INHALTSVERZEICHNIS
A Einleitung 1
B Authentische Figurengestaltung 1
I Figur I: Asterix der Anti-Superstar 1
II Obelix der treue Gefährte 3
III Miraculix der alte und weise Druide 4
IV Troubadix der Barde 5
V Majestix der Stammeshäuptling 6
C Gallische Wohn- und Arbeitsstrukturen in der Zeit von Asterix 8
I Gallische Dörfer 8
II Arbeiten im gallischen Dorf 9
D Die Römer der große Feind 11
I Römische Lager und ihre Bewohner 11
II Die Gallierfurcht 13
E Résume XVIII
A. Einleitung
Die Comichelden Asterix und Obelix (sowie die weiteren Dorfbewohner) führen uns durch viele bunte Abenteuer und Episoden in der Zeit 50 vor Christus. Hierbei stellt sich jedoch die Frage: Spiegeln Asterix und seine Freunde authentische Gal- lier zu der Zeit 50 vor Christus wider, oder handelt es sich bei der Darstellung der sympathischen Helden vielmehr um rein fiktive Comicfiguren? In meiner nach- folgenden Arbeit werde ich dieser Fragestellung auf den Grund gehen. Exempla- risch zu untersuchen sind hierfür insbesondere die fünf „Hauptfiguren “ der Aste- rix-Hefte, welche auf der vierten Seite eines jeden Bandes abgebildet und kurz vorgestellt werden (sowohl bildlich, als auch in ihren Hauptcharakterzügen / Att- ributen). Jede dieser Figuren besitzt eine feststehende Garderobe, welche sich im Normalfall in keinem der Hefte ändert. Schon die Namen der Dorfbewohner spie- geln oftmals die Figur und gegebenenfalls einige ihrer Charakterzüge wider. 1 Wei- terhin wird in dieser Arbeit das gallische Umfeld in der Zeit 50. vor Christus wei- ter thematisiert und in seiner Authentizität abgeklopft. Wie lebten die Gallier? Wie erlebten sie ihre damalige Welt? Wie sah die römisch-gallische Beziehung aus? Sind die Asterix-Comics wirklich weitestgehend authentisch, oder eher fik- tiv?
B. Authentische Figurengestaltung
I. Figur I: Asterix, der „Anti-Superstar“
Asterix, der Namensgeber und vermeintliche Held der Comicreihe ist eine der oben genannten Hauptfiguren. Es ist allerdings festzustellen, dass Asterix ganz anders als die meisten bekannten Comichelden wirkt. Im Gegensatz zu den he- roisch auftretenden meist amerikanischen Superhelden wie beispielsweise Batman oder Superman ist Asterix eher als „grotesker“ und „nicht stilgerechter“ Held dar- gestellt. Er ist klein, besitzt einen eher durchschnittlich athletischen Körper und ein verschmitzes Gesicht, sodass sich der Leser gut in ihn hinversetzen und sich 1 Rene van Royen / Sunnyva van der Vegt, Asterix – Die ganze Wahrheit, S.21
Asterix und Co – Authentische Gallier?
mit ihm zumindest ansatzweise identifizieren kann. Auch in seinem Handeln ist er keinesfalls so zielstrebig und direkt aktiv wie seine amerikanischen Superhelden- kollegen. Asterixs Stärke ist eher im raffinierten, rationalen, pfiffigen und ver- nünftigen Umgehen mit Problems ituationen angesiedelt.
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Allerdings, finden sich bei Asterix viele gallische Elemente und Züge wider. Ein Beleg seiner gallischen Herkunft und Authentizität findet sich schon in seinem Namen Asterix (von Astericus lat.: Sternchen) wieder. Die Nachsilbe ix bzw. rix stammt von dem lateinischen Begriff rex (lat. König) und war im gallischen bzw. keltischen Bereich durchaus üblich, wie die Namen berühmter gallischer Anführer (z.B. Dumnorix, Vercingetorix und Orgetorix) deutlich belegen. 3 Ein weiteres Element, welches die gallische Authentizität belegt ist die Ausstattung Asterixs. Sein Helm ist beispielsweise rund , mit einem Knauf versehen und weiterhin mit Federn verziert. Bei Betrachtung historischer gallischer Helme ist festzustellen, dass sie in der Tat sehr ähnlich aussahen. Neben der ausschließlich runden Form besaßen die meisten Helme genau wie bei Asterix einen kleinen aufgesetzten Knauf. 4 Der griechische Historiker Diodor berichtet hierzu: „Auf ihre Köpfe setz- ten sie bronzene Helme mit großen Knauf oder großen Tieren darauf, die die Trä- ger der Helme größer erscheinen ließen; so sind in manchen Fällen Hörner daran festgemacht, in anderen Fällen Köpfe von Vögeln und Vierfüßlern“ 5 . Die Verzie- rung durch Federn kann allerdings nicht historisch nachgewiesen werden. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass Uderzo sie als künstlerisches Mittel eingesetzt hat um Stimmungen und Gemütsverfassungen darzustellen. Zusätzlich gewinnt die Figur Asterix hierdurch an Ausstrahlung. Weiterhin beabsichtigte Uderzo, ein Stück französische Nationalität und Vergangenheit dadurch einzubringen, indem er den Helm der ebenfalls französischen Zigarettenmarke Gauloises in weitem Maße üb ernahm. Diese Verschmelzung sorgt nun endgültig dafür, dass der Helm von Asterix und den anderen Galliern in der Comicreihe ein für die Franzosen angemessenes Beispiel darstellt, so wie ihn auch Caesar während seiner Feldzüge durch Gallien gesehen haben mag.
2 Andrè Stoll, Asterix, S. 35-39 3 Rene van Royen / Sunnyva van der Vegt, Asterix – Die ganze Wahrheit, S.21 4 Rene van Royen / Sunnyva van der Vegt, Asterix – Die ganze Wahrheit, S.22 5 Diodor, Griechische Weltgeschichte, S. 30
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Asterix und Co – Authentische Gallier?
Ein weiteres typisch gallisches bzw. keltisches Ausrüstungsstück Asterixs ist sein Schwert, welches er allerdings nicht einsetzt. Es soll ausschließlich dazu dienen, die Figur Asterix authentisch darzustellen. Auch die eher kleine Größe des Schwertes i st wahrheitsgetreu, da „die Waffenausrüstung der Gallier an ihre Kör- pergröße angepasst war“ 6
II. Obelix, der treue Gefährte
Auch bei Obelix, dem besten Freund Asterixs deutet Vieles darauf hin, dass Uder- zo und Goscinny darum bemüht waren, ihn authentisch und nicht nur rein fiktiv darzustellen. Neben der Namensgebung und auch dem Helm (vgl. oben) ist auch seine Arbeit (Distribution von Menhiren (auch Hinkelstein genannt)) ein Indiz für seine tatsächlich gallische Herkunft. Zwar existierten damals keine hauptberufli- chen „Hinkelsteinlieferanten“ (Hinkelsteine galten als Kultgegenstände und nicht als Handelsgut 7 ), jedoch spiegelt das häufige Vorkommen der Hinkelsteine die Wichtigkeit dieser Kultobjekte bezüglich der gallischen bzw. keltischen Mytholo- gie wider. Die Wissenschaft geht davon aus, dass sämtliche französische Menhi- ren auf die Gallier zurückzuführen waren. 8
Auch die ständig wiederkehrende Selbstkritik Obelixs bezüglich seines Gewichts, bzw. Verteidigung vor der Kritik Anderer, ist keineswegs ein neumodisches Ver- halten, das von Uderzo hinzugefügt wurde. Denn schon bei den Galliern herrsch- ten gewisse Wertvorstellung über ihr Körpergewicht. Der griechische Historiker Ephoros bezieht hierzu wie folgt Stellung „Auch dies ist eine Eigenart von ihnen, nämlich dass sie Wert darauf legen, nicht zu dick zu werden und keinen Bauch zu bekommen...“ 9 Demnach ist herzuleiten, dass es durchaus Kelten gab, welche sich um ihr Gewicht kümmerten. Obelix hat diese Neigung also nicht künstlich aufge- setzt bekommen. 10 6 Strabon, Erdbeschreibung S. 40 7 Andrè Stoll, Asterix, S. 42 8 Rene van Royen / Sunnyva van der Vegt, Asterix – Die ganze Wahrheit, S. 28 9 Strabon, Erdbeschreibung S. 60 10 Rene van Royen / Sunnyva van der Vegt, Asterix – Die ganze Wahrheit, S. 29
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Martin Kussel, 2004, Asterix und Co. - Authentische Gallier?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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