- und interindividuelle Differenzierung der Eigenschaftsmerkmale und des Verhaltens vorgenommen. Intraindividuelle Differenzen meint, daß Menschen sich hinsichtlich ihrer Merkmale, die ihrem Verhalten zugrunde liegen, wandeln und das sie sich zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Situationen verschieden verhalten können. Unter interindividuellen Differenzen versteht man, daß Menschen hinsichtlich definierter Merkmale feststellbare Unterschiede aufweisen, die Ausprägung der Merkmale aber für die einzelnen Individuen konstant ist. (nach Roth 1969)
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Mit dieser Klassifikation werden vier Ziele verfolgt. 1. einheitliche Sprache zur fachübergreifenden Verständigung 2. gemeinsame Grundlage für Betrachtung und Bewertung 3. Rahmen für die Einschätzung der Validität von Persönlichkeitsskalen 4. Richtlinien für die Verbesserung der Individualdiagnostik
Kritik am Eigenschaftsansatz
Die Eigenschaftstheorien werden dahingehend kritisiert, daß sie nicht in der Lage sind, zu erklären, wie Verhalten verursacht wird. Sie können lediglich Merkmale bestimmen und beschreiben. Aussagen zur Entwicklung der Persönlichkeit werden nicht getroffen. Es handelt sich in der Regel nur um momentane Zustandsaussagen. Diese Art von Persönlichkeitsforschung folgt einem dispositionellen Ansatz, der sich allgemein gebräuchlich auf Selbsteinschätzungen der Versuchspersonen in Fragebögen oder anderen Persönlichkeitsinventaren wie zum Beispiel Selbstbeschreibungen bezieht. Diese Art von Testung ist immer situativ und eher künstlichen Charakters. Es kann nicht sicher angegeben werden, ob sich eine Eigenschaft in konsistenten Verhaltensmustern über verschiedenen Situationen hinweg manifestiert. Es besteht kaum eine Vorhersagemöglichkeit für zu erwartendes Verhalten in einer bestimmten gegebenen Situation.
Ist Verhalten wirklich konsistent?
Die Konsistenz des Verhaltens meint, daß eine Person zeitstabil in den verschiedensten Situationsvarianten, die eine bestimmte Eigenschaft ansprechen, immer mit der gleichen Qualität im Verhalten reagiert. Daraus soll eine Gesetzmäßigkeit für Reizsituationen und dem darauf folgendem Verhalten abgeleitet werden. Dieses Denkschema, das auf der Betrachtung von allgemeinen Persönlichkeitsmerkmalen aufbaut, wird nomothetischer Ansatz bezeichnet. In ihm eingeschlossen ist die Grundannahme, daß alle für die Person relevanten Verhaltensweisen konsistent seien. Doch diese Behauptung ist nicht haltbar.
Betrachten wir zum Beispiel die Eigenschaft „Ehrlichkeit“. Eine Person wird sich, auch wenn sie den Anspruch an sich selbst hat, ein generell ehrlicher Mensch zu sein, nicht immer und in allen Situationen mit dem selben Maß an Ehrlichkeit verhalten. "Ehrlichkeit" wird eher aus situationsspezifischen Reaktionsgewohnheiten
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Arbeit zitieren:
Dipl. Psychologe Jörg Hartig, 2002, Therapieorientierte Psychodiagnostik und intraindividuelle Variabilität, München, GRIN Verlag GmbH
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