kommunizieren und Informationen, verpackt in ein IP-Paket, 1 über das TCP 2 auszutauschen. 3 Die Entwicklung einer graphischen Bedienoberfläche verursachte 1983 einen explosionsartigen Anstieg von Internetbenutzern in diesem größten, globalen Datennetz. 4 Heute ist das Internet ein aus Tausenden von kleinen Computer-Netzwerken bestehendes internationales Computer-Netzwerk 5 mit über 50 Millionen Teilnehmern, die unabhängig voneinander arbeiten können, aber zwischen denen auch ungehindert In-formationen (Daten) fließen können. 6
Kein anderes Medium hat besonders in den letzten Jahren einen solch unaufhaltsamen glorreichen Siegeszug geführt, wie das Internet und bereits viele der „Haushalte im Sturm“ erobert. Durch psychologisch aufbereitete und gezielt eingesetzte Marketingstrategien, über Leitbilder gefördert, gehört das Internet bereits heute in die Haushalte wie der Fernseher oder das Telefon. 7 Mit dem Internet wurde eine Infrastruktur eines virtuellen globalen Marktplatzes geschaffen, welcher sich in wenigen Jahren zu einer Schlüsseltechnologie für die gesamte Gesellschaft entwickeln wird. 8 So ist z.B. die schnelle Datenübermittlung, die Kommunikationsmöglichkeiten über weite Entfernungen hinweg, die Schaffung von Telearbeitsplätzen, die Individualisierung sowie die Möglichkeit der Anonymität der Internetnutzer, die elektronisch geschaffenen Abhä ngigkeit und Überwachungsmöglichkeit bereits heute nur ein kleiner Teil der herausragenden Aspekte des Internet.
War das Internet ursprünglich nur Wissenschaftlern und Studenten zugänglich, so wird es mittlerweile immer mehr von der Industrie, der Wirtschaft sowie von Privatpersonen genutzt und bietet ein unüberschaubares Spektrum an gesellschaftlichen, geschäftlichen und privaten Anwendungsmöglichkeiten. Unternehmen, die als fortschrittlich und innovativ gelten wollen, können es sich nicht mehr leisten, im Internet nicht präsent zu sein. 9 Eng verbunden mit den stetig steigenden Nutzerzahlen wächst der Einsatz des Internet
1 Das Internet Protocol (IP) teilt Daten in einzelne Pakete auf, die alle mit einem sog. „Header“ versehen
sind, indem die Adresse des Empfängers vermerkt ist.
2 Das Transmission Control Protocol (TCP) ist für die korrekte Zustellung der IP-Pakete verantwortlich.
3 Vgl. Lubitz (1990), S. 15 f.
4 Vgl. Potempa u.a. (1998), S. 5 f.
5 Vgl. Levine/Baroudi (1996), S. 23 f.
6 Vgl. Aol (Abruf: 28.12.99).
7 Vgl. Burkert/Kubitz (12/99), S. f.
Vgl. Deutsche Post (Abruf: 28.12.1999).
8 Vgl. Kyas (1998), S. 15 f.
9 Vgl. Potempa u.a. (1998), S. 1 f.
im Rahmen der Globalisierung als Absatzkanal und als Marketing-Kommunikationsmedium.
Durch den electronic commerce (den elektronischen Handel), welcher durch eine gezielte Absatzpolitik immer mehr Privatnutzer erreicht, wird den Endverbrauchern der Einkauf auch über weite Entfernungen hinweg, rund um die Uhr, ermöglicht. 10
Einer der herausragenden Aspekte des Internet bildet das „electronic commerce“, welches in dieser Arbeit mit seinen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Folgen auf unsere Gesellschaft dargestellt werden soll. Über einen kleinen geschichtlichen Abriß zur Entstehungsgeschichte und zur weiteren Entwicklung des Internets im ersten Abschnitt, führt diese Arbeit im zweiten Abschnitt direkt zum electronic commerce und der Annahme durch die Internetnutzer sowie die Erwartungen und Prognosen, die an diesen Handelsweg geknüpft werden.
Wie überall gibt es auch hierbei Vor- und Nachteile, die im dritten und vierten Abschnitt behandelt werden, obgleich in dieser Arbeit keine Weiß- und Schwarzmalerei betrieben werden soll. Auf die sich hieraus ergebenden wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Folgen wird im fünften Abschnitt eingegangen und führen im sechsten Abschnitt zu einer Schlußbetrachtung.
2 Was hat es mit dem electronic commerce auf sich und wie wird dieser von den
Internetnutzern angenommen?
Spätestens seit 1999 ist der e-commerce in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Es handelt sich um den elektronischen Handel, welcher ein wesentlicher Be-standteil des e-business (elektronisches Geschäft) darstellt. D.h.: Güter werden über das Internet bezogen bzw. vertrieben, wobei die Art des Gutes 11 sowie der Bezugsweg 12 nicht von Bedeutung ist. 13 Der Pharma-Großhandel (ein Fundament der GEHE-Gruppe) konnte z.B. bereits 1991 einen Umsatz von insgesamt 4,1 Milliarden DM im Internet verbuchen. Über dieses flächendeckende Netz wurden bereits zu diesem Zeitpunkt mehr
10 Vgl. Pelkmann/Freitag (1996), S. 2 f.
11 Die Arten der Gutes (Waren oder Dienstleistungen) sind nahezu unbegrenzt. Eine Ausnahme bildet zur
Zeit noch der Lebensmittelbereich.
12 Direkt vom Händler oder über einen Absatzmittler.
13 Vgl. Abou-Hamdon (1999).
als 10.000 Apotheken innerhalb ganz Deutschlands mit pharmazeutischen Produkten innerhalb weniger Stund en (just in time) beliefert. 14 Im Internetshopping Report 1998/1999 wurde unter anderem auch der Stellenwert, den die verschiedenen Gutartgruppen beim e-commerce einnehmen untersucht. Dieser belegt, daß:
an erster Stelle Artikel für und über den „EDV-Bereich“, - anzweiter Stelle „Bücher“ und - andritter Stelle Musikprodukte (vor allen CDs) aber auch Kleidung - vertriebenwerden. 15 Dieses zeigt, daß sich der e-commerce zu einem virtuellen Marktplatz entwickelt hat, welcher mit seinen Auswirkungen die Wirtschaft sowie den Alltag der Konsumenten deutlich prägt, 16 und täglich kommen neue Anbieter und neue Konsumenten hinzu.
Das Medium „Internet“ wird bereits von 18 Prozent der Bevölkerung genutzt, von denen wiederum 30 Prozent in den letzten 12 Monaten Online kauften. 17
Des weiteren bieten sogenannte „Mietshops“ im Internet für Klein- und mittelständige Unternehmen eine echte Alternative zu den sonst hohen Eintrittsbarrieren und den hohen laufenden Kosten eines üblichen kommerziellen Geschäftsbetriebes. 18 Der noch junge Vertrieb von Lebensmitteln und Getränken im Internet stellt die Online-Anbieter zur Zeit noch vor große Probleme.
Aber auch hier sind Trends in Sicht und Lösungsansätze zur Beseitigung dieser Schwierigkeiten bereits in Arbeit. 19 Ein Test in Großbritannien zeigt auf, daß ein „Überleben aus dem Internet“ möglich ist. Alle Testpersonen hielten die angesetzten 100 Stunden in der Isolation durch und bestätigten den Erfolg. Selbst, wenn der Haushaltseinkauf per Internet enorme Vorteile mit sich bringt, so stellt sich dieses für Deutschland momentan
14 Vgl. Heinrich (1993), S. 201 f.
15 Vgl. Symposion Publisging (Abruf: 02.01.2000)
16 Vgl. Hendricks (44/1999).
17 Vgl. Arendt (1999).
18 Vgl. Fuchs (Abruf: 26.12.1999).
19 Vgl. Symposion Publisging (Abruf: 27.12.1999).
noch als Flop heraus. Hier sind erst drei 20 Anbieter auf dem virtuellen Markt vertreten, die nicht einmal mit einem „halbwegs“ gut ausgestatteten Supermarkt mithalten können.
Auch wenn es sich um eine gute Idee handelt, so stellt das sogenannte „Haushaltsshopping“ im Internet noch keine Gefahr für Supermärkte dar. Als Gründe hierfür sind vor allem das lückenhafte Sortiment, die langen Lieferzeiten sowie die Unsicherheiten bei der Rechnungsbegleichung zu nennen. 21
Durchgeführte Studien, wie z.B. durch die MGK 22 (Media Gruppe München), ermitteln eine Zunahme von Internetnutzern für die USA von 46 Millionen 1999 auf 76 Millionen im Jahr 2000 und für Deutschland von 6,2 Millionen 1999 auf 13 Millionen im Jahre 2000. Diese Zunahme macht sich gleichermaßen bei den Umsätzen bemerkbar. So betrug laut einer Studie von Forrester Research 23 das Gesamtvolumen der Internet-Wirtschaft in den USA bereits 300 Milliarden US$ im Jahre 1998. Die Prognose für 1999 lautet: „Verdopplung“. So sollen z.B. in Europa im Jahre 2001 alleine über kostenpflichtige Informationsdienste 5,6 Millionen DM umgesetzt werden. Obgleich die Zahlen und Prognosen von Studie zu Studie schwanken, pendeln sie sich jedoch alle auf diese repräsentativen Werte ein und zeigen steigende Tendenzen auf. 24
Wie z.B. von der Berliner Sparkasse für Deutschland im Jahre 2003 prognostiziert: Über 40 Millionen DM Umsatz im Internet. 25 . Auch ist die Pionierphase des e-commerce nun für eine Vielzahl von Anbietern vorbei. D.h.: Online-Anbieter müssen sich nun dem traditionellen Konkurrenzkampf stellen und mit einem guten Kundendienst, einer schnellen Lieferung, einer breiten Produktpalette aufwarten, sowie eine einfache und unkomplizierte Geschäftsabwicklung etc. bieten. Dieses ist eine Herausforderung an das Management sowie an die gesamten Wirtschaft, die es gilt zu bewältigen. 26
20 Für den Lebensmittelbereich stehen als Online-Anbieter momentan nur drei Kaufhäuser zur Verfügung.
Dieses sind der Direktkauf, der Kaufhof und My-World von Karstadt zur Verfügung.
21 Vgl. Braun (12/99), S. 74 f.
22 Vgl. Schwarz (1999).
23 Vgl. Forrester Research (1998).
24 Vgl. E-Commerce (1998).
25 Vgl. Berliner Sparkasse (Abruf: 26.12.1999).
26 Vgl. Glatzel (1999).
Bei einem Test der 10 größten virtuellen Kaufhäuser schlossen z.B. My-World von Karstadt und Conrad bezüglich ihres Services mit folgendem Ergebnissen (Schulnoten) ab: 27
(Zusammengestellte Tabelle aus dem großen Kaufhaustest „praxis shopping“ 28 )
3 Welche Faktoren sprechen für den electronic commerce?
Für den e-commerce spricht vor allem die weltweite Präsenz der Firmen im Internet. Unternehmen, die bislang nur regional oder national tätig waren, bietet dieser die Mög-
27 Vgl.Xmas (Abruf: 27.12.1999).
28 Vgl. Henstbach (12/99), S. 42 f.
Arbeit zitieren:
Sabine Reichert, 2000, Herausragende Aspekte des Internet, München, GRIN Verlag GmbH
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